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zurück zu 3. Kapitel - Mehrwert und Profit


In der kapitalistischen Konkurrenz erfolgt ständig, wiederkehrend und verbissen die Jagd um die Verteilung des Profits zwischen den verschiedenen Kapitalisten. Das Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate ist dabei eine wesentliche Gesetzmäßigkeit, ein bedeutendes Element für das Vorwärtstreiben der Entwicklung innerhalb dieser ökonomischen Formation. Die Gesetzmäßigkeit ist zentral für die zerstörerischen Auswirkungen des Kapitalismus, für die Gefahr von Faschismus und Krieg!

Für das Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate ist zunächst die Mehrwertrate zu berücksichtigen:

Das Verhältnis von Mehrwert („Gewinn“ des/der Kapitalisten) zu Arbeitslohn (v = variables Kapital), also:


Die Mehrwertrate interessiert die Arbeiterbewegung (die marxistische Ökonomie) wesentlich, wogegen dies für die Kapitalisten nur indirekt interessant ist. Dies liegt daran, dass die Mehrwertrate die Relation zwischen dem Lohn (= der bezahlten Arbeit) und dem Mehrwert (= dem unbezahlten Teil des Arbeitstages, dem Teil, den sich der Kapitalist „nimmt“/aneignet) ausdrückt. Die Mehrwertrate ist somit (unabhängig von dem Problem in der Praxis, dass sie - sagen wir mal - schwer und maximal annäherungsweise ermittelbar ist) die vom Arbeiterstandpunkt zentrale Größe.

Die Kapitalisten hingegen betrachten die Mehrwertrate wenn überhaupt nur indirekt und mittelbar, weil sie das neben dem Lohn eingesetzte Kapital (= das konstante Kapital c) nicht berücksichtigt, bzw. beinhaltet. Die Kapitalisten interessiert die Profitrate. Diese ermittelt sich aus dem Profit (- dem realisierten Mehrwert des Kapitalisten) im Verhältnis zum insgesamt eingesetzten Kapital (also dem Lohn v und dem konstanten Kapital c1):


In dieser Betrachtung umfasst das c (= konstante Kapital) alle Dinge, die im Rahmen des Produktionszyklus in das neue Produkt eingehen und kein Lohn sind. Also insbesondere im Hinblick auf Maschinen der Teil, der in einem bestimmten Zeitraum (z.B. ein Jahr) abgenutzt wird (Verschleiß) und somit den Wert der Maschine nach und nach entsprechend reduziert.

Die Summe aller Profite (P) entspricht dabei der Summe des Mehrwerts (M). M ist also gleich P, aber nur insgesamt und insofern abstrakt. Der jeweils von dem Einzelkapitalisten realisierte Profit kann deutlich von dem in seinem Betrieb entstandenen Mehrwert abweichen. Der Mehrwert durchläuft also von seiner Entstehung bis zu seiner Realisierung als Profit ein Verfahren heftiger Kämpfe zwischen den Kapitalisten (siehe Kapitel IV).

Ausgangssituation des tendenziellen Falls der Profitrate ist, dass zunächst der Einzelkapitalist die Möglichkeit hat, durch den Ersatz menschlicher Arbeitskraft durch Maschinen - also durch kapitalistische Rationalisierung - seinen Profit zu erhöhen.2 Voraussetzung dafür ist, dass ihm genug Kapital zum Erwerb neuer Maschinen zur Verfügung steht, dass er also entsprechend viel vorstrecken kann (nicht verkonsumierter Mehrwert, Bankkredit oder woher auch immer es kommt). Die Kapitalisten haben also die Möglichkeit, sich die Ergebnisse des technischen Fortschritts für ihre Zwecke (im ersten Schritt) zunutze zu machen. Da sie untereinander heftig um den Profit ringen und sich diesen nicht einfach „friedlich“ teilen können, beginnt derjenige, der die Möglichkeit hat, neue Maschinen zu erwerben (und Arbeiter zu entlassen), um sich einen Vorteil zu verschaffen. Die anderen müssen dann nachziehen (sofern sie können) oder werden aus dem Rennen geworfen. Die Notwendigkeit des Ersatzes von menschlicher Arbeitskraft durch Maschineneinsatz ist somit eine wesentliche Triebkraft der Konkurrenz zwischen den Kapitalisten, sie führt zu einer vielfachen Steigerung der Produktivität und der Produktionsmenge an Waren.



Die verbliebenen Kapitalisten stellen irgendwann fest, dass ihr Vorsprung aus dem ersten Schritt eingeholt wurde und in der Summe der Profit einer größeren Menge Kapital gegenübersteht. Es ergibt sich wieder ein ungefährer Gleichstand. Dann ist die Profitrate (=> Profit bezogen auf das eingesetzte Gesamtkapital) niedriger geworden, das Gegenteil des Gewollten ist geschehen. Dennoch können sie aus dem Kreislauf nicht heraus und müssen die nächste Runde der Investition zur Modernisierung starten. Der Versuch der Nutzung des technischen Fortschritts wird für die Profitjäger zu einem Teufelskreis und entwickelt zerstörerische Wirkung.

Auszug Lehrbuch Politische Ökonomie (Kapitel XI, S. 186-189):

"Der tendenzielle Fall der Profitrate. Mit der Entwicklung des Kapitalismus erhöht sich ununterbrochen die organische Zusammensetzung des Kapitals. Jeder einzelne Unternehmer, der in immer größerem Umfang Arbeiter durch Maschinen ersetzt, verwohlfeilert die Produktion, vergrößert den Absatz seiner Waren und holt sich einen Extraprofit. Wenn sich jedoch die technischen Errungenschaften der einzelnen Unternehmen verallgemeinern, steigt die organische Zusammensetzung des Kapitals in den meisten Unternehmen, und das führt zu einem Sinken der allgemeinen Profitrate.

In gleicher Richtung wirkt auch das schnellere Wachstum des fixen Kapitals gegenüber dem zirkulierenden, das die Umschlagszeit des Gesamtkapitals verlängert.

Die Kapitalisten streben durch die Entwicklung der Technik nach einem möglichst hohen Profit, doch das Ergebnis ihrer Anstrengungen ist etwas, was keiner von ihnen gewollt hat - das Sinken der Profitrate.

Nehmen wir das gleiche Beispiel [aus Kapitel IV]. Die Summe aller Kapitale beträgt 300 Einheiten, sie besteht aus 240 Einheiten konstanten Kapitals und 60 Einheiten variablen Kapitals. Bei einer Mehrwertrate von 100% werden 60 Einheiten Mehrwert erzeugt, und die Profitrate ist gleich 20%.


Nehmen wir an, dass nach 20 Jahren die Gesamtsumme des Kapitals von 300 auf 500 Einheiten gestiegen ist. Gleichzeitig hat sich durch den Fortschritt der Technik die organische Zusammensetzung des Kapitals erhöht. Die 500 Einheiten teilen sich deshalb in 425 Einheiten konstanten und 75 Einheiten variablen Kapitals auf. In diesem Fall werden bei gleicher Mehrwertsrate 75 Einheiten Mehrwert geschaffen. Jetzt beträgt die Profitrate 75/500 * 100% = 15%.

oder:


Die Profitmasse ist von 60 auf 75 Einheiten gestiegen, während die Profitrate von 20 auf 15 % gesunken ist.3

Die Erhöhung der organischen Zusammensetzung des Kapitals führt also zu einem Fall der Durchschnittsprofitrate. Es gibt jedoch Faktoren, die dem Fall der Profitrate entgegenwirken.

Erstens wächst die Ausbeutung der Arbeiterklasse. Die Entwicklung der Produktivkräfte des Kapitalismus, die in der Erhöhung der organischen Zusammensetzung des Kapitals ihren Ausdruck findet, führt gleichzeitig zu einem Wachstum der Mehrwertrate. Infolgedessen nimmt die Profitrate langsamer ab, als das bei einer gleichbleibenden Mehrwertrate der Fall wäre.

Zweitens ruft der technische Fortschritt, der die organische Zusammensetzung des Kapitals erhöht, Arbeitslosigkeit hervor, die auf den Arbeitsmarkt drückt. Das erlaubt den Unternehmern, den Lohn zu senken, ihn weit unter dem Wert der Arbeitskraft festzusetzen.

Drittens sinkt mit dem Wachstum der Arbeitsproduktivität der Wert der Produktionsmittel: der Maschinen, Einrichtungen, Rohstoffe usw. Das verlangsamt das Wachstum der organischen Zusammensetzung des Kapitals und wirkt folglich dem Fall der Profitrate entgegen.

Nehmen wir an, dass der Unternehmer den Arbeiter, der früher an 5 Webstühlen arbeitete, jetzt zwingt, an 20 Stühlen zu arbeiten. Infolge höherer Arbeitsproduktivität im Maschinenbau hat sich aber der Wert der Webstühle auf die Hälfte verringert. Jetzt kosten die 20 Stühle bereits nicht mehr das 4fache der alten 5 Stühle, sondern nur das Doppelte. Deshalb ist der Anteil des auf einen Arbeiter entfallenden konstanten Kapitals nicht auf das 4fache, sondern nur auf das Doppelte gestiegen.

[...]

Alle diese entgegenwirkenden Faktoren heben den Fall der Profitrate nicht auf, sondern schwächen ihn nur ab und verleihen ihm den Charakter einer Tendenz. Die Erhöhung der organischen Zusammensetzung des Kapitals hat somit zur unausweichlichen Folge das Gesetz des tendenziellen Falls der allgemeinen (oder Durchschnitts-) Profitrate.

Der Fall der Profitrate bedeutet nicht, dass die Masse des Profits, das heißt der Gesamtumfang des von der Arbeiterklasse geschaffenen Mehrwerts geringer wird. Im Gegenteil, die Profitmasse wächst sowohl infolge der steigenden Mehrwertrate als auch infolge der wachsenden Gesamtzahl der vom Kapital ausgebeuteten Arbeiter.

[...]

Die Kapitalisten versuchen durch verstärkte Ausbeutung der Arbeiter den tendenziellen Fall der Profitrate maximal abzuschwächen. Das führt zu einer Verschärfung der Gegensätze zwischen Proletariat und Bourgeoisie.

Das Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate verstärkt innerhalb der Bourgeoisie selbst den Kampf um die Verteilung der Gesamtmasse des Profits.

Auf der Jagd nach höherem Profit stürzen sich die Kapitalisten mit ihrem Kapital auf die zurückgebliebenen Länder, wo die Arbeitskräfte billiger sind und die organische Zusammensetzung des Kapitals niedriger ist als in den Ländern mit hochentwickelter Industrie und beginnen die Völker dieser Länder verstärkt auszubeuten. Das führt zu einer Verschärfung der Gegensätze zwischen den entwickelten kapitalistischen und den zurückgebliebenen Ländern, zwischen den Metropolen und den Kolonien.

Ferner vereinigen sich die Unternehmer, um die Preise hochzuhalten, in Verbänden verschiedener Art. Auf diese Weise erzwingen sie hohe Profite.4

Schließlich dehnen die Kapitalisten, um den Fall der Profitrate durch Vergrößerung der Profitmasse zu kompensieren, den Produktionsumfang weit über die Grenzen der zahlungsfähigen Nachfrage aus. Deshalb treten die durch den tendenziellen Fall der Profitrate bedingten Gegensätze während der Krisen besonders scharf zutage.

[Die Veränderung der organischen Zusammensetzung des Kapitals durch immer höheren Einsatz von fix (insbesondere in Maschinen) gebundenem Kapital wirkt auch direkt auf die Überproduktion von Waren und somit die Absatzkrisen des Kapitals. Eine einmal in einer gewissen Annahme angeschaffte Maschine kann nicht einfach zurückgegeben werden, so wie man Arbeiter entlassen kann. Die Kapitalisten beginnen somit bei entsprechenden Absatzproblemen Preise zu senken, um zumindest mit der Maschine weiterhin überhaupt produzieren zu können. Denn würde die Maschine stillstehen, würde das zu ihrer Anschaffung eingesetzte Kapital direkt vernichtet werden. Diese Verbilligung von Waren aufgrund der Überproduktion wirkt dann wiederum reduzierend auf die Profitrate. Fixes (oder konstantes) Kapital ist eben nicht einfach zu verändern wie das variable Kapital (Lohn), dem man sich durch Entlassung entledigen kann. - Anm. d. Verf.]

Das Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate ist ein hervorstechendes Kennzeichen der historischen Schranken der kapitalistischen Produktionsweise. Dieses Gesetz, das die Verschärfung der kapitalistischen Widersprüche bewirkt, zeigt anschaulich, dass die bürgerliche Gesellschaftsordnung auf einer gewissen Stufe zu einer Schranke für die weitere Entwicklung der Produktivkräfte wird.
"

In der isolierten Betrachtung des Gesetzes des tendenziellen Falls der Profitrate ist die Mehrwertrate unverändert, wir setzen die Mehrwertrate beispielhaft auf 100%. Da nur aus der Ausbeutung der Arbeitskraft Mehrwert gezogen werden kann, ergibt sich folgende Profitrate:


Beginn der Entwicklung:

Summe des Mehrwerts (= Summe des Profits) = 100

Lohn (v) = 100

konstantes Kapital (c) = 100


Profitrate I (Anfängliche Entwicklung, Entwicklung bei relativ geringer Menge an konstantem Kapital c):




Fortgeschrittene Entwicklung:

Summe des Mehrwerts (= Summe des Profits) = 100

Lohn (v) = 100

konstantes Kapital (c) (erweitert!) = 200


Profitrate II (Fortgeschrittene Entwicklung, Entwicklung bei relativ hoher Menge an konstantem Kapital c; imperialistisches Stadium des Kapitalismus):



Die Funktion setzt sich entsprechend weiter fort, je weiter die kapitalistische Entwicklung und der technische Fortschritt vorankommt (auch wenn dieser im Kapitalismus zeitlich und in seiner Ausformung gebremst und somit langsamer als möglich stattfindet). Der vermehrte Maschineneinsatz, also die Erhöhung des konstanten Kapitals c, führt zu einer größeren Produktionsmenge, zu einer Reduzierung der durchschnittlich notwendigen Arbeitszeit einer bestimmten Ware, aber eben auch zu einem Fall der Profitrate.



Das Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate belegt auch, dass der Profit (=> der verwandelte Mehrwert) letztlich nur aus der Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft entstehen kann. Es unterstreicht, dass die menschliche Arbeitskraft die einzige Quelle des Reichtums der Gesellschaft ist.

Es ist ein riesiger (und in der Wirkung gigantischer) Widerspruch des Kapitalismus, dass Fortschritt und Vergrößerung des Kapitalstocks der Gesellschaft zu einer negativen Auswirkung führen. Dies bewirkt allein das Profitstreben und die private Aneignung des gesellschaftlichen Reichtums. Fortschritt wirkt nicht positiv auf die Lebensumstände der Menschen, Fortschritt wird zu Zerstörung! Die Profitrate fällt umso schneller, desto schneller die gesellschaftliche Fortentwicklung in technischer Hinsicht ist. Die Kapitalisten realisieren weniger Profit, weil sie „zuviel“ investiert haben...

Die privatkapitalistische Aneignung der Ergebnisse und Überschüsse in der Ökonomie steht hier in einem der schroffsten Widersprüche zu den bereits jetzt erreichten Möglichkeiten der Gesellschaft.

Aber das Einzelkapital interessiert dies wenig, es zählt der Profit und die Profitrate. Deren Fall bezeichnet Marx als tendenziellen Fall, weil er nicht linear gleichmäßig erfolgt und die Tendenz deutlich nur bei Betrachtung längerer Zeiträume erkennbar ist. Außerdem versuchen die Kapitalisten in der Praxis fortwährend diesem Fall entgegenzuwirken. Immer schärfer und schneller wird der Wettlauf der Konkurrenz, in welchem sie versuchen, einen zumindest kurzen (vorübergehenden) Vorsprung zu erheischen. Immer leichter wählen sie offen verbrecherische Mittel wie insbesondere Krieg und Faschismus, um den tendenziellen Fall zumindest aufzuhalten. Die tägliche Kapitalvernichtung durch Pleiten und Untergänge wirkt ebenfalls gegen den Trend, weil vernichtetes Kapital keinen Anteil am Profit mehr erhält. Insbesondere die Weltkriege waren Kapitalvernichtung in vorher nicht dagewesenem Ausmaß, das verbliebene Kapital rentierte sich dann nach Kriegsende wieder mit höherer Profitrate, bis langsam der Prozess von Neuem begann. Die andauernde Aktivität des Kapitals, diesem Fall der Profitrate entgegenzuwirken, sind die Versuche der Steigerung der Mehrwertrate. Entlassung, Kürzung der Löhne, Verlängerung der Arbeitszeit, Erhöhung der Produktionsmenge in gleicher Zeiteinheit (z.B. eine Stunde) sind die wesentlichen Elemente, mit denen der Kampf geführt wird. Deshalb wirkt der Fall der Profitrate direkt und unmittelbar auf die Aggressivität der Kapitalisten und ihre Bereitschaft notfalls ihren eigenen Untergang zu riskieren, um ihre Profite zu sichern. Die täglichen Kämpfe und dem Lohn sind somit nicht zuletzt Ausdruck der Gesetzmäßigkeit des tendenziellen Falls der Profitrate.

Das kapitalistische Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate ist eine wesentliche Triebkraft im fortgeschrittenen Kapitalismus, in seinem imperialistischen Stadium, dem Imperialismus! Nur unter Berücksichtigung dieser Gesetzmäßigkeit ist die Verschärfung der Konkurrenz zwischen den Kapitalisten, die Zuspitzung ihrer Widersprüche untereinander im Imperialismus zu verstehen. Hieraus erklärt sich ökonomisch auch maßgeblich, warum die Imperialisten nicht nur dann auf Faschismus und Krieg schielen (oder dazu greifen), wenn die Arbeiterbewegung stark ist; warum es also ein Irrtum ist, dass in Zeiten einer schwachen Arbeiterbewegung Faschismus und Krieg nicht vor der Tür stehen oder überlegt werden würden.


weiter zu 6. Kapitel - Imperialismus


Anmerkungen:
1 Zur Vereinfachung der Darstellung wird hier von fixen Bestandteilen des Kapitals abstrahiert. D.h. die betrachtete Umschlagsperiode wird als lang genug angenommen, dass auch Maschinerie etc. komplett vernutzt werden.
2 Soweit er dabei in der Konkurrenz einen Vorsprung hat, kann er im ersten Schritt sogar seine Profitrate erhöhen. Ob dies gelingt, hängt von verschiedenen Umständen und Bedingungen ab (insbesondere auch der Verteilung zwischen fixem und zirkulierenden Kapital; dem Anteil des fixen Kapital, welches in das konstante Kapital (c) eingeht, also der Nutzungsdauer der Maschinen in Jahren usw.). Insofern ist die gleichzeitige Steigerung der Profitrate möglich, aber keine allgemeine Gesetzmäßigkeit. Für die in der Betrachtung wesentliche Gesamtentwicklung ist diese Frage jedoch zu vernachlässigen/unwesentlich.
3 Die Erhöhung des Kapitalstocks (des langfristig gebundenen Kapitals) wirkt stärker als die Erhöhung der Profitmasse und der Mehrwertrate. - Anm. d. Verf.
4 Dieses Hochhalten von Profiten funktioniert zumeist jedoch nur in bestimmten Branchen oder für begrenzte Zeiträume. Bündnisse zwischen Kapitalisten (auch Preisbündnisse) sind immer nur vorübergehend. Lenin erläutert dazu allgemein: „'Interimperialistische'... Bündnisse sind daher... notwendigerweise nur 'Atempausen' zwischen Kriegen - gleichviel, in welcher Form diese Bündnisse geschlossen werden, ob in Form einer imperialistischen Koalition gegen eine andere imperialistische Koalition oder in der Form eines allgemeinen Bündnisses aller imperialistischen Mächte. Friedliche Bündnisse bereiten Kriege vor und wachsen ihrerseits aus Kriegen hervor, bedingen sich gegenseitig, erzeugen einen Wechsel der Formen friedlichen und nicht friedlichen Kampfes auf ein und demselben Boden imperialistischer Zusammenhänge und Wechselbeziehungen der Weltwirtschaft und der Weltpolitik.“ (Lenin, „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“, in LW, Band 22, S. 301) - Anm. d. Verf.