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unofficial world wide web avantgarde
14.02.2019, 22:12 Uhr
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Zendox

• Katastrophale Jobsituation in Indien Aus einer bislang mehr oder weniger geheim gehaltenen Studie über die Jobsituation in Indien:

"In der Studie ist die Rede von einer offiziellen Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent, ein Wert, der nicht bedrohlich klingt, aber immerhin dreimal über dem liegt, den die Regierung 2012 hatte ermitteln lassen und zugleich so schlecht ist wie zuletzt 1973. Angesichts der rund 500 Millionen Inder im arbeitsfähigen Alter steht allein diese Quote schon für knapp 31 Millionen Menschen ohne bezahlte Arbeit; einschließlich vieler der gut zehn Millionen Jugendlichen, die Jahr für Jahr auf den Markt drängen. In der ländlichen Bevölkerung liege die Arbeitslosenquote unter den jungen Menschen bis 29 Jahre bei gut 17 Prozent, hieß es. Der genauere Blick der Statistiker führte zu der Erkenntnis, dass nur die Hälfte der Arbeitsfähigen über 15 Jahre – weder tätig als Hausfrau oder Student – in Lohn und Brot seien. Sowieso lässt sich die Quote nicht mit jener vergleichen, die zum Beispiel in Deutschland gemessen wird: Denn in Indien zählt schon Arbeit für ein paar Monate im Jahr als Vollbeschäftigung."

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15.02.2019, 14:29 Uhr
EDIT: FPeregrin
15.02.2019, 14:32 Uhr
Nutzer / in
FPeregrin

Die folgende Textstelle ist eine individuelle Assoziation: Ihr müßt selber entscheiden, wie gut sie hier paßt!

Der bürgerliche Diplomat Pietro Quaroni
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schreibt in seinem Buch Russen und Chinesen. Die Krise der kommunistischen Welt ( FFM 1968 ), in dem es letztlich um die kapitalistisch-sozialistische Systemauseinandersetzung geht und die Frage, wie der Kapitalismus sie für sich entscheidet, auf S. 187f.:

"Unterentwicklung und Fortschritt

Das Problem, mit dem wir uns in unserem Verhältnis zur unterentwickelten Welt befassen, läßt sich in diesen Worten zusammenfassen - wobei ich nicht von dem Beitrag sprechen möchte, den die westliche Welt zu der Verbesserung dieses Teiles der Menschheit leisten könnte. Rußlands Beispiel beweist, daß es mit kommunistischen Methoden möglich ist, in einer angemessen kurzen Zeit aus einem unterentwickelten Land einen Staat mit einem sehr fortschrittlichen industriellen Status zu machen. China hat den gleichen Weg eingeschlagen; wird es auch die gleichen Ergebnisse zeitigen? Es hat große Fehler begangen, furchtbare Krisen durchgemacht, aber das Regime steht noch und geht seinen Weg weiter. Auch die Kulturrevolution fügt sich auf ihre Weise in diese Gedankenordnung ein. Ist es möglich, mit dem demokratischen System zu den gleichen Ergebnissen zu kommen? Das ist eine Frage, auf die wir noch nicht mit aller Sicherheit eine Antwort geben können.

Im Lichte dieses Problems sind Indien und China die beiden entgegengesetzten Pole der unterentwickelten Welt. Es handelt sich in dem einen wie in dem anderen Fall darum, Hunderte von Millionen Einzelmenschen aus der Situation eines Unterproletariats in die eines echten Proletariats zu überführen. Beide Länder stellt das besorgniserregende Anwachsen der Bevölkerung vor ähnlich Probleme. Sollte es China gelingen, seine Schwierigkeiten zu lösen, Indien aber nicht, dann wäre leider der Beweis erbracht, daß ein demokratisches System sich nicht für die Lösung der Fragen der Unterentwicklung eignet. Glückt die Lösung dagegen auch in Indien, dann wäre eindeutig bewiesen, daß auch ein demokratisches Regime, nicht anders als ein kommunistisches, eine Antwort auf die Probleme darstellt. Ich wag nicht, die optimistische Hypothese vorzutragen, wonach es China nicht gelingen wird, seine Probleme zu lösen, wohl aber Indien. Auch diese Frage kann heute noch nicht eindeutig beantwortet werden. Zuweilen scheint die Entwicklung in Indien günstiger zu verlaufen, zuweilen in China. Man kann nicht behaupten, daß China mit seinen Schwierigkeiten schon zu Rande gekommen ist, noch weniger läßt sich dies von Indien sagen."


Wie gesagt, dies sind die Fragen eines bürgerlichen Ideologen vor einem halben Jahrhundert. Heute sind sie beantwortet, meine ich.

#Indien
#VrChina
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