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Dossier: Hände weg von China! // Die VR China und die Einflußversuche des dt. Imperialismus
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Tibet

Das Hochland von Tibet umfasst einen großen Teil des Himalaya-Gebirges und liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 4.500 Metern – dies brachte ihm die Bezeichnung „Dach der Welt“ ein. Seine grĂ¶ĂŸte Zeit erlebte Tibet zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert unserer Zeitrechnung; die damalige tibetische Yarlung-Monarchie hatte durch kriegerische FeldzĂŒge viel Gebiet unterworfen und in Innerasien zeitweise als Großmacht die Kontrolle ausgeĂŒbt. Die Eroberung durch die Mongolen im 13. Jahrhundert beendete die EigenstĂ€ndigkeit Tibets jedoch, fĂŒr immer: Von nun an war Tibet unter mongolischer Schirmherrschaft, und mit der Etablierung der mongolisch-chinesischen Yuan-Dynastie (die durch die FeldzĂŒge der Mongolen zustande kam) wurde das Gebiet unter Kublai Khan in das damalige chinesisch-mongolische Kaiserreich integriert18.
Seitdem sind die Bande zu China, in unterschiedlichem Grade, eng: Tibet ist seit der Einigung der mongolischen Gebiete und Eroberungen mit dem chinesischen Kernland, spÀtestens jedoch seit der Zuschlagung zum feudalen Protektorat des Mandschu-Reiches (der Qing-Dynastie) im Jahre 1720 und der Errichtung eines Vasallenstaates des Mandschu-Kaiserhauses 179319 eindeutig Teil des chinesischen Reiches.
[file-periodicals#54]Die innere Struktur Tibets wurde weder durch die mongolischen, noch – nach Ende der Yuan-Dynastie – durch die chinesischen (Ming-Dynastie) oder Mandschu (Qing-Dynastie)-Herrscher angerĂŒhrt; was innerhalb Tibets geschah, war weitestgehend sich selbst ĂŒberlassen. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts hatte sich die Gelugpa-Sekte, die – nach ihrer traditionellen Mönchskleidung benannte – sogenannte „GelbmĂŒtzen“-Sekte, in mehreren blutigen Religionskriegen mit tatkrĂ€ftiger UnterstĂŒtzung durch die Mongolen gegen die Ă€lteren Vertreter anderer buddhistischer Schulen in Tibet durchsetzen können20, ohne freilich jemals komplett die religiöse Deutungshoheit ĂŒbernommen zu haben (so existieren auch heute noch konkurrierende, den Dalai Lama nicht anerkennende Gruppen, wie z. B. die „RotmĂŒtzen“, in Tibet). Einer der höchsten WĂŒrdentrĂ€ger dieser buddhistischen Sekte, der so genannte Dalai Lama, der jeweils als Reinkarnation seines verstorbenen VorgĂ€ngers ausfindig gemacht und inthronisiert wird, nimmt seit dem 17. Jahrhundert die Regierungsbelange innerhalb Tibets wahr.

Der „große“ 5. Dalai Lama (1617 – 1682) war der erste Herrscher in dieser Reihe, die bis in die fĂŒnfziger Jahre des 20. Jahrhunderts andauern sollte. Keineswegs origineller, wohl aber deutlich tatkrĂ€ftiger als die religiösen Konkurrenten machte sich die Gelugpa-Sekte an die Unterwerfung des Gebiets und seiner Bewohner: im ganzen Land wurden befestigte und bewaffnete Klöster gegrĂŒndet, diese wiederum „befriedeten“ das Umland: viele Tibeter oder andere dort lebende Minderheiten hingen dem ursprĂŒnglichen „Bön“-Glauben an, einer polytheistischen, atavistischen Urreligion. Auch die fanatischen Gelugpa brachten nie mehr als eine Synthese aus importiertem Buddhismus mit VersatzstĂŒcken der Bön-Religion, verschiedener Volksaberglauben und Schutzgötterverehrung zustande1. Wohl aber gelang ihnen die absolute weltliche Herrschaft ĂŒber Tibet: sie etablierten ein feudal-theokratisches System, das weder an Engstirnigkeit, noch an Grausamkeit oder Armut der Bevölkerung allzu oft ĂŒberboten werden sollte.

Hatten die tibetischen feudalen Eliten schon unter der chinesischen Herrschaft wĂ€hrend der verschiedenen Dynastien des alten Kaiserreiches weitestgehend freie Hand, so konnten sie unter dem Eindruck der Wirren, in die das chinesische Reich nach den beiden Opiumkriegen2 geriet und der damit einhergehenden SchwĂ€chung der kaiserlichen Zentralregierung vollends nach der Macht greifen und schlussendlich nach der gescheiterten bĂŒrgerlichen Revolution eine Art rechtsfreien Raum herstellen. Die territoriale Zugehörigkeit Tibets zu China wurde dann auch im 19. Jahrhundert ernsthaft in Frage gestellt: die Briten griffen nach der Provinz und bereiteten von Indien aus deren Übernahme vor. Im Jahre 1894 gelang es dem 13. Dalai Lama mit SchĂŒtzenhilfe der britischen Imperialisten, den chinesischen Statthalter aus Lhasa zu vertreiben. Die chinesische Zentralregierung konnte wenig dagegen ausrichten, denn im chinesischen Kernland operierten lĂ€ngst britische Truppen, die die separatistischen Tendenzen der tibetischen Feudal-Theokratie reichlich unterstĂŒtzten. 1911 stĂŒrzte die bĂŒrgerlich-demokratische Revolution unter Dr. Sun Yatsen die letzte (Qing-) Dynastie in China, und in den darauf folgenden Revolutions- und BĂŒrgerkriegswirren ergriff der 13. Dalai Lama die Initiative: 1913 erklĂ€rte er Tibet – gegen den Widerstand der Republik China – fĂŒr unabhĂ€ngig3.

Sehr weit her war es mit dieser UnabhĂ€ngigkeit jedoch nicht: weder China, noch irgendein anderes Land der Welt erkannte den neuen Staat an; auch fehlt die chinesischen Unterschrift auf dem „UnabhĂ€ngigkeitsdokument“4. FĂŒr die Chinesen war diese Episode bloß eine weitere nationale DemĂŒtigung; verĂŒbt durch die verschiedenen in China operierenden imperialistischen MĂ€chte. Massive Auswirkungen hatte die neue Politik des 13. Dalai Lama jedoch fĂŒr die tibetische Innenpolitik: nachdem bereits in den vorangegangenen Jahrhunderten wenig Einmischung durch die chinesische Zentralregierung in das tibetische Geschehen stattfand, hatte die herrschende buddhistische Dynastie nun völlig freie Hand.5

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Rinpoche krault dem Leiter der SS-Expedition, UntersturmfĂƒÂŒhrer Ernst SchÀfer die Haare: eine besondere Gunstbezeugung im alten Tibet.
In Tibet herrschte zu dieser Zeit tiefstes Mittelalter: 95 Prozent der Bevölkerung waren Analphabeten; regelmĂ€ĂŸige KindesentfĂŒhrungen frischten den Bedarf an Mönchen auf. Der breiten Bevölkerung waren nahezu alle Fortschritte der kapitalistischen Epoche unbekannt; angefangen von völlig fehlender westlicher Medizin, die eigentlich harmlose Krankheiten zur tödlichen Bedrohung machten, ĂŒber bitterste Armut und Mangel am Notwendigsten bis hin zu unertrĂ€glichen hygienischen ZustĂ€nden glich Tibet einem Reich, das irgendwo im grauer Vorzeit stehen geblieben war. Um dies zu belegen, braucht man nicht auf chinesische Quellen zurĂŒckzugreifen – die wenigen westlichen Reisenden, die in den vor der Befreiung 1950 liegenden hundert Jahren nach Tibet gelangten, zeichnen ein in der Regel vernichtendes Bild – von christlichen Missionaren, Forschungsreisenden und britischen Offizieren, bis hin zu den eigentlich höchst begeisterten deutschen Nazis wird das Leben der einfachen Bevölkerung im alten Tibet als das pure Grauen gezeichnet: unertrĂ€gliche soziale VerhĂ€ltnisse, diktatorisch regierende Kriegermönche, die Menschen niederdrĂŒckende Leibeigenschafts- und Ablassgabenregelungen, feudale Familien- und Machtstrukturen, krasse FrauenunterdrĂŒckung und ein an Grausamkeit kaum zu ĂŒberbietendes Strafrecht, das fĂŒr allerkleinste Vergehen drakonische Strafen vorsah: „Zu den bis weit in das 20. Jahrhundert hinein ĂŒblichen Strafmaßnahmen zĂ€hlten öffentliche Auspeitschung, das Abschneiden von Gliedmaßen, Herausreißen von Zungen, Ausstechen von Augen, das Abziehen der Haut bei lebendigem Leibe und dergleichen. [...] Wie Dokumente der amerikanischen Illustrierten „Life“ belegen, fanden noch bis zum Einmarsch der Chinesen körperliche VerstĂŒmmelungen statt: einer Gruppe an Gefangenen sollten öffentlich Nasen und Ohren abgeschnitten werden; auf den Protest der amerikanischen Journalisten hin wurde die Strafe in je 250 Peitschenhiebe umgewandelt.“6

Im krassen Gegensatz zur unbeschreiblichen Armut der einfachen Bevölkerung lebt die prassende Elite des Landes, der buddhistische Klerus und die theokratischen und aristokratischen Feudalherrscher aus Lhasa. Im „Potala“, dem damaligen Sitz des Dalai Lama, wurde ein ungeheurer Goldschatz, ĂŒber Jahrhunderte der Bevölkerung abgetrotzt, verwahrt; der Palast selbst und viele Klöster starren vor Goldornamenten und Goldstatuen. Die regelmĂ€ĂŸige Eintreibung der drĂŒckenden Steuerlasten, von denen das Leben am Hofe des „Gottkönigs“ bestritten wurde, stellte in rigides System von Mönchsbeamtenschaften mittels einer ganz und gar nicht friedfertigen, bewaffneten Mönchspolizei sicher: „Tibet war ĂŒberzogen von einem engmaschigen Netz an Klöstern und monastischen Zwingburgen, von denen aus das Land und die Menschen beherrscht und gnadenlos ausgebeutet wurden. Gesetzgebung, Gerichtsbarkeit, Polizei und MilitĂ€r lagen ebenso in den HĂ€nden von Mönchsbeamten wie Bildungs- und Gesundheitswesen, Grundbesitz sowie jedwede sonstige Verwaltung. [...] Die ĂŒberwiegende Mehrzahl der Menschen des alten Tibet lebte unter indiskutablen Bedingungen, ihre Behausungen und ihre ErnĂ€hrung war katastrophal, Bildung oder Gesundheitsversorgung existierten nicht.“7

Jegliche Kritik am „alten Tibet“ wird von exiltibetischen Gruppen und ihren westlichen Proliferanten als „chinesische Propaganda“ weggewischt. Der Autor Colin Goldner kommt zu dem Fazit: „FĂŒr die große Masse der Bevölkerung war das 'alte Tibet' tatsĂ€chlich die 'Hölle auf Erden', von der in der chinesischen Propaganda immer die Rede ist, und aus der das tibetische Volk zu befreien als Legitimation und revolutionĂ€re Verpflichtung angesehen wurde fĂŒr den Einmarsch 1950.“
„Die exiltibetische Gemeinde [also die sog. „Exilregierung“ des Dalai Lama in Indien, Anm. d. Verf.] hat sich bis heute gegen jede kritische Beleuchtung der Geschichte des „alten Tibet“ mit aggressiver Vehemenz verwahrt.“8

Die „Nazi-Tibet-Connection“
und der Ursprung der Tibethysterie in Deutschland


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Der UFA-Film „Geheimnis Tibet“ entstand aus Drehmaterial der SS-Expedition und kam 1942, wÀhrend des II. Weltkrieges, in die deutschen Kinos: der Beginn und Höhepunkt einer ganzen Flut von Publikationen und Veröffentlichungen zum fernen Tibet, mit deren Hilfe die deutschen Faschisten der Bevölkerung neue Kriegsbegeisterung einhauchen wollten.
Wenn sich heute manch einer wundert ĂŒber die oftmals weltfremd wirkende Begeisterung vieler Deutscher fĂŒr Tibet und sich die dazu passende Frage stellt, wann und warum dieser Trend um sich griff und ausgerechnet Tibet, nicht aber – beispielsweise – die Inka, das alte Guatemala oder die Voodoo-Religion in Lateinamerika zum Ziel der SehnsĂŒchte, Interpretationen und TrĂ€umereien von einem fernen, unberĂŒhrten, nicht von „Zivilisation“ und „Technik“ verseuchten MĂ€rchenland machte, so wird auch die Antwort verwundern: der Tibet-Hype in Deutschland begann – 1942. Damals wurde ein Film namens „Geheimnis Tibet“ zum Kassenschlager der UFA-FilmpalĂ€ste, der erstmals das deutsche Publikum mit der Existenz des abgelegenen Landstrichs bekannt machte und bereits viel von den spĂ€ter mit dem „Tibet-Mythos“ in Verbindung gebrachten Elementen enthielt: Tibet, ein gĂ€nzlich abgeschottetes, schwer bis gar nicht zu erreichendes fernes Wunderland, regiert von religiösen FĂŒhrern nach uralten Weisheiten, unerschĂŒttert von all den modernen – je nach Lesart – Segnungen oder FlĂŒchen. Zum Film passend ĂŒberschwemmt eine wahre Flut von Publikationen die deutsche Öffentlichkeit: „Geheimnisvolles Tibet“, „Wikinger der Wissenschaft“, „Wir reiten in die verbotene Stadt des Dalai Lama“, „Im Schatten der Götterburg“, „mit der Kamera im verbotenen Land“, „Laaloo – die Götter wollen es“, „ein Hannoveraner in Tibet, dem dunklen Herzen Asiens“, „das entschleierte Tibet“, „der Gottkönig empfĂ€ngt uns“, und dergleichen mehr: in ĂŒber 400 zentral durch Goebbels’ „Reichsschrifttumskammer“ ferngesteuerten Medien wurde die Tibethysterie angeschĂŒrt.9

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die SS-Expedition im Bild mit Angehörigen des tibetischen Adels, obere Reihe von links: Wienert, SchÀfer, Beger, Geer, Krause.
Das obsessive Interesse der deutschen Faschisten an Tibet hatte neben abstrusen Rasseideen10 auch einen ganz profanen Hintergrund: den zweiten Weltkrieg. Um die Lage an der Heimatfront ruhig zu halten und der Bevölkerung neue Kriegsbegeisterung einzuhauchen, wurden verschiedenste Register gezogen; eine breite Publikationswelle ĂŒber nacheifernswerte ostasiatische Kriegerreligionen, die Samurai oder eben die durchaus nicht gewaltlose tibetische Kultur sollten Ablenkung schaffen und zu neuer Aufopferung inspirieren. Der Film entstand aus dem mitgebrachten Filmmaterial einer deutschen Expedition, die unter dem Leiter, SS-UntersturmfĂŒhrer Ernst SchĂ€fer, unter der „Schirmherrschaft der SS“ 1938/39 auf das „Dach der Welt“ gereist war. Entstanden waren die PlĂ€ne zur Expedition im „SS-Ahnenerbe“, der pseudowissenschaftlichen Denkfabrik Heinrich Himmlers. Dementsprechend wurde die Expedition nicht nur mit den nötigen Experten fĂŒr Geologie, SchĂŒrfforschung und Metallurgie ausgestattet, die nach fĂŒr „Großdeutschland“ ausbeutbarem Material suchen sollten, sondern obendrein auch mit SchĂ€delvermessern und „Rassekundlern“ bestĂŒckt. Der Expeditionsteilnehmer Bruno Beger zum Beispiel, der sich in Nazideutschland als „Experte fĂŒr SchĂ€delkunde“ einen Namen gemacht hatte und fĂŒr die Expedition folgendes Programm entwarf: „Suche nach fossilen Menschenresten. Suche nach Skelettresten frĂŒherer nordischer Einwohner. Erforschung der nordischen Rasse unter der Bevölkerung.“ FĂŒndig wurde Beger dann unter der herrschenden Mönchskaste und im tibetischen Adel: „Hoher Wuchs, gepaart mit langem Kopf; schmales Gesicht, zurĂŒcktreten der Backenknochen, [...] herrisch selbstbewusstes Auftreten“.11

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Bruno Beger: 1938 in Tibet, bei der SchÀdelvermessung an einheimischer Bevölkerung.
Die Suche nach BodenschĂ€tzen, der Wunsch nach Filmmaterial fĂŒr die Erbauung der kommenden „Heimatfront“ und die Rasseideen Heinrich Himmlers, der im Himalaja auf den Fund gemeinsamer Urahnen der „Arier“ hoffte, waren nur die oberflĂ€chlichen GrĂŒnde fĂŒr die teure und nicht ungefĂ€hrliche Expedition in ein Gebiet der Welt, das damals zu den unzugĂ€nglichsten des gesamten Planeten gehörte. TatsĂ€chlich waren es in erster Linie geostrategische Planungen, die diese Reise – immerhin durch die Linien der Briten und deren Kronkolonie Indien – ermöglichten: Tibet nahm in den Planungen fĂŒr ein imperialistisches Roll-Back durch Deutschland eine strategische Position ein. Einmal gegen die Briten, die in Indien saßen und nicht nur durch von den deutschen Faschisten aufgewiegelte indische „antiimperialistische FreiheitskĂ€mpfer“12, sondern auch von der Grenze zu Tibet unter Feuer genommen werden sollten; andererseits auch fĂŒr einen kommenden Zusammenschluss mit der verbĂŒndeten faschistischen „Achsenmacht“ Japan in China, die zum Zeitpunkt der Expedition bereits tief im chinesischen Kernland militĂ€risch operierte. Um diese geographische SchlĂŒsselposition zu besetzen, waren zunĂ€chst einmal Beziehungen zur tibetischen Herrscherkaste nötig – Tibet unterhielt selbstverstĂ€ndlich keinerlei Botschaften, hatte weder Diplomaten noch Gesandte im Ausland oder verfĂŒgte weder ĂŒber Telefon-, noch wenigstens ĂŒber Postanbindung an den Rest der Welt. Die SS-MĂ€nner waren also in vielfacher Mission unterwegs: neben BodenschĂŒrfungen, SchĂ€delvermessungen und Filmaufnahmen waren sie das diplomatische Corps des deutschen Faschismus auf dem Hochplateau im Himalaja.

Die SS-MĂ€nner, in Tibet angelangt, sind fasziniert vom Land „unter dem östlichen Hakenkreuz“. Einiges kennen sie aus eigener Anschauung, aus Deutschland, dem Land unter dem „westlichen Hakenkreuz“: Ernst SchĂ€fer, der an den Menschenexperimenten des KZ-Arztes Rascher in Dachau teilnahm, und Bruno Beger, der spĂ€ter wegen Mordes an 86 sowjetischen Kriegsgefangenen vor Gericht gestellt wird13, deren Skelette er einer „anthropologischen Sammlung“ von „JudenschĂ€deln“ einverleibt hatte und dafĂŒr extra eine „Entfleischungsmaschine“ orderte, fĂŒhlen sich im nekrophilen, makabren und dĂŒsteren tibetischen Ritualglauben wie zu Hause. Befriedigt konnte SchĂ€fer dann auch feststellen: „Zwecks Beschwichtigung der tantrischen Gottheiten sind anstelle milder Gaben von Blumen und FrĂŒchten auch heute noch Blutopfer gebrĂ€uchlich.“14
[2-4.jpg]Die SS-Expedition war jedenfalls ein Erfolg auf ganzer Linie: das Treffen mit dem damaligen Regenten Renting Rinpoche, der die Deutschen auf einem mit Hakenkreuzen geschmĂŒckten Thron sitzend empfing, löste nicht nur bei SchĂ€fer mythische GefĂŒhle und ĂŒbersinnliche Erfahrungen aus, sondern brachte auch handfeste Ergebnisse: zwei versiegelte Schreiben, je an Adolf Hitler und Heinrich Himmler: „Dem trefflichen Herrn Hitler (König) der Deutschen, der erlangt hat die Macht ĂŒber die weite Erde![...] GegenwĂ€rtig bemĂŒhen Sie sich um das Werden eines dauerhaften Reiches in friedlicher Ruhe und Wohlstand, auf rassischer Grundlage. Deshalb erstrebt jetzt der Leiter der deutschen Tibetexpedition, der Sahib SchĂ€fer (She-par), zumal keine Schwierigkeiten im Wege stehen, bis zu einem unmittelbaren Verkehr mit Tibet nicht nur das Ziel der Festigung des (persönlichen) freundschaftlichen Verkehrs auf (unsere beiderseitigen) Regierungen. Nehmen Sie nun, Eure Exzellenz, FĂŒhrer (wörtlich König) Herr Hitler, zu diesem Verlangen nach gegenseitiger Freundschaft, wie sie von Ihrer Seite ausgesprochen wurde, unsere Zustimmung.“15

Nach diesem erfreulichen Ausgang der Expedition machte sich das SS-Hauptquartier an die Umsetzung einer zweiten, grĂ¶ĂŸeren und weniger friedlichen Mission: die nĂ€chsten Deutschen, die im Himalaja kulturelle Gemeinsamkeiten bejubeln wĂŒrden, sollten Soldaten sein. Ihr Ziel: von Tibet, der uneinnehmbaren Bergfeste, in die britische Kronkolonie, und nach China zu den dort stehenden verbĂŒndeten japanischen Truppen. Dass daraus nicht mehr wurde, lag am verloren gegangenen Krieg.

Das jĂ€he Ende auch der zweiten militĂ€rischen Expansion des deutschen Imperialismus sollte die deutschen Strategien um Dominanz auch auf diesem Kontinent vorerst zum Erliegen bringen. Der nĂ€chste Abgesandte, der im Sinne Deutschlands in China tĂ€tig werden sollte, war fĂŒr die Imperialisten insofern ein „GlĂŒckstreffer“, als dass sein Einsatz nirgendwo geplant wurde, aber trotzdem höchst erfolgreich werden sollte: es handelt sich um den gebĂŒrtigen Österreicher Heinrich Harrer, dem man wohl mit Fug und Recht das grĂ¶ĂŸte Verdienst an den bis heute sehr engen Beziehungen der BRD zur alten und mittlerweile exilierten tibetischen Feudalelite zusprechen kann.


Heinrich Harrer:
Deutschlands inoffizieller Botschafter in Tibet


Wohl keiner dĂŒrfte einen solchen prĂ€genden Einfluss zumindest auf die westliche Tibet-Wahrnehmung ausgeĂŒbt haben wie eben jener Harrer: der Grazer Extrembergsteiger, bereits seit 1933 (also noch in der IllegalitĂ€t) SA-Mitglied im (damals unabhĂ€ngigen) Österreich und spĂ€ter nach der Annexion Österreichs auch im „schwarzen Korps“ SS und in der NSdAP (seit 1938), geriet im Jahre 1939 gemeinsam mit seinem Bergsteigerkollegen Peter Aufschnaiter in britische Kriegsgefangenschaft, nachdem sie bei dem Versuch, den Berg Nanga Parbat zu besteigen, in Indien vom Beginn des Zweiten Weltkrieges ĂŒberrascht wurden. Der damalige Mitgefangene im britischen Internierungslager, Fritz Kolb, ĂŒberzeugter Antifaschist und im Lager in stĂ€ndiger Todesangst vor den dort offen gewalttĂ€tig auftretenden Nazis unter den HĂ€ftlingen, schilderte Harrer spĂ€ter als einen der gefĂ€hrlichsten Obernazis im Lager: Harrer hĂ€tte sich mehrfach mit der Teilnahme an der Brandstiftung, die wĂ€hrend der sog. „Reichspogromnacht“ gegen die Grazer Synagoge verĂŒbt wurde, gebrĂŒstet.16

Harrer hielt es nicht lange im Kriegsgefangenenlager in Indien. Gemeinsam mit Aufschnaiter brachen die geĂŒbten Alpinisten (Harrer gehörte zu den Erstbesteigern der Eiger Nordwand) aus dem Camp aus und flĂŒchteten ĂŒber den Himalaja, nach Tibet. Ihr Ziel war, so Harrer in seiner Autobiographie „Sieben Jahre in Tibet“17, die japanische Front in China. Von den verbĂŒndeten Japanern erhofften sie sich die Ermöglichung einer raschen Heimreise nach Deutschland; in Europa tobte der Zweite Weltkrieg, und so weit ab vom Geschehen in Indien festzusitzen entsprach weder Wunsch noch Weltbild der jungen MĂ€nner. Tibet war dabei nur als Durchgangsstation ihrer Reise geplant; der Buchtitel verrĂ€t jedoch bereits, dass aus der Fraternisierung mit den in China kĂ€mpfenden japanischen Faschisten nichts wurde: Harrer sollte den gesamten zweiten Weltkrieg und die ersten Nachkriegsjahre auf dem Hochplateau verbringen. Nach einer beschwerlichen und gefahrvollen Reise ĂŒber die bis zu 6.000 Meter hohen GebirgspĂ€sse, mehrfachen Schummeleien mit gefĂ€lschten Grenzpapieren und Bestechung von Zollbeamten schaffte Harrer es gemeinsam mit Aufschnaiter bis nach Lhasa – sie waren dort zwar weder die ersten noch die einzigen AuslĂ€nder, doch war die Fremdenkolonie der Stadt ĂŒberschaubar: ein englischer Diplomat residierte dort.

Nun gehen die Darstellungen der Beteiligten auseinander: Heinrich Harrer selbst schildert in seinem Buch, wie er bis zum Hauslehrer des jungen 14. (des jetzigen) Dalai Lama aufstieg: er will ihn in Englisch, Geographie und Naturwissenschaften sowie anderen FĂ€chern unterrichtet haben; besondere Freude hĂ€tte dem unterdessen 15-jĂ€hrigen Knaben das Betrachten militĂ€rischer BildbĂ€nde ĂŒber den Zweiten Weltkrieg bereitet. Obendrein sei er, Harrer, es gewesen, der die vom verstorbenen 13. Dalai Lama hinterlassenen Filmprojektoren zum Laufen gebracht hat und so dem jungen Herrscher ein eigenes Kino einrichtete – der Dalai Lama hĂ€tte unwirsch bis beleidigt reagiert, wenn der deutsche Hauslehrer zu spĂ€t zum ĂŒblichen Termin eingetroffen sei; so wichtig seien ihm die ZusammenkĂŒnfte mit dem AuslĂ€nder gewesen. Von „KundĂŒn“, dem „Ozean der Weisheit“, war Harrer laut eigener Aussage sehr angetan: „Seine Haut war viel heller als die es Durchschnittsstibeters und noch um einige Schattierungen lichter als die der Lhasa-Aristokratie. [Wir erinnern uns an das „arische“ Aussehen des Adels, das „Rassenexperte“ Beger bereits Jahre vorher festgestellt hatte! Anm. d. Verf.] Seine sprechenden, kaum geschlitzten Augen zogen mich gleich in ihren Bann; sie sprĂŒhten vor Leben und hatten nichts von dem lauernden Blick vieler Mongolen“.18

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Seit jeher „Gute Freunde“: Heinrich Harrer, diesmal mit dem Dalai Lama. Der GelbmĂƒÂŒtzen-FĂƒÂŒhrer erkannte schnell den Nutzen des umtriebigen Österreichers und ließ sich dementsprechend bis zu dessen Tode im Jahr 2003 zu allen möglichen AnlÀssen, Preisverleihungen und Ehrungen mit ihm ablichten.
Der Dalai Lama selbst erwĂ€hnt den Namen Heinrich Harrer in seinem ersten, 1962 erschienenen Buch „Mein Leben und mein Volk – die Tragödie Tibets“, allerdings mit keiner einzigen Silbe, obwohl er durchaus ĂŒber die in Lhasa anwesenden AuslĂ€nder zu berichten weiß, die laut Harrers Selbstauskunft nicht einmal annĂ€hernd an die eigene Rolle am Herrscherhof herankamen.
Heinrich Harrer verließ Tibet 1950, kehrte 1952 nach Österreich zurĂŒck und vermarktete seitdem Ă€ußerst gewinnbringend seine Tibet-Erfahrungen: sein Buch „Sieben Jahre in Tibet“ wird schnell zum Bestseller; bis heute fĂŒhrt es die Rankings der Reise- und Abenteuerliteratur in Deutschland unangefochten an. JĂŒngst wurde der Stoff verfilmt, mit Brad Pitt in der Hauptrolle: Harrer ließ es sich nicht nehmen, noch als Hochbetagter den Schauspieler persönlich zu instruieren. Auch die WertschĂ€tzung, die Heinrich Harrer durch den Dalai Lama spĂ€ter erfahren sollte, Ă€ndert sich auf einmal: die Wichtigkeit des umtriebigen Abenteurers fĂŒr das eigene Marketing erkennend, rĂŒckt sich der Dalai Lama ab jetzt regelmĂ€ĂŸig mit Harrer ins rechte Medienlicht. Der Österreicher wird der beste „VerkĂ€ufer“ in Sachen „free Tibet“. Auf einmal erinnert sich der Dalai Lama daran zurĂŒck, dass er und Harrer seit der ersten Zusammenkunft (auf einer Massenprozession, die keinerlei Möglichkeit des direkten Kontakts bot, bei der Harrer aber bereits nach eigener Aussage „Blickkontakt“ mit dem jugendlichen Dalai Lama aufgenommen haben will!) schon „sehr gute Freunde“ gewesen seien.19

Auch in spĂ€teren Jahren treffen die beiden oft zusammen, und was fĂŒr einen Mann der Dalai Lama als Chefpropagandisten an der Hand hat, ist ihm vollauf bewusst. In einem Interview 1997, mit den damals im Zuge der geplanten Verfilmung von „Sieben Jahre in Tibet“ bekannt gewordenen Naziverstrickungen Harrers konfrontiert, offenbart der „Ozean der Weisheit“ sein GeschichtsverstĂ€ndnis: „NatĂŒrlich wusste ich, dass Heinrich Harrer deutscher Abstammung war – und zwar zu einer Zeit, als die Deutschen wegen des Zweiten Weltkrieges weltweit als BuhmĂ€nner dastanden. Aber wir Tibeter haben traditionsgemĂ€ĂŸ schon immer fĂŒr die Underdogs Partei ergriffen und meinten deshalb auch, dass die Deutschen gegen Ende der vierziger Jahre von den Alliierten genug bestraft und gedemĂŒtigt worden waren. Wir fanden, man sollte sie in Ruhe lassen und ihnen helfen.“20 Der Bergsteigerkollege Reinhold Messner, ebenfalls bekannt vor allem durch seine Reiseliteratur, hat Harrer ebenfalls kennen gelernt. Er schreibt im selben Jahr, 1997: „Immer wieder kam von Heinrich Harrer die Kritik, wir Jungen könnten nicht mehr Seilschaften fĂŒrs Leben bilden, uns fehlten IntensitĂ€t, Treue und Ausdauer. Er hĂ€lt immer noch fĂŒr richtig, was die Nazis gepredigt haben.“21

Die zweite Welle der Tibetbegeisterung im Westen wurde initial maßgeblich von Harrer und seinen Publikationen gezĂŒndet: auf einmal rĂŒckte das ferne MĂ€rchenland wieder ins öffentliche Bewusstsein; diesmal jedoch weniger als geheimnisvolles, abgeschlossenes Reich, sondern vielmehr als Exempel fĂŒr die grausame UnterdrĂŒckungspolitik der Kommunisten. Denn die chinesischen Kommunisten waren der Grund, warum Heinrich Harrer Tibet 1950 ĂŒberstĂŒrzt verlassen musste und sein Freund und SchĂŒler, der Dalai Lama, ihm einige Jahre spĂ€ter folgte.


Anmerkungen:
1 Vergl. hierzu: Ga, Zangjia: „Tibetan Religions“, China Intercontinental Press, 2003
2 (1856-60). Der Erste Opiumkrieg (1839-42) zwischen Großbritannien und dem Kaiserreich China der Qing-Dynastie. Als Ergebnis des Krieges wurde China zur Öffnung seiner MĂ€rkte und insbesondere zur Duldung des Opiumhandels gezwungen. Der Zweite Opiumkrieg oder „Krieg“ Großbritanniens und Frankreichs gegen das Kaiserreich China endete mit dem „Vertrag von Tianjin“ und der „Pekinger Konvention“, die in dieser Form von Kaiser Xianfeng am 18. Oktober 1860 ratifiziert wurden. Damit ergab sich fĂŒr Großbritannien, Frankreich, Russland und die USA das Recht, in Beijing (bis dahin eine geschlossene Stadt) Botschaften zu eröffnen. Diese Abkommen öffneten elf weitere HĂ€fen fĂŒr den Handel mit dem Westen, der Opiumhandel wurde legalisiert und Christen bekamen das Recht, die chinesische Bevölkerung zu missionieren sowie Eigentum zu besitzen.
3 Vergl. hierzu: „Regulations of the Republic of China Concerning Rule Over Tibet“, Compiled by China National Center for Tibetan Studies, China No. 2 History Archives. China Intercontinental Press, 1999.
4 Da die Phase der angeblichen „UnabhĂ€ngigkeit“ Tibets zwischen 1913 und 1951 eine wesentliche Rolle in der Argumentation der exiltibetischen Seite darstellt, sei auch darauf verwiesen, dass es keinerlei völkerrechtlich verbindliche KlĂ€rung, bspw. seitens der UNO, zu dieser Frage gibt. Das „unabhĂ€ngige Tibet“ ist historisch nicht haltbar.
5 vergl. Historische Koordinaten Tibet-China, China Intercontinental Press, 1997
6 zitiert nach: Goldner, Colin : Dalai Lama, Fall eines Gottkönigs, Aschaffenburg, 1999, S. 24
7 zitiert nach: ebenda, S. 22 f.
8 zitiert nach: ebenda, S. 32 ff.
9 vergl. Trimondi, V. & V.: Hitler, Buddha, Krischna, Wien, 2002, S. 156
10 die Basis fĂŒr die – bis heute – in esoterischen Kreisen höchst populĂ€ren rassistischen Verschwörungstheorien um das „arische Tibet“ legte die GrĂŒnderin der „Theosophischen Gesellschaft“, Helena Blavatski: sie verbreitete in ihrem (gefĂ€lschten) Reisebericht ĂŒber Tibet den Mythos einer arischen Siedlung unter dem Himalaya, die von einer weißen arischen Bruderschaft gefĂŒhrt wĂŒrde. Der tibetische Klerus wie auch Teile der tibetischen Bevölkerung seien nach Blavatski ebenfalls den „Ariern“ zuzurechnen und wĂŒrden damit als Bundesgenossen der „Germanen“ in Frage kommen. WĂ€hrend des dt. Faschismus versuchten verschiedene Pseudowissenschaftler aus dem Dunstkreis der SS, diesen Unfug mit verschiedenen Mitteln wie SchĂ€delvermessungen und dergleichen zu belegen. Auch nach dem 2. Weltkrieg knĂŒpfen rassistische Esoterike an diese Theorien an. Anm. d. Verf.
11 Trimondi, V. & V.: Hitler, Buddha, Krischna, Wien, 2002, S. 133 f.
12 Dazu zĂ€hlte u. a. eine „Indische Legion“ aus 3.000 indischen Kriegsgefangenen, die an der Westfront gegen die Alliierten (britische, amerikanische und kanadische Soldaten) eingesetzt wurde. Der antibritische Kampf an der Seite der deutschen Faschisten wurde im Wesentlichen gefĂŒhrt von Subhas Chandra Bose, von 1937-39 GeneralsekretĂ€r des Indischen Nationalkongresses, damals noch unterstĂŒtzt von linken Nationalisten, Sozialisten und Kommunisten. Der Versuch Großbritanniens, mit der EinfĂŒhrung des Kriegsrechts 1939 Indien im innerimperialistischen Krieg an die Seite Großbritanniens zu zwingen und jede UnabhĂ€ngigkeitsforderung Indiens zu ersticken, trieb ultralinke KrĂ€fte, darunter Bose, in die Arme des japanischen und deutschen Imperialismus. Sie begriffen nicht, im Übrigen ebenso wenig die bĂŒrgerlichen BefreiungskrĂ€fte um Gandhi, dass der Krieg mit dem Angriff auf die Sowjetunion seinen Charakter geĂ€ndert hatte und zu einem antifaschistischen, gerechten Krieg der Völker gegen die faschistische Aggression wurde. Damit wurden sie fĂŒr die faschistischen KrĂ€fte leichte Beute, ebenso fĂŒr den britischen Imperialismus, den sie damit nicht schwĂ€chen konnten, wohl aber die indische UnabhĂ€ngigkeitsbewegung, die nun auch noch in dem Ruch stand, Faschisten zu unterstĂŒtzen. (Vgl. Rajani Palme Dutt, „India Today“, 1940) Anm. d. Verf.
13 Im Auftrag der der SS angegliederten „Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe e.V.“ betrieb Beger rassekundliche Forschungen, z. B. „zur Beschaffung von JudenschĂ€deln zur anthropologischen Untersuchung“ durch Selektion im KZ Auschwitz. Die u. a. von Beger ausgesuchten HĂ€ftlinge wurden vergast, Beger wurde erst 1970 vor dem Landgericht Frankfurt am Main wegen Beihilfe zum Mord angeklagt. Das Gericht verurteilte ihn am 6. April 1974 wegen Beihilfe zu 86-fachem Mord zur Mindeststrafe von drei Jahren. Unter Anrechnung der Internierung nach dem Krieg und der Untersuchungshaft wurde ihm dabei der Strafrest wegen „guter LebensfĂŒhrung“ erlassen. Anm. d. Verf.
14 zitiert nach: Trimondi, V. & V.: Hitler, Buddha, Krischna, Wien, 2002, S. 150
15 zitiert nach: ebenda, S. 130
16 vergl. Lehner, Gerald: Zwischen Hitler und Himalaya, Wien, 2007, S. 65
17 Harrer, Heinrich: Sieben Jahre in Tibet, Berlin 2006
18 zitiert nach: ebenda, S. 368
19 Goldner, Colin : Dalai Lama, Fall eines Gottkönigs, Aschaffenburg, 1999, S. 83
20 zitiert nach: ebenda, S. 83
21 Messner, Reinhold: Zeitschrift „Alpin“ MĂŒnchen, 10.1997



 
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