DE
       
 
0
unofficial world wide web avantgarde
NEUES THEMA14.07.2019, 23:54 Uhr
Nutzer / in
Ephemer

• Militärparade + big show in Frankreich Waffenschau in Paris:
Macron präsentiert sich und sein Land am Nationalfeiertag bereit zum Krieg. Beschwörung einer hochgerüsteten EU-Angriffsarmee.

Als der Aufmarsch nach drei Stunden endlich ein Ende hatte und ein Männerchor der Armee die Marseillaise sang, schloss der Präsident genießerisch die Augen, offensichtlich ergriffen von seiner eigenen gewaltigen Waffenschau. Zum Nationalfeiertag hatte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron am Sonntag auf den Champs-Élysées in Paris diesmal alles in Bewegung gesetzt, was marschieren, fahren, fliegen, ballern und töten kann – Kampfbomber, Panzer, Lafetten, Raketenträger und Hubschrauber. Kreisende Drohnen, Scharfschützen auf dem Triumphbogen – ein 14. Juli, wie ihn die Leute bisher nicht erlebt hatten. Macrons Frankreich, präsentiert als ein komplett militarisiertes Land, bereit zum Krieg und zur Partnerschaft mit dem deutschen Nachbarn in einer europäischen Angriffsarmee.

Link ...jetzt anmelden!

#Frankreich
#Macron
#NATO
#EU
NEUER BEITRAG15.07.2019, 13:16 Uhr
Nutzer / in
FPeregrin

Das ganze Spektakel wird man auch einordnen müssen vor dem Hintergrund von dem hier, den zwischenimperialistischen Widersprüchen innerhalb der EU:
Link ...jetzt anmelden!
NEUER BEITRAG16.07.2019, 00:27 Uhr
Nutzer / in
FPeregrin

P.S. ... und Jörg Kronauer genau dies im Kommentar der gesterigen jW:

An zwei Fronten

Macron will Militär im Weltall

Von Jörg Kronauer

Emmanuel Macron macht mit der Militarisierung ernst. Sein jüngster Coup: Frankreichs Luftwaffe soll ein Weltraumkommando erhalten und künftig als »Luft- und Weltraumwaffe« operieren, teilte der französische Präsident am Vorabend der Militärparade zum gestrigen Nationalfeiertag mit. Erst am Freitag hatte er an den Feierlichkeiten zur Fertigstellung eines neuen U-Boots teilgenommen. Dabei ging es nicht um irgendein x-beliebiges Modell, sondern um das erste atomgetriebene U-Boot der neuen Barracuda-Klasse, den Stolz der französischen Marinerüstung. Da mag das Land in noch so vielen Schwierigkeiten stecken: Milliarden für neues Kriegsgerät sind unverändert da.

Was treibt Macron in die Militarisierung um buchstäblich fast jeden Preis? Nun, die herrschenden Kreise in Paris kämpfen an zwei Fronten zugleich. Die eine: Sie wollen, nicht anders als die Eliten in der Bundesrepublik, eine führende Rolle in der Weltpolitik spielen, und zwar zwecks Sammlung der nötigen Kräfte nach Möglichkeit im Rahmen der EU. Die Vereinigten Staaten treiben den Aufbau eines Weltraumkommandos voran? Frankreich zieht nach. Nur sechs Länder verfügen über atomgetriebene U-Boote: die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Indien. Was tut Frankreich? Es modernisiert seine Flotte. Die großen Mächte der Welt: Sie bilden die Liga, in der Paris auch künftig mitmischen will – als Atommacht mit schlagkräftigem Militär und Stützpunkten auf fast allen Kontinenten, von Südamerika (Guayana) über einige afrikanische Staaten und den Indischen Ozean (Réunion) bis zum Pazifik (Neukaledonien).

Dass Macron militärisch so stark auftrumpft, hat aber noch einen zweiten Grund – und der liegt in Europa. Im Machtkampf um die Führungsrolle in der EU ist Paris Berlin schon seit Jahren wirtschaftlich und politisch unterlegen. Beim Versuch, das Ruder herumzureißen, zieht Macron nun alle Hebel, kämpft für eine grundlegende Reform der Euro-Zone, macht sich für die Förderung französischer Interessen in der Françafrique durch die EU stark – beides bislang vergeblich. Parallel sucht er den Bereich mehr zu betonen, in dem Frankreich (noch) stärker ist als Deutschland: das Militär. Die neuen Atom-U-Boote etwa sollen Frankreichs militärische Führung in der EU nach dem »Brexit« stärken; Deutschland verfügt über diese Waffengattung nicht. Zudem soll die von Paris energisch vorangetriebene »Europäische Interventionsinitiative« baldige EU-Operationen vorbereiten, am liebsten unter französischer Führung. Kein Zufall, dass zur gestrigen Militärparade die Staats- und Regierungschefs genau derjenigen Länder eingeladen waren, die an der »Interventionsinitiative« beteiligt sind. Einmal mehr bestätigt sich: Der erbitterte Kampf der EU um eine führende Stellung in der Weltpolitik dämpft die innereuropäischen Konflikte nicht, er verschärft sie eher. Schließlich bringt selbst eine Führungsrolle nicht den erwünschten Profit, wenn der Rivale auf der anderen Seite des Rheins die Richtung bestimmt.


Link ...jetzt anmelden!
• Schau mal: ziemlich ähnliche Diskussionen in den www.secarts.org-Foren
GFP
Hegemonie nach deutscher Art
Die Bundesregierung trägt Mitverantwortung für die aktuelle Krise in Frankreich. Dies geht aus Untersuchungen der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) hervor. Demnach hat Präsident Emmanuel Macron se...mehr Gast 02.12.2018
GFP
Deutschlands Lieblingsfranzose
Der Sieg des deutschen Favoriten Emmanuel Macron [am vergangenen Sonntag, Anm. der Redaktion] bei der Präsidentenwahl in Frankreich wird laut Einschätzung von Experten die Spaltung im Land weiter vertiefen und der e...mehr GFP 08.05.2017
GFP
Berliner Leuchtturmpolitik
Deutschland soll mit den drei großen verbleibenden EU-Staaten Westeuropas eine gemeinsame Außenpolitik formulieren und diese auch ohne EU-weiten Konsens durchsetzen. Dies fordert der bisherige Vorsitzende des Auswär...mehr GFP 30.11.2017
GFP
Ein Ring um Russland
WASHINGTON/BERLIN (03.09.2014) - Auf ihrem am 4.September beginnenden Gipfeltreffen wird die NATO eine Vergrößerung ihrer militärischen Schlagkraft und eine verschärfte Einkreisung Russlands beschließen. Wie NATO-Ge...mehr GFP 05.09.2014
GFP
Vom deutschen Euro zur deutschen EZB
Die Bundesregierung versucht mit Bundesbank-Chef Jens Weidmann einen der lautesten Kritiker der bisherigen expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) an deren Spitze zu hieven. Weidmann hat die monetä...mehr GFP 27.08.2017
GFP
In und durch Europa führen
BERLIN (11.09.2014) - Deutschland soll künftig "eine stärkere globale Rolle spielen" und "in und durch Europa" stärker "führen". Dies ist einer deutschen Regierungsberaterin zufolge die bisherige Bilanz einer Außenp...mehr GFP 14.09.2014