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Von krn

Die Last der Krise soll auf uns abgewälzt werden. Merkel hält uns vor, wir hätten über unsere Verhältnisse gelebt. So werden wir vorbereitet auf einen riesigen Sozialraub. Dabei leben wir abhängig Beschäftigten, die ihre Arbeitskraft verkaufen müssen, seit langem unter unseren Verhältnissen!

Millionen Erwerbslose zählen zu unseren Reihen, die eigentlich zur Vermehrung des geselllschaftlichen Wohlstandes beitragen könnten. Schauen wir uns doch um: Millionen Arbeitsplätze sind zu besetzen im Gesundheitswesen, in der Kinderbetreuung, in der Bildung, im öffentlichen Dienst. Und dieses verfluchte Profitsystem zwingt Millionen zur Untätigkeit.

Wie geht es uns doch so gut ...
Fakten, die manchen erstaunen:


Die BRD ist in der Spitzenreitergruppe der EU


bei der Länge der wöchentlichen Arbeitszeit: ,,Die Deutschen arbeiten deutlich länger als die meisten anderen EU-Bürger. Einer neuen Studie zufolge beträgt die durchschnittliche reale Arbeitszeit hierzulande 41,2 Stunden pro Woche - der Europäische Gewerkschaftsbund kritisiert den ,,Schaden für Familienleben und Gesundheit“.

Quelle: spiegel online 31.7.2009
Jetzt Arbeitszeitverkürzung zu fordern, heißt, diesen Wahnsinn anzuklagen! Gesamtgesellschaftlich ist die Arbeitszeit bereits verkürzt – auf Null für die Erwerbslosen. Aber die Wettbewerbsfähigkeit? Hat es uns zu interessieren, wenn eine Verkürzung der Arbeitszeit für alle der Wettbewerbsfähigkeit schaden würde? Obwohl die Arbeitszeit dauernd verlängert wurde, obwohl die Löhne sanken, wurden doch viele Betriebe dichtgemacht und Kollegen auf die Straße gesetzt. Aber vielleicht doch lieber stillhalten, sonst kommt es noch schlimmer?

Arbeitszeitverkürzung gerade jetzt!

Naheliegend und bequem ist es, nichts zu machen, und auf bessere Zeiten zu hoffen. Wenn wir aber nicht kämpfen und Verzicht üben wie bisher, werden sich unsere Lebensbedingungen weiter verschlechtern. Die Krise verschärft sich, weil in immer längeren Arbeitszeiten (immer öfter unbezahlt) immer mehr Produkte entstehen. Diese können, bei ausbleibendem Lohnkampf, immer weniger Menschen kaufen. Der eine oder andere Kapitalist geht in der Krise unter. (Siehe auch Infos mit erstaunlichen Fakten zur BRD.) Kämpfen wir aber für Arbeitszeitverkürzung und mehr Lohn, geht das wieder nur auf Kosten der Kapitalisten. Denn wir nehmen ihnen einen Teil des Mehrwerts, den wir erarbeitet haben und den sie sich aneignen, durch Kampf wieder weg. Das schmälert ihren Profit.
Die Krise verschärft sich, weil die Kapitalisten unter diesen Bedingungen der Konkurrenz nicht standhalten können. Der eine oder andere geht dabei unter.

Tun wir was für uns!

Wir sehen also: wir können machen was wir wollen, wir können den Kapitalisten nicht aus der Krise helfen!
Aber wir können was für uns tun, wenn wir mit unseren Gewerkschaften für eine Verkürzung der Arbeitszeit kämpfen. Wir tun was für unser Leben, für unsere Gesundheit, für unsere Kinder!
Die Arbeitslosigkeit kann durch eine Arbeitszeitverkürzung nicht beseitigt werden. Kurzfristig können Neueinstellungen erreicht werden, wenn sie nicht stufenweise, sondern sofort wirksam wird.

Das Wichtigste dabei ist, dass wir wieder zu Kräften kommen, dass wir unsere Kampfkraft wieder stärken. Und dass unsere Gewerkschaften mit dem Kampf um Arbeitszeitverkürzung wieder ein einigendes Ziel haben.


 
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