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NEUES THEMA10.04.2023, 17:41 Uhr
EDIT: arktika
10.04.2023, 17:43 Uhr
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arktika

• Süd- u. Mittelamerikanische Zusammenarbeit Am Mittwoch vor Ostern haben auf einem viruellen Treffen die VertreterInnen von Mexiko, Argentinien, Belize, Bolivien, Brasilien, Chile, Honduras, Kolumbien, Kuba, Venezuela und St. Vincent und den Grenadinen verabredet, gemeinsam gegen die steigende Inflation vorzugehen sowie die regionale Integration und Handel zu verbessern. Besonders wurden auch die Sanktionen gegen Kuba, Venezuela und Nicaragua kritisiert, durch die die Krise in diesen Ländern zusätzlich verschärft wird.

Von Volker Hermsdorf am 8. April in der jW:

Front gegen Krisenfolgen
Kampf gegen Inflation: Gipfel karibischer und lateinamerikanischer Staaten


Die Vertreter von elf Ländern Lateinamerikas und der Karibik haben am Mittwoch (Ortszeit) auf einem virtuellen Gipfel verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung von Inflationsfolgen sowie zur Stärkung der regionalen Integration und des Handels vereinbart. Die teilnehmenden Staaten wollen eine gemeinsame »Antiinflationsfront« in der Region schaffen, mit dem Ziel, die Preise für Lebensmittel, Treibstoffe und andere wichtige Güter zu senken, die Ernährungssicherheit auch für die ärmsten und schwächsten Teile der Bevölkerung zu garantieren sowie den regionalen Austausch von Waren und Dienstleistungen zu fördern, hieß es in einer Erklärung. Bei der auf Anregung von Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador organisierten Videokonferenz wurde die Bildung einer Arbeitsgruppe beschlossen, um einen gemeinsamen Aktionsplan zu erarbeiten. Über dessen Umsetzung soll auf einem weiteren Treffen am 6. und 7. Mai in Cancún beraten werden.

Neben der Regierung Mexikos beteiligten sich an dem Treffen Staats- und Regierungschefs sowie Repräsentanten aus Argentinien, Belize, Bolivien, Brasilien, Chile, Honduras, Kolumbien, Kuba, Venezuela und St. Vincent und den Grenadinen. Der karibische Inselstaat vertrat die Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (CELAC), deren temporäre Leitung er derzeit innehat. Die Teilnehmer luden andere Regierungen ein, sich ihrer Initiative anzuschließen, »um zum allgemeinen Wohlstand in Lateinamerika und der Karibik beizutragen«. Die Vereinbarungen des Gipfels basierten auf einer »gemeinsamen Sichtweise der aktuellen Situation«, berichtete die mexikanische Tageszeitung La Jornada am Donnerstag. Nach Einschätzung der teilnehmenden Länder werde die weltweite Versorgung mit Nahrungsmitteln und Grundstoffen, einschließlich Getreide und Energie, vor allem durch »die multidimensionale Krise der Weltwirtschaft« beeinträchtigt, »die durch überregionale militärische Konflikte gekennzeichnet ist«. Weitere Gründe seien die negativen Folgen der Covid-19-Pandemie, die Auswirkungen des Klimawandels auf Landwirtschaft und Ernten, hohe Auslandsschulden und Zinsen sowie völkerrechtswidrige Zwangsmaßnahmen, von denen einige Länder betroffen seien. In der Debatte wurden vor allem die Sanktionen gegen Kuba, Venezuela und Nicaragua kritisiert, durch die die Krise in diesen Ländern zusätzlich verschärft würde.

Die Arbeitsgruppe soll nun Möglichkeiten für regionale Kooperationsmaßnahmen definieren, um die Kosten für Rohstoffe und Produktionsmittel wie chemische und organische Düngemittel zu senken. Die Abschaffung von Handelsbarrieren und Zöllen könne die Inflation bremsen und eine bessere Verfügbarkeit von Lebensmitteln und Gütern sicherstellen, regte López Obrador an. Zugleich wollen sich die Länder um flexiblere Mechanismen für den Zugang zu internationalen Krediten bemühen, die eine Ausweitung der multilateralen Finanzierung von landwirtschaftlichen, agroindustriellen und infrastrukturellen Projekten für den Warenverkehr ermöglichen. Es gebe »noch viele Hindernisse zu überwinden, um den Teufelskreis zu durchbrechen, der die lateinamerikanische und karibische Region in einer so schwierigen Situation hält«, kommentierte das kubanische Onlineportal Cubadebate die Ergebnisse des Gipfels.


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