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Am 29. No¬≠vem¬≠ber 2016 hat SPD-Bun¬≠des¬≠ar¬≠beits¬≠mi¬≠nis¬≠te¬≠rin An¬≠drea Nah¬≠les in Ber¬≠lin un¬≠ter dem Logo ¬ĄAr¬≠beit wei¬≠ter den¬≠ken¬ď das o.g. Wei√übuch als Er¬≠geb¬≠nis und Do¬≠ku¬≠ment ei¬≠nes an¬≠dert¬≠halbj√§hri¬≠gen ¬Ąge¬≠sell¬≠schaft¬≠li¬≠chen Dia¬≠logs¬ď vor¬≠ge¬≠stellt. In ih¬≠rem Vor¬≠wort stellt sie u. a. dazu fest: Da¬≠mit soll ein ¬ĄIm¬≠puls zur¬≠ge¬≠sell¬≠schaft¬≠li¬≠chen Ge¬≠stal¬≠tung der Zu¬≠kunft der Ar¬≠beit¬ď ge¬≠ge¬≠ben wer¬≠den. Ihre Dia¬≠log¬≠part¬≠ner beim Im¬≠pul¬≠se¬≠ge¬≠ben wa¬≠ren hier¬≠bei ¬ĄEx¬≠per¬≠tin¬≠nen und Ex¬≠per¬≠ten der So¬≠zi¬≠al¬≠part¬≠ner¬ď, der ¬ĄVerb√§nde, Un¬≠ter¬≠neh¬≠men un¬≠d¬≠ Wis¬≠sen¬≠schaft¬ď. Sie ha¬≠ben sich zu 30 Fra¬≠gen, die Di¬≠gi¬≠ta¬≠li¬≠sie¬≠rung und ihre Aus¬≠wir¬≠kun¬≠gen auf die Ge¬≠sell¬≠schaft und die ¬ĄAr¬≠beits¬≠welt von mor¬≠gen¬ď ge√§u√üert, die im April 2015 im vom Bun¬≠des¬≠ar¬≠beits¬≠mi¬≠nis¬≠te¬≠ri¬≠um her¬≠aus¬≠ge¬≠ge¬≠be¬≠nen ¬ĄGr√ľnbuch Ar¬≠bei¬≠ten 4.0¬ď ver√∂ffent¬≠licht wur¬≠den.

Die dar¬≠an Be¬≠tei¬≠lig¬≠ten ¬Ąha¬≠ben uns mit ih¬≠rem Bei¬≠trag auf neue Wege ge¬≠bracht¬ď, hat Nah¬≠les dazu erkl√§rt. Ein Teil der ent¬≠spre¬≠chen¬≠den Ant¬≠wor¬≠ten und Stel¬≠lung¬≠nah¬≠men so¬≠wie die vom Mi¬≠nis¬≠te¬≠ri¬≠um dar¬≠aus ge¬≠zo¬≠ge¬≠nen Schluss¬≠fol¬≠ge¬≠run¬≠gen sind jetzt im als ¬ĄDis¬≠kus¬≠si¬≠ons¬≠ent¬≠wurf¬ď und bis¬≠her ohne ge¬≠setz¬≠li¬≠che Bin¬≠dun¬≠gen be¬≠zeich¬≠ne¬≠ten Wei√übuch nach¬≠zu¬≠le¬≠sen (mit Glos¬≠sar und sons¬≠ti¬≠gen Anh√§ngen 234 Sei¬≠ten, ab¬≠ruf¬≠bar un¬≠ter www.ar¬≠bei¬≠ten¬≠vier¬≠null.de). Da¬≠bei blei¬≠ben die ¬Ąneu¬≠en Wege¬ď auch in der f√ľr die Ar¬≠beit am Wei√übuch ge¬≠mach¬≠ten Stu¬≠die, ¬ĄWer¬≠te¬≠wel¬≠ten Ar¬≠bei¬≠ten 4.0¬ď al¬≠ler¬≠dings die al¬≠ten. Die Klas¬≠sen¬≠spal¬≠tung, der un¬≠vers√∂hn¬≠li¬≠che Wi¬≠der¬≠spruch zwi¬≠schen Ar¬≠beit und Ka¬≠pi¬≠tal, die ge¬≠sell¬≠schaft¬≠li¬≠che Rea¬≠lit√§t im ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ti¬≠schen Aus¬≠beu¬≠tungs¬≠sys¬≠tem wird aus¬≠ge¬≠blen¬≠det. Poe¬≠tisch aus¬≠ge¬≠dr√ľckt ver¬≠schwin¬≠det sie hin¬≠ter ei¬≠nem bun¬≠ten Strau√ü von ge¬≠sell¬≠schaft¬≠li¬≠chem und kul¬≠tu¬≠rel¬≠lem Wan¬≠del, von Leit¬≠bil¬≠dern selbst¬≠be¬≠stimm¬≠ter Le¬≠bens¬≠entw√ľrfe, gu¬≠ter di¬≠gi¬≠ta¬≠ler und si¬≠che¬≠rer Ar¬≠beit mit der von vie¬≠len gew√ľnsch¬≠ten selbst¬≠be¬≠stimm¬≠ten ¬ĄAr¬≠beits¬≠zeit¬≠sou¬≠ver√§nit√§t¬ď usw. usf.

Da¬≠bei wird im ¬Ąer¬≠geb¬≠nis¬≠of¬≠fe¬≠nen ge¬≠sell¬≠schaft¬≠li¬≠chen Dia¬≠log¬ď durch part¬≠ner¬≠schaft¬≠li¬≠che Ver¬≠ein¬≠ba¬≠run¬≠gen der So¬≠zi¬≠al¬≠part¬≠ner der So¬≠zi¬≠al¬≠staat ge¬≠stal¬≠tet und der In¬≠dus¬≠trie- und Wirt¬≠schafts¬≠stand¬≠ort Deutsch¬≠land ge¬≠si¬≠chert. Das sind die Wol¬≠ken¬≠ku¬≠ckucks¬≠hei¬≠me, mit de¬≠nen den Lohn¬≠abh√§ngi¬≠gen un¬≠ter dem Ober¬≠be¬≠griff ¬ĄIn¬≠dus¬≠trie 4.0¬ď die Hir¬≠ne zu¬≠ge¬≠kleis¬≠tert wer¬≠den. Sie sind dazu ge¬≠dacht, sie von der t√§glich er¬≠leb¬≠ten Wirk¬≠lich¬≠keit in Be¬≠trieb, B√ľros und Ver¬≠wal¬≠tun¬≠gen ab¬≠zu¬≠len¬≠ken. Da¬≠bei wird ih¬≠nen und nat√ľrlich uns al¬≠len das ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ti¬≠sche Sys¬≠tem auch als wei¬≠ter¬≠hin al¬≠ter¬≠na¬≠tiv¬≠lo¬≠ser und √ľber den Klas¬≠sen ste¬≠hen¬≠der So¬≠zi¬≠al¬≠staat mit dem Ziel sei¬≠ner Ver¬≠ewi¬≠gung ver¬≠kauft und aufs Auge gedr√ľckt. Und al¬≠les, das Ar¬≠bei¬≠ten, der Ar¬≠beits¬≠schutz, die Ar¬≠beits¬≠zeit, das Ar¬≠beits¬≠recht ¬Ė ein¬≠sch¬≠lie√ülich ¬ĄSo¬≠zi¬≠al¬≠staat¬ď u.a. ¬Ė wird hier¬≠bei zum ¬Ą4.0¬ď-Be¬≠reich erkl√§rt. Das kommt ei¬≠ner Mar¬≠kie¬≠rung gleich, die deut¬≠lich ma¬≠chen soll, dass als un¬≠ab¬≠ding¬≠ba¬≠re Vor¬≠aus¬≠set¬≠zung f√ľr die ¬ĄGe¬≠stal¬≠tung der di¬≠gi¬≠ta¬≠len Ar¬≠beits¬≠welt¬ď von mor¬≠gen, in al¬≠len ¬Ą4.0¬ď-Be¬≠rei¬≠chen mit der Ab¬≠wei¬≠chung und/​oder Strei¬≠chung von bis¬≠he¬≠ri¬≠gen Rech¬≠ten zu rech¬≠nen ist ¬Ė oder an¬≠ders aus¬≠ge¬≠dr√ľckt: daf√ľr zwangsl√§ufig Op¬≠fer ge¬≠bracht wer¬≠den m√ľssen. Dass hier¬≠bei Ar¬≠beits¬≠recht und ins¬≠be¬≠son¬≠de¬≠re die Ar¬≠beits¬≠zeit im Vi¬≠sier der Ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ten steht, ist da¬≠bei nichts Neu¬≠es. Die auch als ¬Ąvier¬≠te in¬≠dus¬≠tri¬≠el¬≠le Re¬≠vo¬≠lu¬≠ti¬≠on¬ď be¬≠zeich¬≠ne¬≠te Di¬≠gi¬≠ta¬≠li¬≠sie¬≠rung dient ih¬≠nen ¬Ė wie der tech¬≠ni¬≠sche Fort¬≠schritt, Au¬≠to¬≠ma¬≠ti¬≠sie¬≠rung ¬Ė und vor al¬≠lem in der Ver¬≠gan¬≠gen¬≠heit dazu als Ve¬≠hi¬≠kel, um √ľber das Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠ge¬≠setz her¬≠zu¬≠fal¬≠len.

Um da¬≠bei mit An¬≠drea Nah¬≠les zu spre¬≠chen, ver¬≠su¬≠chen sie, die ¬ĄAr¬≠beits¬≠zeit¬ď wei¬≠ter ¬Ė hin zu mehr Fle¬≠xi¬≠bi¬≠li¬≠sie¬≠rung ¬Ė zu ¬Ąden¬≠ken¬ď, und ge¬≠setz¬≠li¬≠che Gren¬≠zen aus dem Weg zu r√§umen. Hier¬≠bei soll dann endg√ľltig Schluss ge¬≠macht wer¬≠den mit dem Acht-Stun¬≠den-Tag und eben¬≠falls mit der nach ¬ß 5 Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠ge¬≠setz gel¬≠ten¬≠den Ru¬≠he¬≠zeit von 11 Stun¬≠den zwi¬≠schen 2 Ar¬≠beits¬≠ta¬≠gen. Auf die¬≠sen Mit¬≠te 2015 neu¬≠er¬≠lich ge¬≠star¬≠te¬≠ten An¬≠griff des Ka¬≠pi¬≠tals mach¬≠te die IGM-F√ľhrung am 24.07.2015 in ei¬≠ner Mit¬≠tei¬≠lung auf¬≠merk¬≠sam, in der es hei√üt: ¬ĄAr¬≠beit¬≠ge¬≠ber¬≠ver¬≠tre¬≠ter ha¬≠ben die Bun¬≠des¬≠re¬≠gie¬≠rung auf¬≠ge¬≠for¬≠dert, den Acht-Stun¬≠den-Tag aus dem Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠ge¬≠setz zu strei¬≠chen und durch eine w√∂chent¬≠li¬≠che H√∂chst¬≠ar¬≠beits¬≠zeit zu er¬≠set¬≠zen.¬ď Der Vor¬≠s¬≠to√ü kam vom Ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ten¬≠ver¬≠band BDA, dem ¬ĄBund Deut¬≠scher Ar¬≠beit¬≠ge¬≠ber¬ď. Et¬≠was sp√§ter im Jahr, am 19.12.2015 erkl√§rte BDA-Pr√§si¬≠dent Ingo Kra¬≠mer im In¬≠ter¬≠view mit der Rhei¬≠ni¬≠schen Post: ¬ĄDer star¬≠re Acht-Stun¬≠den-Tag passt nicht mehr ins di¬≠gi¬≠ta¬≠le Zeit¬≠al¬≠ter, wir wol¬≠len mehr Be¬≠weg¬≠lich¬≠keit¬ď. Und dazu geh√∂rt nach sei¬≠ner Mei¬≠nung ¬Ąauch mal 12 Stun¬≠den ar¬≠bei¬≠ten¬ď.

Die T√ľr√∂ffner ¬Ė ¬ĄGr√ľn- und Wei√übuch Arbeiten 4.0¬ď

¬ĄSelbstausbeutung¬ď

Un¬≠ter die¬≠ser √úber¬≠schrift wird in der me¬≠tall¬≠zei¬≠tung von Ja¬≠nu¬≠ar 2016 auf den Sei¬≠ten 6 und 7 fest¬≠ge¬≠stellt: ¬ĄBesch√§ftig¬≠te, die ihre Ar¬≠beits¬≠zeit selbst be¬≠stim¬≠men k√∂nnen, ar¬≠bei¬≠ten l√§nger als an¬≠de¬≠re.¬ď

¬ĄGeregelt oder selbst gesteuert¬ď

¬Ą40 Pro¬≠zent der m√§nn¬≠li¬≠chen (und 33 Pro¬≠zent der weib¬≠li¬≠chen) Besch√§ftig¬≠ten k√∂nnen ihre Ar¬≠beits¬≠zeit zu¬≠min¬≠dest in ge¬≠wis¬≠sem Rah¬≠men selbst be¬≠stim¬≠men. So¬≠zi¬≠al¬≠wis¬≠sen¬≠schaft¬≠le¬≠rin Va¬≠ni¬≠ta Mat¬≠ta, Uni¬≠ver¬≠sit√§t Z√ľrich hat in ei¬≠ner Stu¬≠die er¬≠mit¬≠telt, dass 53 Pro¬≠zent der M√§nner mit stark selbst¬≠ge¬≠steu¬≠er¬≠ter Ar¬≠beits¬≠zeit mehr als 53 Stun¬≠den pro Wo¬≠che ar¬≠bei¬≠ten, bei de¬≠nen mit fes¬≠ten Ar¬≠beits¬≠zei¬≠ten sind es nur 19 Pro¬≠zent. 41 Pro¬≠zent der Selbst¬≠ent¬≠schei¬≠der ar¬≠bei¬≠ten jede Wo¬≠che zehn Stun¬≠den l√§nger, als sie m√∂ch¬≠ten. Bei fes¬≠ten Zei¬≠ten trifft das nur auf 17 Pro¬≠zent zu.¬ď

Zum glei¬≠chen The¬≠ma hei√üt es bei der Hans-B√∂ck¬≠ler-Stif¬≠tung im B√∂ck¬≠ler Im¬≠puls 15/​2015 auf Sei¬≠te 6: ¬ĄFes¬≠te Ar¬≠beits¬≠zei¬≠ten: Bei fes¬≠ten Ar¬≠beits¬≠zei¬≠ten ar¬≠bei¬≠ten 81 Pro¬≠zent bis zu 45 Stun¬≠den in der Wo¬≠che, 12 Pro¬≠zent zwi¬≠schen 45 und 50 Stun¬≠den und 7 Pro¬≠zent √ľber 50 Stun¬≠den w√∂chent¬≠lich.Selbst ge¬≠steu¬≠er¬≠te Ar¬≠beits¬≠zei¬≠ten: 47 Pro¬≠zent bis 45 Stun¬≠den, 12 Pro¬≠zent 45-50 Stun¬≠den und 25 Pro¬≠zent √ľber 50 Stun¬≠den in der Wo¬≠che.¬ď

Und auf S. 7: ¬ĄDer Stress nimmt zu¬ď

¬āDGB-In¬≠dex Gute Ar¬≠beit¬Ď un¬≠ter¬≠sucht Be¬≠las¬≠tun¬≠gen:

¬ĄKaum eine Pau¬≠se, im¬≠mer am Ren¬≠nen: Mehr als die H√§lfte der Besch√§ftig¬≠ten, ex¬≠akt 52 Pro¬≠zent, ste¬≠hen bei der Ar¬≠beit sehr h√§ufig oder oft un¬≠ter Zeit¬≠druck oder f√ľhlen sich ge¬≠hetzt. Das ist ein Er¬≠geb¬≠nis der Um¬≠fra¬≠ge ¬āDGB-In¬≠dex Gute Ar¬≠beit¬Ď. F√ľr die rund 4.900 Men¬≠schen be¬≠fragt wur¬≠den. Die For¬≠scher kon¬≠zen¬≠trier¬≠ten sich auf die Ar¬≠beits¬≠in¬≠ten¬≠sit√§t der Besch√§ftig¬≠ten, sie woll¬≠ten her¬≠aus¬≠fin¬≠den, was die Gr√ľnde f√ľr Stress sind und wie sich die¬≠ser aus¬≠wirkt. Die Be¬≠fun¬≠de sind ein¬≠deu¬≠tig: 65 Pro¬≠zent der¬≠je¬≠ni¬≠gen, die sich oft ge¬≠hetzt f√ľhlen, sa¬≠gen, dass sie zu vie¬≠le Auf¬≠ga¬≠ben gleich¬≠zei¬≠tig bew√§lti¬≠gen m√ľssen, 63 Pro¬≠zent der Be¬≠frag¬≠ten ge¬≠ben an, dass bei ih¬≠nen zu we¬≠nig Per¬≠so¬≠nal f√ľr die an¬≠ste¬≠hen¬≠den Auf¬≠ga¬≠ben vor¬≠han¬≠den ist. Das f√ľhrt rasch zu ge¬≠sund¬≠heit¬≠li¬≠chen Pro¬≠ble¬≠men. 56 Pro¬≠zent der¬≠je¬≠ni¬≠gen, die un¬≠ter Zeit¬≠druck ste¬≠hen, ge¬≠ben an, sehr h√§ufig oder oft auch in der ar¬≠beits¬≠frei¬≠en Zeit nicht rich¬≠tig ab¬≠schal¬≠ten zu k√∂nnen.¬ď
Da¬≠mit ist die SPD-Bun¬≠des¬≠ar¬≠beits¬≠mi¬≠nis¬≠te¬≠rin den Ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ten auf dem Wege f√ľr ¬Ąmehr Be¬≠weg¬≠lich¬≠keit¬ď ein gu¬≠tes St√ľck ent¬≠ge¬≠gen¬≠ge¬≠kom¬≠men. Im Gr√ľnbuch wird so z.B. sinn¬≠gem√§√ü aus¬≠gef√ľhrt, man d√ľrfe die mit der ¬ĄDi¬≠gi¬≠ta¬≠li¬≠sie¬≠rung der Ar¬≠beit¬ď ver¬≠bun¬≠de¬≠nen enor¬≠men ¬ĄChan¬≠cen f√ľr Un¬≠ter¬≠neh¬≠men, Besch√§ftig¬≠te und den Wirt¬≠schafts¬≠stand¬≠ort Deutsch¬≠land¬ď nicht durch Fest¬≠hal¬≠ten am ak¬≠tu¬≠el¬≠len Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠re¬≠gime gef√§hr¬≠den. Nah¬≠les hat da¬≠bei gleich¬≠zei¬≠tig erkl√§rt: ¬ĄWir brau¬≠chen ei¬≠nen neu¬≠en so¬≠zia¬≠len Kom¬≠pro¬≠miss¬ď und sich mit der For¬≠de¬≠rung an die ¬ĄSo¬≠zi¬≠al¬≠part¬≠ner¬ď ge¬≠stei¬≠gert, sich auf ei¬≠nen ¬Ąneu¬≠en¬≠Fle¬≠xi¬≠bi¬≠lit√§ts¬≠kom¬≠pro¬≠miss¬ď (Gr√ľnbuch S. 51) zu ei¬≠ni¬≠gen, der ¬ĄdieIn¬≠ter¬≠es¬≠sen von Un¬≠ter¬≠neh¬≠men und Besch√§ftig¬≠ten aus¬≠ta¬≠rie¬≠ren¬ď soll.

Was beim bis¬≠he¬≠ri¬≠gen ¬ĄAus¬≠ta¬≠rie¬≠ren¬ď und ¬ĄFle¬≠xi¬≠bi¬≠li¬≠sie¬≠ren¬ď f√ľr die Ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ten ins¬≠be¬≠son¬≠de¬≠re bei der Wo¬≠chen¬≠ar¬≠beits¬≠zeit raus¬≠ge¬≠sprun¬≠gen ist, ist be¬≠kannt. Die h√§lt sich n√§mlich trotz al¬≠ler ta¬≠rif¬≠li¬≠chen Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠verk√ľrzun¬≠gen seit vie¬≠len Jah¬≠ren mit ei¬≠nem Mil¬≠li¬≠ar¬≠den¬≠berg ent¬≠lohn¬≠ter und un¬≠ent¬≠lohn¬≠ter √úber¬≠stun¬≠den kon¬≠stant auf dem Ni¬≠veau von 41 bis 42 Stun¬≠den. ¬ĄLaut ei¬≠ner Stu¬≠die zum DGB-In¬≠dex Gute Ar¬≠beit ar¬≠bei¬≠tet hier¬≠bei je¬≠der drit¬≠te Voll¬≠zeit¬≠besch√§ftig¬≠te 45 Stun¬≠den pro Wo¬≠che und mehr. Etwa je¬≠der sechs¬≠te ar¬≠bei¬≠te so¬≠gar mehr als 48 Stun¬≠den pro Wo¬≠che ... Ins¬≠ge¬≠samt 60 Pro¬≠zent al¬≠ler Besch√§ftig¬≠ten ar¬≠bei¬≠ten re¬≠gelm√§√üig l√§nger, als es im Ver¬≠trag steht und kei¬≠nes¬≠wegs im¬≠mer wird die¬≠se Ar¬≠beit be¬≠zahlt. Die Stu¬≠die zeigt: Je l√§nger die tats√§chli¬≠che Ar¬≠beits¬≠zeit aus¬≠ge¬≠dehnt wird, des¬≠to h√§ufi¬≠ger ar¬≠bei¬≠ten die Besch√§ftig¬≠ten zum Null¬≠ta¬≠rif¬ď (me¬≠tall¬≠zei¬≠tung April 2016). In dem Zu¬≠sam¬≠men¬≠hang mel¬≠de¬≠te das sta¬≠tis¬≠ti¬≠sche Bun¬≠des¬≠amt 2016 eine durch¬≠schnitt¬≠li¬≠che Wo¬≠chen¬≠ar¬≠beits¬≠zeit von 42 Stun¬≠den f√ľr 2014 f√ľr alle voll¬≠zeit¬≠besch√§ftig¬≠ten Lohn¬≠abh√§ngi¬≠gen.
Je¬≠der in der Ge¬≠samt¬≠wirt¬≠schaft Besch√§ftig¬≠te war dar¬≠an nach Aus¬≠sa¬≠ge der Bun¬≠des¬≠agen¬≠tur f√ľr Ar¬≠beit mit im Schnitt 48,9 √úber¬≠stun¬≠den be¬≠tei¬≠ligt ¬Ė da¬≠von 27,8 Stun¬≠den un¬≠be¬≠zahlt. Nach ei¬≠ner Mel¬≠dung des IGM-Vor¬≠stands ha¬≠ben die 3,7 Mil¬≠lio¬≠nen in der Me¬≠tall- und Elek¬≠tro¬≠in¬≠dus¬≠trie Ar¬≠bei¬≠ten¬≠den dem Ka¬≠pi¬≠tal da¬≠bei ¬ĄAr¬≠beits¬≠zeit im Wert von 1,72 Mil¬≠li¬≠ar¬≠den Euro ge¬≠schenkt¬ď. Ganz √§hn¬≠lich in 2015. Die me¬≠tall¬≠zei¬≠tung von Au¬≠gust 2016 be¬≠rich¬≠tet auf Sei¬≠te 15 von ei¬≠ner ¬ĄMil¬≠li¬≠ar¬≠de un¬≠be¬≠zahl¬≠ter √úber¬≠stun¬≠den¬ď. √Ąhn¬≠lich in ei¬≠nem bei der Rosa Lu¬≠xem¬≠burg Stif¬≠tung zum ¬ĄWei√übuch¬ď er¬≠schie¬≠ne¬≠nen Ar¬≠ti¬≠kel. Dar¬≠in be¬≠rich¬≠tet der Jour¬≠na¬≠list und Au¬≠tor J√∂rn Boewe am 7. De¬≠zem¬≠ber 2016 u.a.: ¬ĄNach Er¬≠he¬≠bun¬≠gen des In¬≠sti¬≠tuts f√ľr Ar¬≠beits¬≠markt- und Be¬≠rufs¬≠for¬≠schung (IAB) der Bun¬≠des¬≠agen¬≠tur f√ľr Ar¬≠beit hat 2015 je¬≠der und jede abh√§ngig Besch√§ftig¬≠te im Schnitt 46,8 Stun¬≠den l√§nger ge¬≠ar¬≠bei¬≠tet als ver¬≠trag¬≠lich ver¬≠ein¬≠bart. Mehr als die H√§lfte die¬≠ser √úber¬≠stun¬≠den wur¬≠de nicht be¬≠zahlt: Laut IAB ha¬≠ben die Besch√§ftig¬≠ten 2015 den Un¬≠ter¬≠neh¬≠mern ein Ar¬≠beits¬≠vo¬≠lu¬≠men von 997,1 Mil¬≠lio¬≠nen Stun¬≠den ge¬≠schenkt. (IAB-Kurz¬≠be¬≠richt 06/​2016) Dies ent¬≠spricht ei¬≠ner Lohn¬≠sum¬≠me von rund 15 Mil¬≠li¬≠ar¬≠den Euro.¬ď

Die 35-Stunden-Woche ¬Ė ¬ĄKalter Kaffee¬ď

Mit die¬≠ser Ant¬≠wort hat die ehe¬≠ma¬≠li¬≠ge Juso-Vor¬≠sit¬≠zen¬≠de Nah¬≠les auf die Fra¬≠ge der Zei¬≠tung jun¬≠ge Welt (jW) re¬≠agiert, was sie im Zu¬≠sam¬≠men¬≠hang mit der durch die Di¬≠gi¬≠ta¬≠li¬≠sie¬≠rung zu bef√ľrch¬≠ten¬≠de Ar¬≠beits¬≠platz¬≠ver¬≠nich¬≠tung von For¬≠de¬≠run¬≠gen nach Einf√ľhrung ei¬≠ner 35-Stun¬≠den-Wo¬≠che hal¬≠te ( jW 28.9.2016). Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠verk√ľrzung kommt auch vor dem Hin¬≠ter¬≠grund der o.g. Fak¬≠ten¬≠la¬≠ge bei der Ar¬≠beits¬≠zeit we¬≠der im ¬ĄGr√ľn¬ď- noch im ¬ĄWei√übuch¬ď vor. Statt¬≠des¬≠sen hat die Mi¬≠nis¬≠te¬≠rin in ei¬≠nem Gast¬≠bei¬≠trag f√ľr die FAZ am 21.06.2016 erkl√§rt: ¬ĄNicht im¬≠mer ent¬≠spricht das Kor¬≠sett des Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠rechts den spe¬≠zi¬≠fi¬≠schen Bed√ľrf¬≠nis¬≠sen be¬≠stimm¬≠ter Be¬≠trie¬≠be oder Besch√§ftig¬≠ter. Hier k√∂nnte der ge¬≠setz¬≠li¬≠che Rah¬≠men et¬≠was er¬≠wei¬≠tert wer¬≠den, un¬≠ter der Vor¬≠aus¬≠set¬≠zung ¬āaus¬≠ge¬≠han¬≠del¬≠ter Fle¬≠xi¬≠bi¬≠lit√§t¬Ď, die ei¬≠nen Ta¬≠rif¬≠ver¬≠trag und eine Be¬≠triebs¬≠ver¬≠ein¬≠ba¬≠rung vor¬≠aus¬≠setzt.¬ď In die¬≠sem Sin¬≠ne hei√üt es jetzt im Wei√übuch auf Sei¬≠te 11: ¬ĄDas BMAS wird da¬≠her auch k√ľnf¬≠tig bei Ge¬≠set¬≠zes¬≠vor¬≠ha¬≠ben ein Mehr an Re¬≠gu¬≠lie¬≠rungsm√∂glich¬≠kei¬≠ten an das Be¬≠ste¬≠hen von Ta¬≠rif¬≠vertr√§gen kn√ľpfen.¬ď

In die¬≠sem Fall sol¬≠len die ¬ĄSo¬≠zi¬≠al¬≠part¬≠ner¬ď, die Ta¬≠rif¬≠ver¬≠trags¬≠par¬≠tei¬≠en je nach Si¬≠tua¬≠ti¬≠on auf¬≠ein¬≠an¬≠der los¬≠ge¬≠hen oder part¬≠ner¬≠schaft¬≠lich den Ka¬≠pi¬≠tal¬≠bed√ľrf¬≠nis¬≠sen ent¬≠spre¬≠chend, ge¬≠setz¬≠li¬≠che Min¬≠dest¬≠rech¬≠te durch Ta¬≠rif¬≠vertr√§ge un¬≠ter¬≠lau¬≠fen. Die Re¬≠gie¬≠rung kann da¬≠bei ihre H√§nde in Un¬≠schuld wa¬≠schen und wie z. B. 2016 ge¬≠sche¬≠hen, die √Ąnde¬≠rung des Ar¬≠beit¬≠neh¬≠mer√ľber¬≠las¬≠sungs¬≠ge¬≠set¬≠zes auch noch als St√§rkung der Mit¬≠be¬≠stim¬≠mung und Ta¬≠rif¬≠au¬≠to¬≠no¬≠mie ver¬≠kau¬≠fen. In den vor¬≠an¬≠ge¬≠gan¬≠ge¬≠nen Aus¬≠ga¬≠ben der KAZ ha¬≠ben wir √∂fter dar√ľber be¬≠rich¬≠tet, wie die ¬ĄSo¬≠zi¬≠al¬≠part¬≠ner¬ď hier¬≠bei den im Ge¬≠setz f√ľr die von Leih¬≠ar¬≠beit Be¬≠trof¬≠fe¬≠nen ver¬≠wirk¬≠lich¬≠ten Rechts¬≠an¬≠spruch auf ¬Ąequal pay¬ď ¬Ė glei¬≠cher Lohn f√ľr glei¬≠che Ar¬≠beit ¬Ė jah¬≠re¬≠lang durch Ta¬≠rif¬≠vertr√§ge aus¬≠ge¬≠he¬≠belt ha¬≠ben. Jetzt soll es dem Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠ge¬≠setz, dem Acht-Stun¬≠den-Tag auf glei¬≠che oder √§hn¬≠li¬≠che Wei¬≠se ans Fell ge¬≠hen. Das wird jetzt seit Be¬≠ginn die¬≠ses Jah¬≠res in ei¬≠ner zweij√§hri¬≠gen Ex¬≠pe¬≠ri¬≠men¬≠tier¬≠pha¬≠se ¬Ė ¬Ąwis¬≠sen¬≠schaft¬≠lich be¬≠glei¬≠tet und ta¬≠rif¬≠ver¬≠trag¬≠lich ab¬≠ge¬≠si¬≠chert¬ď ¬Ė als Ver¬≠such ge¬≠star¬≠tet. Um dem Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠recht da¬≠bei das ¬ĄKor¬≠sett¬ď aus¬≠zu¬≠zie¬≠hen, hat An¬≠drea Nah¬≠les mit der fol¬≠gen¬≠den Aus¬≠sa¬≠ge ihr sch√∂ns¬≠tes tro¬≠ja¬≠ni¬≠sches Pferd aus dem Stall ge¬≠las¬≠sen: ¬ĄMein Vor¬≠schlag daf√ľr ist ein Wahl¬≠ar¬≠beits¬≠zeit¬≠ge¬≠setz, das ei¬≠nen neu¬≠en Rah¬≠men daf√ľr setzt. Mit Rech¬≠ten f√ľr Besch√§ftig¬≠te, ihre Ar¬≠beits¬≠zeit der Le¬≠bens¬≠pha¬≠se an¬≠zu¬≠pas¬≠sen, oder Lage der Ar¬≠beits¬≠zeit und Ort der Ar¬≠beit mit dem Ar¬≠beit¬≠ge¬≠ber er√∂rtern zu k√∂nnen.¬ď

Na, wenn das kein An¬≠ge¬≠bot ist, ein ¬ĄWahl¬≠ar¬≠beits¬≠zeit¬≠ge¬≠setz¬ď, wo¬≠bei je¬≠der bei der Ar¬≠beits¬≠zeit-er√∂rte¬≠rung mit dem Ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ten nach ¬ĄLe¬≠bens¬≠pha¬≠sen¬ď ori¬≠en¬≠tiert und ¬Ąselbst¬≠be¬≠stimmt¬ď ausw√§hlen kann, wel¬≠ches jah¬≠re¬≠lang erk√§mpf¬≠te Ar¬≠bei¬≠ter-schutz¬≠recht ab¬≠ger√§umt wird. Das ist gleich¬≠be¬≠deu¬≠tend mit der Auf¬≠for¬≠de¬≠rung an die Ar¬≠bei¬≠te¬≠rin¬≠nen und Ar¬≠bei¬≠ter, die Ar¬≠beits¬≠schutz¬≠klei¬≠dung in der Fa¬≠brik, Schutz¬≠bril¬≠le, Schwei√üschirm, Si¬≠cher¬≠heits¬≠schu¬≠he und al¬≠les an¬≠de¬≠re, was dazu geh√∂rt, ein¬≠fach mal f√ľr zwei Jah¬≠re an den Na¬≠gel zu h√§ngen, um zu tes¬≠ten, wie das aus¬≠geht. (sie¬≠he dazu: Das ¬Ąat¬≠men¬≠de Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠kon¬≠to¬ď)

Das ¬Ąatmende Arbeitszeitkonto¬ď

Yas¬≠min Fa¬≠hi¬≠mi, SPD-Staats¬≠se¬≠kret√§rin im Ar¬≠beits¬≠mi¬≠nis¬≠te¬≠ri¬≠um und Ehe¬≠frau des IGBCE-Vor¬≠sit¬≠zen¬≠den Vas¬≠si¬≠lia¬≠dis (Vor¬≠sit¬≠zen¬≠der der ¬ĄStif¬≠tung neue Ver¬≠ant¬≠wor¬≠tung¬ď), hat auf ei¬≠nem Kon¬≠gress von ver.di im Ok¬≠to¬≠ber 2016 zum be¬≠ab¬≠sich¬≠tig¬≠ten ¬ĄWahl¬≠ar¬≠beits¬≠zeit¬≠ge¬≠setz¬ď be¬≠klagt, die Ar¬≠beit¬≠ge¬≠ber h√§tten ihr Ver¬≠spre¬≠chen, dass mit der ge¬≠for¬≠der¬≠ten Fle¬≠xi¬≠bi¬≠lit√§t ¬Ądie Frei¬≠heit des Ein¬≠zel¬≠nen w√§chst¬ď, nicht ein¬≠ge¬≠hal¬≠ten. Dar¬≠um w√§re es Zeit, ¬Ąein St√ľck Ver¬≠ein¬≠ba¬≠rungs¬≠kul¬≠tur in den Fle¬≠xi¬≠bi¬≠lit√§ts¬≠rah¬≠men zur√ľck¬≠zu¬≠ho¬≠len¬ď, um der √úber¬≠for¬≠de¬≠rung des Ein¬≠zel¬≠nen ent¬≠ge¬≠gen¬≠zu¬≠wir¬≠ken. Als L√∂sung hat sie da¬≠bei ein ¬Ąat¬≠men¬≠des Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠kon¬≠to¬ď vor¬≠ge¬≠schla¬≠gen, √ľber das je¬≠der selbst be¬≠stimmt und dazu fest¬≠ge¬≠stellt: ¬ĄDas nen¬≠nen wir Fle¬≠xi¬≠bi¬≠lit√§ts¬≠kom¬≠pro¬≠miss¬ď (hei¬≠se on¬≠line 30.11.2016).

Ihr ist bei ih¬≠ren Ausf√ľhrun¬≠gen of¬≠fen¬≠sicht¬≠lich ent¬≠gan¬≠gen, dass die ¬ĄTa¬≠rif¬≠part¬≠ner¬ď beim ¬ĄFle¬≠xi¬≠bi¬≠lit√§t At¬≠men¬ď ¬Ė und hier¬≠bei die IGM-F√ľhrung an vor¬≠ders¬≠ter Stel¬≠le ¬Ė nicht nur Schritt¬≠ma¬≠cher¬≠diens¬≠te, son¬≠dern gan¬≠ze Ar¬≠beit ge¬≠leis¬≠tet ha¬≠ben. Vie¬≠le Ta¬≠rif¬≠vertr√§ge wur¬≠den da¬≠bei durch Zu¬≠gest√§nd¬≠nis¬≠se der so¬≠zi¬≠al¬≠de¬≠mo¬≠kra¬≠ti¬≠schen Ge¬≠werk¬≠schaftsf√ľhrer zu ¬Ą√Ėff¬≠nungs-, Dif¬≠fe¬≠ren¬≠zie¬≠rungs- u. a. Klau¬≠seln¬ď zum Fli¬≠cken¬≠tep¬≠pich ge¬≠macht. Da¬≠mit wur¬≠de es dem Ka¬≠pi¬≠tal √ľber Jah¬≠re hin¬≠weg erm√∂glicht, sich den ¬Ąstar¬≠ren Acht¬≠stun¬≠den¬≠tag¬ď √ľber x-Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠mo¬≠del¬≠le so zu¬≠recht zu bie¬≠gen, wie es die Pro¬≠duk¬≠ti¬≠ons¬≠be¬≠din¬≠gun¬≠gen und Pro¬≠fit¬≠bed√ľrf¬≠nis¬≠se ge¬≠ra¬≠de ver¬≠lan¬≠gen. Zus√§tz¬≠lich ha¬≠ben Tau¬≠sen¬≠de Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠kon¬≠ten al¬≠ler Art, zu de¬≠ren Ab¬≠schluss die Be¬≠triebsr√§te auf¬≠ge¬≠for¬≠dert wur¬≠den, ¬Ąaus¬≠ge¬≠at¬≠met¬ď ¬Ė und das tun sie im¬≠mer noch ¬Ė, was an ge¬≠setz¬≠li¬≠chem oder ta¬≠rif¬≠li¬≠chem Schutz der Re¬≠gel¬≠ar¬≠beits¬≠zeit noch nicht auf der Stre¬≠cke ge¬≠blie¬≠ben ist.

Gleich¬≠zei¬≠tig wur¬≠de und wird das im Ar¬≠beits¬≠recht im¬≠mer noch gel¬≠ten¬≠de ¬ĄUn¬≠ter¬≠neh¬≠mer¬≠ri¬≠si¬≠ko¬ď auf die ¬ĄFrei¬≠heit des Ein¬≠zel¬≠nen¬ď n√§mlich der Lohn¬≠abh√§ngi¬≠gen ab¬≠gew√§lzt. Wenn die Ar¬≠beit ge¬≠ra¬≠de mal nicht so dick ist, wer¬≠den Ar¬≠bei¬≠ter und An¬≠ge¬≠stell¬≠te nach Hau¬≠se oder in Ur¬≠laub ge¬≠schickt. Ar¬≠beits¬≠zei¬≠ten, f√ľr die der Ka¬≠pi¬≠ta¬≠list nor¬≠mal Lohn zah¬≠len m√ľsste, wer¬≠den jetzt aus dem Kon¬≠to der Be¬≠leg¬≠schaft ge¬≠zahlt. Was fr√ľher als be¬≠zahl¬≠te Ar¬≠beits¬≠zeit ab¬≠ge¬≠rech¬≠net wur¬≠de ¬Ė Arzt¬≠be¬≠su¬≠che u.a.m. ¬Ė, wird seit Jah¬≠ren viel¬≠fach als Frei¬≠zeit¬≠vergn√ľgen der Besch√§ftig¬≠ten be¬≠han¬≠delt. Wof√ľr hast du denn ein Zeit¬≠kon¬≠to? Hei√üt das, dar¬≠auf wer¬≠den auch alle √úber¬≠stun¬≠den ge¬≠scho¬≠ben? √úber Zu¬≠schl√§ge f√ľr den zus√§tz¬≠li¬≠chen Ver¬≠sch¬≠lei√ü an Ar¬≠beits¬≠kraft wird in den meis¬≠ten F√§llen schon gar nicht mehr ge¬≠spro¬≠chen. Es wird ja aus¬≠ge¬≠gli¬≠chen und da¬≠mit sind es kei¬≠ne √úber¬≠stun¬≠den mehr. Da¬≠von ab¬≠ge¬≠se¬≠hen ver¬≠fal¬≠len in vie¬≠len Be¬≠trie¬≠ben mit Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠kon¬≠ten Tei¬≠le der an¬≠ge¬≠sam¬≠mel¬≠ten Zeit¬≠gut¬≠ha¬≠ben. Sie wer¬≠den ein¬≠fach ge¬≠stri¬≠chen, weil sie die f√ľrs Kon¬≠to fest¬≠ge¬≠leg¬≠te H√∂chst¬≠stun¬≠den¬≠zahl √ľber¬≠schrei¬≠ten oder √ľber¬≠schrit¬≠ten ha¬≠ben. Bei ei¬≠ner Be¬≠fra¬≠gung von 3.000 Be¬≠triebsr√§ten hat der IGM-Vor¬≠stand fest¬≠ge¬≠stellt: ¬ĄIn den Be¬≠trie¬≠ben¬≠e¬≠xis¬≠tie¬≠ren ge¬≠genw√§rtig zahl¬≠rei¬≠che un¬≠ter¬≠schied¬≠li¬≠che¬≠Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠re¬≠ge¬≠lun¬≠gen. Zum Ein¬≠satz kom¬≠men eine Viel¬≠zahl ver¬≠schie¬≠de¬≠ner Zeit-, Gleit¬≠zeit-, Lang¬≠zeit-, Mehr¬≠ar¬≠beits- oder Frei¬≠schicht¬≠kon¬≠ten ¬Ė zu¬≠meist ohne eine ge¬≠setz¬≠li¬≠che oder ta¬≠rif¬≠li¬≠che Grund¬≠la¬≠ge.¬ď (Me¬≠tall ¬Ądi¬≠rekt¬ď 1/​2017)

Wie schon an¬≠ge¬≠merkt, bleibt hier¬≠bei nicht aus, dass sich das Ka¬≠pi¬≠tal die¬≠sen ein¬≠mal in den Be¬≠trie¬≠ben durch¬≠ge¬≠setz¬≠ten ¬Ąge¬≠setz¬≠lo¬≠sen Zu¬≠stand¬ď als nor¬≠mal le¬≠ga¬≠li¬≠siert un¬≠ter die N√§gel rei√üen will.
¬ĄWir wis¬≠sen es noch nicht pr√§zise und ge¬≠nau¬ď, hat Nah¬≠les Ende No¬≠vem¬≠ber 2016 bei der Wei√übuch¬≠vor¬≠stel¬≠lung in Ber¬≠lin dazu fest¬≠ge¬≠stellt. ¬ĄWir m√ľssen es in der be¬≠trieb¬≠li¬≠chen Wirk¬≠lich¬≠kei¬≠ter¬≠pro¬≠ben. Wir m√ľssen ge¬≠mein¬≠sam ler¬≠nen: Un¬≠ter¬≠neh¬≠men, Besch√§ftig¬≠te, Wis¬≠sen¬≠schaft und Po¬≠li¬≠tik.¬ď

Was Frau Nah¬≠les nicht wei√ü, das wei√ü Rai¬≠ner Dul¬≠ger, Pr√§si¬≠dent vom Ka¬≠pi¬≠tal¬≠ver¬≠band Ge¬≠samt¬≠me¬≠tall umso ¬Ąpr√§zi¬≠ser und ge¬≠nau¬≠er¬ď. Im Gespr√§ch mit der Deut¬≠schen Pres¬≠se¬≠agen¬≠tur (dpa) in Ber¬≠lin hat er Nah¬≠les wie folgt ge¬≠lobt und fest¬≠ge¬≠stellt, was beim ¬Ąge¬≠mein¬≠sa¬≠men Ler¬≠nen¬ď f√ľr die ¬ĄWahl¬≠ar¬≠beits¬≠zeit¬ď in der ¬Ąbe¬≠trieb¬≠li¬≠chen Wirk¬≠lich¬≠keit¬ď raus¬≠kom¬≠men muss: ¬ĄIch hal¬≠tees f√ľr ei¬≠nen mu¬≠ti¬≠gen Schritt von Frau Nah¬≠les zu sa¬≠gen, lasst das doch mal die Ta¬≠rif¬≠part¬≠ner ma¬≠chen¬ď.
Nach sei¬≠nen Vor¬≠stel¬≠lun¬≠gen k√∂nnte da¬≠bei ein Ge¬≠setz ¬Ąso aus¬≠se¬≠hen, dass eine ta¬≠rif¬≠li¬≠che √Ėff¬≠nungs¬≠klau¬≠sel vor¬≠ge¬≠se¬≠hen und ge¬≠sagt wird: Statt des Acht¬≠stun¬≠den¬≠ta¬≠ges gilt eine Wo¬≠chen¬≠ar¬≠beits¬≠zeit von x Stun¬≠den.Wir m√ľssen das fle¬≠xi¬≠bi¬≠li¬≠sie¬≠ren. Der Acht¬≠stun¬≠den¬≠tag kann nicht mehr so starr sein wie bis¬≠her. Es muss ein¬≠fach m√∂glich sein, dass ein Mit¬≠ar¬≠bei¬≠ter nach¬≠mit¬≠tags um vier heim¬≠geht, das Kind aus der Kita ab¬≠holt, abends um 21 Uhr ins Bett bringt und sich dann noch¬≠mal zwei Stun¬≠den an die Ar¬≠beit setzt. Es geht dar¬≠um, dass sie in be¬≠stimm¬≠ten Le¬≠bens¬≠pha¬≠sen ein paar Jah¬≠re 40 oder 42 Stun¬≠den ar¬≠bei¬≠ten k√∂nnen¬ď. (News 23.12.2016)

Die Antwort des DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann

Das Wei√übuch set¬≠ze die ¬Ąrich¬≠ti¬≠gen Prio¬≠rit√§ten¬ď hat er ge¬≠gen√ľber der Pres¬≠se in Ber¬≠lin erkl√§rt. Da¬≠bei l√§sst sich an der oben auf¬≠ge¬≠zeig¬≠ten Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠ent¬≠wick¬≠lung leicht er¬≠ken¬≠nen, wer hier Prio¬≠rit√§ten setzt. Beim ¬Ąlasst das doch mal die Ta¬≠rif¬≠part¬≠ner ma¬≠chen¬ď sind die ¬ĄLe¬≠bens¬≠pha¬≠sen¬ď, die der Ka¬≠pi¬≠tal¬≠ver¬≠bandspr√§si¬≠dent den Lohn¬≠abh√§ngi¬≠gen ver¬≠ord¬≠nen will, f√ľr Mil¬≠lio¬≠nen l√§ngst jah¬≠re¬≠lan¬≠ge be¬≠trieb¬≠li¬≠che und ge¬≠sell¬≠schaft¬≠li¬≠che Wirk¬≠lich¬≠keit. Da¬≠bei ist die Dif¬≠fe¬≠renz zwi¬≠schen der f√ľr die west¬≠li¬≠chen Bun¬≠desl√§nder im Me¬≠tall- und Elek¬≠tro¬≠be¬≠reich so¬≠wie in der Druck¬≠in¬≠dus¬≠trie ta¬≠rif¬≠lich gel¬≠ten¬≠den 35-Stun¬≠den-Wo¬≠che im¬≠mer¬≠hin auf die Klei¬≠nig¬≠keit von 7 Stun¬≠den an¬≠ge¬≠wach¬≠sen. Und um 4,5 Stun¬≠den im Verh√§lt¬≠nis zur eben¬≠falls f√ľr die Westl√§nder fest¬≠ge¬≠stell¬≠ten, durch¬≠schnitt¬≠li¬≠chen ta¬≠rif¬≠li¬≠chen Ar¬≠beits¬≠zeit von 37,5 Stun¬≠den (im Os¬≠ten 38,7 Std., lt. WSI-Ta¬≠rif¬≠ar¬≠chiv). Da bleibt es nicht aus, dass die Ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ten ver¬≠su¬≠chen, die¬≠sen ein¬≠mal er¬≠reich¬≠ten Zu¬≠stand als Rechts¬≠an¬≠spruch f√ľr sich zu re¬≠kla¬≠mie¬≠ren und √ľber Ge¬≠setz, Ta¬≠rif¬≠ver¬≠trag, Be¬≠triebs- o. a. Ver¬≠ein¬≠ba¬≠run¬≠gen le¬≠ga¬≠li¬≠sie¬≠ren und ab¬≠si¬≠chern wol¬≠len.
Noch als Pr√§si¬≠dent der Ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ten¬≠ver¬≠ei¬≠ni¬≠gung S√ľdwest¬≠me¬≠tall hat der heu¬≠ti¬≠ge Ge¬≠samt¬≠me¬≠tall-Vor¬≠sit¬≠zen¬≠de Dul¬≠ger die Lo¬≠sung aus¬≠ge¬≠ge¬≠ben, die Ta¬≠rif¬≠vertr√§ge ge¬≠gen die Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten zu wen¬≠den und sie mit ei¬≠ge¬≠nen For¬≠de¬≠run¬≠gen an¬≠zu¬≠grei¬≠fen. Die jet¬≠zi¬≠gen For¬≠de¬≠run¬≠gen nach wei¬≠te¬≠rer Fle¬≠xi¬≠bi¬≠li¬≠sie¬≠rung und der da¬≠mit ver¬≠bun¬≠de¬≠ne An¬≠grif¬≠fe auf den Acht-Stun¬≠den-Tag die¬≠nen kei¬≠nem an¬≠de¬≠ren Zweck. Da¬≠mit sol¬≠len vor al¬≠lem die so¬≠zi¬≠al¬≠de¬≠mo¬≠kra¬≠ti¬≠schen Ge¬≠werk¬≠schaftsf√ľhrer un¬≠ter Druck ge¬≠setzt und zu wei¬≠te¬≠ren Zu¬≠gest√§nd¬≠nis¬≠sen beim Ab¬≠bau von Ar¬≠bei¬≠ter¬≠schutz¬≠rech¬≠ten, f√ľrs ¬ĄAr¬≠bei¬≠ten 4.0¬ď, ¬ĄWahl¬≠ar¬≠beits¬≠zeit¬≠ge¬≠setz¬ď u.a. ge¬≠presst wer¬≠den. Dem Ka¬≠pi¬≠tal geht es hier¬≠bei heu¬≠te nach wie vor um die Durch¬≠set¬≠zung der Zie¬≠le, die der Fa¬≠bri¬≠kant Bor¬≠sig 1924 for¬≠mu¬≠liert hat: Je¬≠dem Be¬≠trieb den Ta¬≠rif¬≠ver¬≠trag und die Be¬≠triebs¬≠ver¬≠ein¬≠ba¬≠rung, die das Pro¬≠fit¬≠ma¬≠chen nicht be¬≠hin¬≠dern. (sie¬≠he Kas¬≠ten ¬ĄAr¬≠beits¬≠zei¬≠ten zum Se¬≠gen der Wirt¬≠schaft)

Wir m√ľssen end¬≠lich un¬≠se¬≠re ¬ĄPrio¬≠rit√§ten set¬≠zen¬ď. Es geht nicht nur um un¬≠se¬≠re Le¬≠bens¬≠zeit, um un¬≠se¬≠re Ent¬≠rech¬≠tung. Seit Mo¬≠na¬≠ten k√§mp¬≠fen die franz√∂si¬≠schen Ar¬≠bei¬≠ter mit ih¬≠ren Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten ge¬≠gen den gro√üen An¬≠griff auf die 35-Stun¬≠den-Wo¬≠che, ge¬≠gen ihre Ent¬≠rech¬≠tung. Wenn wir das ¬ĄAr¬≠bei¬≠ten 4.0¬ď und die Eil¬≠fer¬≠tig¬≠keit un¬≠se¬≠rer Ge¬≠werk¬≠schaftsf√ľhrer dazu hin¬≠neh¬≠men, scha¬≠den wir auch un¬≠se¬≠ren Kol¬≠le¬≠gin¬≠nen und Kol¬≠le¬≠gen in Frank¬≠reich. Und ver¬≠wirk¬≠li¬≠chen so ei¬≠nen gro√üen Traum der Ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ten: ¬ĄEine Wo¬≠chen¬≠ar¬≠beits¬≠zeit von x Stun¬≠den¬ď.


Anhang:

In sei¬≠ner In¬≠for¬≠ma¬≠ti¬≠ons¬≠schrift RAT & TAT 249 schreibt der Ham¬≠bur¬≠ger Ar¬≠beits¬≠recht-An¬≠walt Rolf Geff¬≠ken zum ¬ĄWei√übuch Ar¬≠bei¬≠ten 4.0¬ď:

Arbeit 4.0 ¬Ė Arbeitsrecht in Gefahr!

Aktuelle Bedrohung des Arbeitsrechts

¬ĄDie franz√∂si¬≠schen Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten k√§mp¬≠fen seit Mo¬≠na¬≠ten ge¬≠gen die Zerst√∂rung ar¬≠beits¬≠recht¬≠li¬≠cher Er¬≠run¬≠gen¬≠schaf¬≠ten. In Deutsch¬≠land konn¬≠ten in den letz¬≠ten 30 Jah¬≠ren zahl¬≠rei¬≠che Stan¬≠dards des Ar¬≠beits¬≠rechts ohne je¬≠den Wi¬≠der¬≠stand der Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten ab¬≠ge¬≠baut wer¬≠den. Nun schrei¬≠tet die Bun¬≠des¬≠re¬≠gie¬≠rung un¬≠ter dem Stich¬≠wort ¬ĄAr¬≠beit 4.0¬ď of¬≠fen¬≠bar zu ei¬≠nem auch ideo¬≠lo¬≠gisch be¬≠glei¬≠te¬≠ten Ge¬≠ne¬≠ral¬≠an¬≠griff auf das Ar¬≠beits¬≠recht. Dies gibt Anla√ü, √ľber die bis¬≠he¬≠ri¬≠gen An¬≠grif¬≠fe auf das Ar¬≠beits¬≠recht hier¬≠zu¬≠lan¬≠de nach¬≠zu¬≠den¬≠ken und zu fra¬≠gen, ob und wenn ja wie sich die¬≠ses Pro¬≠jekt von an¬≠de¬≠ren Ak¬≠ti¬≠vit√§ten sol¬≠cher Art un¬≠ter¬≠schei¬≠det.

(¬Ö)

Als w√§re all die¬≠ses noch nicht ge¬≠nug, hat die Bun¬≠des¬≠re¬≠gie¬≠rung nun in ih¬≠rer In¬≠itia¬≠ti¬≠ve Ar¬≠beit 4.0 ei¬≠nen ideo¬≠lo¬≠gi¬≠schen Ge¬≠ne¬≠ral¬≠an¬≠griff auf das klas¬≠si¬≠sche Verst√§nd¬≠nis vom Ar¬≠beits¬≠recht als ei¬≠nem Schutz¬≠recht f√ľr Ar¬≠beit¬≠neh¬≠mer ge¬≠star¬≠tet. Un¬≠ter dem Vor¬≠wand ei¬≠ner an¬≠geb¬≠lich vier¬≠ten in¬≠dus¬≠tri¬≠el¬≠len Re¬≠vo¬≠lu¬≠ti¬≠on (¬Ądi¬≠gi¬≠ta¬≠le Re¬≠vo¬≠lu¬≠ti¬≠on¬ď) wird √ľbe¬≠r¬≠all dort, wo es di¬≠gi¬≠ta¬≠li¬≠sier¬≠te Ar¬≠beitspl√§tze gibt, nicht nur das bis¬≠he¬≠ri¬≠ge Ar¬≠beits¬≠rechts¬≠sys¬≠tem son¬≠dern auch ¬Ė so¬≠weit noch vor¬≠han¬≠den ¬Ė das bis¬≠he¬≠ri¬≠ge Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠re¬≠gime in Fra¬≠ge ge¬≠stellt. Zu¬≠gleich wird die to¬≠ta¬≠le Verf√ľgbar¬≠keit des Ar¬≠beit¬≠neh¬≠mers auch au√üer¬≠halb sei¬≠nes bis¬≠he¬≠ri¬≠gen Ar¬≠beits¬≠plat¬≠zes an¬≠ge¬≠strebt. Da¬≠bei wer¬≠den die in ei¬≠ner sol¬≠chen Verf√ľgbar¬≠keit lie¬≠gen¬≠den und l√§ngst be¬≠kann¬≠ten ge¬≠sund¬≠heit¬≠li¬≠chen Ge¬≠fah¬≠ren als an¬≠geb¬≠li¬≠cher Vor¬≠teil f√ľr die Besch√§ftig¬≠ten an¬≠ge¬≠prie¬≠sen (¬ĄAr¬≠beits¬≠zeit¬≠sou¬≠ver√§nit√§t¬ď, ¬ĄSelbst¬≠be¬≠stim¬≠mung¬ď usw.). Tats√§chlich for¬≠dern die Ar¬≠beit¬≠ge¬≠ber¬≠verb√§nde be¬≠reits die sys¬≠te¬≠ma¬≠ti¬≠sche ¬ĄDe¬≠re¬≠gu¬≠lie¬≠rung der Ar¬≠beits¬≠welt¬ď und par¬≠al¬≠lel dazu preist das Bun¬≠des¬≠mi¬≠nis¬≠te¬≠ri¬≠um f√ľr Ar¬≠beit und So¬≠zia¬≠les die von ihr an¬≠ge¬≠dach¬≠te neue ¬ĄWahl¬≠ar¬≠beits¬≠zeit¬ď als ei¬≠nen an¬≠geb¬≠li¬≠chen Fort¬≠schritt. Erm√∂glicht wer¬≠den soll dies durch √Ąnde¬≠run¬≠gen des Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠ge¬≠set¬≠zes und ¬Ė wie¬≠der ein¬≠mal ¬Ė durch Ta¬≠rif¬≠vertr√§ge, die bis¬≠her ¬Ė noch ¬Ė exis¬≠tie¬≠ren¬≠de Stan¬≠dards (wie z.B. Ru¬≠he¬≠pau¬≠sen, Ru¬≠he¬≠zei¬≠ten usw.) aufl√∂sen. Der vom Eu¬≠rop√§ischen Ge¬≠richts¬≠hof und von der EG-Richt¬≠li¬≠nie zur Ar¬≠beits¬≠zeit ver¬≠lang¬≠te Vor¬≠rang des Ge¬≠sund¬≠heits¬≠schut¬≠zes im Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠recht wird zu¬≠guns¬≠ten an¬≠geb¬≠lich neu er¬≠wor¬≠be¬≠ner in¬≠di¬≠vi¬≠du¬≠el¬≠ler Frei¬≠heit der Besch√§ftig¬≠ten zur Dis¬≠po¬≠si¬≠ti¬≠on ge¬≠stellt. Da¬≠bei wird bewu√üt der zen¬≠tra¬≠le Ge¬≠dan¬≠ke des Ar¬≠beits¬≠rechts in Fra¬≠ge ge¬≠stellt, n√§mlich dass der Ar¬≠beits¬≠schutz auch und ge¬≠ra¬≠de nicht zur Dis¬≠po¬≠si¬≠ti¬≠on des ein¬≠zel¬≠nen Ar¬≠beit¬≠neh¬≠mers steht. Das Ar¬≠beits¬≠recht be¬≠steht n√§mlich auch und ge¬≠ra¬≠de zum Schut¬≠ze des Ar¬≠beit¬≠neh¬≠mers vor sich selbst, denn der ¬Ąalte Ge¬≠setz¬≠ge¬≠ber¬ď wu√üte noch, dass we¬≠gen der Abh√§ngig¬≠keit des Besch√§ftig¬≠ten im Lohn¬≠ar¬≠beits¬≠verh√§lt¬≠nis sei¬≠ne ver¬≠meint¬≠li¬≠che ¬ĄFrei¬≠heit¬ď we¬≠nig Be¬≠deu¬≠tung hat: Es gibt sie nicht. Hin¬≠ter all den Wort¬≠spie¬≠len wie ¬ĄIn¬≠dus¬≠trie 4.0¬ď, ¬ĄAr¬≠beit 4.0¬ď usw. ver¬≠birgt sich nur das Pro¬≠jekt ei¬≠ner noch gr√∂√üeren Verf√ľgbar¬≠keit und an die Bed√ľrf¬≠nis¬≠se der Un¬≠ter¬≠neh¬≠men an¬≠ge¬≠pa√üten Ein¬≠setz¬≠bar¬≠keit mensch¬≠li¬≠cher Ar¬≠beits¬≠kraft.¬ď

Arbeitszeiten zum Segen der Wirtschaft

1924 stell¬≠te der Ma¬≠schi¬≠nen¬≠bau- und Lo¬≠ko¬≠mo¬≠ti¬≠ven¬≠fa¬≠bri¬≠kant Bor¬≠sig (Bor¬≠sig¬≠wer¬≠ke Ber¬≠lin) in der Schrift ¬ĄIn¬≠dus¬≠trie und So¬≠zi¬≠al¬≠po¬≠li¬≠tik¬ď im Auf¬≠trag der Schwer¬≠in¬≠dus¬≠trie fest: ¬ĄEs ist falsch, den Ar¬≠beit¬≠ge¬≠bern vor¬≠zu¬≠wer¬≠fen, sie woll¬≠ten den sche¬≠ma¬≠ti¬≠schen 10-Stun¬≠den-Tag einf√ľhren. Die Ver¬≠ei¬≠ni¬≠gung der Deut¬≠schen Ar¬≠beit¬≠ge¬≠ber¬≠verb√§nde hat wie¬≠der¬≠holt dar¬≠auf hin¬≠ge¬≠wie¬≠sen, dass ein sche¬≠ma¬≠ti¬≠scher Zehn¬≠stun¬≠den¬≠tag eben¬≠so falsch w√§re, wie ein sche¬≠ma¬≠ti¬≠scher Acht¬≠stun¬≠den¬≠tag. Eine sche¬≠ma¬≠ti¬≠sche Re¬≠ge¬≠lung der Ar¬≠beits¬≠zeit ist nicht zum Se¬≠gen f√ľr die Wirt¬≠schaft. Des¬≠halb ver¬≠lan¬≠gen wir nichts wei¬≠ter, als dass in den Ta¬≠rif¬≠vertr√§gen oder Be¬≠triebs¬≠ver¬≠ein¬≠ba¬≠run¬≠gen f√ľr je¬≠den Be¬≠trieb die¬≠je¬≠ni¬≠ge Ar¬≠beits¬≠zeit zu¬≠ge¬≠las¬≠sen wird, die nach den ge¬≠ge¬≠be¬≠nen Verh√§lt¬≠nis¬≠sen den h√∂chs¬≠ten Nutz¬≠ef¬≠fekt in der Pro¬≠duk¬≠ti¬≠on gew√§hr¬≠leis¬≠tet.¬ď

Und das ist die Antwort der IG-Metall-F√ľhrung:

Jahrelange Arbeitszeitkampagnen, Mitglieder, Betriebsr√§te und Belegschaftsbefragungen ¬Ė statt Organisierung von Widerstand

Statt Ka¬≠pi¬≠tal und Re¬≠gie¬≠rung mit der For¬≠de¬≠rung nach l√§ngst f√§lli¬≠ger Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠verk√ľrzung, z. B. der Ver¬≠an¬≠ke¬≠rung der 35-Stun¬≠den-Wo¬≠che als Ge¬≠setz, an¬≠zu¬≠grei¬≠fen, wer¬≠den Mit¬≠glie¬≠der, Be¬≠triebsr√§te und Be¬≠leg¬≠schaf¬≠ten, so als ob das nicht l√§ngst be¬≠kannt w√§re, mit Fra¬≠gen nach der Ar¬≠beits¬≠zeit im Be¬≠trieb besch√§ftigt. Eine ent¬≠spre¬≠chen¬≠de Kam¬≠pa¬≠gne hat der IGM-Vor¬≠stand im Au¬≠gust 2016 an¬≠gek√ľndigt. Dort hei√üt es: ¬ĄMit ih¬≠rer Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠kam¬≠pa¬≠gne ¬āMein Le¬≠ben Mei¬≠ne Zeit: Ar¬≠beit neu den¬≠ken!¬Ď will die IG Me¬≠tall Besch√§ftig¬≠te un¬≠terst√ľtzen, ihre Le¬≠bens¬≠pl√§ne zu ver¬≠wirk¬≠li¬≠chen und ihre Zeit f√ľr ei¬≠ge¬≠ne Bed√ľrf¬≠nis¬≠se zu ha¬≠ben. Das ist kein He¬≠xen¬≠werk, wie die Bei¬≠spie¬≠le aus den Be¬≠trie¬≠ben zei¬≠gen.¬ď

√úber das ¬ĄHe¬≠xen¬≠werk¬ď in den Be¬≠trie¬≠ben ha¬≠ben die Me¬≠tal¬≠le¬≠rin¬≠nen und Me¬≠tal¬≠ler zu¬≠letzt beim IGM-Ge¬≠werk¬≠schafts¬≠tag im Ok¬≠to¬≠ber 2015 in zahl¬≠rei¬≠chen Antr√§gen ausf√ľhr¬≠lich be¬≠rich¬≠tet. Ab¬≠ge¬≠se¬≠hen da¬≠von gibt es zwi¬≠schen¬≠durch im¬≠mer wie¬≠der Be¬≠rich¬≠te in der me¬≠tall¬≠zei¬≠tung, die von der IGM-F√ľhrung sel¬≠ber ver√∂ffent¬≠licht wer¬≠den. Dazu geh√∂ren eben¬≠so die Ver√∂ffent¬≠li¬≠chun¬≠gen der Hans-B√∂ck¬≠ler-Stif¬≠tung oder un¬≠ter v. a. der DGB-In¬≠dex Gute Ar¬≠beit. Das hier¬≠bei ver¬≠mit¬≠tel¬≠te Wis¬≠sen √ľber das ¬ĄHe¬≠xen¬≠werk¬ď in den Be¬≠trie¬≠ben reicht der IGM-F√ľhrung ganz of¬≠fen¬≠sicht¬≠lich nicht aus. So wur¬≠de nach ei¬≠ner be¬≠reits 2013 durch¬≠gef√ľhr¬≠ten Mit¬≠glie¬≠der¬≠be¬≠fra¬≠gung ab An¬≠fang 2017 mit Hin¬≠weis auf die o. e. Kam¬≠pa¬≠gne eine Neu¬≠auf¬≠la¬≠ge, ¬ĄDie Be¬≠fra¬≠gung 2017¬ď, vom IGM-Vor¬≠stand mit der Fra¬≠ge ge¬≠star¬≠tet. ¬ĄSag uns, was Dich be¬≠wegt: √úber¬≠stun¬≠den, Schicht¬≠pl√§ne, Ver¬≠ein¬≠bar¬≠keit ¬Ė wo dr√ľckt der Schuh?¬ď Dar¬≠auf konn¬≠ten Mit¬≠glie¬≠der und Nicht¬≠mit¬≠glie¬≠der bis zum 26. Fe¬≠bru¬≠ar ant¬≠wor¬≠ten. U.a., ob sie ¬Ąauch in Zu¬≠kunft ein Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠ge¬≠setz¬ď wol¬≠len ¬Ądas der Ar¬≠beits¬≠zeit Gren¬≠zen setzt¬ď, wozu ¬Ąauch das Recht auf Ab¬≠schal¬≠ten (Ru¬≠he¬≠zeit) geh√∂rt.¬ď

Was die Lauf¬≠zeit der Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠kam¬≠pa¬≠gne an¬≠geht, hat IGM-Vor¬≠sit¬≠zen¬≠der Hof¬≠mann in ei¬≠nem Gespr√§ch mit der dpa erkl√§rt, dass die IGM das ¬Ąkom¬≠ple¬≠xe The¬≠ma √ľber Jah¬≠re hin¬≠weg be¬≠ar¬≠bei¬≠ten und da¬≠bei eine ganz neue Kul¬≠tur schaf¬≠fen¬ď will. Daf√ľr hat er ei¬≠nen lan¬≠gen Atem, weit √ľber die Ta¬≠rif¬≠run¬≠de Ende 2017 an¬≠gek√ľndigt und fest¬≠ge¬≠stellt: ¬ĄEs ist kein Kam¬≠pa¬≠gnen¬≠pro¬≠jekt f√ľr die n√§chs¬≠ten 15 Mo¬≠na¬≠te und da¬≠nach ist al¬≠les ge¬≠re¬≠gelt, son¬≠dern es ist eine lang dau¬≠ern¬≠de Fo¬≠kus¬≠sie¬≠rung der IG Me¬≠tall auf das The¬≠ma. Da wird der n√§chs¬≠te Ge¬≠werk¬≠schafts¬≠tag 2019 ver¬≠mut¬≠lich erst¬≠mal eine Zwi¬≠schen¬≠bi¬≠lanz zie¬≠hen k√∂nnen.¬ď (bei hei¬≠se on¬≠line 23.12.2016)

Bei die¬≠ser Ank√ľndi¬≠gung k√∂nnen sich die Ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ten be¬≠ru¬≠higt schla¬≠fen le¬≠gen und ohne For¬≠de¬≠run¬≠gen nach Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠verk√ľrzun¬≠gen bef√ľrch¬≠ten zu m√ľssen ihre Pl√§ne f√ľrs Pro¬≠fit¬≠ma¬≠chen ¬Ąneu den¬≠ken¬ď. Es sei denn, Be¬≠triebsr√§te und Be¬≠leg¬≠schaf¬≠ten nut¬≠zen die Kam¬≠pa¬≠gne u. a. daf√ľr, die vom IGM-Vor¬≠stand an¬≠ge¬≠streb¬≠te neue ¬ĄAr¬≠beits¬≠zeit¬≠kul¬≠tur¬ď mit ei¬≠ge¬≠nen For¬≠de¬≠run¬≠gen nach Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠verk√ľrzung zu be¬≠rei¬≠chern, ohne sich jah¬≠re¬≠lang dar¬≠auf vertr√∂sten zu las¬≠sen. So¬≠weit es hier¬≠bei um ge¬≠mein¬≠sa¬≠mes Ler¬≠nen geht, m√ľssen vor al¬≠len Din¬≠gen Be¬≠triebsr√§te und Be¬≠leg¬≠schaf¬≠ten, die Lohn¬≠abh√§ngi¬≠gen, die Ar¬≠bei¬≠ter¬≠klas¬≠se wie¬≠der ler¬≠nen, was jah¬≠re¬≠lang in Ge¬≠werk¬≠schafts¬≠se¬≠mi¬≠na¬≠ren ge¬≠lehrt und ge¬≠lernt wur¬≠de: Die In¬≠ter¬≠es¬≠sen von Ar¬≠beit und Ka¬≠pi¬≠tal ste¬≠hen sich un¬≠vers√∂hn¬≠lich ge¬≠gen√ľber. Dar¬≠an √§ndert sich auch nichts durch das Ge¬≠schwa¬≠fel von So¬≠zi¬≠al¬≠staat, So¬≠zi¬≠al¬≠part¬≠nern und So¬≠zi¬≠al¬≠part¬≠ner¬≠schaft, das von den op¬≠por¬≠tu¬≠nis¬≠ti¬≠schen so¬≠zi¬≠al¬≠de¬≠mo¬≠kra¬≠ti¬≠schen Ge¬≠werk¬≠schaftsf√ľhrern im¬≠mer wie¬≠der aufs Neue zur Hirn¬≠ver¬≠ne¬≠be¬≠lung ver¬≠brei¬≠tet wird.

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Aus Kommunistische Arbeiterzeitung - KAZ #358, M√§rz 2017: Mit Wei√übuch ¬ĄArbeiten 4.0¬ď gegen Arbeitsrecht und Arbeitszeit, KAZ-online.de

 
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