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•NEUES THEMA03.01.2026, 11:42 Uhr
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• US-Angriffskrieg gegen Venezuela
jW:
Online Extra
03.01.2026, 11:01:46 / Ausland
Venezuela
US-Angriffskrieg gegen Venezuela
Luftangriffe auf Caracas und andere Landesteile. Präsident Maduro laut Trump in US-Gefangenschaft
Von Nick Brauns
Die USA haben mit Luftangriffen einen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Venezuela begonnen. Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro sei gefangen genommen und aus dem Land geflogen worden, behauptete US-Präsident Donald Trump am frühen Samstag auf Sozialen Medien, nachdem er bestätigt hatte, dass die US-Streitkräfte einen »groß angelegten Angriff gegen Venezuela und seinen Führer« durchgeführt hätten. Auch Maduros Frau sei gefangen genommen worden. Von venezolanischer Seite liegt bislang keine Bestätigung für die Verschleppung des Präsidenten vor.
In der Nacht auf Samstag wurde die Hauptstadt Caracas nach Luftangriffen von mehreren Explosionen erschüttert. Die Angriffe galten offenbar unter anderem einer Luftwaffenbasis im Gebiet La Carlota und einem Militärkomplex im Süden der Stadt. Auch in der nördlichen Küstenstadt La Guaira kam es zu Explosionen. Es gibt bisher keine verlässlichen Angaben zu Toten, Verletzten oder zur Zerstörung militärischer und ziviler Infrastruktur.
US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt mit einem Angriff auf das südamerikanische Land gedroht. Ziel der US-Regierung ist der Sturz der linksgerichteten Regierung Maduro, um die großen Erdölreserven des Landes rauben zu können. Die USA haben bereits in den letzten Monaten ihre Flotten- und Militärpräsenz rund um Venezuela unter dem Vorwand, gegen Drogenschmuggel vorgehen zu wollen, erheblich verstärkt. Bei Dutzenden Angriffen des US-Militärs auf angebliche Drogenschmugglerboote wurden dabei bereits über 100 Menschen getötete. Im Rahmen einer von den USA verhängten »Blockade« für venezuelanisches Öl, die auch das sozialistische Kuba schwer trifft, haben US-Truppen zudem Öltanker gekapert und entführt. (jW)
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Online Extra
03.01.2026, 11:01:46 / Ausland
Venezuela
US-Angriffskrieg gegen Venezuela
Luftangriffe auf Caracas und andere Landesteile. Präsident Maduro laut Trump in US-Gefangenschaft
Von Nick Brauns
Die USA haben mit Luftangriffen einen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Venezuela begonnen. Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro sei gefangen genommen und aus dem Land geflogen worden, behauptete US-Präsident Donald Trump am frühen Samstag auf Sozialen Medien, nachdem er bestätigt hatte, dass die US-Streitkräfte einen »groß angelegten Angriff gegen Venezuela und seinen Führer« durchgeführt hätten. Auch Maduros Frau sei gefangen genommen worden. Von venezolanischer Seite liegt bislang keine Bestätigung für die Verschleppung des Präsidenten vor.
In der Nacht auf Samstag wurde die Hauptstadt Caracas nach Luftangriffen von mehreren Explosionen erschüttert. Die Angriffe galten offenbar unter anderem einer Luftwaffenbasis im Gebiet La Carlota und einem Militärkomplex im Süden der Stadt. Auch in der nördlichen Küstenstadt La Guaira kam es zu Explosionen. Es gibt bisher keine verlässlichen Angaben zu Toten, Verletzten oder zur Zerstörung militärischer und ziviler Infrastruktur.
US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt mit einem Angriff auf das südamerikanische Land gedroht. Ziel der US-Regierung ist der Sturz der linksgerichteten Regierung Maduro, um die großen Erdölreserven des Landes rauben zu können. Die USA haben bereits in den letzten Monaten ihre Flotten- und Militärpräsenz rund um Venezuela unter dem Vorwand, gegen Drogenschmuggel vorgehen zu wollen, erheblich verstärkt. Bei Dutzenden Angriffen des US-Militärs auf angebliche Drogenschmugglerboote wurden dabei bereits über 100 Menschen getötete. Im Rahmen einer von den USA verhängten »Blockade« für venezuelanisches Öl, die auch das sozialistische Kuba schwer trifft, haben US-Truppen zudem Öltanker gekapert und entführt. (jW)
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•NEUER BEITRAG03.01.2026, 11:46 Uhr
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Erste offizielle Erklärung der Bolivarischen Regierung Venezuelas zum militärischen Angriff der USA auf Venezuela:
Die Bolivarische Republik Venezuela lehnt die äußerst schwerwiegende militärische Aggression der derzeitigen Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika gegen das venezolanische Territorium und die Bevölkerung in den zivilen und militärischen Bezirken der Hauptstadt Caracas sowie in den Bundesstaaten Miranda, Aragua und La Guaira ab, verurteilt sie und bringt sie vor der internationalen Gemeinschaft zur Anklage. Diese Handlung stellt einen flagranten Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen dar, insbesondere gegen die Artikel 1 und 2, die die Achtung der Souveränität, die Rechtsgleichheit der Staaten und das Verbot der Anwendung von Gewalt verankern. Eine solche Aggression bedroht den internationalen Frieden und die internationale Stabilität, insbesondere in Lateinamerika und der Karibik, und gefährdet das Leben von Millionen von Menschen.
Das Ziel dieses Angriffs ist nichts anderes als die Aneignung der strategischen Ressourcen Venezuelas, insbesondere seines Erdöls und seiner Bodenschätze, um die politische Unabhängigkeit des Landes mit Gewalt zu brechen. Sie werden keinen Erfolg haben. Nach mehr als zweihundert Jahren Unabhängigkeit stehen das Volk und seine legitime Regierung weiterhin fest auf der Seite der Souveränität und des unveräußerlichen Rechts, über ihr eigenes Schicksal zu entscheiden. Der Versuch, einen Kolonialkrieg zu führen, um die republikanische Regierungsform zu zerstören und einen »Regimewechsel« zu erzwingen, wird wie alle bisherigen Versuche scheitern.
Seit 1811 hat Venezuela Imperien bekämpft und besiegt. Als 1902 ausländische Mächte unsere Küsten bombardierten, erklärte Präsident Cipriano Castro: »Die unverschämte Einmischung von Ausländern hat den heiligen Boden des Vaterlandes entweiht.« Heute erhebt sich das venezolanische Volk mit der Moral Bolívars, Mirandas und unserer Befreier erneut, um seine Unabhängigkeit gegen die imperiale Aggression zu verteidigen.
Auf die Straße!
Die bolivarische Regierung ruft alle sozialen und politischen Kräfte des Landes dazu auf, Mobilisierungspläne zu aktivieren und diesen imperialistischen Angriff zurückzuweisen. Das venezolanische Volk und seine Nationalen Bolivarischen Streitkräfte sind in perfekter Fusion von Bevölkerung, Militär und Polizei im Einsatz, um die Souveränität und den Frieden zu gewährleisten. Gleichzeitig wird die bolivarische Friedensdiplomatie entsprechende Beschwerden vor dem UN-Sicherheitsrat, dem Generalsekretär dieser Organisation, der CELAC und der MNOAL vorbringen und eine Verurteilung und Rechenschaftspflicht der US-Regierung fordern.
Präsident Nicolás Maduro hat angeordnet, dass alle nationalen Verteidigungspläne zum richtigen Zeitpunkt und unter den richtigen Umständen umgesetzt werden, unter strikter Einhaltung der Bestimmungen der Verfassung der Bolivarischen Republik Venezuela, des Organgesetzes über Ausnahmezustände und des Organgesetzes über nationale Sicherheit.
In diesem Sinne hat Präsident Nicolás Maduro einen Erlass unterzeichnet, mit dem der Ausnahmezustand im gesamten Staatsgebiet ausgerufen wird, um die Rechte der Bevölkerung und das uneingeschränkte Funktionieren der republikanischen Institutionen zu schützen und unverzüglich zum bewaffneten Kampf überzugehen. Das gesamte Land muss sich aktivieren, um diese imperialistische Aggression zu besiegen.
Ebenso hat er den sofortigen Einsatz des Kommandos für die integrale Verteidigung der Nation und der integralen Verteidigungsorgane in allen Bundesstaaten und Gemeinden des Landes angeordnet.
In strikter Einhaltung von Artikel 51 der UN-Charta behält sich Venezuela das Recht vor, legitime Verteidigungsmaßnahmen zum Schutz seines Volkes, seines Territoriums und seiner Unabhängigkeit zu ergreifen. Wir rufen die Völker und Regierungen Lateinamerikas, der Karibik und weltweit dazu auf, sich aktiv solidarisch gegen diese imperialistische Aggression zu zeigen.
Wie Oberbefehlshaber Hugo Chávez Frías sagte: »Bevor neue Schwierigkeiten auftreten, egal wie groß sie auch sein mögen, ist die Antwort jedes Patrioten ... Einheit, Kampf und Sieg.«
Caracas, 3. Januar 2025
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Erste offizielle Erklärung der Bolivarischen Regierung Venezuelas zum militärischen Angriff der USA auf Venezuela:
Die Bolivarische Republik Venezuela lehnt die äußerst schwerwiegende militärische Aggression der derzeitigen Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika gegen das venezolanische Territorium und die Bevölkerung in den zivilen und militärischen Bezirken der Hauptstadt Caracas sowie in den Bundesstaaten Miranda, Aragua und La Guaira ab, verurteilt sie und bringt sie vor der internationalen Gemeinschaft zur Anklage. Diese Handlung stellt einen flagranten Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen dar, insbesondere gegen die Artikel 1 und 2, die die Achtung der Souveränität, die Rechtsgleichheit der Staaten und das Verbot der Anwendung von Gewalt verankern. Eine solche Aggression bedroht den internationalen Frieden und die internationale Stabilität, insbesondere in Lateinamerika und der Karibik, und gefährdet das Leben von Millionen von Menschen.
Das Ziel dieses Angriffs ist nichts anderes als die Aneignung der strategischen Ressourcen Venezuelas, insbesondere seines Erdöls und seiner Bodenschätze, um die politische Unabhängigkeit des Landes mit Gewalt zu brechen. Sie werden keinen Erfolg haben. Nach mehr als zweihundert Jahren Unabhängigkeit stehen das Volk und seine legitime Regierung weiterhin fest auf der Seite der Souveränität und des unveräußerlichen Rechts, über ihr eigenes Schicksal zu entscheiden. Der Versuch, einen Kolonialkrieg zu führen, um die republikanische Regierungsform zu zerstören und einen »Regimewechsel« zu erzwingen, wird wie alle bisherigen Versuche scheitern.
Seit 1811 hat Venezuela Imperien bekämpft und besiegt. Als 1902 ausländische Mächte unsere Küsten bombardierten, erklärte Präsident Cipriano Castro: »Die unverschämte Einmischung von Ausländern hat den heiligen Boden des Vaterlandes entweiht.« Heute erhebt sich das venezolanische Volk mit der Moral Bolívars, Mirandas und unserer Befreier erneut, um seine Unabhängigkeit gegen die imperiale Aggression zu verteidigen.
Auf die Straße!
Die bolivarische Regierung ruft alle sozialen und politischen Kräfte des Landes dazu auf, Mobilisierungspläne zu aktivieren und diesen imperialistischen Angriff zurückzuweisen. Das venezolanische Volk und seine Nationalen Bolivarischen Streitkräfte sind in perfekter Fusion von Bevölkerung, Militär und Polizei im Einsatz, um die Souveränität und den Frieden zu gewährleisten. Gleichzeitig wird die bolivarische Friedensdiplomatie entsprechende Beschwerden vor dem UN-Sicherheitsrat, dem Generalsekretär dieser Organisation, der CELAC und der MNOAL vorbringen und eine Verurteilung und Rechenschaftspflicht der US-Regierung fordern.
Präsident Nicolás Maduro hat angeordnet, dass alle nationalen Verteidigungspläne zum richtigen Zeitpunkt und unter den richtigen Umständen umgesetzt werden, unter strikter Einhaltung der Bestimmungen der Verfassung der Bolivarischen Republik Venezuela, des Organgesetzes über Ausnahmezustände und des Organgesetzes über nationale Sicherheit.
In diesem Sinne hat Präsident Nicolás Maduro einen Erlass unterzeichnet, mit dem der Ausnahmezustand im gesamten Staatsgebiet ausgerufen wird, um die Rechte der Bevölkerung und das uneingeschränkte Funktionieren der republikanischen Institutionen zu schützen und unverzüglich zum bewaffneten Kampf überzugehen. Das gesamte Land muss sich aktivieren, um diese imperialistische Aggression zu besiegen.
Ebenso hat er den sofortigen Einsatz des Kommandos für die integrale Verteidigung der Nation und der integralen Verteidigungsorgane in allen Bundesstaaten und Gemeinden des Landes angeordnet.
In strikter Einhaltung von Artikel 51 der UN-Charta behält sich Venezuela das Recht vor, legitime Verteidigungsmaßnahmen zum Schutz seines Volkes, seines Territoriums und seiner Unabhängigkeit zu ergreifen. Wir rufen die Völker und Regierungen Lateinamerikas, der Karibik und weltweit dazu auf, sich aktiv solidarisch gegen diese imperialistische Aggression zu zeigen.
Wie Oberbefehlshaber Hugo Chávez Frías sagte: »Bevor neue Schwierigkeiten auftreten, egal wie groß sie auch sein mögen, ist die Antwort jedes Patrioten ... Einheit, Kampf und Sieg.«
Caracas, 3. Januar 2025
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•NEUER BEITRAG05.01.2026, 11:02 Uhr
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US-Angriffskrieg gegen Venezuela
jW heute:Kommentar
Stunde der Wahrheit
US-Überfall auf Venezuela
Von Volker Hermsdorf
Donald Trump hat nach dem Angriff auf Venezuela etwas getan, was westliche Staatschefs sonst vermeiden. Er verzichtete auf die Rhetorik von Menschenrechten, Demokratie oder humanitärer Verantwortung, mit der völkerrechtswidrige Interventionen oft verbrämt werden. Statt dessen erklärte er offen, worum es ging: um den Zugang zu den größten bekannten Erdölreserven der Welt, um geopolitische Kontrolle und die Durchsetzung von US-Interessen in einer Region, die Washington zunehmend als Einflusszone Chinas und Russlands betrachtet. Trumps bizarre Pressekonferenz entlarvte die Doktrin »America First« am Sonnabend als das, was sie ist – eine Rechtfertigung für militärische Raubzüge zur Rohstoffsicherung. Der Bruch mit dem Völkerrecht wird dabei nicht einmal mehr geleugnet, sondern zur Normalität erklärt. Trumps Ankündigung, die USA würden Venezuela »für eine gewisse Zeit regieren«, markiert eine Zäsur – politisch wie rechtlich. Der Imperialismus versucht nicht einmal mehr den Anschein von Legitimation zu erwecken.
Ebenso entlarvend ist die Zustimmung durch rechtsautoritäre Regierungschefs wie Javier Milei und Benjamin Netanjahu, die den US-Angriff als »historisch« oder »wegweisend« feiern. Auch Wolodimir Selenskij, der unter Berufung auf Souveränität und Selbstbestimmung selbst militärische Unterstützung einfordert, begrüßte den Bruch des Völkerrechts. Andere Vertreter westlicher Länder liefern diplomatische Verrenkungen, um den Aggressor nicht klar zu benennen, und demonstrieren durch komplizenhaftes Schweigen, was ihre »Werte« tatsächlich wert sind. Die vielbeschworenen Prinzipien, mit denen sonst Sanktionen und Waffenlieferungen begründet werden, erweisen sich erneut als selektiv einsetzbar. Äußerungen, die die Verantwortung umkehren und das attackierte Land gar zum Täter erklären, rechtfertigen den völkerrechtswidrigen Angriff als Mittel der Politik.
Die Lage in Caracas ist angespannt. Während Washington mit weiteren Militärschlägen droht, ruft die Vize- und derzeitige Interimspräsidentin Delcy Rodríguez zum Widerstand auf. Die öffentlichen Auftritte der Tochter eines marxistischen Guerilleros vermitteln Geschlossenheit und Verteidigungsbereitschaft – in scharfem Kontrast zu den irritierenden Äußerungen von Trump und seinem Außenminister Marco Rubio, sie sei zur »Kooperation« bereit. Desinformationen wie diese sollen offensichtlich die Einheit und Loyalität der Chavistas untergraben, Unsicherheit schüren und den nächsten Schritt vorbereiten. Venezuela hat eine Wahl zu treffen, die keine ist: Unterwerfung oder Eskalation. Die Länder der Welt wiederum stehen vor einer einfachen Entscheidung: Völkerrecht oder Komplizenschaft. Schweigen ist dabei keine Neutralität. Es ist Zustimmung zur Herrschaft des Stärkeren. »Es ist die Stunde der Wahrheit«, formulierte der chilenisch-spanische Politologe Marcos Roitman Rosenmann zutreffend.
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•NEUER BEITRAG05.01.2026, 11:11 Uhr
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US-Angriffskrieg gegen Venezuela
gfp heute:Koloniale Ambitionen
Bundeskanzler Merz will im US-Angriffskrieg gegen Venezuela nichts Verurteilenswertes erkennen und zeigt sich zufrieden mit der Verschleppung von Präsident Maduro. Regierungen in Afrika prangern „koloniale Ambitionen“ der USA an.
BERLIN/WASHINGTON/CARACAS (Eigener Bericht) – Mit einer ideologischen Bankrotterklärung startet die Bundesregierung ins neue Jahr. Bundeskanzler Friedrich Merz, der seit je weltweit darauf dringt, Sanktionen gegen Russland wegen dessen Angriffskriegs gegen die Ukraine zu verhängen, will im Angriffskrieg der USA gegen Venezuela und in der Verschleppung von dessen gewähltem Präsidenten nichts Verurteilenswertes erkennen. Die „rechtliche Einordnung“ des US-Überfalls, behauptet Merz, sei „komplex“. Damit verliert die Bundesregierung, die ohnehin wegen ihrer doppelten Standards international kritisiert wird, weltweit noch mehr an Glaubwürdigkeit und isoliert sich gegenüber den Staaten des Globalen Südens ein weiteres Stück. Aus afrikanischen Ländern zum Beispiel sind – sachlich korrekt – äußerst kritische Stellungnahmen zu dem völkerrechtswidrigen US-Überfall auf Venezuela zu hören. So erklärt etwa das Außenministerium Ghanas, die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die USA würden Venezuela bis auf weiteres „regieren“, erinnere „an die koloniale und imperalistische Ära“; „derlei koloniale Ambitionen“ sollten heute „keinen Platz mehr haben“. Berlin hingegen schlägt sich umstandslos auf die Seite Washingtons.
Von Bootsmorden…
Bereits vor ihrem Überfall auf Venezuela hatten die Vereinigten Staaten ihre Verbrechen gegen das Land Schritt für Schritt intensiviert, ohne dass die Bundesregierung sich kritisch zum Vorgehen ihres militärischen Verbündeten geäußert hätte. Vom 2. September bis zum 31. Dezember haben die US-Streitkräfte, wie aus Statistiken der New York Times hervorgeht, vor der venezolanischen Küste mindestens 35 Boote bombardiert und dabei mindestens 115 Menschen ermordet.[1] Der – in keinem einzigen Fall öffentlich belegte – Pauschalvorwurf lautet, es handle sich um Drogenhändler. Haben diese in Rechtsstaaten weltweit Anspruch auf ein ordentliches Gerichtsverfahren, ist dies in den USA mittlerweile nicht mehr der Fall. Zu den Bootsmorden auf bloßen Verdacht kommt die Kaperung fremder Erdöltanker hinzu – unter dem Vorwand, mit den Schiffen würden US-Sanktionen gebrochen. US-Sanktionen sind national gültig, nicht aber jenseits der US-Hoheitsgewässer auf dem Meer; wer dort Tanker festsetzt, verschleppt oder gar ihre Ladung raubt, bricht internationales Recht. Hinzu kommt, dass die Trump-Administration bereits Ende November illegal den fremden Luftraum über Venezuela für geschlossen erklärt hat.[2] Berlin schweigt zu alledem.
… zum Angriffskrieg
Zu den Tankerentführungen und den Bootsmorden kommen nun ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg und die Verschleppung eines gewählten Staatspräsidenten sowie seiner Ehefrau hinzu. Bei dem US-Überfall auf Venezuela in der Nacht von Freitag auf Samstag kamen laut vorläufigen Angaben mindestens 40 Menschen ums Leben. Die Sachschäden sind immens.[3] Die Trump-Administration legitimiert die Verschleppung von Nicolás Maduro und von Cilia Flores mit angeblichen Verstößen gegen US-Recht. In Venezuela gilt venezolanisches Recht. US-Präsident Donald Trump hat am Samstag angekündigt, die USA würden Venezuela ab sofort auf unbestimmte Zeit „regieren“.[4] Demnach muss Vizepräsidentin Delcy Rodríguez nun „tun, was wir wollen“; geschehe dies nicht, dann folge eine zweite Angriffswelle – „noch größer als die erste“.[5] Trump schließt auch den Einsatz von Bodentruppen explizit nicht aus. Unabhängig davon hat US-Außenminister Marco Rubio am Sonntag angekündigt, Venezuela werde von Washington weiterhin militärisch unter „Quarantäne“ gehalten – Tanker würden also weiterhin festgesetzt und das Öl, das sie transportieren, geraubt.[6] Die Trump-Administration entzieht so Venezuela und seiner Bevölkerung eine Einnahmequelle, die überlebenswichtig ist.
„Der nächste, bitte!“
US-Präsident Trump bedroht darüber hinaus drei weitere Staaten Lateinamerikas und der Karibik mit militärischen Überfällen. In seinem ersten Amtsjahr, das am 20. Januar vorigen Jahres begann, hat er bereits militärische Angriffe auf sieben souveräne Staaten befohlen: auf vier im Nahen und Mittleren Osten – Iran, Irak, Syrien, Jemen –, auf zwei in Afrika – Somalia, Nigeria –, nun auf Venezuela.[7] Er hat zudem mit militärischen Operationen in Panama gedroht, sollte der dortige Kanal nicht faktisch unter US-Kontrolle gestellt werden. Kanada und Grönland will er annektieren; im Falle Grönlands schließt er militärische Gewalt gegen den NATO-Verbündeten Dänemark nicht aus. Nun kommen Drohungen gegen Kuba, Kolumbien und Mexiko hinzu. US-Außenminister Rubio erklärt, wäre er Regierungsmitglied in Havanna, dann wäre er ernsthaft „besorgt“.[8] Trump warf am Samstag Kolumbiens Präsident Gustavo Petro beleglos vor, er stelle Kokain her; er müsse daher „auf seinen Arsch aufpassen“. Zudem würden die USA, weil Drogenkartelle in Mexiko über zu großen Einfluss verfügten, „etwas mit Mexiko tun“. Damit geht die Trump-Administration zu einer offenen Gewaltpolitik nicht mehr bloß gegen Venezuela, sondern gegen immer weitere Staaten Lateinamerikas über.
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•NEUER BEITRAG05.01.2026, 11:17 Uhr
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„Solidarität mit Venezuela“
Wie man auf die US-Gewaltpolitik reagieren kann, zeigen beispielhaft Stellungnahmen der Afrikanischen Union (AU) sowie einzelner afrikanischer Staaten. Die AU erklärte bereits am Samstag in einem Communiqué, sie verfolge die Entwicklung in Venezuela, darunter „die Entführung des Präsidenten“, „mit großer Sorge“. Sie bekräftige „ihr unerschütterliches Bekenntnis zu den Grundprinzipien des internationalen Rechts“, unterstreiche die Bedeutung der „friedlichen Beilegung von Konflikten“ und drücke vor allem „ihre Solidarität mit der venezolanischen Bevölkerung aus“. Innere Konflikte in Venezuela könnten bloß „durch einen inklusiven politischen Dialog zwischen den Venezolanern selbst“ beigelegt werden.[9]
„Gegen Invasion, Okkupation, Kolonialismus“
Noch deutlicher drückte sich am Sonntag das Außenministerium Ghanas aus. Die Regierung in Accra sei mit Blick auf die US-„Invasion“ und auf die „Entführung“ des Präsidenten sowie seiner Ehefrau „alarmiert“, heißt es in einer Stellungnahme. Man beklage Handlungen, die die Souveränität und die politische Unabhängigkeit eines fremden Staats verletzten. Man registriere im Besonderen „mit großer Sorge“ die Aussage von US-Präsident Trump, die USA würden Venezuela bis auf weiteres „regieren“. „Diese Erklärungen“, so heißt es weiter in der Stellungnahme, „erinnern an die koloniale und imperialistische Ära“; „derlei koloniale Ambitionen sollten in der Ära nach dem Zweiten Weltkrieg keinen Platz mehr haben“. Ghana rufe deshalb „zu einer sofortigen Deeskalation und zur Freilassung von Präsident Maduro und seiner Ehefrau“ auf.[10] Ghanas Regierung, heißt es abschließend, werde ihre grundsätzliche Positionierung gegen „Invasion, Okkupation, Kolonialismus, Apartheid, Missachtung der Souveränität und alle Formen der Verletzung des internationalen Rechts bewahren“.
„Rechtliche Einordnung: komplex“
Im Gegensatz dazu stellt Bundeskanzler Friedrich Merz, dessen Regierung sich – wie alle deutschen Regierungen – als Vorkämpferin für das internationale Recht inszeniert, folgenden Satz an den Anfang und ins Zentrum seiner Stellungnahme „zur Situation in Venezuela“: „Nicolás Maduro hat sein Land ins Verderben geführt.“[11] Er habe „mit unseligen Allianzen weltweit“ – gemeint ist Venezuelas souveräne Wahl von Kooperationspartnern wie Russland, China und Iran – „eine problematische Rolle“ gespielt. Den US-Angriffskrieg nennt Merz neutral „Einsatz“; die Verschleppung des venezolanischen Präsidenten erwähnt er nicht. „Die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes“, heißt es in der Stellungnahme, „ist komplex.“ Merz räumt lediglich ohne weitere Präzisierung ein, „grundsätzlich“ müssten „im Umgang zwischen Staaten die Prinzipien des Völkerrechts gelten“. In Inhalt und Ton sehr ähnlich sind Äußerungen, die Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, Großbritanniens Premierminister Keir Starmer und die Außenbeauftragte der EU, Kaja Kallas, getätigt haben.[12] Europa billigt damit die US-Gewaltpolitik, gegen die sich Staaten mit eigener kolonialer Leidensgeschichte wie Ghana offen auflehnen.
[...]
[1] Lazaro Gamio, Carol Rosenberg, Charlie Savage: Tracking U.S. Military Killings in Boat Attacks. nytimes.com.
[2] S. dazu Von Drohnen- zu Bootsmorden.
[3] Venezuelan Official Says at Least 40 People Were Killed in U.S. Attack. nytimes.com 03.01.2026.
[4] Jennifer Calfas: Trump Says U.S. Will Run Venezuela Until a ‘Proper’ Transition Can Take Place. wsj.com 03.01.2026.
[5] Steven Nelson: Trump tells Post that US troops won’t be in Venezuela if Maduro VP ‘does what we want’: ‘We have a second wave’. nypost.com 03.01.2026.
[6] Edward Wong: The U.S. military ‘quarantine’ of Venezuela will remain in place, Rubio says. nytimes.com 04.01.2026.
[7] Mike Allen: 1 big thing: U.S. captures Maduro. axios.com 03.01.2026.
[8] Andrew Childers, Josephine Walker: After capturing Maduro, Trump hints at military action in Cuba, Mexico and Colombia. axios.com 03.01.2026.
[9] Communiqué on the Situation in Venezuela. au.int 03.01.2026.
[10] Ministry of Foreign Affairs: Ghana alarmed and deplores military invasion of Venezuela by the United States of America and its subsequent abduction of President Nicolás Maduro and his wife. Accra, 04.01.2026.
[11] Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt zur Situation in Venezuela. bundesregierung.de 03.01.2026.
[12] Die Reaktionen – China wütend über Angriff, Selenskyj spielt auf Sturz von Putin an. spiegel.de 04.01.2026.
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„Solidarität mit Venezuela“
Wie man auf die US-Gewaltpolitik reagieren kann, zeigen beispielhaft Stellungnahmen der Afrikanischen Union (AU) sowie einzelner afrikanischer Staaten. Die AU erklärte bereits am Samstag in einem Communiqué, sie verfolge die Entwicklung in Venezuela, darunter „die Entführung des Präsidenten“, „mit großer Sorge“. Sie bekräftige „ihr unerschütterliches Bekenntnis zu den Grundprinzipien des internationalen Rechts“, unterstreiche die Bedeutung der „friedlichen Beilegung von Konflikten“ und drücke vor allem „ihre Solidarität mit der venezolanischen Bevölkerung aus“. Innere Konflikte in Venezuela könnten bloß „durch einen inklusiven politischen Dialog zwischen den Venezolanern selbst“ beigelegt werden.[9]
„Gegen Invasion, Okkupation, Kolonialismus“
Noch deutlicher drückte sich am Sonntag das Außenministerium Ghanas aus. Die Regierung in Accra sei mit Blick auf die US-„Invasion“ und auf die „Entführung“ des Präsidenten sowie seiner Ehefrau „alarmiert“, heißt es in einer Stellungnahme. Man beklage Handlungen, die die Souveränität und die politische Unabhängigkeit eines fremden Staats verletzten. Man registriere im Besonderen „mit großer Sorge“ die Aussage von US-Präsident Trump, die USA würden Venezuela bis auf weiteres „regieren“. „Diese Erklärungen“, so heißt es weiter in der Stellungnahme, „erinnern an die koloniale und imperialistische Ära“; „derlei koloniale Ambitionen sollten in der Ära nach dem Zweiten Weltkrieg keinen Platz mehr haben“. Ghana rufe deshalb „zu einer sofortigen Deeskalation und zur Freilassung von Präsident Maduro und seiner Ehefrau“ auf.[10] Ghanas Regierung, heißt es abschließend, werde ihre grundsätzliche Positionierung gegen „Invasion, Okkupation, Kolonialismus, Apartheid, Missachtung der Souveränität und alle Formen der Verletzung des internationalen Rechts bewahren“.
„Rechtliche Einordnung: komplex“
Im Gegensatz dazu stellt Bundeskanzler Friedrich Merz, dessen Regierung sich – wie alle deutschen Regierungen – als Vorkämpferin für das internationale Recht inszeniert, folgenden Satz an den Anfang und ins Zentrum seiner Stellungnahme „zur Situation in Venezuela“: „Nicolás Maduro hat sein Land ins Verderben geführt.“[11] Er habe „mit unseligen Allianzen weltweit“ – gemeint ist Venezuelas souveräne Wahl von Kooperationspartnern wie Russland, China und Iran – „eine problematische Rolle“ gespielt. Den US-Angriffskrieg nennt Merz neutral „Einsatz“; die Verschleppung des venezolanischen Präsidenten erwähnt er nicht. „Die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes“, heißt es in der Stellungnahme, „ist komplex.“ Merz räumt lediglich ohne weitere Präzisierung ein, „grundsätzlich“ müssten „im Umgang zwischen Staaten die Prinzipien des Völkerrechts gelten“. In Inhalt und Ton sehr ähnlich sind Äußerungen, die Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, Großbritanniens Premierminister Keir Starmer und die Außenbeauftragte der EU, Kaja Kallas, getätigt haben.[12] Europa billigt damit die US-Gewaltpolitik, gegen die sich Staaten mit eigener kolonialer Leidensgeschichte wie Ghana offen auflehnen.
[...]
[1] Lazaro Gamio, Carol Rosenberg, Charlie Savage: Tracking U.S. Military Killings in Boat Attacks. nytimes.com.
[2] S. dazu Von Drohnen- zu Bootsmorden.
[3] Venezuelan Official Says at Least 40 People Were Killed in U.S. Attack. nytimes.com 03.01.2026.
[4] Jennifer Calfas: Trump Says U.S. Will Run Venezuela Until a ‘Proper’ Transition Can Take Place. wsj.com 03.01.2026.
[5] Steven Nelson: Trump tells Post that US troops won’t be in Venezuela if Maduro VP ‘does what we want’: ‘We have a second wave’. nypost.com 03.01.2026.
[6] Edward Wong: The U.S. military ‘quarantine’ of Venezuela will remain in place, Rubio says. nytimes.com 04.01.2026.
[7] Mike Allen: 1 big thing: U.S. captures Maduro. axios.com 03.01.2026.
[8] Andrew Childers, Josephine Walker: After capturing Maduro, Trump hints at military action in Cuba, Mexico and Colombia. axios.com 03.01.2026.
[9] Communiqué on the Situation in Venezuela. au.int 03.01.2026.
[10] Ministry of Foreign Affairs: Ghana alarmed and deplores military invasion of Venezuela by the United States of America and its subsequent abduction of President Nicolás Maduro and his wife. Accra, 04.01.2026.
[11] Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt zur Situation in Venezuela. bundesregierung.de 03.01.2026.
[12] Die Reaktionen – China wütend über Angriff, Selenskyj spielt auf Sturz von Putin an. spiegel.de 04.01.2026.
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•NEUER BEITRAG05.01.2026, 11:24 Uhr
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US-Angriffskrieg gegen Venezuela
Kassioun gestern:Editorials
Posted Jan 04, 2026
Kassioun Editorial 1259: What the Venezuelan Incident Means
On the surface, what happened in Venezuela appears to be a victory for the US—the strong, dominant power that strikes wherever and whenever it wishes and imposes its will by various means, including iron and fire, military coups, and criminality. At a deeper level, however, the real picture is exactly the opposite, and it can be discerned by considering the following coordinates:
First: The hasty assumption that the kidnapping of Maduro has established US control over Latin America—and the assumption that there will be no resistance to American domination, whether in Venezuela itself or across Latin America—is entirely false; precisely because it overlooks the continent’s history of continuous struggle against Washington, its brutality, and its plundering.
Second: American talk about drugs and dictatorship are pretexts that do not withstand any historical scrutiny and convince no one—especially when they come from Washington, the foremost supporter and patron of dictatorship, military regimes, and the drug trade in Latin America for an entire past century. Nor have the various American pretexts held up in the face of the declared and brazen ambitions to control Venezuela’s vast oil and mineral wealth.
Third: The facts of life are stubborn, and parachute drops and coup landings are of no use against them. America’s economic, political, and military decline is a reality that is expressing itself gradually and increasingly rapidly across various fields—first and foremost through the financial-economic crisis and then the social crisis, which is knocking ever more forcefully at the door of the American interior and which has become virtually certain in the forecasts of the world’s leading economists, including American economists themselves.
Fourth: Washington’s escalation in Venezuela is a concrete implementation of the newly announced national security strategy, whose central title is retrenchment to the Western Hemisphere and an attempt to secure it (that is, to place it under complete US hegemony), in parallel with comprehensive retrenchment and global repositioning, shedding the “burdens of NATO”, and “reversing the direction of globalization”.
Fifth: Retrenchment from global control and from globalization, in its process, means that the US ceases to be a global superpower; it means a gradual descent down the ladder of historical development toward a phase of regional control—namely, the historical phase in which the 1823 Monroe Doctrine prevailed, which stipulated non-interference by European powers in the affairs of the Western Hemisphere in exchange for America’s commitment not to interfere in European affairs.
Sixth: The assumption that the poles opposed to Washington were unable to do anything to save Venezuela or Maduro, and taking that as evidence of weakness, reflects a failure to understand how international conflict unfolds. What the rising poles—primarily, China, Russia, and India—seek is comprehensive American retrenchment, alongside continued global attrition, and continued advance and superiority primarily in the arenas of real material production, upon which financial, political, and military dominance are built. Avoiding slipping into major direct confrontations is a core part of today’s management of international conflict, in which rising states seek to smooth the path of American decline and retrenchment, culminating in a “collapse in place”, whose most dangerous aspect is the dust it raises without causing additional global damage. In short, Venezuela, for Washington, will be akin to Afghanistan for the Soviet Union.
Seventh: Those crushed by American brutality and those terrified by it share have in common jumping over a repeatedly objective historical law: empires collapse precisely at the moment of their maximum military-war expansion and activity; because such expansion has always been an expression of the closing of horizons for resolving internal crises, thus exporting them abroad. The Washington-led Western system reached its maximum possible expansion across the entire world after the collapse of the Soviet Union.
Finally: Regarding what concerns us directly in Syria, we should learn the lesson repeated hundreds of times: the US can never be an ally under any circumstances. When Washington praises you or deals with you positively (such as Trump’s call to Maduro hours before the kidnapping operation, or Trump’s reassurances to Iran hours before bombing it), you should “be alarmed”!
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•NEUER BEITRAG05.01.2026, 22:11 Uhr
EDIT: FPeregrin
05.01.2026, 22:24 Uhr
05.01.2026, 22:24 Uhr
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US-Angriffskrieg gegen Venezuela
Jacobin heute:»Die größte Bedrohung für eine sozialistische Zukunft ist der US-Imperialismus«
Wie sehen Anhänger der Bolivarischen Revolution die Zukunft Venezuelas nach der völkerrechtswidrigen Aggression der USA und der Entführung Maduros? Um das herauszufinden, hat Jacobin mit dem ehemaligen venezolanischen Diplomaten Carlos Ron gesprochen.
Interview mit Carlos Ron geführt von Bhaskar Sunkara
Übersetzung von Tim Steins
Am 3. Januar haben die USA Venezuela militärisch angegriffen, den Präsidenten Nicolás Maduro entführt und eine Reihe von Luftschlägen durchgeführt. Dieses Vorgehen stellt einen schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht dar und birgt die Gefahr, einen größeren Konflikt in der Region auszulösen.
Um zu verstehen, wie Vertreter der venezolanischen Regierung und Anhänger des bolivarischen Projekts die jüngsten Ereignisse interpretieren und was ihrer Meinung nach als Nächstes zu erwarten ist, sprach Jacobin-Gründer Bhaskar Sunkara am 4. Januar mit dem ehemaligen Diplomaten Carlos Ron, der in von Sanktionen und diplomatischen Konflikten geprägten Zeiten jahrelang als einer der wichtigsten Ansprechpartner der Regierung Venezuelas in den Vereinigten Staaten fungierte.
Carlos, kannst Du Dich bitte kurz unserem Publikum vorstellen?
Heute bin ich als unabhängiger geopolitischer Forscher und Analyst tätig, zuvor war ich aber im venezolanischen Auswärtigen Dienst beschäftigt. Ich habe Venezuela in Brasilien und in den USA vertreten und war von Mai 2018 bis Januar 2025 als stellvertretender Außenminister für die Region Nordamerika zuständig.
Heute bin ich als unabhängiger geopolitischer Forscher und Analyst tätig, zuvor war ich aber im venezolanischen Auswärtigen Dienst beschäftigt. Ich habe Venezuela in Brasilien und in den USA vertreten und war von Mai 2018 bis Januar 2025 als stellvertretender Außenminister für die Region Nordamerika zuständig.
Davor hast Du eine ganze Weile in den USA gelebt und studiert. Wie ist es dazu gekommen, dass Du Dich mit der Bolivarischen Revolution unter Hugo Chávez identifiziert hast und für sie aktiv geworden bist? Was hat sie für Dich bedeutet?
Als Migrant in den USA zu leben, hilft dabei, ein Klassenbewusstsein zu entwickeln, Ungleichheit zu erkennen und sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Die USA haben eine lange Geschichte sozialer Kämpfe und Prozesse, die wirklich inspirierend sind und eine progressive politische Ideologie prägen können. Die Bolivarische Revolution brach aus, als ich mich mit ebendiesen politischen Ideen beschäftigte. Für mich war es daher logisch und wirkte wie ein Aufruf, dieses Projekt, das die Ausarbeitung einer neuen Verfassung und die Radikalisierung der Demokratie forderte, zu unterstützen und mich den Bemühungen anzuschließen, die Gesellschaft zu verändern.
Mein Großvater war aktiv gegen die von den USA unterstützte faschistische Diktatur von Marcos Pérez Jiménez. Chávez’ Forderungen trafen daher einen Nerv in meiner persönlichen Geschichte. Aber sie passen auch zu radikalen Traditionen der USA – zu den Ideen von Martin Luther King Jr. und Malcolm X – und zu der Vorstellung, dass das Leid der Armen überwunden werden muss, sei es in den Appalachen, der South Bronx oder in Barlovento in Venezuela.
Was kannst Du über den aktuellen Zustand der venezolanischen Exekutive sagen? Wie werden jetzt gerade Entscheidungen getroffen, angesichts des großen Drucks vonseiten einer aggressiven imperialistischen Militärmacht?
Am Abend des 3. Januar 2026 hat das Verfassungsgericht von Venezuela entschieden, dass aufgrund der Entführung von Präsident Nicolás Maduro durch das US-Militär die Vizepräsidentin Delcy Rodríguez vorübergehend als Präsidentin vereidigt werden muss, um die Fortführung der Regierungsgeschäfte sowie die Verteidigung der Nation zu sichern. Alle Mitglieder des Kabinetts, alle Befehlshaber der Streitkräfte und alle weiteren Führungskräfte der Landesregierungen sind weiterhin im Amt. Aktuell lässt sich sagen: Venezuela hat einen verfassungsmäßigen Präsidenten, Nicolás Maduro, der entführt wurde, aber es hat kein Regime Change stattgefunden.
Was funktioniert in Venezuela gerade normal und was ist in Mitleidenschaft gezogen, sei es Kommunikation, Energie, Transport oder Regierungsführung?
Der Großteil des Landes läuft normal weiter – die Kommunikation funktioniert und die öffentlichen, privaten und kommunalen Medien machen ihre Arbeit wie gewohnt. Aus den Gebieten, die von den Angriffen betroffen waren, gibt es Berichte über Stromausfälle. Auch die Flughäfen in La Carlota und Charallave wurden angegriffen. Kommerzielle Flüge an den wichtigsten Flughäfen des Landes sollen allerdings bald schon wieder starten. Abgesehen von der Entführung des Präsidenten laufen die Regierungsgeschäfte größtenteils weiter und sind nicht beeinträchtigt, würde ich sagen.
Wie hat sich das venezolanische Militär politisch positioniert?
Der Verteidigungsminister hat in der Nacht des Angriffs mitgeteilt, die venezolanischen Streitkräfte seien mobilisiert, um das Land zu verteidigen und sich gegen die militärische Aggression der USA sowie die Entführung des Präsidenten zu wehren. Tatsächlich zeigt das Militär angesichts der Aggression von außen einen klaren Zusammenhalt und Einigkeit. Im Land ist es im Großen und Ganzen ruhig und die Dinge nehmen weitgehend ihren normalen Lauf.
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•NEUER BEITRAG05.01.2026, 22:18 Uhr
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Kritiker sagen, das bolivarische Projekt baue heute eher auf Zwang und Repression als auf Volkssouveränität. Was kannst Du für Belege dafür anführen, dass es echte Unterstützung für die Regierung gibt?
Dieses Narrativ wird von Leuten verbreitet, die es über Jahre hinweg nicht geschafft haben, populäre Unterstützung für ihr neoliberales und konservatives politisches Projekt zu bekommen. Dass sie sie nicht bekommen, liegt am großen Einfluss, den die Bolivarische Revolution auf die Überwindung von Armut, politischer Exklusion und Entrechtung hatte. Wenn man es vergleichen möchte, hatte das bolivarische Projekt für die marginalisierten Massen Venezuelas denselben Einfluss wie der New Deal und die Bürgerrechtsbewegung auf die entrechteten Bevölkerungsschichten der USA im 20. Jahrhundert.
Die extremistische Opposition hat oft versucht, ihre politischen Misserfolge zu verschleiern, indem sie der Regierung Nötigung oder Zwang vorwirft. Doch der bolivarische Prozess ist aufgrund seiner direkten und partizipativen Aspekte bei der Mehrheit der Bevölkerung nach wie vor sehr beliebt. Die Menschen haben das Gefühl, dass sie einen direkt zugänglichen Raum haben, wo sie ihren Willen äußern, öffentliche Maßnahmen, die sie betreffen, in den Vordergrund stellen und Entscheidungen beeinflussen können.
Die Opposition hingegen hat immer wieder gezeigt, dass sie nicht in der Lage ist, Leute zu mobilisieren. Es ist doch bezeichnend, dass sie selbst in einem Moment, in dem der Präsident entführt wurde, nicht die Kraft hat, eine nennenswerte Mobilisierung zu organisieren. Stattdessen waren die Straßen Venezuelas heute voller Regierungsanhänger und Menschen, die eine ausländische Intervention ablehnen.
Was würdest Du Menschen – auch aus Venezuela – sagen, die gegen eine Intervention der USA sind, aber auch die Demokratie-Bilanz und die Wirtschaftspolitik der venezolanischen Regierung kritisieren?
Zunächst würde ich ihnen für ihren Patriotismus gegen den US-Interventionismus danken. Niemand kann sein Land lieben und gleichzeitig um ausländische Einmischung bitten; das ist ein Widerspruch. Andere Meinungsverschiedenheiten, die wir in der Wirtschaftspolitik oder in anderen politischen Fragen haben, müssen friedlich und intern unter den Menschen Venezuelas gelöst werden, nicht durch ausländische Akteure.
Sprechen wir über die ökonomische Lage im Land. Verbessert sie sich trotz des Drucks der USA? Führst Du die schwierige Lage in den vergangenen zehn Jahren allein auf die anhaltenden Sanktionen und die Wirtschaftsblockade zurück – oder siehst Du auch wirtschaftspolitische Fehler der venezolanischen Regierung?
Das größte ökonomische Problem Venezuelas sind seit 2015 die US-Sanktionen, vor allem gegen die Ölindustrie. Die Verluste der Branche waren gravierend: Die Einnahmen 2020 waren zum Beispiel um 90 Prozent niedriger als noch 2014. Die Regierung von Präsident Maduro hat aber Maßnahmen zur wirtschaftlichen Erholung ergriffen, die laut der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (ECLAC) zu einem Wirtschaftswachstum von 9 Prozent zum Jahresende 2025 geführt haben. Die venezolanische Wirtschaft ist in den letzten zwanzig Quartalen in Folge gewachsen.
Das wurde geschafft, indem vierzehn sogenannte Produktivmotoren oder -sektoren geschaffen wurden, die sich schnell entwickelt haben. Das war wegen der Sanktionen auch bitter nötig. Ein Beispiel ist die Lebensmittelproduktion: Früher war Venezuela stark von Importen abhängig, doch die Branche hat sich inzwischen so weit entwickelt, dass das Land jetzt über 80 Prozent seines Lebensmittelbedarfs selbst deckt.
Inwieweit hat der bolivarische Prozess es geschafft, eine dauerhafte Basis in der Bevölkerung aufzubauen – und wo ist er diesbezüglich gescheitert?
Ich denke, die Kommunen in bestimmten Gebieten mit ihrer direkten demokratischen Partizipation sind der größte und nachhaltigste Erfolg der Revolution. Das ist meiner Meinung nach die größte Errungenschaft. Allerdings hatten nicht alle Teile des Landes die gleichen Voraussetzungen, um solche kommunalen Prozesse gleichermaßen zu entwickeln. Geografische, kulturelle und wirtschaftliche Bedingungen haben es in anderen Teilen des Landes schwierig gemacht, ähnlich erfolgreiche Projekte aufzubauen. Ich denke, dass die Bedingungen dafür geschaffen werden können, aber es ist eine Frage der Zeit, bis sie sich wirklich entwickeln und entfalten.
Sollte die aktuelle Krise nicht zur Beendigung des bolivarischen Projekts führen, sondern eine Erneuerung forcieren – was könnten die Quellen solcher Erneuerung innerhalb von Venezuela sein?
Diese Krise wird meiner Ansicht nach zeigen, wie wichtig es ist, den gemeinschaftlich-kommunalen Prozess zu vertiefen und gleichzeitig sicherzustellen, dass wir als Nation in der Lage sind, uns gegen ausländische Aggressionen und Abhängigkeiten zu verteidigen. Ich glaube, dass der kommunale Prozess erfolgreich war, um Bürokratismus zu überwinden und eine engere Vernetzung zu ermöglichen. Die Krise dürfte diesem Prozess neuen Schwung verleihen. Je stärker der kommunale Prozess konsolidiert ist, desto besser lässt sich seine Unumkehrbarkeit sichern.
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Kritiker sagen, das bolivarische Projekt baue heute eher auf Zwang und Repression als auf Volkssouveränität. Was kannst Du für Belege dafür anführen, dass es echte Unterstützung für die Regierung gibt?
Dieses Narrativ wird von Leuten verbreitet, die es über Jahre hinweg nicht geschafft haben, populäre Unterstützung für ihr neoliberales und konservatives politisches Projekt zu bekommen. Dass sie sie nicht bekommen, liegt am großen Einfluss, den die Bolivarische Revolution auf die Überwindung von Armut, politischer Exklusion und Entrechtung hatte. Wenn man es vergleichen möchte, hatte das bolivarische Projekt für die marginalisierten Massen Venezuelas denselben Einfluss wie der New Deal und die Bürgerrechtsbewegung auf die entrechteten Bevölkerungsschichten der USA im 20. Jahrhundert.
Die extremistische Opposition hat oft versucht, ihre politischen Misserfolge zu verschleiern, indem sie der Regierung Nötigung oder Zwang vorwirft. Doch der bolivarische Prozess ist aufgrund seiner direkten und partizipativen Aspekte bei der Mehrheit der Bevölkerung nach wie vor sehr beliebt. Die Menschen haben das Gefühl, dass sie einen direkt zugänglichen Raum haben, wo sie ihren Willen äußern, öffentliche Maßnahmen, die sie betreffen, in den Vordergrund stellen und Entscheidungen beeinflussen können.
Die Opposition hingegen hat immer wieder gezeigt, dass sie nicht in der Lage ist, Leute zu mobilisieren. Es ist doch bezeichnend, dass sie selbst in einem Moment, in dem der Präsident entführt wurde, nicht die Kraft hat, eine nennenswerte Mobilisierung zu organisieren. Stattdessen waren die Straßen Venezuelas heute voller Regierungsanhänger und Menschen, die eine ausländische Intervention ablehnen.
Was würdest Du Menschen – auch aus Venezuela – sagen, die gegen eine Intervention der USA sind, aber auch die Demokratie-Bilanz und die Wirtschaftspolitik der venezolanischen Regierung kritisieren?
Zunächst würde ich ihnen für ihren Patriotismus gegen den US-Interventionismus danken. Niemand kann sein Land lieben und gleichzeitig um ausländische Einmischung bitten; das ist ein Widerspruch. Andere Meinungsverschiedenheiten, die wir in der Wirtschaftspolitik oder in anderen politischen Fragen haben, müssen friedlich und intern unter den Menschen Venezuelas gelöst werden, nicht durch ausländische Akteure.
Sprechen wir über die ökonomische Lage im Land. Verbessert sie sich trotz des Drucks der USA? Führst Du die schwierige Lage in den vergangenen zehn Jahren allein auf die anhaltenden Sanktionen und die Wirtschaftsblockade zurück – oder siehst Du auch wirtschaftspolitische Fehler der venezolanischen Regierung?
Das größte ökonomische Problem Venezuelas sind seit 2015 die US-Sanktionen, vor allem gegen die Ölindustrie. Die Verluste der Branche waren gravierend: Die Einnahmen 2020 waren zum Beispiel um 90 Prozent niedriger als noch 2014. Die Regierung von Präsident Maduro hat aber Maßnahmen zur wirtschaftlichen Erholung ergriffen, die laut der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (ECLAC) zu einem Wirtschaftswachstum von 9 Prozent zum Jahresende 2025 geführt haben. Die venezolanische Wirtschaft ist in den letzten zwanzig Quartalen in Folge gewachsen.
Das wurde geschafft, indem vierzehn sogenannte Produktivmotoren oder -sektoren geschaffen wurden, die sich schnell entwickelt haben. Das war wegen der Sanktionen auch bitter nötig. Ein Beispiel ist die Lebensmittelproduktion: Früher war Venezuela stark von Importen abhängig, doch die Branche hat sich inzwischen so weit entwickelt, dass das Land jetzt über 80 Prozent seines Lebensmittelbedarfs selbst deckt.
Inwieweit hat der bolivarische Prozess es geschafft, eine dauerhafte Basis in der Bevölkerung aufzubauen – und wo ist er diesbezüglich gescheitert?
Ich denke, die Kommunen in bestimmten Gebieten mit ihrer direkten demokratischen Partizipation sind der größte und nachhaltigste Erfolg der Revolution. Das ist meiner Meinung nach die größte Errungenschaft. Allerdings hatten nicht alle Teile des Landes die gleichen Voraussetzungen, um solche kommunalen Prozesse gleichermaßen zu entwickeln. Geografische, kulturelle und wirtschaftliche Bedingungen haben es in anderen Teilen des Landes schwierig gemacht, ähnlich erfolgreiche Projekte aufzubauen. Ich denke, dass die Bedingungen dafür geschaffen werden können, aber es ist eine Frage der Zeit, bis sie sich wirklich entwickeln und entfalten.
Sollte die aktuelle Krise nicht zur Beendigung des bolivarischen Projekts führen, sondern eine Erneuerung forcieren – was könnten die Quellen solcher Erneuerung innerhalb von Venezuela sein?
Diese Krise wird meiner Ansicht nach zeigen, wie wichtig es ist, den gemeinschaftlich-kommunalen Prozess zu vertiefen und gleichzeitig sicherzustellen, dass wir als Nation in der Lage sind, uns gegen ausländische Aggressionen und Abhängigkeiten zu verteidigen. Ich glaube, dass der kommunale Prozess erfolgreich war, um Bürokratismus zu überwinden und eine engere Vernetzung zu ermöglichen. Die Krise dürfte diesem Prozess neuen Schwung verleihen. Je stärker der kommunale Prozess konsolidiert ist, desto besser lässt sich seine Unumkehrbarkeit sichern.
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•NEUER BEITRAG05.01.2026, 22:22 Uhr
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Blicken wir auf den Rest Lateinamerikas: Siehst Du den Angriff als Zeichen dafür, dass die USA künftig keine Toleranz mehr für linke Souveränität in der Region zeigen werden? Und was bedeutet das für sozialdemokratische Regierungen wie die Brasiliens oder für Staaten wie Kuba?
Ich denke, die USA wollen ihre Dominanz über das, was sie historisch als ihren Einflussbereich betrachtet haben, wieder stärken. Laut dem Project 2025 der MAGA-Bewegung ist ein solches »re-hemisphering« notwendig, um Lieferketten und die wirtschaftliche Dominanz der USA zu sichern. In der kürzlich veröffentlichten Nationalen Sicherheitsstrategie wird auch darüber nachgedacht, die alte Monroe-Doktrin umzugestalten, um die Kontrolle der USA über die strategischen Ressourcen der Region zu sichern.
Angesichts dieser Entwicklungen scheint es, als wolle Washington unabhängige Projekte, die nicht mit seinen Zielen übereinstimmen, unterdrücken oder zerschlagen. Wir haben bereits Einmischungsversuche bei Wahlen beobachtet, beispielsweise in Argentinien oder Honduras. Ebenso haben wir Drohungen und Nötigung gegen nicht-radikale progressive Projekte gesehen, beispielsweise in Kolumbien, Brasilien oder Mexiko. Revolutionärere Projekte wie die in Venezuela und Kuba sind indes direkte Ziele von Aggression.
Wie koordinieren sich die lateinamerikanischen linken Parteien, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen?
Gesellschaftliche, soziale und andere Basisorganisationen in der Region müssten sich darüber austauschen, wie eine gemeinsame Mindest-Agenda aussehen könnte. In Venezuela gab es 2023 und 2024 eine Initiative namens »Globale soziale Alternative«. Dort wurde versucht, eine solche gemeinsame Agenda auf die Beine zu stellen. Es gab auch andere derartige Ansätze. Insgesamt müssen sektiererische Spaltungen überwunden und praktische Lösungen für die alltäglichen Probleme unserer Völker gefunden werden; in den Debatten muss man sich solidarisch zeigen und die transformativen sowie revolutionären Projekte in Kuba, Nicaragua und Venezuela verteidigen; und es müssen die Grundlagen für eine gemeinsame kulturelle Identität der Linken geschaffen werden.
Wie sieht es mit der Friedensbewegung in den USA aus; was können diese Menschen gerade jetzt tun?
Ich finde, die US-Antikriegsbewegung hat bereits viel getan, um die Aggression gegen Venezuela zu kritisieren. Vielleicht sollte die Bewegung aber mehr Brücken zu politischen Organisationen bauen und so ihre Stärken besser zur Geltung bringen.
Wie würde eine erfolgreiche Erneuerung der Bolivarischen Revolution in fünf Jahren aussehen – und wie eine Niederlage?
In fünf Jahren würde Erneuerung bedeuten: stärkere Kommunen, eine bessere Zusammenarbeit zwischen Basisorganisationen und staatlichen Institutionen sowie ein souveräneres und unabhängigeres Land. Eine Niederlage wäre hingegen eine Rückkehr zu Neoliberalismus und US-Einflussnahme.
Was motiviert Dich in Zeiten wie diesen, politisch aktiv oder vielleicht sogar hoffnungsvoll zu bleiben?
Ich hoffe, dass dieser Moment die lateinamerikanische Linke zu mehr Zusammenhalt und klarerer Artikulation bringen wird. Es ist keine einfache Situation – viele Linke sind frustriert über den Aufstieg der extremen Rechten, aber ich glaube, dass die nun entstandene Zwangslage eine starke Triebkraft sein wird.
Ich meine, Revolutionäre müssen politische Kohärenz zeigen: Wer unter vorteilhaften Bedingungen gegen Ungerechtigkeit kämpft, muss auch bereit sein, dagegen anzukämpfen, wenn sie extrem schwierig sind.
Ich glaube an Diplomatie und daran, dass man mit Offenheit und Respekt unglaubliche Erfolge erzielen kann. Deshalb werde ich immer für Diplomatie plädieren, bevor ich irgendeine Art von Konfrontation riskiere. Ich engagiere mich für die Revolution, weil ich weiß, dass eine bessere Welt möglich ist. Ich habe gesehen, wie sie in Chávez’ Venezuela entstanden ist, und ich habe gesehen, wie sie nach der Wahl von Maduro angegriffen wurde.
Der Sozialismus ist für mich keine Utopie. Er ist etwas Reales – schwer zu verwirklichen, aber real. Ich habe Anstrengungen und Kämpfe miterlebt, um den Sozialismus aufzubauen, und ich will, dass er Erfolg hat. Die größte Bedrohung für eine sozialistische Zukunft ist der US-Imperialismus, gerade aktuell in dieser verzweifelten und gefährlichen Phase. Die einzige Möglichkeit, den Planeten zu retten und soziale Gerechtigkeit zu schaffen, besteht darin, das Imperium zu besiegen.
Carlos Ron ist ein ehemaliger Diplomat aus Venezuela. Er war von Mai 2018 bis Januar 2025 als stellvertretender venezolanischer Außenminister für die Region Nordamerika zuständig.
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Blicken wir auf den Rest Lateinamerikas: Siehst Du den Angriff als Zeichen dafür, dass die USA künftig keine Toleranz mehr für linke Souveränität in der Region zeigen werden? Und was bedeutet das für sozialdemokratische Regierungen wie die Brasiliens oder für Staaten wie Kuba?
Ich denke, die USA wollen ihre Dominanz über das, was sie historisch als ihren Einflussbereich betrachtet haben, wieder stärken. Laut dem Project 2025 der MAGA-Bewegung ist ein solches »re-hemisphering« notwendig, um Lieferketten und die wirtschaftliche Dominanz der USA zu sichern. In der kürzlich veröffentlichten Nationalen Sicherheitsstrategie wird auch darüber nachgedacht, die alte Monroe-Doktrin umzugestalten, um die Kontrolle der USA über die strategischen Ressourcen der Region zu sichern.
Angesichts dieser Entwicklungen scheint es, als wolle Washington unabhängige Projekte, die nicht mit seinen Zielen übereinstimmen, unterdrücken oder zerschlagen. Wir haben bereits Einmischungsversuche bei Wahlen beobachtet, beispielsweise in Argentinien oder Honduras. Ebenso haben wir Drohungen und Nötigung gegen nicht-radikale progressive Projekte gesehen, beispielsweise in Kolumbien, Brasilien oder Mexiko. Revolutionärere Projekte wie die in Venezuela und Kuba sind indes direkte Ziele von Aggression.
Wie koordinieren sich die lateinamerikanischen linken Parteien, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen?
Gesellschaftliche, soziale und andere Basisorganisationen in der Region müssten sich darüber austauschen, wie eine gemeinsame Mindest-Agenda aussehen könnte. In Venezuela gab es 2023 und 2024 eine Initiative namens »Globale soziale Alternative«. Dort wurde versucht, eine solche gemeinsame Agenda auf die Beine zu stellen. Es gab auch andere derartige Ansätze. Insgesamt müssen sektiererische Spaltungen überwunden und praktische Lösungen für die alltäglichen Probleme unserer Völker gefunden werden; in den Debatten muss man sich solidarisch zeigen und die transformativen sowie revolutionären Projekte in Kuba, Nicaragua und Venezuela verteidigen; und es müssen die Grundlagen für eine gemeinsame kulturelle Identität der Linken geschaffen werden.
Wie sieht es mit der Friedensbewegung in den USA aus; was können diese Menschen gerade jetzt tun?
Ich finde, die US-Antikriegsbewegung hat bereits viel getan, um die Aggression gegen Venezuela zu kritisieren. Vielleicht sollte die Bewegung aber mehr Brücken zu politischen Organisationen bauen und so ihre Stärken besser zur Geltung bringen.
Wie würde eine erfolgreiche Erneuerung der Bolivarischen Revolution in fünf Jahren aussehen – und wie eine Niederlage?
In fünf Jahren würde Erneuerung bedeuten: stärkere Kommunen, eine bessere Zusammenarbeit zwischen Basisorganisationen und staatlichen Institutionen sowie ein souveräneres und unabhängigeres Land. Eine Niederlage wäre hingegen eine Rückkehr zu Neoliberalismus und US-Einflussnahme.
Was motiviert Dich in Zeiten wie diesen, politisch aktiv oder vielleicht sogar hoffnungsvoll zu bleiben?
Ich hoffe, dass dieser Moment die lateinamerikanische Linke zu mehr Zusammenhalt und klarerer Artikulation bringen wird. Es ist keine einfache Situation – viele Linke sind frustriert über den Aufstieg der extremen Rechten, aber ich glaube, dass die nun entstandene Zwangslage eine starke Triebkraft sein wird.
Ich meine, Revolutionäre müssen politische Kohärenz zeigen: Wer unter vorteilhaften Bedingungen gegen Ungerechtigkeit kämpft, muss auch bereit sein, dagegen anzukämpfen, wenn sie extrem schwierig sind.
Ich glaube an Diplomatie und daran, dass man mit Offenheit und Respekt unglaubliche Erfolge erzielen kann. Deshalb werde ich immer für Diplomatie plädieren, bevor ich irgendeine Art von Konfrontation riskiere. Ich engagiere mich für die Revolution, weil ich weiß, dass eine bessere Welt möglich ist. Ich habe gesehen, wie sie in Chávez’ Venezuela entstanden ist, und ich habe gesehen, wie sie nach der Wahl von Maduro angegriffen wurde.
Der Sozialismus ist für mich keine Utopie. Er ist etwas Reales – schwer zu verwirklichen, aber real. Ich habe Anstrengungen und Kämpfe miterlebt, um den Sozialismus aufzubauen, und ich will, dass er Erfolg hat. Die größte Bedrohung für eine sozialistische Zukunft ist der US-Imperialismus, gerade aktuell in dieser verzweifelten und gefährlichen Phase. Die einzige Möglichkeit, den Planeten zu retten und soziale Gerechtigkeit zu schaffen, besteht darin, das Imperium zu besiegen.
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