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Seit einigen Wochen finden in zahlreichen deutschen St├Ądten Demonstrationen einer ┬äFriedensbewegung 2014┬ô statt. Mit der allgemeinen Forderung ┬äF├╝r Frieden! In Europa! Auf der Welt!┬ô ziehen diese Demos jeden Montag mehrere hunderte Menschen an. F├╝r den 28. April wurde zu Kundgebungen in ├╝ber 30 deutschen St├Ądten aufgerufen. Erst bei genauerem Hinsehen wird klar, dass hinter dem schwammigen Aufruf knallharte Verschw├Ârungstheoretiker und neurechte Kr├Ąfte stehen.

Querfrontgequatsche

Ein erstes Indiz findet sich im Berliner Aufruf, in dem gesagt wird ┬äGegen die t├Âdliche Politik der Federal Reserve (einer privaten Bank)!┬ô. Der Anmelder der Berliner Montagsdemo, Lars M├Ąhrholz, erkl├Ąrt die Forderung in einem Interview wie folgt: ┬äWoran liegen alle Kriege in der Geschichte in den letzten 100 Jahren? Und was ist die Ursache von allem? (┬ů) , dass sie (die Federal Reserve) seit ├╝ber hundert Jahren die F├Ąden auf diesem Planeten zieht.┬ö Auch weitere prominente Verfechter der ┬äFriedensdemos┬ô wie z.B. der vom RBB wegen antisemitischer ├äu├čerungen entlassene Journalist Ken Jebsen teilen diese verschw├Ârungtheortischen Ansichten. So formuliert er als Zielstellung: ┬äWenn wir die FED als den Tumor allen ├ťbels nicht endlich aus unserem Wirtschaftssystem entfernen, wird es zu einem Krieg kommen. Einem Krieg, der final dazu dient, f├Ąlligen Zinseszins zu bedienen. Wir leben tats├Ąchlich in einer SCHEIN-Demokratie. Und die FED stellt sich keiner Wahl. Sie herrscht einfach.┬ô

Die Organisatoren verstehen also sowohl die aktuellen Vorg├Ąnge in der Ukraine, wie auch alle Kriege des letzten Jahrhunderts als das Produkt einer Weltregierung aus amerikanischer Notenbank und weiteren ausgew├Ąhlten (zum Gro├čteil j├╝disch dominierten) Kreditinstituten. Auch der Name der j├╝dischen Bankierfamilie Rothschild f├Ąllt immer wieder.

Zahlreiche RednerInnen der vergangenen Demos best├Ątigen diese Aussagen. So trat u.a. der Querfront-Stratege J├╝rgen Els├Ąsser am 21. April in Berlin auf, nachdem ihm eine Woche zuvor in Hamburg noch das Podium verwehrt wurde. Auch er stilisiert sich als Vertreter der Wahrheit und Vollstrecker eines angeblichen Volkswillens, der von Medien und der ┬äPolitical Correctness┬ô unterdr├╝ckt werde. ┬äDie amerikanisierten Medien und Politiker in Deutschland sind geil auf Krieg, unser Volk aber will den Frieden!┬ô Als Feind kennzeichnete er unter lautem Beifall ┬ädas eine Prozent der internationalen Finanzoligarchie┬ô.
Weitere bekannte Teilnehmer sind der Verschw├Ârungstheoretiker Andreas Popp und die Band ┬äDie Bandbreite┬ô, die in Vergangenheit mit Statements wie ┬ä9/11 ┬ľ selbst gemacht!┬ô oder AIDS sei ein ┬äbiologischer Kampfstoff┬ô zur ┬äAusrottung von Afrikanern┬ô auf sich aufmerksam machten.

NSDAP, NPD, ┬äDie Rechte┬ô, AfD ┬ů

Die Aussagen zur Herrschaft des Zinses sind alles andere als neu. Bereits in den 1920er Jahren unterschied der deutsche Faschismus in seiner Propaganda in das ┬ädeutsche, schaffende┬ô und das ┬äj├╝disch, raffende┬ô Kapital. Damals dienten diese Argumentationsmuster einerseits dazu, das Kleib├╝rgertum auf die Seite der Nazis zu ziehen und andererseits, den Protest der arbeitenden Bev├Âlkerung von den deutschen Banken und Konzernen abzuwenden.

Kein Wunder also, dass das von der „Friedensbewegung“ hofierte Weltbild auch rechte Parteien und Organisationen anzieht. Rechtspopulisten wie die AfD oder Pro NRW werben über ihre Facebook-Accounts für die Demos; natürlich nicht ohne darauf zu verweisen, dass die Aktionen vom „linken Mainstream“ (gemeint ist die gesamte bürgerliche Presse) totgeschwiegen würden.
Mittlerweile k├╝ndigt auch die neofaschistische NPD in ihrer Zeitung Deutsche Stimme an, ┬äsich ab sofort dezent, aber sichtbar in die neue deutsche Oppositionsbewegung einbringen┬ô zu wollen. So beteiligte sich diese Woche der stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende Karl Richter an der Montagsdemo in M├╝nchen. Die Veranstalter distanzierten sich nicht, denn man wolle ja ├╝ber Parteigrenzen hinweg wirken. Auch die aus den verbotenden Kameradschaftsstrukturen entstandene Partei ┬äDie Rechte┬ô k├╝ndigt an bei den Kundgebungen in NRW Pr├Ąsenz zu zeigen.

Der deutsche Imperialismus

Vereinfachte antisemitische Erkl├Ąrungsmuster sind keine Grundlage f├╝r eine Bewegung f├╝r den Frieden. Die selbsternannte ┬äFriedensbewegung 2014┬ô steht weder f├╝r Frieden noch f├╝r einen etwaigen Fortschritt. Die aktuelle Politik der Bundesregierung wird z.B. von den rechten Demagogen als gesteuert von US-amerikanischen B├Ąnkern und Banken j├╝discher Herkunft dargestellt. Viele rechte Protagonisten gehen sogar soweit, die Schuld der deutschen Banken und Konzerne an beiden Weltkriegen zu leugnen.

Als revolution├Ąrer Jugendverband steht die SDAJ f├╝r einen konsequenten interessengeleiteten Antifaschismus und Antimilitarismus. Das schlie├čt f├╝r uns die Zusammenarbeit mit Verschw├Ârungstheoretikern, Antisemiten, Deutschnationalen und Faschisten grundlegend aus.
Unser Eintreten f├╝r eine Welt des Friedens und der Freiheit ist die gemeinsame Sache aller lohnabh├Ąngigen Menschen, unabh├Ąngig ihrer Nationalit├Ąt. Unser Kampf f├╝r Souver├Ąnit├Ąt und Demokratie, f├╝r die ├ťberwindung der Unterdr├╝ckung, richtet sich gegen die Herrschenden in diesem Land: Gegen die deutschen Banken und Konzerne.

Wir benennen als Schuldige f├╝r Krieg, Elend und Ausbeutung die deutschen Banken und Konzerne, die durch Waffenexporte und die Kriegsf├╝hrung der Bundeswehr weltweit als kriegerische Akteure auftreten. Wir erinnern hundert Jahre nach dem ersten Weltkrieg an die kriegerische Rolle, die die Herrschenden in Deutschland noch heute aggressiv verteidigen. Anstatt die Verantwortung bei ausl├Ąndischen Kapitalisten oder anderen V├Âlkern zu suchen, halten wir es mit Karl Liebknechts Losung: Der Hauptfeind steht im eigenen Land!

Essen, 02. Mai 2014 ┬ľ AG Antifaschismus und Antirassismus beim Bundesvorstand der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ)


 

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  Kommentar zum Artikel von secarts:
Sonntag, 15.06.2014 - 17:42

Nat├â┬╝rlich besteht (immer noch!) ein Unterschied zwischen links und rechts, und zwar ein himmelweiter: Sind soziale Unterschiede Schuld an ungleichen Lebensbedingungen, oder sind das religi├â┬Âse oder genetische oder nationale oder gar "blutsdeterminierte"..? Sollen diese Bedingungen durch Angleichung der Lebensverh├â┬Ąltnisse, durch Chancengleichheit und Gleichberechtigung der Geschlechter gel├â┬Âst, oder durch Zementierung eben jener Schranken ungleich belassen werden? Ist es die gemeinsame soziale Situation, die Menschen verbindet, oder sind es nationale Grenzen, die sie trennen?!

Und natürlich ist eine Figur wie Andreas Popp ein Rechter - ein Rechter par excellence.


Hier ein Ausschnitt aus einem Artikel aus der jungen Welt zu Popp und seinen historischen Gew├â┬Ąhrsm├â┬Ąnnern:


"├é┬╗Plan B├é┬ź und Paranoia-Rap
Zur links-rechts-Schw├â┬Ąche auf den neuen Montagsdemos


Auch in dieser Woche haben sich wieder ├é┬╗Montagsdemonstranten├é┬ź f├â┬╝r ├é┬╗den Frieden├é┬ź versammelt. [...]

├é┬╗Weder rechts noch links├é┬ź lautet das Credo der Veranstalter, die folgerichtig auch Rattenf├â┬Ąngern wie J├â┬╝rgen Els├â┬Ąsser eine B├â┬╝hne bereiteten (jW berichtete). Auch die Forderung, den ├é┬╗Plan B├é┬ź eines gewissen Andreas Popp umzusetzen, war am Montag nach wie vor pr├â┬Ąsent.

Popp, Goldh├â┬Ąndler und selbsternannter ├é┬╗Erfolgsautor├é┬ź, galt einst beim Sender ntv als Wirtschaftsfachmann, zog sich dann jedoch ins ├é┬╗sichere├é┬ź Kanada zur├â┬╝ck. Gegen den bevorstehenden Zusammenbruch der deutschen ├é┬╗Ochlokratie├é┬ź (├é┬╗P├â┬Âbelherrschaft├é┬ź) empfiehlt er ├é┬╗Notvorr├â┬Ąte, Heizmaterial und ein Trinkwasserreservoir├é┬ź. Au├â┬čerdem: Auslandsimmobilien und Edelmetallvorr├â┬Ąte, zum Beispiel ├ó┬Ç┬ô ganz uneigenn├â┬╝tzig ├ó┬Ç┬ô Gold. Nun hat Popp das Wagnis der R├â┬╝ckkehr aus dem Exil auf sich genommen. Am 21. April konnte er seine Theorien bereits auf der B├â┬╝hne der neuen ├é┬╗Montagsdemo├é┬ź in Berlin verk├â┬╝nden.

Popps ├é┬╗Plan B├é┬ź l├â┬Ą├â┬čt sich auf der ├é┬╗Wissensmanufaktur├é┬ź-Webseite abrufen. Da ├é┬╗flie├â┬čt├é┬ź und ├é┬╗kreist├é┬ź das Geld, der Staat mu├â┬č ├é┬╗entschuldet├é┬ź werden, auch der ├é┬╗Erfinder dieser Methode├é┬ź wird namentlich gew├â┬╝rdigt: Es ist niemand Geringeres als der 1883 in W├â┬╝rzburg geborene Gottfried Feder, eines der ersten Mitglieder der ├é┬╗Deutschen Arbeiterpartei├é┬ź (DAP), sp├â┬Ąter NSDAP. Feder gilt als Verfasser des demagogischen Parteiprogramms mit seiner grotesken Trennung zwischen ├é┬╗schaffendem├é┬ź, produktivem deutschen, und ├é┬╗raffendem├é┬ź, j├â┬╝disch-spekulativen Kapital. Letzteres k├â┬Ânne abgeschafft werden, ohne den Kapitalismus an sich zu ├â┬╝berwinden, behaupteten die Nazis. Eine von Feder 1919 vorgelegte Schrift inspirierte die deutschen Faschisten zu ihrer Parole von der ├é┬╗Brechung der Zinsknechtschaft├é┬ź. Hitler w├â┬╝rdigte Feders Einflu├â┬č ausdr├â┬╝cklich in ├é┬╗Mein Kampf├é┬ź.

├é┬╗Heute wird dieser gro├â┬če Wirtschaftstheoretiker leider noch immer mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht├é┬ź, bedauern die Autoren Popp und Rico Albrecht im ├é┬╗Plan B├é┬ź beinahe herzerweichend. Zu Unrecht? In Verbindung? Als Nazi der allerersten Stunde wurde Feder 1927 ├é┬╗wirtschaftspolitischer Sprecher├é┬ź der NSDAP, 1933 Staatssekret├â┬Ąr im Wirtschaftsministerium. Bis zu seinem friedlichen Tod 1941 stand der gl├â┬╝hende Antisemit hinter dem Programm der Judenvernichtung. [...]"



Aber Popp ist nicht nur Rechter, er ist auch Gesch├â┬Ąftsmann, und zwar ein t├â┬╝chtiger: - f├â┬╝r seine Taschen zumindest. Bleibt f├â┬╝r seine Gefolgsleute zu hoffen, nicht allzu sehr an Popps Apokalypse-Vorbeugungs-Rezepte geglaubt zu haben... Die Entwicklung des Goldpreises muss ja wirklich Sorge bereiten smiley


  Kommentar zum Artikel von Helmut Scheid:
Sonntag, 15.06.2014 - 12:00

Hallo Secards-Team,
heute habe ich den Artikel von Petro Symonenko zum "Thema" Ukraine (v. 23.2.14) auf eurer Homepage gelesen. Der ist eine supergute Analyse des Konfliktes! Kann ich Wort für Wort "unterschreiben"! sehr sehr gut...........
Das was ihr aber so ├â┬╝ber die Verschw├â┬Ârungstheoretiker "losgelassen habt" kann ich nicht mehr h├â┬Âren! Andreas Popp ist kein "Rechter" ok, das ist v├â┬Âlliger Quatsch.
Die millitanten Faschisten bek├â┬Ąmpfen ist sicher immer noch n├â┬Âtig, leider aber ist nicht jeder "Spie├â┬čer" deshalb gleich ein Faschist.
├â┬ťbrigens Karl Marx hat auch ganz sch├â┬Ân abgel├â┬Ąstert in seinen Schriften ├â┬╝ber die Juden der damaligen Zeit, wollte ich nur mal so ew├â┬Ąhnen............
Wenn ihr schon auf die Deutsche Bank schimpf, wieso nehmt ihr dann in dem Artikel die FED in Schutz, verstehe ich nicht. Die gr├â┬Â├â┬čte Bedrohung f├â┬╝r uns ist die FED und die jeweilige Administration in Washington DC, die Nato und nicht Putin!
Ich habe in "jungen Jahren"(1968-1978) von Veranstaltungen und Ferienlagern der SDAJ sehr profitiert, im geistigen Sinne, kann das "links-rechts Gedudel" in eurem Artikel aber nicht mehr nachvollziehen!
Gru├â┬č H.Scheid