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Von einer "Krise" wird allgemein und breit berichtet; selbst beinharte bürgerliche Medien und Apologeten des "freien Marktes" setzen das eigentlich höchst unmorderne und nun zu einer unerwarteten Renaissance kommende Wort "Kapitalismus" nicht mehr ohne Attribut "Krise des...". Wahlweise handelt es sich bei den derzeitigen Vorgängen, die in ihren Dimensionen scheinbar alles, was es an Krisenhaftem in den letzten 60 oder 70 Jahren gab, sprengen, um eine "Finanzkrise", eine "Spekulationskrise" oder gar um eine "Rating-Agentur-Krise", oder was das Wörterbuch des BWLers sonst auch immer noch hergeben mag.
All dies ist Unfug und bleibt bestenfalls auf der Erscheinungsebene haften: es handelt sich, in marxistischem Vokabular gesprochen, um eine Überproduktionskrise. Um ihre Ursachen (die allgemeine Krise des Kapitalismus; die Überproduktion, den tendenziellen Fall der Profitrate) und Auswirkungen (die fallenden Börsenkurse beispielsweise, aber auch die sich steigernde Verelendung der arbeitenden Bevölkerung) zu verstehen und um zu begreifen, warum sie sich gerade an Immobilienhypotheken (im Finanzsektor) entzündet hat, muss man etwas tiefer in die marxistische politische Ökonomie einsteigen - und kommt um einige Fachbegriffe, die immer wieder in marxistischen Texten auftauchen werden, nicht herum.
Diese Begrifflichkeiten hier zum weiteren Verständnis der auf www.secarts.org wie auch an vielen anderen Stellen veröffentlichten marxistischen Analysen möglichst kurz und knapp zu erklären, soll Ziel des Glossars sein. Auch um gewisse Begriffe aus der bürgerlichen Politökonomie kommen wir nicht herum; ebenso muss mit manchen, in der Regel demagogisch verwendeten Hetzbegriffen ("Heuschrecken", Wallstreet", ...) aufgeräumt werden. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben wir naturgemäß nicht; wir wollen und werden dieses Glossar regelmäßig ergänzen und um neue Begriffe bereichern. Anregungen und Vorschläge sind durchaus erwünscht.


A

allgemeine Krise des Kapitalismus

"Die allgemeine Krise des Kapitalismus ist eine allseitige Krise des gesamten kapitalistischen Weltsystems, gekennzeichnet durch Kriege und Revolutionen, durch den Kampf zwischen dem sterbenden Kapitalismus und dem aufsteigenden Sozialismus. Die allgemeine Krise des Kapitalismus erfasst alle Seiten des Kapitalismus, sowohl die Wirtschaft als auch die Politik. Ihre Grundlage bildet der zunehmende Zerfall des kapitalistischen Systems der Weltwirtschaft einerseits und die wachsende ökonomische Macht der vom Kapitalismus abgefallenen Länder anderseits." - "Politische Ökonomie - Lehrbuch", S. 299, 1955, Berlin.
Siehe auch: Kapitel aus dem Lehrbuch; →Überproduktionskrise.


Aktie

Eine Aktie verbrieft einen Besitzanteil an einer →Aktiengesellschaft (AG). Dem gesamten Grundkapital der AG stehen sämtliche Aktien gegenüber; besitzt man z.B. 50% der Aktien einer AG, besitzt man die halbe AG. Der Besitz großer Aktienanteile an einer AG berechtigt zum Mitbestimmen der Unternehmenspolitik, aber vor allem erhält man als Aktionär die Dividende, einen Anteil des →Unternehmensprofits. Eine Aktie selbst ist wertlos, sie repräsentiert →fiktives Kapital.
Siehe auch: Themendossier "fiktives Kapital" auf www.secarts.org.


Aktiengesellschaft

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© by PiLoChun Großbildansicht finanzkrise_grauer-hintergrund_klein.jpg (147.2 KB)
Wir schaffen das!
Eine Aktiengesellschaft (AG) ist ein in der Regel größeres Unternehmen, das nicht wenigen Einzelpersonen, sondern einem größeren Personenkreis, den Aktionären, gehört. Gleichwohl sind die wesentlichen Anteile in der Regel in den Händen weniger Aktionäre. Die Aktionäre bestimmen theoretisch in einem formal demokratischen Verfahren auf der Hauptversammlung die Unternehmenspolitik, praktisch wird dies allerdings eher von einigen wenigen Großaktionären und ihren Dirigenten (Managern) getan. Es entscheidet gemäß Aktiengesetz „Die Mehrheit des anwesenden Kapitals“, Abstimmung erfolgt also nach Eigentumsanteil.
Entgegen weitläufiger Meinung wird die überwiegende Anzahl der Aktiengesellschaften nicht an einer Börse gehandelt („notiert“). Auch viele große Konzerne (in Deutschland zum Beispiel: ALDI, Lidl, Bertelsmann, Porsche usw.) sind nicht börsengehandelt.
In qualitativer Hinsicht ist die Aktiengesellschaft Ausdruck eines fortgeschrittenen Kapitalismus, weil die Konzentration der Produktion und des Kapitals soweit fortgeschritten ist, dass in der klassischen Hülle des Einzelkapitalisten nicht mehr effektiv agiert werden kann. Die Aktiengesellschaft weist somit auch gleichzeitig über den Rahmen dieser Gesellschaft bereits hinaus.
Siehe auch: Themendossier "fiktives Kapital" auf www.secarts.org.


Arbitrage

Arbitrage bezeichnet bestimmte Wertpapier- oder Warenhandelsgeschäfte, bei denen Preisdifferenzen an unterschiedlichen Orten oder Börsen ausgenutzt werden. Es ist somit die Ausnutzung unterschiedlicher Preise für eine identische Ware. Im modernen Wertpapierhandel kommen Arbitragegewinne durch unterschiedliche Preise an verschiedenen Handelsplätzen zum gleichen Zeitpunkt tendenziell immer weniger vor.


B

Bankrott

Siehe auch: →Pleite


Binnennachfrage

Die sogenannte Binnennachfrage ist die Summe an Waren, die im Herstellerland konsumiert wird. Wird dort mehr hergestellt, werden die Überschüsse in der Regel exportiert oder vernichtet.


Börse

Eine Börse ist in der Regel ein zentraler Handelsplatz großen Umfangs für Waren aller Art. Oft werden mit dem Begriff Börse nur die Wertpapierbörsen gemeint, die sich durch höhere Flexibilität der angebotenen Waren und deren Preisen auszeichnen.
Siehe auch: Themendossier "fiktives Kapital" auf www.secarts.org.


Broker

Englischer Begriff für einen Händler an einer →Börse.
Siehe auch: Themendossier "fiktives Kapital" auf www.secarts.org.


C

D

Dividende

Die Dividende ist der Teil vom →Gewinneiner Aktiengesellschaft, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Der Gesamtertrag einer Aktien setzt sich –in unterschiedlicher Gewichtung- aus Dividende und Kursgewinn zusammen.
Siehe auch: Themendossier "fiktives Kapital" auf www.secarts.org.


E

F

fiktives Kapital

Fiktives Kapital geht, im Gegensatz zum realen →Kapital, nicht in den Kapitalkreislauf ein. Es wird nicht verwendet, um Produktionsmittel oder Arbeitskräfte anzukaufen und →Mehrwert aus deren Anwendung zu gewinnen. Stattdessen beteiligt man sich mit fiktivem Kapital am Mehrwert fremder Kapitale.
Siehe auch: Themendossier "fiktives Kapital" auf www.secarts.org.


Finanzkapital

"Da die Banken Mitbesitzer von Industrie-, Handels- und Verkehrsbetrieben werden, indem sie entsprechende Aktien und Obligationen erwerben, und die Industriemonopole ihrerseits Aktien der mit ihnen verbundenen Banken besitzen, verflicht sich das monopolistische Bank- und Industriekapital miteinander, entsteht eine neue Art des Kapitals: das Finanzkapital. Das Finanzkapital ist das miteinander verwachsene Kapital von Bank- und Industriemonopolen." - "Politische Ökonomie - Lehrbuch", S. 262, 1955, Berlin.
Siehe auch: Kapitel aus dem Lehrbuch.


G

Geld

Geld ist die verselbstständigte Form des Tauschwerts, der auf der in einer Ware verwirklichten Arbeit beruht. Als Maßstab der Preise unterliegt das Geld den zahlreichen Schwankungen der Wertverhältnisse aller Waren untereinander, und zusätzlich seiner eigenen schwankenden Zirkulation. Dadurch verändert sich häufig die Kaufkraft des Geldes.
Siehe auch: Kapitel II aus dem "Schulungsmaterial politische Ökonomie" auf www.secarts.org.


Gewinn

Mikroökonomischer Begriff für den →Profit.


Globalisierung

Globalisierung ist ein Begriff der bürgerlichen Ökonomie. Er steht entweder synonym (in oberflächlicher Weise) für den Imperialismus, oder für die banale Tatsache des internationalen bzw. Welthandels. Aus wissenschaftlicher Sicht kann dieser Begriff quasi nicht gewertet werden. Es gibt keine klare oder streitbare Definition dieser Begrifflichkeit, was unter „Globalisierung“ zu verstehen ist, legt –wenn überhaupt- der Benutzer selbst jeweils fest.
Insofern ist „Globalisierung“ ein klassischer Begriff der Propaganda der bürgerlichen Ökonomie. Aus marxistischer Sicht könnte statt „Globalisierung“ die Definition gesetzt werden: Imperialismus bedeutet ständige Neuaufteilung der Welt um Einflussgebiete und Profitanteile. Die Umbetitelung dieser Vorgänge als „Globalisierung“ dient dazu, Verwirrung zu stiften und von Ursachen und Profiteuren dieser Entwicklung abzulenken und allgemein zu verschleiern.


H

Hedge-Fonds

Hedge-Fonds sind Anlagemöglichkeiten, die bei höheren Risiken höhere Renditen (→Gewinn, betrachtet im Verhältnis zur eingesetzten Geldmenge) versprechen. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit Prognosen auf bestimmte Börsenwerte, an denen sie durch geschickte Investitionsstrategien verdienen können.
Siehe auch: Themendossier "fiktives Kapital" auf www.secarts.org.


Heuschrecken

Populistische Verunglimpfung von (US-amerikanischen) →Hedge-Fonds durch deutsche Politiker.
Siehe auch: Themendossier "fiktives Kapital" auf www.secarts.org.


Hypothek

Eine Hypothek bezeichnet entweder das Recht eines Gläubigers (in der Regel Banken), sein Geld aus dem Wert des Grundstücks, das als Sicherheit diente, zu ziehen; oder den damit verbundenen Kredit, bei der ein Grundstück als Pfand bzw. Sicherheit dient.
In Deutschland sind hinsichtlich der Sicherungsrechte von Banken schon seit Jahrzehnten statt Hypotheken Grundschulden die juristisch üblichere Form.


I

industrielle Krise


Siehe auch: →Überproduktionskrise.


industrieller Zyklus

Der industrielle Zyklus, auch Konjunktur genannt, zeichnet sich durch starke Schwankungen in der Produktion aus, die die restliche Wirtschaft stark beeinflussen. Grob skizziert beginnt der Zyklus in der Krise, in welcher viel →Kapital vernichtet wird. Dann beginnt ein Aufschwung, da das bisherige Kapital nun zur Bedarfsdeckung nicht mehr ausreicht und expandieren kann. Der Aufschwung verstärkt sich selbst, da er neben der Konsumgüterindustrie auch die Produktionsgüterindustrie umfasst, welche verstärkt technische Fortschritte umsetzen kann, und auch die Banken gut laufen und entsprechend günstiger Kredite vergeben. Irgendwann ist der Markt gesättigt, die Unternehmen produzieren aber weiter und der Konsum wird künstlich verstärkt durch Kredite, Export und Spekulation. Schließlich aber bricht durch die Stockung der Märkte die gesamte Wirtschaft zusammen; Kapital muss vernichtet werden, die Banken vergeben keine Kredite mehr, viele Kapitalisten gehen pleite und die Arbeiterklasse wird um ihre Löhne betrogen.
Siehe auch: →Überproduktionskrise.


Insolvenz

Siehe auch: →Pleite


Investmentbank

Investmentbanken geben Aktien und Wertpapiere aus („bringen sie an die Börse“) und verwalten den Handel damit. Separate Investmentbanken gibt es als solche in Deutschland nicht, hierzulande sind Investmentbank-Abteilungen Teile der Universalbanken, also der großen Banken (Deutsche Bank, Commerzbank, Landesbanken).
In den Jahren der Börseneuphorie wurden durch Investmentbankgeschäfte hohe Profite erzielt, wozu auch die umfangreichen Privatisierungen öffentlichen Eigentums (Telekom, Post etc.) beigetragen haben. Daneben verdienen Investmentbanken auch immer direkt an der Wertpapierausgabe im Rahmen der staatlichen Verschuldung.
Siehe auch: Themendossier "fiktives Kapital" auf www.secarts.org.


J

K

Kapital

Kapital bezeichnet ein gesellschaftliches Verhältnis. Es ist dies der monopolisierte Besitz nahezu sämtlicher Produktionsmittel in den Händen der Kapitalistenklasse, die sich dadurch in der Lage befindet, die Arbeiterklasse zur Schaffung des gesellschaftlichen Reichtums beschäftigen zu können und ihr nur einen geringen Teil davon wieder zur Lebenserhaltung zurückzugeben. Der darüber hinausgehende Anteil am gesellschaftlichen Produkt ist der →Mehrwert.


Konjunktur


Siehe auch: →industrieller Zyklus.


Kredit

Kredit ist der ökonomische Begriff für eine Ausleihe. In der Regel wird bei der Vergabe eines Kredits ein →Zins verlangt, an dem der Kreditgeber verdient. Zu unterscheiden sind Geldkredite und Sachkredite.


L

Leerverkauf

Der →Arbitragegewinn ist eine Möglichkeit, bei steigenden Preisen Gewinn zu machen. Aber man kann auch an fallenden Preisen verdienen. Man leiht sich für einen gewissen Zeitraum eine Ware (Wertpapier, Aktie). Diese verkauft man zunächst (Verkauf auf Termin) ohne sie überhaupt in der Hand zu haben (deshalb: leer) und kauft sie effektiv erst zu einem späteren Zeitpunkt, wenn man das Geschäft erfüllen muss. Wenn der Preis zwischen dem ersten Verkauf und dem späteren Kauf gefallen ist, wird daraus ein Profit erzielt.
Erreichen diese sogenannten Leerverkäufe ein nennenswertes Volumen, können Sie dazu beitragen, aufgrund der Überzahl von Verkäufen gegenüber Käufen (= Angebot größer als Nachfrage), die Kurse kurzfristig nach unten zu drücken. Insofern besteht teilweise der Eindruck, dass diese Geschäfte sich sozusagen selbst den Kurs machen. Daraufhin sind diese Verkäufe im Herbst 2008 in einigen Ländern eingeschränkt oder untersagt worden. Dies mag in geringem Umfang die Ausschläge an den Börsen in der aktuellen Krise beeinflussen, letztlich ist es für die Beurteilung der Krise eine Randerscheinung. Außerdem ist es problemlos möglich durch Kombination anderer Geschäftsformen ein solches Verbot effektiv zu umgehen.


Liquidität

Die Liquidität eines Unternehmens ist die Verfügungsmöglichkeit über ausreichende Geldmittel. Dies kann als Guthaben in der Kasse existieren oder auch in Form zugesagter Kredite von insbesondere Banken. Entscheidend ist dabei die Verfügbarkeit über dieses Geld. Diese macht die Zahlungsfähigkeit aus. Beispielsweise bringen hohe Forderungen gegen andere Unternehmen, die nicht realisiert werden, weil diese wiederum nicht oder zu spät bezahlen, für die Liquidität letztlich nichts ein. Solange ein Unternehmen zahlungsfähig ist, ist es liquide. Ist es nicht liquide, ist es →pleite, also nicht mehr zahlungsfähig.
Gerade in Krisenzeiten zeigt sich deutlich, dass Zahlungsfähigkeit und Überschuldung zwei sehr unterschiedliche Tatsachen sein können. Auch wenn das Vermögen eines Unternehmens die Verbindlichkeiten klar übersteigt, droht ggfls. Zahlungsunfähigkeit. Dies ist bei vielen Banken derzeit die vorrückende Existenzgefahr. Die Rückzahlung aus den Forderungen der Banken (in Form von Krediten) sind langfristiger vereinbart, als die an die Banken geliehenen Gelder in Form sogenannter Termin- oder Spareinlagen, Kontoguthaben usw.. Wenn mehr Gelder von den Banken zurückgefordert werden (also von den Banken abfließen) als auf der anderen Seite Kredite zurückgezahlt werden, droht einer Bank die Zahlungsunfähigkeit, auch wenn sie keine übermäßig schlechten Kredite vergeben hat.
Umgangssprachlich ist somit die Liquidität eines Unternehmens das Schmieröl, der Treibstoff, der den Gesamtprozess in Bewegung und Funktion hält. Dieses Schmieröl existiert in Form von Geldmitteln (oder eben nicht).


M

Marktwirtschaft

Die Marktwirtschaft (oft mit dem Zusatz "frei" oder "sozial") bezeichnet in der bürgerlichen Ökonomie die der kapitalistischen Produktionsweise zugehörige Austauschweise. In der bürgerlichen Ökonomie sind axiomatisch "Angebot" und "Nachfrage" Ursache aller wirtschaftlichen Tätigkeit, diese wirken auf "Märkten" und führen zu "Allokation" "knapper" "Ressourcen". Die eigentlich primäre Rolle der Produktionssphäre wird außer Acht gelassen. Auf den Märkten gilt das Gesetz der Konkurrenz, das durchaus eine funktionierende Methode zur Warenverteilung sein kann, allerdings ineffizient arbeitet mangels zentraler Planungsstelle, was zu Überproduktion, Anarchie und Kapitalvernichtung führt. Eine überlegene Wirtschaftsweise ist die sozialistische →Planwirtschaft.


Mehrwert

Der Mehrwert entspringt aus der Ausbeutung des Arbeiters durch den Kapitalisten mithilfe des Kapitals. Der Arbeiter muss seine Arbeitskraft, ergo sein Arbeitsprodukt, verkaufen an den Kapitalisten, der ihm einen geringeren, aber zum Leben ausreichenden Anteil davon zurückerstattet. Die Differenz von geschaffenem Wert und bezahlter Arbeit ist der Mehrwert.


Mehrwertrate

Die Mehrwertrate errechnet sich aus dem Verhältnis des erwirtschafteten Mehrwerts zu den dafür aufgewandten Löhnen, also: Mehrwertrate (m') = Mehrwert (m) / Löhne (v).


N

Notenbank

Eine Notenbank gibt Banknoten aus. Heutzutage gibt es in der Regel staatliche Notenbanken, welche das Monopol der Papiergeldausgabe besitzen. Sie steuern aber neben der Papiergeldmenge z.B. auch die Buchgeldmenge.


O

P

Planwirtschaft

Die Planwirtschaft zeichnet sich dadurch aus, dass ein Staat in einem bestimmten Zeitraum eine Bedarfsplanung durchführt und nach dieser die Produktion und Verteilung von Waren organisiert. So werden Krisen, Verschwendung und Arbeitslosigkeit vorgebeugt und die Effizienz der Wirtschaft erhöht.


Pleite

Ein Unternehmen ist pleite, sobald es entweder seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, oder es seine Schulden nicht mehr decken kann. Normalerweise bedeutet dies das Ende des Unternehmens. Bei Monopolen allerdings übernimmt häufig der Staat die Zahlungsverpflichtungen des Unternehmens, wälzt also das Geschäftsrisiko von Privatleuten auf die Steuerzahler ab.


Profit

Der Profit ist zunächst der Überschuss der Umsätze über die Kosten des eingesetzten Kapitals (auch in rückverwandelter Naturalform). Der Summe nach entspricht er dem →Mehrwert. Der Profit wird allerdings zwischen den verschiedenen Kapitalisten umverteilt gemäß der Größe ihrer Einzelkapitale.


Profitrate

Die Profitrate errechnet sich aus dem Verhältnis des erwirtschafteten Mehrwerts zum eingesetzten Gesamtkapital, also: Profitrate (p') = Mehrwert (m) / Gesamtkapital (c+v). Die allgemeine Durchschnittsprofitrate, eine wichtige ökonomische Größe, hat die Tendenz zu fallen, da durch den technischen Fortschritt immer mehr Produktionsmittel von immer weniger Arbeitern in Betrieb gesetzt werden.
Siehe auch: Kapitel IV aus dem "Schulungsmaterial politische Ökonomie" auf www.secarts.org.


Q

R

raffendes & schaffendes Kapital

Die Unterscheidung zwischen "raffendem" und "schaffendem" Kapital ist unwissenschaftlich und wurde historisch von den Faschisten z.B. in Deutschland aufgegriffen. Diese bezeichneten willkürlich Industrieunternehmen als "schaffendes Kapital", welches "Werte schaffe"; welchem gegenüber das "raffende Kapital", dem symbolisch "der Jude" bzw. die "US-Plutokratie" mit der "→Wallstreet" zugeordnet wurde, "Werte" an der Börse "verzocke" und der Nation jedenfalls nicht förderlich sei. In Wirklichkeit ist eine solche Unterscheidung unsinnig, denn das moderne kapitalistische System braucht einerseits Industrieproduktion und andererseits zentrale Kapitalverkehrsstellen, an denen sich Industrieunternehmen und das jeweils dazugehörige →Finanzkapital finanzieren. Eine Trennung dieser Bereiche oder eine singuläre Abschaffung der "spekulativen" Elemente des Kapitalismus ist a) nicht möglich und wäre, wenn tatsächlich bspw. gesetzgeberisch (für einen kurzen Zeitraum) erzwungen, b) ökonomisch unsinnig und auf dem heutigen Stand der kapitalistischen Entwicklung gar rückständig.
Siehe auch: Themendossier "fiktives Kapital" auf www.secarts.org.


Rating-Agentur

Eine Ratung-Agentur ermittelt nach einheitlichen Standards Kriterien, nach denen sie die Kreditwürdigkeit verschiedener Unternehmen bewertet und somit vergleichbar macht.


Realwirtschaft

Mit der Realwirtschaft werden in der bürgerlichen Presse die industrielle und kommerzielle Sphäre des Kapitals bezeichnet. In der Regel wird der Begriff in Krisenzeiten verwendet, da bürgerliche Ökonomen davon ausgehen, dass Krisen "Vertrauenskrisen" seien, die an den Börsen die Kurse fallen ließen, was sich dann negativ auf eben jene Realwirtschaft auswirke. Damit verschleiern sie den Kern der Krise, die eine →Überproduktionskrise ist.
Siehe auch: Kapitel III aus dem "Schulungsmaterial politische Ökonomie" auf www.secarts.org.


Ruin

Siehe auch: →Pleite


S

Sparkasse

Eine Sparkasse ist in der Regel eine Bank mit regional beschränktem Einzugsgebiet, dessen Geschäftsgebiet hauptsächlich die Kontenverwaltung der dortigen Bevölkerung umfasst. Die Sparkassen (wie auch die Volks- und Raiffeisenbanken als Genossenschaften) sind zwar keine rein deutsche Besonderheit, tauchen aber in dieser Form nur in wenigen (europäischen) Ländern, und hier insb. in Deutschland auf.


Spekulation

Spekulation, im ökonomischen Sinn, ist Investition in eine bestimmte Zukunftserwartung (Preisverfall, -steigerung etc.). Im engeren Sinn meint man damit meist Börsenspekulation, bei welcher z.B. bei Aktien oder Rohstoffen →Arbitragegewinne erzielt werden können. Jedoch ist prinzipiell jede ökonomische Handlung an eine gewisse Zukunftserwartung geknüpft ("Will jemand meine Waren haben?"; "Wird mein Chef mich bezahlen können, wenn ich nächsten Monat arbeiten gehe?"; "Kann man profitabel Leitz-Ordner nach Mexiko exportieren?"), und somit jede Art ökonomisches Handeln Spekulation.
Siehe auch: Themendossier "fiktives Kapital" auf www.secarts.org.


Staat

[Update folgt.]


T

U

Überproduktionskrise

Die Überproduktionskrise ist Ausgangs- sowie Endpunkt des →industriellen Zyklus'. Sie ist bedingt durch den chaotischen, unkoordinierten Charakter der kapitalistischen Produktionsweise. In der Summe werfen die Kapitalisten mehr Waren auf den Markt als dieser abführen kann. Die verelendeten Arbeitermassen können soviel nicht kaufen, die Kapitalisten selbst haben bereits genug. Überschüssige Waren bleiben auf dem Markt liegen, verstopfen diesen und müssen vernichtet werden.


V

Verelendung

Die Verelendung der Massen ist charakteristisch für die kapitalistische Produktionsweise. Dabei handelt es sich nicht unbedingt um eine absolute Verelendung, sondern prinzipiell um relative Verelendung. Die arbeitenden Klassen bekommen zunehmend geringere Anteile am von ihnen selbst geschaffenen Reichtum, der in den Händen immer wenigerer Ausbeuter konzentriert wird. Der Lebensstandard des Arbeiters mag zwar besser werden, die Verteilung des Gesamtreichtums wird aber grundsätzlich ungleicher.


Vermögenswerte

[Update folgt.]


W

Wall-Street

In der Wall Street in New York ist die weltgrößte Wertpapierbörse "New York Stock Exchange" ansässig. Umgangssprachlich wird mit Wall-Street eben diese Börse angesprochen.
Der Begriff "Wall-Street" und seine Synonyme wie z. B. "Ostküstenkapitalismus" oder "Casinokapitalismus" werden obendrein von denjenigen, die im Kapitalismus eine Art Zwitterwesen aus "guten" und "schlechten" Teilen sehen, als Etikett für alle "verdammenswerten" Eigenschaften des Systems wie bspw. →Spekulation, Wucher oder unproduktive Rendite verwendet. Wissenschaftlich gesehen kann eine solche Trennung von zusammenhängenden Phänomenen wie Produktion auf der einen und (Geld-) Zirkulation auf der anderen Seite nicht gestützt werden - das Hantieren mit vor allem auf emotionalen Effekt abgestimmten Schlagworten wie "Wallstreetkapitalismus" oder dergleichen ist also abzulehnen, weil es die grundsätzlichen Unzulänglichkeiten des kapitalistischen Systems auf einige, nicht einmal entscheidende Erscheinungen reduziert und eine systemimmanente Überwindung dieser "Schwächen" propagiert.
Siehe auch: Themendossier "fiktives Kapital" auf www.secarts.org.


X

Y

Z

Zins

Der Zins ist ein Anteil am →Profit des Unternehmens. Er wird vom Unternehmer an jemanden gegeben, der ihm Geld auslieh (üblicherweise Bank), damit er es als Kapital anwandte. Die Höhe des Zinses schwankt unregelmäßig zwischen 0 und der allgemeinen →Durchschnittsprofitrate.


zyklische Krise


Siehe auch: →Überproduktionskrise.




 
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   Kommentar zum Artikel von PiLoChun:
Mittwoch, 05.11.2008 - 15:58

Das ist klasse! Sehr praktisch zum schnellen Nachschlagen.