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•NEUES THEMA30.07.2026, 12:18 Uhr
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arktika

• Brauereisterben in BRD: Bergbräu Meistens sind es die kleineren "mittelständischen" Brauereien, die es nicht mehr schaffen, trotz sehr oft guter bis sehr guter Bierqualität. Der Trend scheint - abgesehen von zunehmender Abstinenz oder Mischgepansche - sich zweizuteilen in a) die großen internationalen Marken und b) die Billigmarken, bei denen es "der Preis" macht und die aber trotzdem oft nicht schlecht sind, zumindest im Vergleich mit manchen "Großen", wo der Kunde/die Kundin meist nur nach dem Namen bzw. der tollen Werbekampagne kauft (und die oft auch schon als 'Marke' nur noch Teil eines Großkonzerns sind) und sich somit auch die letzte Plöre andrehen läßt ...

Diesmal ist die Bergbräu-Brauerei (die sehr gute Biere produziert, aber in schon schlechter wirtschaftlicher Lage auch noch einige Fehler gemacht hat und dann zumindest zeitweise in den letzten Jahren auch schon von einer bayrischen Brauerei übernommen worden war) aus der Kleinstadt Uslar im Solling in Niedersachsen betroffen.
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Das erste Haffner-Bier wurde 1868 gebraut

Das erste Haffner-Bier braute Friedrich Wilhelm Haffner 1868 auf der Graft in Uslar. Das dunkle Bier kam gut an, der Absatz stieg schnell. 1873 zog die Brauerei an die Rosenstraße, mit Platz für Lager und Eiskeller. 1887 entstand ein neues Brauhaus. Anfang der 1990er-Jahre wurde eine Halle mit automatischer Flaschenabfüllung gebaut. Der letzte Chef, Hinrich Haffner, verkaufte die Brauerei 2013 nach 145 Jahren im Familienbesitz an Familie Sauer (Bayern). Aktueller Besitzer ist Andreas Papp.

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Dazu ein Artikel von Jürgen Dumnitz in der HNA vom 29. Juli:

Bergbräu stellt Betrieb ein – Ende nach 158 Jahren Uslarer Brauereigeschichte

Uslar verliert einen Traditionsbetrieb. Bei der Brauerei Bergbräu ist nach 158 Jahren Schluss. Ein hoher Preisdruck und teure Produktionskosten haben dazu geführt.

Uslar – Die Uslarer Brauerei Bergbräu stellt nach 158 Jahren Ende September dieses Jahres den Brauereibetrieb ein. Das teilte Dr. Andreas Papp als geschäftsführender Gesellschafter am Mittwochnachmittag in einer Pressemitteilung mit. Es sei eine reguläre Liquidation des Unternehmens eingeleitet und am Mittwoch auch so beim Handelsregister angemeldet worden.

Die Entscheidung sei den Verantwortlichen und Gesellschaftern nicht leicht gefallen. Über viele Jahrzehnte war die Brauerei Bergbräu weit mehr als ein Produktionsstandort – sie war ein Stück Uslar, ein Ort der Begegnung und ein fester Bestandteil der regionalen Identität, heißt es von Papp. Generationen von Menschen würden mit Bergbräu Erinnerungen, Tradition und handwerklich gebrauten Biergenuss aus der Region verbinden.

Aus für Uslarer Bergbräu nach 158 Jahren

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen hätten trotz aller Bemühungen eine Fortführung des Brauereibetriebs zunehmend erschwert. Ein anhaltend hoher Preisdruck im Markt sowie deutlich gestiegene Kosten für Rohstoffe, Verpackungsmaterialien, Energie und Personal hätten dazu geführt, dass ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich sei. Zahlen nennt die Brauerei nicht.

Bis zum 30. September werde die geplante Ausproduktion von den 16 Mitarbeitern erledigt. Die seien am Mittwochvormittag in einer von Papp geleiteten Betriebsversammlung informiert worden und hätten ihre Kündigungen erhalten. Ende September beginne auch der Abverkauf der Warenbestände direkt ab der Brauerei. Der von der Brauerei betriebene Hofladen an der Rosenstraße, dem ursprünglichen Hauptstandort der Brauerei, bleibe voraussichtlich bis Ende Oktober geöffnet. Die Inhaber von Genussscheinen bitte Papp um Geduld, sie sollen im Laufe der Liquidation informiert werden.

Bürgermeister zeigt sich schockiert

„Wir wissen, welche Bedeutung Bergbräu für viele Menschen in Uslar und der Region hat. Umso dankbarer sind wir für die jahrzehntelange Treue unserer Kunden, Partner und Mitarbeiter, die die Geschichte der Brauerei geprägt haben“, heißt es im von Gesellschafter Papp unterzeichneten Schreiben. Assistent der Geschäftsführung in dem Uslarer Betrieb ist seit einiger Zeit Thomas Koch. Er sagte am Mittwoch auf Nachfrage, dass die Brauerei bis Ende Oktober lieferfähig sei und alle Kunden und Veranstaltungen beliefern werde. Mit der Einstellung des Brauereibetriebs endet in Uslar ein bedeutendes Kapitel Brauereigeschichte. Zum Kerngebiet des Geschäfts gehört der Biervertrieb in Südniedersachsen und Nordhessen. Uslarer Bier gebe es in Gaststätten, Getränkequellen sowie bei Kaufland, Edeka und Rewe.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer schreibt, dass die angekündigte Schließung der Brauerei ein Schock sei und Uslar schwer treffe. Man werde aber kämpfen, die Schließung doch noch zu verhindern.

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Parallelen finden sich auch in der Sache "Hütt-Brauerei" im Forum "Geschichte": Brauereistadt Kassel
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