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Zu den guten Vorsätzen des neuen Jahres der secarts.org-Redaktion gehört nicht zuletzt die verstärkte Bekämpfung der durch die Wirtschafts- und Finanzkrise von Verarmung und sozialem Abstieg bedrohten Menschen. Exemplarisch werden wir hierbei einzelne, besonders gebeutelte Mitglieder unserer Gesellschaft herausgreifen und deren Schicksal in den Mittelpunkt der Betrachtung stellen.

Gruetzi, Jupp!

Wie durchschlagend diese Krise ist, zeigt sich daran, das auch bisher relativ gut verdienende Menschen - wie du - gravierende Einschnitte erleben. Deshalb sammelt die secarts.org-Winterhilfe heute für dich, Josef Ackermann, den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank. Nun mögen manche meinen, das wäre nicht angemessen, weil du doch zu den sogenannten Besserverdienenden zählst und im Jahr 2007 noch 14 Millionen Euro verdient hast. Das ist zwar richtig, dennoch sind der Presse von dir selbst drastische Angaben zu entnehmen, die sicher so manchen unserer Leser zum Umdenken bewegen werden: Immerhin hat der Vorstand der Deutschen Bank freiwillig auf seine Bonuszahlungen verzichtet und dadurch - wie er selbst erklärt - „sinke sein Gehalt unter zwei Millionen Euro“ . Das ist ein Paukenschlag, eine Gehaltsreduzierung um über 85% innerhalb eines Jahres!

Aber es kommt noch schlimnmer, denn weiter berichtest du: „Ich habe auch Vermögenseinbußen erlitten“ . Autsch! Das ist wirklich dicke! Ein unter zwei Millionen geschmolzenes Gehalt plus (bzw. minus) Vermögensverluste: Ackermann, wir sind bei Dir. Aber unser Freund Ackermann will nicht klagen, sondern sieht selbst in diesen gravierenden persönlichen Einschnitten noch weltmännisch eine gewisse Gerechtigkeit: denn der Bonusverzicht „soll auch ein Zeichen sein, dass wir unsere Mitschuld anerkennen und etwas dazu beitragen, das dieses Desaster so nicht mehr vorkommen kann.“. Das ist doch wirklich gütig und großzügig: Du bekennst dich schuldig und gibt dein eigenes, sauer Verdientes her, damit alles wieder gut wird. Wie durch das Schuldbekenntnis und den Gehaltsverzicht irgendetwas für die Zukunft verhindert werden soll oder kann, wird zwar sein Geheimnis bleiben, aber der Wille und die Geste zählt doch vor allem. Deshalb schließen wir uns an und rufen hiermit zu Spenden für den finanziell persönlich so gebeutelten Vorstandschef auf, damit sein Gehalt aufgrund der hohen Leistungsbereitschaft im vergangenen Jahr zumindest doch noch auf zwei Millionen aufgestockt werden kann. Denn wir wissen selbst, wenn die Bezahlung nicht angemessen zur Leistung im Verhältnis steht, leidet die Motivation, und das wäre gerade bei einem so wichtigen Funktionsträger wie dir fatal für unser aller Wirtschaft!

Deshalb: Winterhilfe für Ackermann, wir helfen Dir!

Alternativ sammelt secarts.org als freudiges Diskussionsforum auch Beiträge und Vorschläge, was Ackermann tun könnte, um sein schmales Salär noch selbst etwas aufzubessern oder auch, was von solchen Leuten zu halten ist, die öffentlich jammern, ihr Gehalt sei unter zwei Millionen gerutscht...

 
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