DE
       
 
0
unofficial world wide web avantgarde
07.08.2019, 21:40 Uhr
Nutzer / in
secarts

• Chinesischer Kommentar zu US-Amokläufen und Rassismus Gescheiterte Globalisierung

Aus chinesischer Sicht: Der »weiße Nationalismus« gedeiht auf der gescheiterten Anpassung der westlichen Länder.
Von Yu Jincui.

In immer mehr westlichen Ländern entwickeln sich die rassistischen Greueltaten weißer Extremisten zur wohl größten terroristischen Bedrohung. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass die terroristische Gewalt weißer Nationalisten zu einer globalen Gefahr geworden ist.

The Guardian berichtete am Sonntag nach einer tödlichen Schusswaffenattacke auf einen Walmart-Supermarkt in El Paso, Texas, dass in den vergangenen acht Jahren weltweit mehr als 175 Menschen bei mindestens 16 größeren Angriffen weißer Rassisten getötet wurden. Ziele dieser Angriffe waren muslimische Gläubige, People of Color sowie linke Politiker und Aktivisten in den USA, Großbritannien und anderen westlichen Ländern. Das Motiv vieler weißer Täter oder Verdächtiger war ein gesteigerter Hass auf Einwanderer und Geflüchtete.

Warum breitet sich der weiße Nationalismus weiter aus? Was steckt hinter der zunehmenden Feindseligkeit und Gewalt gegen diejenigen, die wegen ihrer Religion, Hautfarbe oder nationalen Herkunft als »Außenseiter« angesehen werden?

Tatsächlich hat der weiße Nationalismus in den westlichen Ländern eine lange Geschichte. In den letzten Jahren wurden vor allem Einwanderer, People of Color und Geflüchtete für die Probleme des modernen Lebens verantwortlich gemacht, einschließlich wachsender wirtschaftlicher Instabilität, zunehmender Ungleichheit und dem Niedergang ganzer Industrien. Folge war eine wachsende Feindseligkeit und Intoleranz in zunehmend multikulturellen Gesellschaften wie den USA.

Durch neue aufstrebende Schwellenländer hat sich die internationale Wirtschaftslandschaft im Zeitalter der Globalisierung tiefgreifend verändert. Der Lebensstandard weißer Unterklassen ist in den letzten Jahren gesunken, was auf einen unangemessenen politischen Umgang mit den wirtschaftlichen Herausforderungen zurückzuführen ist. Doch einige Westler machen es sich leicht und geben der Globalisierung und den Migrationsströmen die Schuld dafür. Der Hauptgrund für das Wiederaufleben des weißen Nationalismus ist jedoch, dass sich der Westen nicht an die sich verändernde globale Lage angepasst und den durch diese Veränderungen verursachten innenpolitischen Problemen gestellt hat.

Internet und »soziale Medien« spielen eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Hass und fremdenfeindlichen Ansichten durch weiße Nationalisten. Die »sozialen Medien« stehen in der Kritik, weil sie den Hassreden eine Bühne bieten und als Rekrutierungsinstrument für weiße Rassistengruppen dienen. Es fehlt jedoch an effektiven Möglichkeiten, diese Entwicklung einzudämmen.

Die Geißel des weißen Nationalismus und des ihn weiter vorantreibenden Terrorismus ist offensichtlich geworden. Besorgniserregend ist, dass es keine Anzeichen dafür gibt, dass diese Tendenz abnimmt. Für verschiedene Ethnien, Religionen und Kulturen ist es schwierig, ein harmonisches Zusammenleben zu erreichen. Das Gespenst des weißen Nationalismus macht es den westlichen Ländern jedoch noch schwerer, eine Einheit der Ethnien und ein friedliches Zusammenleben von Religionen und Kulturen zu verwirklichen. Doch obwohl sie ihren eigenen Problemen nicht genügend Aufmerksamkeit zollen, zeigen westliche Länder gerade in ethnischen und religiösen Fragen mit dem Finger gern auf nichtwestliche Länder.

Sind westliche Länder überhaupt in der Lage, eine Lösung zu finden, die verhindert, dass das Gespenst des weißen Nationalismus ihre Gesellschaften weiter spaltet? An der Antwort auf diese Frage wird sich entscheiden, ob der Westen seinen Niedergang aufhalten kann. Die soziale Spaltung seiner Gesellschaften wird diesen Niedergang beschleunigen. Bislang scheint es jedoch, als fänden die westlichen Länder keinen Weg zur Lösung ihrer Probleme. Sie sind weder in der Lage, wie früher durch einen aggressiven Expansionismus zu alter Größe zu gelangen, noch können sie die durch die Globalisierung verursachten Migrationsströme stoppen. Die Spaltung westlicher Gesellschaften wird in Zukunft immer mehr zunehmen.

Übersetzung; Jürgen Heiser

Link ...jetzt anmelden!
08.08.2019, 09:26 Uhr
Nutzer / in
mischa

Was will mir der Text sagen? Der "Westen" hat das Problem mit dem Rassismus? Weil er sich nicht genügend an die veränderte Lage angepaßt hat?

Könnt ihr den Autoren einornen? Ist das ein chinesischer Dutzendliberaler? Ein kommunistischer Genosse?

Seltsam!
10.08.2019, 02:34 Uhr
Nutzer / in
CnlHarsh

Erfrischend. Geopolitik geht also auch ohne Rassismus und Migrationspanik und so. Hoffentlich mischen sich die Chinesen öfter in die internationalen Zustände ein.
• Hier gibt's was extra: mehr Debatten aus den www.secarts.org-Foren
Spanien: Kommunistische Namensklärung
RedGlobe meldet gestern dies: Spanische Kommunisten legen Namensstreit bei Seit fast zwei Jahren hat es in Spanien zwei...mehr FPeregrin 05.03.2019
Sachbeschädigung am Marx-Grabstein
2
... und sehr ähnlich wie beim Marx-Grabstein Ende Februar am LL-Denkmal in Berlin, fast parolengleich. Wie groß muß die Angst...mehr FPeregrin 03.03.2019
retmarut 17.02.2019
Konterrevolution in Venezuela?
163
Heute auf RedGlobe: Venezuela verurteilt neue Aggression der USA US-Präsident Donald Trump hat am Montagabend (Ortszeit...mehr arktika 06.08.2019
arktika 29.07.2019
arktika 05.07.2019
Gaza: Neuer Krieg in Nahost?
1
Verzeiht mir meinen Zynismus, aber Raketen aus Gaza vs. Bomben der israelischen Luftwaffe ist doch eher business as usual ode...mehr smersch 30.03.2019