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Nachdem am 14.03. in Lhasa bei Krawallen 10 Menschen getötet wurden, gab es am 15.03. in Lhasa, der Hauptstadt der tibetischen Autonomen Region, keine erneuten Unruhen mehr.

Der Vorgesetzte der Autonomen Region Tibet wies darauf hin, es gebe genügende Beweise, dass die Krawalle am 14.03. von der Dalai-Lama-Gruppe geplant wurden, um die Stabilität, die seit 18 Jahren in Lhasa herrscht, zu zerschlagen.

Am 15.03. wurde Verkehrskontrollen auf den Hauptstraßen in Lhasa eingesetzt. Es fahren sehr wenige Autos auf der Straßen. Viele Photos zeigen, dass noch verbrannte Autos, Motorräder und Fahrräder auf den Straßen liegen.

Augenzeugen sagten, die Krawallen hätten am 13.03. gegen 13:10 Uhr begonnen. Es tauchten einige mit Stöcken und Messern Bewaffnete auf den Hauptstraßen auf; in der Nähe vom Ramoche-Kloster kam es zu einem Zusammenstoß von Krawallmachern und Sicherheitskräften. Gegen 14 Uhr sammelten sich der Mob und fing an, die Läden auf den Hauptstraßen anzuzünden.

Journalisten der Xinhua-Nachrichtenagentur hatten beobachtet, dass viele der Gewalttätigen mit Rucksäcken voller Steinen und mit Brennmitteln befüllten Flaschen unterwegs waren. Einige hatten Stöcker aus Eisen oder Holz und Messer in der Hand. Dies zeigte, dass die Krawalle geplant und gut vorbereitet wurden. Restaurants, Läden und Büros wurden geplündert; Autos, Motorräder und Fahrräder wurden verbrannt.

Augenzeugen sagten, dass die Krawallmacher Leute auf den Straßen angegriffen haben, darunter auch Frauen und Kinder. Außerdem zerstörten sie alle Gegenstände entlang der Straßen.

Die Krawallmacher zündeten insgesamt mehr als 160 Häuser an, darunter Banken, Druckereien, Läden, Schulen und Kliniken. Dies führte zum Zusammenbruch der Elektrizitäts- und Kommunikationsnetze. Läden in der Nähe vom Jokang-Kloster waren geschlossen.

Unter den Toten waren 2 Angestellte von Restaurants und 2 Ladeninhaber. Ein lokaler Beamter sagte, die Opfer seien alle unschuldige Bewohner.

Nach dem Ausbruch der Krawalle hat die tibetische Autonomregierung schnell reagiert und Polizei und Feuerwehr eingesetzt, um den Mob zu vertreiben, Brandstellen zu löschen und den Opfern zu helfen. Die Verletzten wurden rechtzeitig behandelt.

Die tibetische Autonomregierung äußerte sich dahingehend, dass die Polizei über 680 Opfer, darunter 3 japanische Touristen sowie Schüler und Lehrer in einer Grundschule und Mittelschule, gerettet hätte. Es wurde bestätigt, dass es keine ausländischen Verletzten gäbe.

CCTV.com (60-Minuten-Nachrichten), 16.03.08, Xinhua Agentur. Übersetzung durch AG Internationalismus.



 


 
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   Kommentar zum Artikel von Stephan:
Montag, 17.03.2008 - 17:09

erfreulicherweise scheint der weltweite Protest - verglichen mit den Horden, die für teuer Geld zu den Banalergüssen des Llama pilgerten - noch im überschaubaren Rahmen zu sein, einige 100 Exiltibeter, fein verteilt vor die Botschaften Chinas, solidarisieren sich im Randalieren.

Trotzdem wird man darauf gefasst sein müssen, beim unschuldigen Pilgern durch die Fußgängerzone einem Protesttischchen einer "Tibet-Initiative" begegnen zu können, wohl dem, der neben ausgesuchten Beleidigungen gegen den Ozean der Weisheit gleich einige Fakten über das tatsächliche Geschehen in Tibet zur Hand hat. Hier helfen die abgedruckten Artikel natürlich enorm, hoffentlich werden sie fortgesetzt.

Ein Olympiaboykott ist dagegen nicht zu erwarten, die entscheidende Wende war nicht der recht nutzlose Boykott 1980 sondern geschah vier Jahre später, als Organisator Peter Ueberroth erstmal in der Geschichte der Olympiade ein sattes Plus erwirtschaftete. Mittlerweile wird mit den fünf Ringen derart viel Geld gescheffelt, ob Fernsehrechte oder Zucker-Zuckercouleur-Brause, dass ein Ausstieg der wichtigsten Industrienationen (oder ein anderes Wort mit "I" für diese Länder) wegen irgendwelcher mittelalterlicher Prügelmönche vollkommen absurd erscheint.


   Kommentar zum Artikel von klemens:
Montag, 17.03.2008 - 09:33

Gut einmal eine andere Meinung dazu zu hören. In der lokalen Zeitung bei uns ist das ja etwas anders herübergekommen, so quasi demonstrierende Mönche werden niedergeschossen.

Die Meldung im anderen Bericht ist auch interessant [Link] . Allein die Notwenigkeit die der Dalai Lama sieht einen Aufruf zu abzugeben die Gewalt nicht zu unterstützen, ist ja schon sehr bezeichnend. Wenn er wirklich so friedliebend wäre, wie er behauptet, wüsste sowieso jeder das er gegen Gewalt ist und bräuchte dies hier nicht extra noch zu betonen, oder?