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NEUES THEMA06.11.2016, 14:01 Uhr
EDIT: retmarut
06.11.2016, 14:03 Uhr
Nutzer / in
retmarut

• Endspurt der US-Präsidentenwahl Es ist ja eigentlich ziemlich wumpe, ob Clinton oder Trump die kommende US-Präsidentenwahl gewinnen wird. Beide sind Vertreter des US-Kapitals - das ihre Wahlkämpfe finanziert - jedoch unterschiedlicher Flügel. Der eine ist ein populistischer Irrer, der zusätzlich rechtsaußen mit einbinden soll, während die andere zusätzlich die liberalen und linken Kreise mit abfischen soll.

Ein (aus deutscher Sicht) absolut bizarrer Wahlkampf dieser beiden Kontrahenten geht jetzt endlich in die Schlussrunde. Derzeit scheint es tatsächlich bzgl. der absoluten Stimmen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu geben (ähnlich wie weiland zwischen Gore und Bush jr.), aber entscheidend sind gemäß des antiquierten US-Wahlsystems die Wahlmännerstimmen in den Bundesstaaten. Dort scheint Clinton weit vorne zu liegen, wenn man den Einschätzungen der Wahlprognosen folgen mag.

Eine gute und knappe Wahleinschätzung findet man hier:
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Eine aktuelle Kurve der Umfragewerte nationalwide findet man hier; die ist aber wie gesagt für den Ausgang der Wahl eher unerheblich, denn entscheidend sind ja die Mehrheiten in den Swing States und nicht auf bundesweiter Ebene:
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Eine verstörende Meldung möchte ich aber noch einbringen, zeigt sie doch, was für reaktionäre Tendenzen in den USA (und analog findet man solches natürlich auch in Deutschland, vgl. das hiesige rechte Klientel) aufblühen:

vom 06.11.2016
"Pfarrbrief warnt, Clinton sei "vom Teufel"

Zwei harsche Absagen an die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton und ihre Partei in einem katholischen Pfarrbrief stoßen im kalifornischen San Diego auf Proteste. Im Pfarrbrief der Gemeinde von der Unbefleckten Empfängnis hatte es unter der Überschrift „Katholisch wählen“ geheißen, Clinton sei vom Teufel. Zwei Wochen zuvor war dem Gemeindebrief laut NBC 7 ein Faltblatt beigelegt, in dem es hieß, wer am Dienstag die Demokraten wähle, begehe eine Todsünde und werde „zur Hölle fahren“. Zudem wird Waffenkontrolle als eine Form der Sklaverei bezeichnet.
"

Vielleicht sollte man in San Diego wieder Ablassbriefe verkaufen.
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NEUER BEITRAG06.11.2016, 16:16 Uhr
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Stephan

Endspurt der US-Präsidentenwahl So ambivalent ich in der Frage Clinton oder Trump bin, so sehr erschreckt mich die Haltung unserer Qualitätsmedien. Dort ist Trump der Gottseibeiuns, Hillary die demokratische Alternative. Es erscheint undenkbar, sich auch nur neutral zu äußern so sehr ist die moralische Überlegenheit von Hilary. Dabei wird sie vermutlich eher den Krieg nach Europa tragen.
NEUER BEITRAG06.11.2016, 16:49 Uhr
Nutzer / in
retmarut

Endspurt der US-Präsidentenwahl Naja, in Sachen Kriegspolitik stehen sich die beiden in der Sache nicht nach. Die werden natürlich nach den außenpolitischen Erwägungen der USA handeln und nicht nach reinem Bauchgefühl.

"Krieg nach Europa" - Außer Ukraine sehe ich da derzeit kein mögliches Kriegsfeld. Vielleicht noch Moldawa oder Transnistrien, wenn man unbedingt auf den Putz hauen will.

Die Mehrheit der Deutschen ist in der Tat für Clinton, a) weil man den Trump (zu recht) einfach nur noch irre findet und b) die übrigen drei Kandidaten vielen nicht bekannt sind und c) letztere sowieso chancenlos sind und der Deutsche sowieso lieber taktisch resp. "realistisch" wählt. (Was für ein Unfug dabei dann rauskommt, sah man bei den vergangenen Landtagswahlen par excellence.)

Die Präferenzen der deutschen Wähler (nach Parteienorientierung) bzgl. der Kandidaten der US-Präsidentenwahl:
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NEUER BEITRAG06.11.2016, 17:13 Uhr
Nutzer / in
smersch

Endspurt der US-Präsidentenwahl Naja, unterschiede gibt es schon - gerade in der Außenpolitik. Da steht Clintion schon sehr für einen Big-Bang-Untgergang des US-Imperialismus, die selbst, wie auch ihr Berater-Umfeld, fest aus den Reihen derjenigen kommt, für die mehr Krieg, die beste Lösung ist.

Hier mal eine längerer Arikel über die Pläne der Clinton-Gang mit Nordkorea.

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Im Umfeld von Trump, haben es natürlich diejenigen leichter, die ein zurückschrauben des Interventionismus bevorzugen. Die gibt es ja auch. Man könnte ja auch versuchen Russland und China gegeneinander aufzuhetzen, statt beiden gleichzeitig den Krieg zu erklären. Bzw. den deutschen und japanischen Imperialismus unter exponierten Zugzwang setzen, wie es Trump schon mal in den Raum geworfen hat.

Der britische und der französichen Imperialismus mussten ja auch geradezu gezwungen werden, sich ihrem Machtverlust auf dem Schlachtfeld zu stellen.

So ganz egal halte ich die Wahl daher nicht. Absurd nur den Kadavergehorsam linker Kräfte gegenüber Hillary. Von dort ist ja wirklich nichts guter zu erwarten. Selbst wem es um Immigranten, Feminismus, Schwarze pipapo geht, soll sich mal nüchtern die Politk der Clinton(s) bzw, Obamas anschauen und sich dann fragen, ob es wirklich mehr als schöne Worte sind, die zu erwarten sind.

Obama hat, nur mal ein weniger bekanntes Beispiel zur Illustration, mehr Menschen abschieben lassen als jeder Präsident vor ihm.

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Am besten fasst es wohl vollegender Sticker zusammen:

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NEUER BEITRAG06.11.2016, 19:58 Uhr
Nutzer / in
retmarut

Endspurt der US-Präsidentenwahl "Wie Trump Deutschland zur Aufrüstung zwingen könnte" ...

In SPON wird schon darüber philosophiert (bisher nur in der Kolumne), dass Deutschland bei einem Sieg Trumps von den USA zu mehr Militärausgaben "gezwungen" würde, evtl. sogar gedrängt wird, sich selbst atomar zu bewaffnen. - Mal abgesehen davon, dass die USA Deutschland natürlich keine Rüstung aufzwingen können, hätte die deutsche Seite doch all ihre Rüstungsziele nach 1945 durchgesetzt, wenn sie auch unmittelbar (und nicht nur mittelbar wie bisher) endlich Atomwaffen zur Verfügung hätte. In Tränen wird da sicher niemand bei der Bundeswehr oder im Monopolkapital drüber ausbrechen.

Die Kolumne ist natürlich pro Clinton geschrieben, wie das SPON seit Beginn des Wahlkampfes macht. Fraglich halt, wen man mit solchen Worten erreichen will? Die paar US-amerikanischen Expats hier in Germany, die noch nicht gewählt haben?? Oder die über 75% der Deutschen, die (hätten sie US-Wahlrecht) Clinton wählten.

Der Kolumnist schießt bei all seinen Überlegungen noch hinterher: "Um Missverständnissen [sic!] vorzubeugen: All das [also stärkere deutsche Aufrüstung] ist keineswegs wünschenswert. Militärische Instabilität und ökonomische Ineffizienz wären die Folgen. Für Europa wäre es viel besser und billiger, die USA blieben involviert. Aber angesichts der isolationistischen Stimmung jenseits des Atlantiks sollten wir uns gedanklich für ein solches Szenario wappnen."

Genau ... wenn's einem schon von außen derart aufgenötigt wird, dann sollte man sich auch "für ein solches Szenario wappnen".

Also durch die Hintertür wird einem so erklärbärt, wie der deutsche Hase zukünftig laufen wird.

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NEUER BEITRAG07.11.2016, 21:16 Uhr
Nutzer / in
retmarut

Endspurt der US-Präsidentenwahl Passend dazu auch morgen Jörg Kronauer in der jW:
Augenhöhe angestrebt
Unabhängig vom Ausgang der US-Wahlen: Berlin nimmt Kurs auf eine neue Runde im transatlantischen Machtkampf

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