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Gedenkstätte bei Königs Wusterhausen erneut bedroht. Freundeskreis bittet um Unterstützung.

Mehr als 300 Menschen versammelten sich am vergangenen Sonntag vor dem Gelände des Sporthauses Ziegenhals bei Königs Wusterhausen zur Kundgebung anläßlich des 64. Jahrestages der Ermordung Ernst Thälmanns. Nach einer musikalischen Einstimmung durch den Hans-Beimler-Chor aus Berlin würdigte Dr. Klaus Steiniger, Chefredakteur der Monatszeitschrift RotFuchs, die Bedeutung des Arbeiterführers und ehemaligen Vorsitzenden der KPD für den Kampf gegen Faschismus und Krieg bis heute. »Wir tragen seinen Namen nicht wie eine Ikone vor uns her, sondern erinnern uns seiner mit Wärme und dem Blick nach vorn«, so Steiniger.

Max Renkl, Vorsitzender des Freundeskreises »Ernst-Thälmann-Gedenkstätte Ziegenhals« e. V. informierte die Teilnehmer anschließend über den anhaltenden Kampf für den Erhalt des Sporthauses Ziegenhals. In dem Gebäude hatten sich am 7. Februar 1933 – acht Tage nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler – über 40 führende Funktionäre der KPD unter der Leitung Thälmanns beraten. Das Treffen ging als »illegale Tagung des Zentralkomitees der KPD« in die Geschichte ein. Mit Empörung nahmen die Antifaschisten die Fakten über den jüngsten Versuch des momentanen Grundstückseigentümers Gerd Gröger auf, das Inventar der Gedenkstätte, das nachweislich dem Freundeskreis gehört, an Dritte zu verkaufen. Scheinbar beabsichtige der brandenburgische Baudezernent, sich durch den Verkauf des Inventars von den Auflagen zu befreien, die einem Abriß der Gedenkstätte noch im Wege stünden. Renkl informierte die Anwesenden über Grögers Absichten, die Einheit von Gebäude und Inventar, die auch die Grundlage für den Denkmalschutz darstellt, zu trennen. Zudem schraube Gröger sowohl den Preis für das Grundstück als auch den für das Inventar in schwindelerregende Höhe. Dadurch seien Kauf- bzw. Verkaufsverhandlungen gescheitert. Obwohl Gröger das Inventar anfangs als Gerümpel bezeichnet habe, wolle er nun etwa 122 000 Euro dafür haben, informierte Renkl.

»Alle sehen zu, wie ein leitender Beamter Brandenburgs versucht, möglichst viel Geld zu scheffeln. Und das auf unwürdige Weise und auf Kosten der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals«, so der Vorsitzende des Freundeskreises. Er wies darauf hin, daß die historische, national wie international bedeutende Gedenkstätte erneut akut bedroht sei und rief alle Anwesenden auf, den Freundeskreis in dieser kritischen Situation zu unterstützen. »Was wir jetzt vor allem brauchen ist Öffentlichkeit. Jeder und jede von euch ist aufgefordert, diese Handlungen des Ministerialbeamten Gröger öffentlich zu machen.« Als dritter Redner überbrachte der Publizist Victor Grossman solidarische Grüße für den Kampf um die Gedenkstätte von der Organisation der US-amerikanischen Veteranen im Spanischen Bürgerkrieg und deren Angehörigen. In der Solidaritätsadresse hieß es u. a.: »Das Gedenken an dieser historischen Stätte bildet eine wichtige Quelle der Kraft und darf nicht ausgelöscht werden.«


 
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