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08.12.2018, 22:46 Uhr
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arktika

• Mittelmeer: Einsatz mit der Aquarius wird beendet Einsatz mit der Aquarius wird beendet

Um baldmöglichst ins Rettungsgebiet zurückkehren zu können, beendet SOS MEDITERRANEE den Einsatz mit der Aquarius. Der Entscheidung, den Chartervertrag mit der Aquarius zu beenden, ist eine Reihe von gezielten politischen Angriffen auf die lebensrettende Arbeit der Hilfsorganisation vorausgegangen.

Bereits in den letzten Wochen musste die Aquarius im Hafen von Marseille ausharren. Nach Rettungseinsätzen wurde ihr auf politischen Druck hin zweimal die Flagge entzogen, zuerst von Gibraltar und dann von Panama. Erst vor kurzem ordneten die italienischen Behörden die Beschlagnahme des Schiffes an.Als Grund wurde die nicht ordnungsgemäße Trennung von Bordabfällen angeführt.

„Wir haben den Höhepunkt der Kriminalisierung von humanitärer Hilfe auf See erreicht. Dass wir jetzt dazu gezwungen sind, den Betrieb der Aquarius einzustellen, während europäische Mitgliedsstaaten ihrer Verantwortung, Menschen im Mittelmeer zu retten, nicht gerecht werden, ist ein Armutszeugnis für Europa. Dass Leben retten im Mittelmeer unmöglich gemacht werden soll, verdeutlich das Scheitern Europas.“ sagt Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS MEDITERRANEE Deutschland. Seitdem Rettungsschiffe im Mittelmeer an ihrem Einsatz gehindert werden, ist das Risiko auf der Flucht über das Mittelmeer zu sterben, weiter gestiegen. Allein in diesem Jahr sind 2.100 Menschen ertrunken. Weitaus mehr wurden von der EU-finanzierten libyschen Küstenwache in das Bürgerkriegsland Libyen zurückgebracht.

Trotz allem wird SOS MEDITERRANEE so bald wie möglich mit einem anderen Rettungsschiff auf See zurückkehren. Zusammen mit Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat die Organisation in den vergangenen 34 Monaten im Mittelmeer fast 30.000 Menschen vor dem Ertrinken gerettet.

„Die Einstellung des Betriebs der Aquarius war eine äußerst schwierige Entscheidung, die es uns aber jetzt ermöglichen soll, unseren lebensrettenden Einsatz auf See so schnell wie möglich wieder aufzunehmen„, erklärt Frédéric Penard, Head of Operations von SOS MEDITERRANEE. „Wir weigern uns, an Land untätig dabei zuzusehen, wie Menschen weiterhin auf dem Mittelmeer sterben. Solange diese Menschen ihr Leben auf seeuntauglichen Booten riskieren müssen, wird SOS MEDITERRANEE da sein und der humanitären Tragödie im Mittelmeer mit allen verfügbaren Mitteln etwas entgegensetzen.“

SOS MEDITERRANEE lotet bereits alle Möglichkeiten für ein neues Schiff aus und ist dabei auf die Initiative von mutigen Reedereien angewiesen, die bereit sind, ein Zeichen der Solidarität mit den zivilen Seenotretter*innen zu setzen. „Seit Beginn unserer Mission im Februar 2016 ist unsere Arbeit nur dank der enormen Unterstützung durch die europäische Zivilgesellschaft möglich„, sagt Sophie Beau, Mitbegründerin und Vizepräsidentin des internationalen Netzwerks von SOS MEDITERRANEE „Leben auf See zu retten ist und bleibt unsere Mission. Mehr denn je brauchen wir bei den laufenden Bemühungen um ein neues Schiff jede mögliche Unterstützung„.


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22.12.2018, 18:59 Uhr
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arktika

Mittelmeer: Einsatz mit der Aquarius wird beendet An unsere Unterstützerinnen und Unterstützer – Der Einsatz von SOS MEDITERRANEE geht weiter!

Liebe Unterstützer*innen,

zum neuen Jahr brechen wir auf zu neuen Ufern, denn die vergangenen Monate waren mehr als stürmisch. Mit gezielten Angriffen wurden unsere Rettungseinsätze massiv behindert und diesen Monat wurden wir gezwungen, den Chartervertrag für unser Rettungsschiff, die Aquarius, zum Januar zu beenden und nicht turnusgemäß für ein weiteres Jahr zu verlängern. Das Risiko, dass die Aquarius beschlagnahmt wird, keine belastbare Flagge mehr bekommt und für viele Monate nicht ausfahren darf, war einfach zu hoch. Doch der Einsatz von SOS MEDITERRANEE geht weiter!

Mit Hochdruck sind wir nun auf der Suche nach einem passenden Schiff, mit dem wir schon Anfang nächsten Jahres ins Mittelmeer zurückkehren können, um Menschen, die auf ihrer Flucht in Seenot geraten, vor dem Ertrinken zu retten. Wir suchen gezielt ein Schiff, das erstens das ganze Jahr über im Einsatz sein kann, also auch im Winter. Das zweitens genügend Platz für die professionelle Versorgung von Überlebenden bietet, zum Beispiel mit Schutzräumen für Frauen und Kinder und mit medizinischen Räumen, wie sie unser Kooperationspartner Ärzte ohne Grenzen auf der Aquarius hatte. Und drittens ein Schiff, mit dem wir die Situation im Mittelmeer noch besser dokumentieren können, weil sich die Europäische Union immer weiter aus der Seenotrettung Geflüchteter zurückzieht, Libyen noch mehr Handlungsspielraum überlässt und gegenwärtig kaum jemand weiß, was genau vor der libyschen Küste im Mittelmeer passiert.

Dafür sind wir auf die Unterstützung mutiger Reedereien angewiesen, die uns ein Schiff zur Verfügung stellen, sich so der Behinderung ziviler Seenotrettung entgegenstellen und die genauso wenig wie wir das Sterbenlassen auf dem Mittelmeer hinnehmen wollen. Einzelne europäische Staaten werden weiterhin versuchen, unsere Arbeit zu erschweren, indem sie zum Beispiel ihre Häfen für unser Schiff schließen oder Flaggenstaaten mit Sanktionen bedrohen, damit diese uns ihre Flagge entziehen.

Wir werden den Gegenwind auch weiterhin aushalten, unsere lebensrettende Mission steht! Allein in diesem Jahr haben wir 3.381 Menschen auf der Flucht aus Seenot im Mittelmeer gerettet.

Seit Beginn unserer Mission vor 34 Monaten haben wir im Mittelmeer 29.523 Menschen vor dem Ertrinken gerettet, 6.508 davon waren Kinder. Hinter uns stehen Tausende Menschen, die nicht wollen, dass an Europas Grenzen Menschen sterben. Ihre Solidarität mit unserer Arbeit haben sie in den vergangenen Monaten in ganz Europa auf die Straße getragen und ein klares Zeichen gegen das Sterbenlassen im Mittelmeer gesetzt. In Deutschland zum Beispiel formierte sich nach der Irrfahrt der Aquarius im Juni diesen Jahres, die plötzlich nicht mehr in Italien anlegen durfte, die orangefarbene Seebrückenbewegung und es gab etliche Solidaritätsdemos.

An unserer Mission, Leben zu retten und über die humanitäre Tragödie an Europas Grenzen zu berichten, hat sich nichts geändert! Denn nach wie vor ist die Situation in Libyen katastrophal. Um Menschenhandel, Vergewaltigung und Folter zu entkommen, haben viele Menschen keine andere Wahl, als den gefährlichen Weg über das Mittelmeer zu nehmen. Bei dieser Flucht nach vorn sind dieses Jahr mindestens 2.160 Menschen gestorben. Wie viele es tatsächlich sind, wissen wir nicht. Jede Frau, jeder Mann und jedes Kind, das die Europäische Union an ihren Außengrenzen im Mittelmeer sterben lässt, ist ein Menschenleben zu viel – und eine Schande für Europa.

Wir schauen auch weiter hin! Dafür brauchen wir Ihre und Eure Unterstützung mehr denn je: für ein neues Schiff, für dessen Umbau und professionelle Anpassung an unsere Rettungseinsätze und für weitere Herausforderungen, die sicher nicht lange auf sich warten lassen. Gemeinsam können wir auch im kommenden Jahr die Menschlichkeit im Mittelmeer verteidigen und humanitäre Nothilfe leisten.

Bleiben Sie auch im neuen Jahr an unserer Seite! Im Namen des gesamten SOS MEDITERRANEE-Teams wünsche ich Ihnen schöne Feiertage,
Ihre Verena Papke



Respekt für die geleistete Arbeit und hoffentlich bald erfolgreich ein neues Schiff!

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