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NEUES THEMA13.10.2016, 21:37 Uhr
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secarts

• Terrorverdächtiger stirbt Polizei unter den Händen weg... ...irgendwas ist da gehörig schief gelaufen. Der Mann sollte nie verhaftet werden, sondern vermutlich bei einem Selbstmordanschlag sterben - ein anonymer, sprachloser Täter, der Islam, der Terror. Doch drei Syrer sind dazwischengekommen und haben die Polizei quasi zur Verhaftung des Mannes überredet. Auspacken kann er nun allerdings nicht mehr. Kommentar aus der jungen Welt (14.10.):

Schurkenfreistaat
Verdächtiger stirbt in sächsischer JVA


Einen solchen Kriminalroman hätte man nicht veröffentlichen können, kein Verlag würde ihn drucken – zu unglaubwürdig, selbst für eine korrupte Bananenrepublik. Doch der Fall des Syrers Dschaber Al-Bakr, der am Mittwoch stranguliert in einem Leipziger Gefängnis gefunden wurde, hat sich nicht in einem Narco­staat oder der Ukraine abgespielt, sondern in Sachsen.

Dort regiert die CDU nicht, sie herrscht – seit 26 Jahren und von Gottes Gnaden, wie Landlords über ihre Domäne. Im ­sächsischen Schurkenfreistaat sind die schlechtesten Traditionen der BRD in kristal­line Reinform gebracht. Nicht nur die Grenzen zwischen Politik und organisiertem Verbrechen sind fließend, auch zwischen Polizei, Pegida-Trachtengruppen und »freien Kameradschaften« besteht Gesinnungsgemeinschaft. Wenn Sachsen Deutschland wäre, die AfD sähe sich längst an den linken Rand gedrängt.

Insofern liegt die Presse falsch, wenn sie den Tod des 22jährigen in Obhut des Staates als Gipfel einer »Pannenserie« (taz, Spiegel online, Berliner Zeitung) bezeichnet. Denn die wahre Panne passierte lange vorher: Dieser Terrorist sollte eigentlich nie geschnappt werden, schon gar nicht von der Polizei.

Am Samstag hätte ein Einsatzkommando den Verdächtigen in Chemnitz verhaften sollen. Seine Wohnung kannten die Beamten nicht, daher feuerten sie vor dem Haus zur Sicherheit zunächst in die Luft. Das hätte jeden aus dem Tiefschlaf gerissen. Al-Bakr ergriff die Flucht, die Polizisten ließen ihn ziehen: Reisende soll man nicht aufhalten.

Der des Deutschen nicht mächtige Mann schlug sich trotz bundesweiter Personenfahndung bis nach Leipzig durch. Dort soll sich der mit dem »Islamischen Staat« (IS) in Verbindung stehende Topterrorist auf gut Glück bei drei ihm unbekannten Landsleuten einquartiert haben. Die Polizei blieb nachsichtig, erst seine Gastgeber konnten ihn überwältigen. Die Beamten hatten immer noch kein gesteigertes Interesse. Die drei Syrer mussten den Ermittlern im Revier erst ein Foto vor die Nase halten, bis diese sich zum Zugriff bequemten.

Was macht man mit einem Verdächtigen, der der Polizei ungelegen kommt? Zumindest keinen Dolmetscher stellen. Irgendwann aber muss sich ein Gericht mit dem Beschuldigten befassen, Anwälte könnten Fragen stellen. Doch Tote haben den Vorteil, nicht mehr reden zu können. Wie immer der Mann an den Sprengstoff gekommen war – wir werden es wohl nie erfahren.

Die Mordbrennerstimmung, die in der BRD um sich greift, hat ihre Wurzeln auch im sächsischen Politsumpf. Die ungeklärten Bombenanschläge im Vorfeld der Dresdner Feier zum 3. Oktober, die rührende Sorge der Ordnungskräfte um das Brüllrecht für Pegida, die nun erneut eskalierende Hysterie um »Terrorasylanten«: Ist einem Inlandsgeheimdienst, der bereits die Neonazizelle NSU ausgebrütet hat, nicht auch ein islamistischer False-flag-Anschlag zuzutrauen?

Nur im Krimi. Oder in Sachsen.


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NEUER BEITRAG13.10.2016, 22:10 Uhr
EDIT: retmarut
13.10.2016, 22:15 Uhr
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retmarut

Terrorverdächtiger stirbt Polizei unter den Händen weg... Für einen Kommentar geeignet, aber als Sachartikel wäre das doch arg schwach, was die faktische Unterfütterung anbelangt. Natürlich gibt es einen (CDU-)Sachsensumpf, ohne Frage, der tief ins kirminelle Milieu reicht. Dazu ist in den vergangenen Jahren mehrfach ausführlich veröffentlicht worden (auch in der jW). Auch dass die CDU in Sachsen einer der reaktionärsten Landesverbände der Union ist, ist unstrittig. Ich würde sogar so weit gehen, dass Sachsen seit einigen Jahren Bayern als Hort der Reaktion abgelöst hat. (Und das, obwohl sich die CSU wirklich alle Mühe gibt, ihren Ruf zu verteidigen.)

Ob die jetzige IS-Geschichte in Sachsen aber tatsächlich eine solche Räuberpistole (Terrorist wird zum Schweigen gebracht, bevor er auspacken kann) darstellt oder doch einfach nur eine Pannenkette der Polizei und Gefängnisverwaltung ist (nach dem Motto: wegsehen und aussitzen), muss sich noch rausstellen. Dazu braucht es hard facts - die werden nur durch investigativen Journalismus und ggf. Whistleblower aus dem Apparat ans Tageslicht geraten. Ich hoffe, dass die jW da am Ball bleibt.
NEUER BEITRAG13.10.2016, 22:55 Uhr
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secarts

Terrorverdächtiger stirbt Polizei unter den Händen weg... "die werden nur durch investigativen Journalismus und ggf. Whistleblower aus dem Apparat ans Tageslicht geraten"

Oh ja, wahre und weise Worte, da spricht der intime Kenner sächsischer Realitäten...

Zum vermeintlichen Suizid: der Mann hatte exakt 15 Minuten Zeit, um sich in der Zelle an der Türklinke selbst zu erhängen. Dazu musste er sein T-Shirt (!) in ein stabiles Seil verwandeln - was technisch nicht ausgeschlossen ist, aber seine Zeit und ein gewisses Können braucht. Der Erstickungstod selbst (Genickbruch scheidet aus, zu geringe Fallhöhe) dauert mindestens 5 bis 10 Minuten, bei dem rüden Vorgehen einer Selbststrangulation im Sitzen auch deutlich länger.
Wenn schon die Geschichte um den polizeilichen Zugriff in Chemnitz höchst obskur klingt - das hier ist so glaubhaft wie der Selbstmord Ulrike Meinhofs.

Der begleitende nachrichtliche Artikel zum Kommentar ist auf S. 2 der morgigen jW Link ...jetzt anmelden! :

Der am Montag unter Terrorverdacht festgenommene 22jährige Syrer Dschaber Al-Bakr wurde am Mittwoch abend erhängt in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Leipzig gefunden. Nach Angaben des Verfassungsschutzes sei von ihm ein Sprengstoffanschlag mit hochexplosivem Acetonperoxid auf einen Flughafen vorbereitet worden. Drei syrische Landsleute hatten ihn während seiner Flucht vor der Polizei überwältigt und gefesselt.

Al-Bakr soll sich am Mittwoch innerhalb von 15 Minuten mit einem T-Shirt getötet haben. Eine Auszubildende habe bemerkt, dass er stranguliert an der Zellentür hing. Bei seiner Einweisung in die JVA sei Al-Bakr kein Dolmetscher zur Seite gestellt worden, sagte Anstaltsleiter Rolf Jacob während einer Pressekonferenz am Donnerstag. Es habe »10 bis 15 Zugänge« gegeben, da könne nicht jedem ein Übersetzer gestellt werden. Obwohl sich Al-Bakr im Hungerstreik befunden, zudem eine Deckenlampe heruntergerissen und eine Steckdose manipuliert habe, sei nicht von Suizidgefahr ausgegangen worden, so Jacob. Dies habe auch eine Psychologin bestätigt, die aber über »keine Erfahrung mit Terroristen« verfüge. »Meines Erachtens haben genügend Hinweise für eine akute Selbstgefährdung vorgelegen«, erklärte Alexander Hübner, Pflichtverteidiger Al-Bakrs, am Donnerstag gegenüber jW. Meldungen, nach denen Al-Bakr die drei Syrer, die ihn der Polizei übergeben hatten, der Mitwisserschaft bezichtigt habe, bestätigte er nicht. Das sei in einer polizeilichen Vernehmung geschehen.

Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach sagte laut dpa, mit Al-Bakr verliere man »eine wichtige Informationsquelle«. Die Verantwortlichen in Sachsen müssten nun Fehler eingestehen. Der sächsische Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) und Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) wiesen die Vorwürfe zurück. Man habe alles getan, um eine Selbsttötung zu vermeiden, beteuerte Gemkow. Einen Rücktritt lehnte er ab. Der JVA-Chef sagte, man habe sich an alle Vorschriften gehalten. Dieser Einschätzung widersprach Vizeministerpräsident Martin Dulig (SPD) laut dpa. Es könne nicht sein, dass ein unter Terrorverdacht stehender Mann wie ein »Kleinkrimineller« behandelt werde.

Bereits bei der versuchten Festnahme Al-Bakrs am Sonnabend in Chemnitz waren der Polizei schwere Fehler unterlaufen. Der Verdächtige entkam trotz eines Großaufgebots an Beamten und konnte sich unerkannt nach Leipzig absetzen.
NEUER BEITRAG14.10.2016, 00:22 Uhr
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retmarut

Terrorverdächtiger stirbt Polizei unter den Händen weg... Den Vergleich mit dem Mord an Ulrike hatte ich schon erwartet.
Anders als bei der RAF handelt es sich hier aber um einen Selbstmordattentaeter, der sowieso aus dem Leben scheiden wollte, jetzt allerdings ohne BigBang. Offenbar hatte er in der Zelle auch schon andere Suizidmethoden versucht, die aber nicht zum Ziel gefuehrt haben.
Dass sich jemand innerhalb von 15 min. durch Strangulation vom Leben zum Tod befoerdern kann (auch ohne Zutun Dritter), ist gar nicht so merkwuerdig. Man muss halt nur wissen, wie man's macht.

Also bitte nicht zu sehr in solch spekulative Sackgassen abdriften.
Wenn es Fakten fuer die Thesen gibt, bin ich gerne bereit, mich davon ueberzeugen zu lassen.
NEUER BEITRAG14.10.2016, 00:29 Uhr
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MARFA

Terrorverdächtiger stirbt Polizei unter den Händen weg... @retmarut: hast du denn Beweise oder "Hard facts" dafür, daß es sich um einen "Selbstmordattentäter" handelt? Ist auch nur das was die Polizei erzählt.

Der Fall ist in der Tat merkwürdig, und das kann man nach Wahrscheinlichkeit durchaus beurteilen, wenn auch kein gerichtlicher Beweis feststeht. Den wird es vielleicht nie geben. Ist im Falle NSU doch genauso, oder hältst du sich da an den Stand der Gerichtsverhandlung? Woher hatte der Typ den Sprengstoff, wenn er kein deutsch konnte? Kann mir keiner erzählen, daß der per Zeichensprache in der Apotheke eingekauft hat
NEUER BEITRAG14.10.2016, 09:44 Uhr
EDIT: retmarut
14.10.2016, 10:20 Uhr
Nutzer / in
retmarut

Terrorverdächtiger stirbt Polizei unter den Händen weg... Seit wann muss man deutsch sprechen, um an Sprengstoffbestandteile zu kommen?
Dass der Typ einen islamistischen Hintergrund hatte und Sprengladungen in seiner Wohnung zurechtgebastelt hat, würde ich - allen bisherigen Erfahrungswerten mit Tätern dieses Typs seit Anfang der 2000er - als deutlichen Beleg dafür nehmen, dass es sich um einen Selbstmordattentäter handelt.

Der NSU-Komplex zeigt doch sehr gut, dass es hard facts gibt, die belegen, dass die VS-Ämter diese Nazi-Netzwerke mit Ausrüstung, Geld und Informationen versorgt haben und regelmäßig interveniert haben, wenn seitens der Polizei mal tatsächliche mal kurzzeitig Ermittlungen jenseits ihres rassistischen "Dönermörder"-Szenarios aufflackerten.

Gleiches gilt für den damaligen Sachsen-Sumpf, in dem Verbindungen von Organisierter Kriminalität und Prostitutionsringen mit Teilen des sächsischen "Establishments" offenkundig sind.

Beide Fälle sind nur durch investigativen Journalismus und Tipgeber aus dem Apparat, und im Falle des NSU auch durch engagierte Untersuchungsausschüsse und Nebenklage, aus dem Dunkel gehoben worden.

Dass die Justiz aus nachvollziehbare Gründen an keiner tiefergehenden Aufarbeitung und Durchdringung der Sachverhalte interessiert ist, sah bzw. sieht man ja.

Konkrete Frage: Warum sollte man - die Räuberpistole von Secarts als Beispiel nehmend - einen gefangenen Islamisten, dem ein bevorstehender Terroranschlag und IS-Nähe zur Last gelegt wird, mittels einer inszenierten Selbsttötung im Gefängnis aus dem Weg räumen? Zumal damit die eigene Landesregierung ins Wackeln gerät und den Hardlinern der AfD (derzeit der Hauptkonkurrent der CDU in Sachsen) ein Gratis-Aufschwung geliefert wird? - Ohne Fakten ist das für mich Methode Aluhut, sorry.
NEUER BEITRAG14.10.2016, 11:37 Uhr
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McDiggnsac

Terrorverdächtiger stirbt Polizei unter den Händen weg... Glaub den Islamisten-Kram ruhig, wenn du willst (ist das mehr als ne Räuberpistole? Was weisst du, was ich nicht weiss?). Nach den Erfahrungen mit dem NSU speziell in Sachsen jeglichen Verdacht auf Staatsterrorismus als "Methode Auhut" abzutun ist aber allertiefstes taz-Niveau.

Fakt ist: du weisst auch rein gar nix. Du kannst ja gern der Bullerei Glauben schenken. Nach aller Erfahrung seh ich das entscheiden anders.
NEUER BEITRAG14.10.2016, 18:01 Uhr
Nutzer / in
retmarut

Terrorverdächtiger stirbt Polizei unter den Händen weg... @ McDiggnsac: Auf ähnlichem Holzweg argumentieren auch die Pegida-Wichtel. Bei denen heißt das dann salopp "Lügenpresse!".

Nicht alles, was die bürgerlichen Medien bringen, ist Unsinn. Das Entscheidende ist doch, mit den vorhandenen Quellen zu arbeiten, die Widersprüche und das Interessegeleitete herauszuarbeiten und nachzuhaken. Ein Abtun i.S.v. "Glaub der bürgerlichen Presse nicht!" halte ich für ziemlich dämlich. Dann ist der Aluhut nämlich wirklich nicht mehr weit.

Konkret: Willst Du abstreiten, dass es sich bei dem tot aufgefundenen Gefangenen um einen Islamisten handelt, der zuvor im Besitz von explosivem Material war? Wenn ja, leg uns doch bitte dar, wie Du zu dieser Einschätzung kommst. ("Glaub den Bullen kein Wort!" ist btw. kein Argument.)
NEUER BEITRAG14.10.2016, 18:39 Uhr
EDIT: retmarut
14.10.2016, 18:48 Uhr
Nutzer / in
retmarut

Terrorverdächtiger stirbt Polizei unter den Händen weg... (Aluhut on) Vermutlich ist sein Bruder, Alaa Albakr, auch von den Ämtern "gekauft". (Aluhut off)

Sein zehn Jahre jüngerer Bruder habe sich im Internet Horrorvideos aus Syrien angesehen. Zudem habe ihn ein Berliner Imam einer Gehirnwäsche unterzogen, so Alaa Albakr. Der Imam habe den jungen Mann aufgefordert, zurück nach Syrien zu gehen und dort zu kämpfen. Um welchen Prediger es sich dabei gehandelt haben soll, sagte der Bruder nicht.

Im September 2015 sei Jaber Albakr dann über die Türkei nach Syrien gereist und habe sich in Rakka der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) angeschlossen, sagt Alaa Albakr. Er kämpfe jetzt für den IS, soll Jaber Albakr seinen Angehörigen mitgeteilt haben. Kurz darauf habe die Familie den Kontakt zu ihm abgebrochen. Zurück nach Deutschland sei Albakr erst "irgendwann in den vergangenen beiden Monaten gekommen".


(SPON vom 14.10.2016)


Der mutmaßliche Terrorist Jaber Albakr hat große Sympathien für den sogenannten Islamischen Staat (IS). Das ergab eine Auswertung des Facebook-Profils durch das Nachrichtenmagazin MDR Exakt (Mittwoch, 20:15 Uhr) des in Leipzig festgenommenen Syrers. Außerdem reiste er nach Angaben seiner Familie mindestens zweimal in die Türkei und habe sich auch einige Zeit in der syrischen Stadt Idlib aufgehalten. In Idlib operieren sowohl Kämpfer des sogenannten Islamischen Staats als auch der islamistischen Al-Nusra-Front.

Über die zwei Reisen in die Türkei im Herbst 2015 haben MDR Exakt auch zwei ehemalige Mitbewohner aus Eilenburg berichtet. Einer von ihnen erinnert sich an ein Telefonat mit Albakr aus Idlib. Übereinstimmend erinnern sich beide, sie hätten Jaber Albakr als nicht besonders religiös erlebt. Nach seiner Rückkehr aus der Türkei habe er sich jedoch stark verändert.

Die Auswertung seiner Facebook-Seite zeigt, dass Albakr spätestens seit Januar 2016 mit dem IS sympathisierte. In einem Post heißt es: Er werde in den Dschihad ziehen, das sei seine Religion. Er werde die Juden und Kreuzfahrer besiegen. Weiter kündigt er an: "Ihr werdet Euch bald wundern!". Albakr ist außerdem über die Social-Media-Plattform mit IS-Kämpfern befreundet.


(MDR Link ...jetzt anmelden!)

(Ironie on) Das klingt tatsächlich nach jemandem, der der islamistischen Bewegung ferngestanden hat. (Ironie off)
NEUER BEITRAG14.10.2016, 19:11 Uhr
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secarts

Terrorverdächtiger stirbt Polizei unter den Händen weg... @McDiggnsac :

Vermutlich war der Mann Islamist. Mittlerweile ist von einer "Blitzradikalisierung" in einer Berliner Moschee die Rede.

Aber was beweist uns das? Dass seine mögliche Kontaktperson wirklich vom IS war? Er mag alles mögliche geglaubt haben, aber das erklärt nicht zwingend etwas. Anwerbung unter falscher Flagge ist schließlich auch so alt wie das Geheimdienstgewerbe an sich. Wobei auch das nur eine Möglichkeit ist.

Doch es ist nicht nur der Fall Al-Bakr. Anfang des Monats gab es in Dresden Anschläge, die bis heute nicht geklärt sind. Umfangreiche Sprengstofflieferungen von staatlicher Seite an Neofaschisten (über ein Kilo TNT für den NSU) sind belegt. Untersuchungen (ich glaube von der bundesweiten Polizeihochschule) gehen von einem harten Kern an organisierten Neonazis in der sächsischen Polizei aus, und zwar überproportional gegenüber der Bevölkerung. Der Umgang mit Pegida über nunmehr zwei Jahre lässt ein politisches Interesse zumindest aus Teilen des Apparates erkennen. Auszuschließen ist daher nichts; auch nicht, dass ein unbequemer Zeuge um die Ecke gebracht wurde.

@retmarut:

...Mit den berühmten hard facts hat es im Fall NSU übrigens auch seine Zeit gedauert. Am Anfang klang die Geschichte mit den Bankräubern auch nach einer ziemlichen "Räuberpistole". Hätte man, ob eklatanten Unkenntnis der Fakten, darob schweigen müssen? Ich glaube nicht, entscheidend ist eher, ob es um Enthüllung (oder zumindest den Versuch dazu) von Schurkereien der herrschenden Klasse im Land geht, der etliches zuzutrauen ist. Oder ob Mythen um irgendwelche globalen, jüdischen oder US-amerikanischen Eliten, die heimlich die ganze Welt kontrollieren sollen, gesponnen werden. Letzteres ist Pegidastil, für alles andere möchte ich den Vergleich mit Faschisten wirklich nicht strapaziert sehen, retmarut.
NEUER BEITRAG15.10.2016, 15:05 Uhr
Nutzer / in
Rainer

Terrorverdächtiger stirbt Polizei unter den Händen weg... Was auch immer da passiert ist : die offizielle Medienvariante ist ebenfalls denkbar. Man kann aber auch mit ganz guten Gründen dran zweifeln. Eine Verschwörungstheorie ist aber was anderes.

Die Bezeichnung Verschwörungstheorie beinhaltet ja das prinzipiell abwegige der Grundidee ("Theorie"). Bei den auf dem sächsischen Staatsmarkt kursierenden Mengen an Sprengstoffen und einer Staatsmacht,die bekanntermaßen Terroristen zumindest and er langen Leine hält ist aber wirklich nix auszuschließen.
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