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Im Herbst 1999 marschierten das erste Mal Nazigruppen in Gr├Ąfenberg auf und nutzten das v├Âllig ├╝berdimensionierte Kriegerdenkmal f├╝r ihre ┬äHeldenverehrung┬ô. Es geht um die Verharmlosung oder Leugnung der Verbrechen des Faschismus, die Verehrung der Wehrmacht und um die Verbreitung rassistischen, antisemitischen und menschenrechtsfeindlichen Gedankenguts.

Fast 30 Mal in zwei Jahren waren NPD und andere Neonazis in Gr├Ąfenberg aufmarschiert. Am 25. Juli 2008 platzte ca. 100 AntifaschistInnen in Gr├Ąfenberg der Kragen. Spontan setzten sie sich auf die Stra├če. Was war geschehen?

Das B├╝rgerforum Gr├Ąfenberg hatte am 18. Juli eine Kundgebung am Bahnhof f├╝r den 25. Juli um 19 Uhr angemeldet. Daf├╝r gab es einen ganz besonderen Grund: Nach der Rezitation von Friedenstexten wollten sich die AntifaschistInnen in Richtung Marktplatz aufmachen, um dort gemeinsam die Verleihung des W├╝rzburger Friedenspreises an das B├╝rgerforum zu feiern.

Am 22. Juli meldete das damalige NPD-Mitglied Matthias Fischer aus F├╝rth einen Aufmarsch der Faschisten vom Bahnhof zum Kriegerdenkmal in Gr├Ąfenberg an. Derselbe Tag und fast dieselbe Route wie das B├╝rgerforum Gr├Ąfenberg, und fast die gleiche Zeit.


Landratsamt Forchheim genehmigte extrem provokanten Naziaufmarsch

Warum wir gegen die Faschisten auf die Stra├če gehen

Die NPD und das k├╝rzlich neu formierte Kameradschaftsb├╝ndnis ┬äFreies Netz S├╝d┬ô machen keinen Hehl aus ihren politischen Zielen. Sie propagieren einen ┬änationalen Sozialismus┬ô ohne Rechte f├╝r ausl├Ąndische Menschen, Behinderte und Randgruppen. Alle Menschen, die nicht in ihr Geschichtsbild passen, sollen mundtot gemacht werden.

In N├╝rnberg und F├╝rth haben Nazis in den letzten Jahren zahlreiche Anschl├Ąge auf Autos, B├╝ros und Wohnungen von Nazi-GegnerInnen ver├╝bt, wodurch ein Schaden von mindestens 10.000 Euro entstanden ist. Auf der mittlerweile aus dem Netz genommenen Internet-Seite der sogenannten ┬äAnti-Antifa┬ô hatte diese systematisch gegen AntifaschistInnen gehetzt und indirekt zu Anschl├Ągen aufgefordert.

Wohin die menschenverachtende faschistische Ideologie f├╝hrt, hat der Hitlerfaschismus gezeigt. 60 Millionen Tote mahnen uns.
Dies war dem Landratsamt Forchheim bekannt ┬ľ dennoch wurde der Naziaufmarsch genehmigt. Die Proteste des B├╝rgerforums wurden von Landratsamt und Polizei zur├╝ckgewiesen: Der Veranstaltungsbeginn beider Demonstrationen sei um eine halbe Stunde zeitversetzt, war die Begr├╝ndung.

Die TeilnehmerInnen der Demonstration betrachteten dies als ungeheure Provokation und setzten sich auf dem Weg zum Marktplatz spontan auf die Stra├če. Die Faschisten sollten das Fest des B├╝rgerforums nicht st├Âren . Die Stimmung war zun├Ąchst sehr ausgelassen und stets friedlich. Spontan wurden Bratwurstsemmeln (┬ä3 Braune im Weckla┬ô), Getr├Ąnke und Eis f├╝r die Kinder besorgt.

Nachdem die Polizei die Nazigegner aufgefordert hatte, die Stra├če zu r├Ąumen und dies keine Wirkung zeigte, kesselte sie sp├Ąter diejenigen, die sich auf ihr Friedensfest begeben wollten, ein. Anschlie├čend wurde dem faschistischen Mob erm├Âglicht, ├╝ber eine Umleitung - angeblich eine gute Stunde sp├Ąter als genehmigt ┬ľ den ├╝blichen Marsch zum Fu├č des Kriegerdenkmals durchzuf├╝hren.


Polizeifahndung in Gr├Ąfenberg mit dem Hauptzweck:
Einsch├╝chterung von NazigegnerInnen


KOMMT ZU DEN PROZESSEN:

Bis jetzt bekannte Termine:
  • 30.Juli 2009, 8.30 Uhr, Amtsgericht Forchheim, Kapellenstr. 15
  • 8. September 2009, 9 Uhr , Amtsgericht Forchheim, Kapellenstr. 15
  • Kundgebung vor dem Amtsgericht Forchheim um 7 Uhr 30 am 30. Juli

F├╝r die N├╝rnberger Prozessbesucher,die mit dem Auto fahren: Wir treffen uns 1Stunde vor Kundgebungsbeginn bzw Prozesstermin an der U-Bahnhaltestelle Nordostbahnhof und fahren gemeinsam nach Forchheim.
Wenige Tage sp├Ąter durchk├Ąmmten Polizeibeamte in Zivil diverse Kneipen in Gr├Ąfenberg. Dabei wurden Fotos von ┬äVerd├Ąchtigen┬ô herumgereicht. Gr├ĄfenbergerInnen wurden zur Denunzierung ihrer Mitb├╝rgerInnen aufgefordert. Die Botschaft an die BewohnerInnen Gr├Ąfenbergs: Nehmt an keiner antifaschistischen Demo oder Kundgebung teil, sonst kriegt ihr es mit der Polizei zu tun.

Die Forchheimer Staatsanwaltschaft nahm daraufhin Ermittlungen gegen ca. 80 TeilnehmerInnen der Aktion auf. Bei einigen wurde zus├Ątzlich eine erkennungsdienstliche Behandlung angeordnet (Abnahme von Fingerabdr├╝cken, Speichelproben usw.). Im April dieses Jahres kamen die ersten Strafbefehle. Die Anschuldigungen reichten von Versammlungssprengung, Widerstand gegen die Staatsgewalt bis zu K├Ârperverletzung. Die Strafbefehle beinhalteten Geldbu├čen in H├Âhe von ca. 900 Euro, bei einigen auf zwei Jahre Bew├Ąhrung ausgesetzt.

Das bedeutet im Klartext: Wir, die entschieden gegen alte und neue Nazis auftreten, sollen entweder f├╝r zwei Jahre einen Maulkorb verpasst bekommen, oder wir sollen uns das demokratische Recht auf die so oft geforderte ┬äZivilcourage gegen Rechts┬ô f├╝r 900 Euro erkaufen. Dies k├Ânnen wir nat├╝rlich nicht hinnehmen und haben demzufolge Einspruch gegen die Strafbefehle eingelegt.


Jetzt kommt es zu den ersten Prozessen.
Worum geht es uns?

  • Wir fordern das Recht f├╝r alle B├╝rgerinnen und B├╝rger, ihren Protest gegen den faschistischen Mob kundzutun, sei es durch Kundgebungen, Demonstrationen und andere Aktionsformen ,auch solche, wie in gr├Ąfenberg am 25,juli 2008.
  • Wir fordern das Landratsamt Forchheim auf, die Aufm├Ąrsche von Sebastian Schmaus (N├╝rnberger Stadtrat der NPD-Tarnliste ┬äB├╝rgerinitiative Ausl├Ąnderstopp┬ô) und Konsorten nicht mehr zu genehmigen
  • Schluss mit dem Nazi-Terror in Gr├Ąfenberg
  • Wir fordern die Einstellungen aller Verfahren gegen die 8 Angeklagten
  • Wir fordern zudem das Verbot der NPD und aller faschistischen Organisationen



Zeigt Eure Solidarit├Ąt und spendet f├╝r die Prozesskosten!

Der Bayerische Ministerpr├Ąsident Seehofer zu den kommenden Prozessen (am 21. Mai 2009 bei Maybrit Illner):
┬ä(...) Und wir haben immer wieder Aufm├Ąrsche der braunen und rechten Horden, vor allem in Gr├Ąfenberg, wo jetzt komischerweise vor den Gerichten diejenigen verurteilt werden, die sich denen in den Weg stellen, weshalb ich ja doch sehr nachdr├╝cklich daf├╝r bin, dass die Politik sich wieder der Frage des NPD- Verbots zuwendet (┬ů)┬ô

Solidarit├Ątskonto:
Max Gnugesser-Mair
Stichwort "Solidarit├Ąt Gr├Ąfenberg"
Postbank N├╝rnberg (BLZ 76010085)
Kontonummer: 170678857


Herausgeber des Flugblatts: Angeklagte der Aktion in Gr├Ąfenberg vom 25. Juli 2008

Unterst├╝tzende Gruppen: Verdi- Bezirk Mittelfranken, N├╝rnberger B├╝ndnis Nazistopp, Rote Hilfe Regionalgruppe N├╝rnberg-F├╝rth-Erlangen, Banda Sinistra Erlangen, Radikale Linke N├╝rnberg, Jugendb├╝ndnis gegen Rechts Neustadt, B├╝ndnis gegen Rechts Neustadt/ Aisch / Bad Windsheim

Kontakt: zivilcourage-gegen-nazis@arcor.de