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Un¬≠ter die¬≠ser √úber¬≠schrift schw√§rmt IGM-Vor¬≠sit¬≠zen¬≠der J√∂rg Hoff¬≠mann auf Sei¬≠te drei in der Juli Aus¬≠ga¬≠be 2016 der me¬≠tall¬≠zei¬≠tung zum Ju¬≠bil√§um ¬Ą125 Jah¬≠re IG Me¬≠tall¬ď: ¬ĄEs war eine w√ľrde¬≠vol¬≠le Fest¬≠ver¬≠an¬≠stal¬≠tung am 4. Juni in der Pauls¬≠kir¬≠che: Gut 650 Me¬≠tal¬≠le¬≠rin¬≠nen und Me¬≠tal¬≠ler, G√§ste aus Wirt¬≠schaft, Po¬≠li¬≠tik und Ge¬≠sell¬≠schaft ka¬≠men in die Pauls¬≠kir¬≠che, um un¬≠se¬≠re IG Me¬≠tall zu fei¬≠ern. Der ge¬≠schicht¬≠li¬≠che Ort pass¬≠te ¬Ė schlie√ülich wur¬≠de der Deut¬≠sche Me¬≠tall¬≠ar¬≠bei¬≠ter-Ver¬≠band im Juni 1891 auch in Frank¬≠furt gegr√ľndet.¬ď

Was Hoff¬≠mann hier wie im Fol¬≠gen¬≠den von sich gibt, ist der √ľbli¬≠che Kla¬≠mauk aus der Samm¬≠lung re¬≠ak¬≠ti¬≠on√§rer Knief√§lle vor der herr¬≠schen¬≠den Klas¬≠se. Sie wer¬≠den von der Mehr¬≠heit der op¬≠por¬≠tu¬≠nis¬≠ti¬≠schen, so¬≠zi¬≠al¬≠de¬≠mo¬≠kra¬≠ti¬≠schen Ge¬≠werk¬≠schaftsf√ľhrer bei Jah¬≠res-, Ge¬≠werk¬≠schafts¬≠ta¬≠gen und √§hn¬≠li¬≠chen Kon¬≠fe¬≠ren¬≠zen und Er¬≠eig¬≠nis¬≠sen zu kei¬≠nem an¬≠de¬≠ren Ziel mit den G√§sten ¬Ąaus Wirt¬≠schaft, Po¬≠li¬≠tik und Ge¬≠sell¬≠schaft¬ď ge¬≠fei¬≠ert, um da¬≠mit die ge¬≠sell¬≠schaft¬≠li¬≠che Rea¬≠lit√§t, Klas¬≠sen¬≠ge¬≠sell¬≠schaft und Klas¬≠sen¬≠spal¬≠tung, den un¬≠vers√∂hn¬≠li¬≠chen In¬≠ter¬≠es¬≠sen¬≠ge¬≠gen¬≠satz zwi¬≠schen Ar¬≠beit und Ka¬≠pi¬≠tal aus¬≠zu¬≠blen¬≠den und ¬ĄMe¬≠tal¬≠le¬≠rin¬≠nen und Me¬≠tal¬≠ler¬ď da¬≠von ab¬≠zu¬≠len¬≠ken. Wahr¬≠schein¬≠lich h√§tten sich die Gr√ľnder des Deut¬≠schen Me¬≠tall¬≠ar¬≠bei¬≠ter¬≠ver¬≠ban¬≠des (DMV), For¬≠mer, Fei¬≠len¬≠hau¬≠er, Klemp¬≠ner, Kup¬≠fer-Kes¬≠sel- und Blech¬≠schmie¬≠de, Me¬≠cha¬≠ni¬≠ker, Me¬≠tall¬≠dre¬≠her, Schlos¬≠ser, Schl√§ger und v. a. aus den da¬≠ma¬≠li¬≠gen Be¬≠rufs¬≠grup¬≠pen ¬Ė wie es landl√§ufig hei√üt ¬Ė ¬Ąim Gra¬≠be um¬≠ge¬≠dreht¬ď, wenn sie ge¬≠se¬≠hen und geh√∂rt h√§tten, wer ih¬≠nen da von der IGM-F√ľhrung zur Fei¬≠er ih¬≠res Gr√ľndungkon¬≠gres¬≠ses als ¬ĄSo¬≠zi¬≠al¬≠part¬≠ner¬ď pr√§sen¬≠tiert und was ih¬≠nen da¬≠bei von ¬ĄGu¬≠ter Ar¬≠beit, Gu¬≠tem Le¬≠ben, so¬≠li¬≠da¬≠ri¬≠scher¬ď und ¬Ąge¬≠rech¬≠ter Ge¬≠sell¬≠schaft¬ď ver¬≠kli¬≠ckert wur¬≠de und wird.
Sozialpartnerschaft ¬Ė was soll das sein?

¬ĄSo¬≠zi¬≠al¬≠part¬≠ner¬≠schaft¬ď: ein von der mo¬≠der¬≠nen b√ľrger¬≠li¬≠chen Wis¬≠sen¬≠schaft und Po¬≠li¬≠tik ge¬≠schaf¬≠fe¬≠ner Be¬≠griff zur Ver¬≠schleie¬≠rung der tie¬≠fen Klas¬≠sen¬≠ge¬≠gens√§tze in der b√ľrger¬≠li¬≠chen Ge¬≠sell¬≠schaft. (Aus: Klei¬≠nes po¬≠li¬≠ti¬≠sches W√∂rter¬≠buch, Ber¬≠lin 1973)
Daf√ľr lie√ü die IGM-F√ľhrung die Nach¬≠fol¬≠ger ih¬≠rer Pei¬≠ni¬≠ger und Un¬≠ter¬≠dr√ľcker, die Ge¬≠werk¬≠schafts¬≠fein¬≠de aus Ka¬≠pi¬≠tal¬≠verb√§nden und Re¬≠ak¬≠ti¬≠on auf¬≠mar¬≠schie¬≠ren. Die Nach¬≠fol¬≠ger der¬≠je¬≠ni¬≠gen, die jah¬≠re¬≠lang ihre Lohn¬≠for¬≠de¬≠run¬≠gen, alle Eman¬≠zi¬≠pa¬≠ti¬≠ons¬≠ver¬≠su¬≠che und al¬≠les, was auch nur et¬≠was mit ei¬≠nem bes¬≠se¬≠ren Le¬≠ben zu tun ha¬≠ben k√∂nnte, bek√§mpft ha¬≠ben. Und die hier¬≠bei auch nicht da¬≠vor zur√ľck¬≠ge¬≠schreckt sind, das mit Po¬≠li¬≠zei- und Waf¬≠fen¬≠ge¬≠walt und der Er¬≠mor¬≠dung von Ar¬≠bei¬≠tern zu ver¬≠hin¬≠dern. Als Ver¬≠tre¬≠ter ei¬≠ner der Nach¬≠fol¬≠ge¬≠or¬≠ga¬≠ni¬≠sa¬≠tio¬≠nen der da¬≠mals daf√ľr mit ver¬≠ant¬≠wort¬≠li¬≠chen Ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ten¬≠verb√§nde wur¬≠den der heu¬≠ti¬≠ge Pr√§si¬≠dent von Ge¬≠samt¬≠me¬≠tall, Rai¬≠ner Dul¬≠ger, vor¬≠her Pr√§si¬≠dent von S√ľdwest¬≠me¬≠tall und Scharf¬≠ma¬≠cher bei Ta¬≠rif¬≠aus¬≠ein¬≠an¬≠der¬≠set¬≠zun¬≠gen, und Bun¬≠des¬≠tags¬≠pr√§si¬≠dent Dr. Nor¬≠bert Lam¬≠mert pro¬≠mi¬≠nen¬≠ter Ver¬≠tre¬≠ter aus dem La¬≠ger der Re¬≠ak¬≠ti¬≠on, begr√ľ√üt. Statt ei¬≠nes be¬≠kann¬≠ten, mit der Ge¬≠schich¬≠te der Ar¬≠bei¬≠ter¬≠be¬≠we¬≠gung ver¬≠trau¬≠ten Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ters ¬Ė evtl. Det¬≠lef Hen¬≠sche ¬Ė hat der IGM-Vor¬≠stand Lam¬≠mert als so¬≠zu¬≠sa¬≠gen √ľber den Klas¬≠sen, √ľber den Par¬≠tei¬≠en im Bun¬≠des¬≠tag ste¬≠hen¬≠den Fest¬≠red¬≠ner aus¬≠er¬≠ko¬≠ren. Nach¬≠dem IGM-Vor¬≠sit¬≠zen¬≠der Hoff¬≠mann be¬≠reits in Vor¬≠la¬≠ge mit der Aus¬≠sa¬≠ge ge¬≠gan¬≠gen ist, ¬Ąohne ak¬≠ti¬≠ven So¬≠zi¬≠al¬≠staat¬ď und ¬Ąohne Mit¬≠be¬≠stim¬≠mung¬ď sei das po¬≠li¬≠ti¬≠sche und √∂ko¬≠no¬≠mi¬≠sche ¬ĄEr¬≠folgs¬≠mo¬≠dell Bun¬≠des¬≠re¬≠pu¬≠blik¬ď nicht m√∂glich ge¬≠we¬≠sen, hat der Bun¬≠des¬≠tags¬≠pr√§si¬≠dent nach¬≠ge¬≠legt. Beim Lob von ¬ĄSo¬≠zi¬≠al¬≠staat¬ď und¬ĄSo¬≠zi¬≠al¬≠part¬≠ner¬≠schaft¬ď (sie¬≠he Kas¬≠ten) hat er den ver¬≠sam¬≠mel¬≠ten IGM-Mit¬≠glie¬≠dern und ¬ĄG√§sten¬ď in die¬≠sem Sin¬≠ne un¬≠ter¬≠ge¬≠ju¬≠belt: ¬ĄWir ha¬≠ben im Lau¬≠fe die¬≠ser 125 Jah¬≠re, wir alle ge¬≠mein¬≠sam, man¬≠ches auf den Weg ge¬≠bracht und m√∂glich ge¬≠macht, was da¬≠mals f√ľr v√∂llig aus¬≠ge¬≠schlos¬≠sen ge¬≠hal¬≠ten wor¬≠den w√§re.¬ď

1933 ¬Ė Statt Arbeitereinheitsfront ¬Ė Staatstreue bis zum Schluss

Zur Zer¬≠schla¬≠gung der Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten durch die Na¬≠zi¬≠ver¬≠bre¬≠cher 1933 hei√üt es beim ge¬≠schicht¬≠li¬≠chen R√ľck¬≠blick in der me¬≠tall¬≠zei¬≠tung, Ju¬≠bil√§um¬≠s¬≠num¬≠mer:

¬Ą2. Mai 1933, 10 Uhr mor¬≠gens: In ganz Deutsch¬≠land st√ľrmen Na¬≠zi¬≠trup¬≠pen die Ge¬≠werk¬≠schaftsh√§user. Sie verw√ľsten die B√ľros, miss¬≠han¬≠deln und ver¬≠schlep¬≠pen Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ter. Die Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten wer¬≠den, ver¬≠bo¬≠ten, zer¬≠schla¬≠gen, ent¬≠eig¬≠net. Den Zeit¬≠punkt zum Wi¬≠der¬≠stand ha¬≠ben sie ver¬≠passt. Als die Na¬≠zis am 30. Ja¬≠nu¬≠ar1933 an die Macht ka¬≠men, war¬≠te¬≠ten sie ab. Ruhe be¬≠wah¬≠ren, hie√ü die De¬≠vi¬≠se. Not¬≠falls k√∂nne man ja noch den Ge¬≠ne¬≠ral¬≠streik aus¬≠ru¬≠fen, wie da¬≠mals beim Kapp Putsch (¬Ö). Al¬≠ler¬≠dings sind die frei¬≠en Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten viel schw√§cher als 1920. Die Zahl ih¬≠rer Mit¬≠glie¬≠der hat sich mehr als hal¬≠biert ¬Ė von 8 Mil¬≠lio¬≠nen auf un¬≠ter 3,5 Mil¬≠lio¬≠nen. Als die Na¬≠zis dann in¬≠ner¬≠halb we¬≠ni¬≠ger Wo¬≠chen den Staats¬≠ap¬≠pa¬≠rat und die Po¬≠li¬≠zei in ihre Ge¬≠walt brin¬≠gen und ers¬≠te Ge¬≠werk¬≠schaftsh√§user be¬≠set¬≠zen, schrei¬≠ben die Ge¬≠werk¬≠schaftsf√ľhrer Bitt¬≠brie¬≠fe. In den letz¬≠ten Wo¬≠chen vor der Zer¬≠schla¬≠gung bie¬≠dern sie sich bei den Na¬≠zis an, um ihre Or¬≠ga¬≠ni¬≠sa¬≠ti¬≠on zu ret¬≠ten. Vie¬≠len Mit¬≠glie¬≠dern an der Ba¬≠sis passt das nicht. Sie w√ľrden lie¬≠ber k√§mp¬≠fen. Doch schlie√ülich mar¬≠schie¬≠ren Tau¬≠sen¬≠de Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ter mit beim neu¬≠en ¬ĽTag der na¬≠tio¬≠na¬≠len Ar¬≠beit¬ę der Na¬≠zis am 1. Mai.

Die Er¬≠ge¬≠ben¬≠heit nutzt nichts. Am n√§chs¬≠ten Tag sind die frei¬≠en Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten zer¬≠schla¬≠gen. Hit¬≠ler und sei¬≠ne Hel¬≠fer ha¬≠ben ihre ¬ĄGleich¬≠schal¬≠tungs¬≠ak¬≠ti¬≠on¬ď seit Wo¬≠chen durch¬≠ge¬≠plant. Ei¬≠ni¬≠ge Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ter wer¬≠den von den Na¬≠zis an Ort und Stel¬≠le er¬≠mor¬≠det. In Duis¬≠burg etwa fol¬≠tert die SS vier Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ter zu Tode, dar¬≠un¬≠ter auch den Zwei¬≠ten Be¬≠vollm√§ch¬≠tig¬≠ten des Deut¬≠schen Me¬≠tall¬≠ar¬≠bei¬≠ter-Ver¬≠bands vor Ort.¬ď

Die Ge¬≠schich¬≠te, die die IGM-F√ľhrung in die¬≠sem Ar¬≠ti¬≠kel erkl√§ren l√§sst, ist nur die hal¬≠be Wahr¬≠heit, zu¬≠min¬≠dest be¬≠zo¬≠gen auf das Ver¬≠hal¬≠ten von SPD und der da¬≠ma¬≠li¬≠gen so¬≠zi¬≠al¬≠de¬≠mo¬≠kra¬≠ti¬≠schen Ge¬≠werk¬≠schaftsf√ľhrung des All¬≠ge¬≠mei¬≠nen Deut¬≠schen Ge¬≠werk¬≠schafts¬≠bun¬≠des (ADGB). Da wird so¬≠zu¬≠sa¬≠gen als Ent¬≠schul¬≠di¬≠gung f√ľr nicht ge¬≠leis¬≠te¬≠ten Wi¬≠der¬≠stand ge¬≠gen die Hit¬≠ler¬≠fa¬≠schis¬≠ten und Zer¬≠schla¬≠gung der Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten der ver¬≠pass¬≠te Zeit¬≠punkt und die re¬≠du¬≠zier¬≠te Zahl der Ge¬≠werk¬≠schafts¬≠mit¬≠glie¬≠der ins Feld gef√ľhrt. Was hier¬≠bei den ver¬≠pass¬≠ten Zeit¬≠punkt an¬≠geht, hat die F√ľhrungs¬≠spit¬≠ze der SPD am 30. Ja¬≠nu¬≠ar 1933 in ih¬≠rer Zei¬≠tung, dem ¬ĄVorw√§rts¬ď, zur Hit¬≠ler-Re¬≠gie¬≠rung erkl√§ren las¬≠sen: ¬ĄGe¬≠gen√ľber die¬≠ser Re¬≠gie¬≠rung der Staats¬≠streich¬≠dro¬≠hung stellt sich die So¬≠zi¬≠al¬≠de¬≠mo¬≠kra¬≠tie und die gan¬≠ze Ei¬≠ser¬≠ne Front mit bei¬≠den F√ľ√üen auf den Bo¬≠den der Ver¬≠fas¬≠sung und Ge¬≠setz¬≠lich¬≠keit. Sie wird den ers¬≠ten Schritt von die¬≠sem Bo¬≠den nicht tun. Sie wird viel¬≠mehr durch Aus¬≠nut¬≠zung al¬≠ler ver¬≠fas¬≠sungsm√§√üigen und ge¬≠setz¬≠li¬≠chen Mit¬≠tel den al¬≠lersch√§rfs¬≠ten Kampf ge¬≠gen die¬≠se Re¬≠gie¬≠rung f√ľhren ...¬ď

Zu die¬≠sem Zeit¬≠punkt hat¬≠ten die Na¬≠zis nicht nur be¬≠reits ei¬≠nen Schritt au√üer¬≠halb der Ver¬≠fas¬≠sung ge¬≠macht, son¬≠dern vie¬≠le Schrit¬≠te von dem an¬≠gek√ľndigt, was sie sp√§ter in ¬Ąal¬≠ler Sch√§rfe¬ď ge¬≠gen SPD und Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten durch¬≠ge¬≠setzt ha¬≠ben. Das hat den SPD-Vor¬≠stand nicht da¬≠von ab¬≠ge¬≠hal¬≠ten, sei¬≠ne Staatsgl√§ubig¬≠keit ¬Ė das an¬≠geb¬≠lich √ľber den Klas¬≠sen ste¬≠hen¬≠de Or¬≠gan ¬Ė und sei¬≠ne Ge¬≠set¬≠zes¬≠treue ihm ge¬≠gen√ľber er¬≠neut zu be¬≠kun¬≠den. Am 31. Ja¬≠nu¬≠ar 1933 lie√ü er im ¬ĄVorw√§rts¬ď noch¬≠mals erkl√§ren: ¬ĄWir f√ľhren un¬≠se¬≠ren Kampf auf dem Bo¬≠den der Ver¬≠fas¬≠sung.¬ď

Auf die¬≠sem le¬≠ga¬≠lis¬≠ti¬≠schen dem Staat bis zur Selbst¬≠ver¬≠nich¬≠tung die Treue hal¬≠ten¬≠den Bo¬≠den ste¬≠hend, hat¬≠ten die SPD-F√ľhrer be¬≠reits am 30. Ja¬≠nu¬≠ar das von der KPD ge¬≠mach¬≠te An¬≠ge¬≠bot zur Ak¬≠ti¬≠ons¬≠ein¬≠heit, zu dem der fol¬≠gen¬≠de Auf¬≠ruf geh√∂rte, ab¬≠ge¬≠lehnt. ¬ĄDie Kom¬≠mu¬≠nis¬≠ti¬≠sche Par¬≠tei Deutsch¬≠lands wen¬≠det sich vor der ge¬≠sam¬≠ten pro¬≠le¬≠ta¬≠ri¬≠schen √Ėffent¬≠lich¬≠keit mit die¬≠sem Auf¬≠ruf zu¬≠gleich an den ADGB, an den AFA-Bund, an die SPD und die christ¬≠li¬≠chen Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten mit der Auf¬≠for¬≠de¬≠rung, ge¬≠mein¬≠sam mit den Kom¬≠mu¬≠nis¬≠ten den Ge¬≠ne¬≠ral¬≠streik ge¬≠gen die fa¬≠schis¬≠ti¬≠sche Dik¬≠ta¬≠tur der Hit¬≠ler, Hu¬≠gen¬≠berg, Pa¬≠pen, ge¬≠gen die Zer¬≠schla¬≠gung der Ar¬≠bei¬≠ter¬≠or¬≠ga¬≠ni¬≠sa¬≠tio¬≠nen, f√ľr die Frei¬≠heit der Ar¬≠bei¬≠ter¬≠klas¬≠se durch¬≠zuf√ľhren ...

F√ľhrt ge¬≠mein¬≠sam mit eu¬≠ren kom¬≠mu¬≠nis¬≠ti¬≠schen Klas¬≠sen¬≠ge¬≠nos¬≠sen in al¬≠len Be¬≠trie¬≠ben und Ar¬≠bei¬≠ter¬≠wohn¬≠vier¬≠teln die Mas¬≠sen¬≠de¬≠mons¬≠tra¬≠tio¬≠nen, den Streik, den Mas¬≠sen¬≠streik, den Ge¬≠ne¬≠ral¬≠streik durch!¬ď

Nicht nur die SPD-F√ľhrung, son¬≠dern in ih¬≠rem Ge¬≠fol¬≠ge die F√ľhrer des ADGB, der an¬≠de¬≠ren Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten und sons¬≠ti¬≠ger Ar¬≠bei¬≠ter¬≠or¬≠ga¬≠ni¬≠sa¬≠tio¬≠nen lehn¬≠ten die Auf¬≠for¬≠de¬≠rung der KPD ab. Da¬≠bei wa¬≠ren Hun¬≠dert¬≠tau¬≠sen¬≠de un¬≠abh√§ngig von Par¬≠tei¬≠zu¬≠geh√∂rig¬≠keit oder in der Ge¬≠werk¬≠schaft or¬≠ga¬≠ni¬≠siert oder nicht, in vie¬≠len St√§dten Deutsch¬≠lands auf den Stra√üen. Sie schlos¬≠sen sich zu gro√üen De¬≠mons¬≠tra¬≠ti¬≠onsz√ľgen zu¬≠sam¬≠men und in ei¬≠ner gan¬≠zen Rei¬≠he von Be¬≠trie¬≠ben zeig¬≠ten die Be¬≠leg¬≠schaf¬≠ten mit Streiks ihre Be¬≠reit¬≠schaft, den Kampf ge¬≠gen die Hit¬≠ler¬≠dik¬≠ta¬≠tur auf¬≠zu¬≠neh¬≠men. Es ist also nicht ¬Ė wie oben im IGM-Ar¬≠ti¬≠kel ver¬≠sucht wird ¬Ė den feh¬≠len¬≠den Auf¬≠ruf zum Ge¬≠ne¬≠ral¬≠streik wie beim Kapp-Putsch, mit der auf¬≠grund ge¬≠sun¬≠ke¬≠ner Mit¬≠glie¬≠der¬≠zah¬≠len ge¬≠schw√§ch¬≠ten Ge¬≠werk¬≠schaft zu begr√ľnden. Das ist ein gern ge¬≠brauch¬≠tes Ar¬≠gu¬≠ment der op¬≠por¬≠tu¬≠nis¬≠ti¬≠schen Ge¬≠werk¬≠schaftsf√ľhrer, im¬≠mer dann, wann es gra¬≠de passt, ei¬≠ge¬≠nes Nichts¬≠tun, das ¬Ąru¬≠hi¬≠ge Ab¬≠war¬≠ten¬ď, die feh¬≠len¬≠de Or¬≠ga¬≠ni¬≠sie¬≠rung von Wi¬≠der¬≠stand ge¬≠gen die Schand¬≠ta¬≠ten und Willk√ľr des Ka¬≠pi¬≠tals mit der Be¬≠haup¬≠tung von zu ¬Ąwe¬≠nig Mit¬≠glie¬≠der¬ď zu ver¬≠tu¬≠schen. Ge¬≠schicht¬≠li¬≠che Tat¬≠sa¬≠che bleibt, dass SPD- und ADGB-F√ľhrung, als sie be¬≠reits das Mes¬≠ser der Nazi-Fa¬≠schis¬≠ten an der Keh¬≠le hat¬≠ten und die ei¬≠ge¬≠nen Ge¬≠nos¬≠sen und Ar¬≠bei¬≠ter in den Stra√üen und bei Ver¬≠samm¬≠lun¬≠gen er¬≠mor¬≠det wur¬≠den, An¬≠ge¬≠bo¬≠te und For¬≠de¬≠run¬≠gen der KPD nach Bil¬≠dung ei¬≠ner Ein¬≠heits¬≠front und den Auf¬≠ruf zum Ge¬≠ne¬≠ral¬≠streik ge¬≠gen die Na¬≠zi¬≠dik¬≠ta¬≠tur im¬≠mer wie¬≠der ab¬≠ge¬≠lehnt ha¬≠ben. Hier¬≠bei hat der An¬≠ti¬≠kom¬≠mu¬≠nis¬≠mus ei¬≠ner gan¬≠zen Rei¬≠he von So¬≠zi¬≠al¬≠de¬≠mo¬≠kra¬≠ten, die eine Zu¬≠sam¬≠men¬≠ar¬≠beit mit den Kom¬≠mu¬≠nis¬≠ten ab¬≠ge¬≠lehnt ha¬≠ben, die beim Kapp-Putsch kei¬≠ne Rol¬≠le ge¬≠spielt hat, auch Aus¬≠wir¬≠kun¬≠gen ge¬≠habt. Statt¬≠des¬≠sen, wie im IGM-Ar¬≠ti¬≠kel oben ge¬≠sagt, An¬≠bie¬≠de¬≠rung: Dazu geh√∂rte am 21. M√§rz 1933 u. a. die Erkl√§rung von Theo¬≠dor Lei¬≠part, dem 1. Vor¬≠sit¬≠zen¬≠den des ADGB, alle Ver¬≠bin¬≠dun¬≠gen zur SPD zu l√∂sen und die Be¬≠reit¬≠schaft zur Zu¬≠sam¬≠men¬≠ar¬≠beit mit den Un¬≠ter¬≠neh¬≠mern. Dem folg¬≠te als n√§chs¬≠tes An¬≠ge¬≠bot, die Be¬≠reit¬≠schaft zur Un¬≠ter¬≠stel¬≠lung der Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten un¬≠ter die F√ľhrung ei¬≠nes Reichs¬≠kom¬≠mis¬≠sars und die Ent¬≠las¬≠sung von Funk¬≠ti¬≠on√§ren, die die Na¬≠tio¬≠nal¬≠so¬≠zia¬≠lis¬≠ten aus ras¬≠si¬≠schen oder po¬≠li¬≠ti¬≠schen Gr√ľnden nicht mehr dul¬≠den woll¬≠ten. Und am 1. Mai 1933 sind die Ar¬≠bei¬≠te¬≠rin¬≠nen und Ar¬≠bei¬≠ter nicht so ein¬≠fach mit¬≠mar¬≠schiert, wie im IGM Ar¬≠ti¬≠kel be¬≠schrie¬≠ben. Die Ge¬≠werk¬≠schaftsf√ľhrer des ADGB hat¬≠ten sie mit fol¬≠gen¬≠den Wor¬≠ten dazu auf¬≠ge¬≠ru¬≠fen: ¬ĄWir begr√ľ√üen es, dass die Reichs¬≠re¬≠gie¬≠rung die¬≠sen un¬≠se¬≠ren Tag zum ge¬≠setz¬≠li¬≠chen Fei¬≠er¬≠tag der na¬≠tio¬≠na¬≠len Ar¬≠beit, zum deut¬≠schen Volks¬≠fei¬≠er¬≠tag erkl√§rt hat. An die¬≠sem Tag soll nach amt¬≠li¬≠cher Ank√ľndi¬≠gung der deut¬≠sche Ar¬≠bei¬≠ter im Mit¬≠tel¬≠punkt der Fei¬≠er ste¬≠hen. Der deut¬≠sche Ar¬≠bei¬≠ter soll am ers¬≠ten Mai stan¬≠des¬≠be¬≠wusst de¬≠mons¬≠trie¬≠ren, soll ein voll¬≠wer¬≠ti¬≠ges Mit¬≠glied der deut¬≠schen Volks¬≠ge¬≠mein¬≠schaft wer¬≠den. Das deut¬≠sche Volk soll an die¬≠sem Tag sei¬≠ne un¬≠be¬≠ding¬≠te So¬≠li¬≠da¬≠rit√§t mit der Ar¬≠bei¬≠ter¬≠schaft be¬≠kun¬≠den.¬ď (Aus: Hans Lim¬≠mer, Die deut¬≠sche Ge¬≠werk¬≠schafts¬≠be¬≠we¬≠gung, Ol¬≠zog Ver¬≠lag M√ľnchen, 2. Auf¬≠la¬≠ge 1968)
Da¬≠bei hat der smar¬≠te Herr Lam¬≠mert als Ab¬≠schluss und zur Un¬≠ter¬≠maue¬≠rung sei¬≠ner Rede der IGM-F√ľhrung ihre Lo¬≠sung ¬ĄGe¬≠mein¬≠sam f√ľr ein gu¬≠tes Le¬≠ben¬ď un¬≠ter die Nase ge¬≠rie¬≠ben (Re¬≠de¬≠ma¬≠nu¬≠skript sie¬≠he IGM-Extra¬≠net).

Bei die¬≠ser Ge¬≠hirnw√§sche von so vie¬≠len, von Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten, Ka¬≠pi¬≠tal und Re¬≠gie¬≠rung ¬Ąauf den Weg ge¬≠brach¬≠ten Ge¬≠mein¬≠sam¬≠kei¬≠ten¬ď bleibt kein Auge mehr tro¬≠cken und die Ge¬≠mein¬≠hei¬≠ten und Willk√ľr die die¬≠se Klas¬≠sen- und ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ti¬≠sche Aus¬≠beu¬≠tungs¬≠ge¬≠sell¬≠schaft den Lohn¬≠abh√§ngi¬≠gen t√§glich ver¬≠ord¬≠net, ver¬≠schwin¬≠den hin¬≠ter den Tr√§nen der R√ľhrung. Da¬≠bei bleibt dann auch vom Klas¬≠sen¬≠kampf nichts mehr √ľbrig, von dem bei ei¬≠nem so an¬≠ge¬≠leg¬≠ten ¬ĄFest¬≠akt¬ď zu spre¬≠chen w√§re. Ganz in die¬≠sem Sin¬≠ne hat Lam¬≠mert mit ei¬≠nem Hin¬≠weis auf an¬≠geb¬≠li¬≠che Zeit¬≠not die¬≠se Klip¬≠pe ele¬≠gant um¬≠schifft und erkl√§rt: ¬ĄBei¬≠spiels¬≠wei¬≠se las¬≠se ich alle die freund¬≠li¬≠chen Be¬≠mer¬≠kun¬≠gen zur Ge¬≠schich¬≠te der Ar¬≠bei¬≠ter¬≠be¬≠we¬≠gung und ge¬≠gen das So¬≠zia¬≠lis¬≠ten¬≠ge¬≠setz weg, die ich ei¬≠gent¬≠lich h√§tte vor¬≠tra¬≠gen wol¬≠len, die aber Sig¬≠mar Ga¬≠bri¬≠el so¬≠wie¬≠so nicht mehr h√∂rt.¬ď

Of¬≠fen¬≠sicht¬≠lich hat¬≠te sich der SPD-Vor¬≠sit¬≠zen¬≠de ¬Ė eben¬≠falls aus Zeit¬≠not? ¬Ė vor¬≠her aus dem Staub ge¬≠macht. Er h√§tte sonst ¬Ąbei¬≠spiels¬≠wei¬≠se¬ď viel¬≠leicht h√∂ren k√∂nnen, dass der Gr√ľndungs¬≠kon¬≠gress der 2. In¬≠ter¬≠na¬≠tio¬≠na¬≠le am 14. Juli 1889 in Pa¬≠ris ¬Ė 100 Jah¬≠re nach dem Sturm auf die Bas¬≠til¬≠le ¬Ė mit zur Ge¬≠schich¬≠te der Ar¬≠bei¬≠ter¬≠be¬≠we¬≠gung, der SPD und eben¬≠so zur Vor¬≠ge¬≠schich¬≠te der Gr√ľndung des DMV geh√∂rt. Da¬≠bei hie√ü es auf dem Kon¬≠gress auf ei¬≠nem gro√üen Trans¬≠pa¬≠rent un¬≠ter der Lo¬≠sung ¬ĄPro¬≠le¬≠ta¬≠ri¬≠er al¬≠ler L√§nder, ver¬≠ei¬≠nigt euch!¬ď als For¬≠de¬≠rung: ¬ĄPo¬≠li¬≠ti¬≠sche und wirt¬≠schaft¬≠li¬≠che Ent¬≠eig¬≠nung der Ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ten¬≠klas¬≠se, Ver¬≠ge¬≠sell¬≠schaf¬≠tung der Pro¬≠duk¬≠ti¬≠ons¬≠mit¬≠tel¬ď.

Des Wei¬≠te¬≠ren ¬Ąfor¬≠der¬≠te der Kon¬≠gress eine auf dem achtst√ľndi¬≠gen Ar¬≠beits¬≠tag¬≠be¬≠ru¬≠hen¬≠de Ar¬≠bei¬≠ter¬≠schutz¬≠ge¬≠setz¬≠ge¬≠bung, die Ein¬≠be¬≠zie¬≠hung der Ar¬≠bei¬≠te¬≠rin¬≠nen in die pro¬≠le¬≠ta¬≠ri¬≠sche Be¬≠we¬≠gung so¬≠wie glei¬≠chen Lohn f√ľr glei¬≠che Ar¬≠beit ohne Un¬≠ter¬≠schied des Ge¬≠schlechts.¬ď (Ge¬≠schich¬≠te der deut¬≠schen Ar¬≠bei¬≠ter¬≠be¬≠we¬≠gung, Ber¬≠lin 1966, Bd. 1, S. 413)

Da¬≠bei wur¬≠de der 1. Mai in die¬≠sem Zu¬≠sam¬≠men¬≠hang zum Fei¬≠er¬≠tag der in¬≠ter¬≠na¬≠tio¬≠na¬≠len Ar¬≠bei¬≠ter¬≠klas¬≠se und gleich¬≠zei¬≠tig zum De¬≠mons¬≠tra¬≠ti¬≠ons- und Kampf¬≠tag zur Durch¬≠set¬≠zung des 8-Stun¬≠den¬≠tags in al¬≠len ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ti¬≠schen L√§ndern erkl√§rt (Sie¬≠he KAZ 354 ¬Ė ¬ĄRun¬≠ter mit der Ar¬≠beits¬≠zeit¬Ö¬ď).

Wie die Ge¬≠schichts¬≠schrei¬≠bung zur Gr√ľndung der 2. In¬≠ter¬≠na¬≠tio¬≠na¬≠le ver¬≠merkt ¬Ė da¬≠bei wa¬≠ren 400 De¬≠le¬≠gier¬≠te aus 22 Na¬≠tio¬≠nen ver¬≠tre¬≠ten ¬Ė, hat sie den An¬≠s¬≠to√ü zu ei¬≠ner brei¬≠ten Mas¬≠sen¬≠be¬≠we¬≠gung des in¬≠ter¬≠na¬≠tio¬≠na¬≠len Pro¬≠le¬≠ta¬≠ri¬≠ats be¬≠wirkt und den na¬≠tio¬≠na¬≠len Ab¬≠tei¬≠lun¬≠gen der Ar¬≠bei¬≠ter¬≠be¬≠we¬≠gung neue Im¬≠pul¬≠se ge¬≠ge¬≠ben. In Deutsch¬≠land ha¬≠ben sich die po¬≠li¬≠ti¬≠schen Ak¬≠tio¬≠nen der So¬≠zi¬≠al¬≠de¬≠mo¬≠kra¬≠tie da¬≠bei mit ei¬≠ner gro√üen Streik¬≠be¬≠we¬≠gung in den Be¬≠trie¬≠ben ver¬≠kn√ľpft. Ein H√∂he¬≠punkt da¬≠von war der Berg¬≠ar¬≠bei¬≠ter¬≠streik 1889, den die Herr¬≠schen¬≠den mit mi¬≠lit√§ri¬≠scher Ge¬≠walt ab¬≠zuw√ľrgen ver¬≠such¬≠ten und hier¬≠bei sie¬≠ben Ar¬≠bei¬≠ter er¬≠schos¬≠sen. Da¬≠bei erkl√§rte der Kai¬≠ser ei¬≠ner dreik√∂pfi¬≠gen De¬≠le¬≠ga¬≠ti¬≠on der Ruhr¬≠berg¬≠ar¬≠bei[#¬ô¬ćU[#¬ô¬ćU√†.1¬ô¬ćU√į¬ī,¬ô¬ćUx[#¬ô¬ćU0[#¬ô¬ćU@0[#¬ô¬ćUsen¬ď, was sich ihm wi¬≠der¬≠set¬≠ze, wenn sich ein Zu¬≠sam¬≠men¬≠hang zwi¬≠schen Strei¬≠ken¬≠den und der So¬≠zi¬≠al¬≠de¬≠mo¬≠kra¬≠tie her¬≠aus¬≠stel¬≠len soll¬≠te.

Trotz der To¬≠ten und der kai¬≠ser¬≠li¬≠chen Ge¬≠walt¬≠an¬≠dro¬≠hung ha¬≠ben von Ja¬≠nu¬≠ar 1889 bis zum April 1890 rd. 400.000 Ar¬≠bei¬≠ter in √ľber 1.100 K√§mp¬≠fen in Deutsch¬≠land ge¬≠streikt. ¬ĄIm Jah¬≠re 1889 er¬≠reich¬≠te die Streik¬≠ak¬≠ti¬≠vit√§t der deut¬≠schen Ar¬≠bei¬≠ter¬≠klas¬≠se ih¬≠ren H√∂he¬≠punkt im 19. Jahr¬≠hun¬≠dert: Etwa f√ľnf Pro¬≠zent al¬≠ler Ar¬≠bei¬≠ter be¬≠tei¬≠lig¬≠ten sich an der Aus¬≠stands¬≠be¬≠we¬≠gung.

In¬≠ner¬≠halb der herr¬≠schen¬≠den Klas¬≠sen spitz¬≠ten sich mehr und mehr die Dif¬≠fe¬≠ren¬≠zen zu, die urs√§chlich mit der St√§rke der Ar¬≠bei¬≠ter¬≠be¬≠we¬≠gung zu¬≠sam¬≠men¬≠hin¬≠gen. Sie wa¬≠ren so gro√ü ge¬≠wor¬≠den, dass kei¬≠ne Ei¬≠ni¬≠gung dar√ľber zu er¬≠rei¬≠chen war, wie man die Ar¬≠bei¬≠ter¬≠be¬≠we¬≠gung wei¬≠ter¬≠hin bek√§mp¬≠fen sol¬≠le. So fiel am 25. Ja¬≠nu¬≠ar 1890 im Reichs¬≠tag un¬≠ter dem Druck der Mas¬≠sen das So¬≠zia¬≠lis¬≠ten¬≠ge¬≠setz.¬ď (Ge¬≠schich¬≠te der deut¬≠schen Ar¬≠bei¬≠ter¬≠be¬≠we¬≠gung, Ber¬≠lin 1966, Bd. 1, S. 413-415)

Zerschlagung des FDGB ¬Ė keine Erfolgsgeschichte (1990/2003)

Das Wir¬≠ken der west¬≠li¬≠chen Ge¬≠werk¬≠schaftsf√ľhrer in der DDR An¬≠fang 1990 und in der dar¬≠auf fol¬≠gen¬≠den Zeit wird in der me¬≠tall¬≠zei¬≠tung frei von jeg¬≠li¬≠cher Selbst¬≠kri¬≠tik ge¬≠schil¬≠dert, und so als h√§tte es den FDGB nie ge¬≠ge¬≠ben:

¬ĄMit¬≠hil¬≠fe oft un¬≠se¬≠ri√∂ser Gl√ľcks¬≠rit¬≠ter aus dem Wes¬≠ten zer¬≠legt die Treu¬≠hand In¬≠dus¬≠trie¬≠be¬≠trie¬≠be, schlie√üt For¬≠schungs¬≠ab¬≠tei¬≠lun¬≠gen, ver¬≠kauft Be¬≠trie¬≠be oder macht sie platt. √úbrig blei¬≠ben verl√§nger¬≠te Werkb√§nke west¬≠deut¬≠scher Fir¬≠men. (¬Ö) Schon 1990 wird die IG Me¬≠tall ak¬≠tiv, baut ge¬≠werk¬≠schaft¬≠li¬≠che und Be¬≠triebs¬≠rats¬≠struk¬≠tu¬≠ren auf. (¬Ö) Auch nach ei¬≠nem Vier¬≠tel¬≠jahr¬≠hun¬≠dert l√§sst sich fest¬≠stel¬≠len: (¬Ö). In ost¬≠deut¬≠schen Me¬≠tall¬≠be¬≠trie¬≠ben ist (¬Ö) nicht mal je¬≠der F√ľnfte ta¬≠rif¬≠ge¬≠bun¬≠den, im Wes¬≠ten im¬≠mer¬≠hin mehr als je¬≠der Zwei¬≠te. Im¬≠mer noch zie¬≠hen vie¬≠le Jun¬≠ge weg, weil die Ar¬≠beits¬≠be¬≠din¬≠gun¬≠gen im Wes¬≠ten bes¬≠ser sind.¬ď

Ha¬≠rald B√ľhl, fr√ľher Funk¬≠ti¬≠on√§r beim Bun¬≠des¬≠vor¬≠stand des FDGB, be¬≠rich¬≠te¬≠te √ľber den ¬ęAuf¬≠bau ge¬≠werk¬≠schaft¬≠li¬≠cher Struk¬≠tu¬≠ren¬Ľ in der DDR im Ja¬≠nu¬≠ar/​Fe¬≠bru¬≠ar 1990 ganz an¬≠ders. Da ¬Ą(¬Ö) wur¬≠de der Dach¬≠ver¬≠band FDGB zer¬≠schla¬≠gen (¬Ö). Die Auf¬≠tei¬≠lung des Gel¬≠des und der Geb√§ude auf die Ein¬≠zel¬≠ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten be¬≠gann. (¬Ö) Man folg¬≠te dem Vor¬≠bild der west¬≠deut¬≠schen Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten.

Die ver¬≠meint¬≠li¬≠chen und selbst¬≠man¬≠da¬≠tier¬≠ten ¬āEr¬≠neue¬≠rer der Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten¬í be¬≠rie¬≠fen sich auf eine an¬≠geb¬≠li¬≠che Un¬≠zu¬≠frie¬≠den¬≠heit der Mit¬≠glie¬≠der mit ih¬≠rer Or¬≠ga¬≠ni¬≠sa¬≠ti¬≠on und ih¬≠ren Leis¬≠tun¬≠gen. Das stimm¬≠te so nicht.

In Hun¬≠der¬≠ten von Brie¬≠fen an den Bun¬≠des¬≠vor¬≠stand, in den Gespr√§chen mit unz√§hli¬≠gen De¬≠le¬≠ga¬≠tio¬≠nen in den Ge¬≠werk¬≠schaftsh√§usern und in den Ver¬≠samm¬≠lun¬≠gen wur¬≠den nur ver¬≠ein¬≠zelt R√ľck¬≠trit¬≠te ge¬≠for¬≠dert, an Aufl√∂sung wur¬≠de nicht ge¬≠dacht. (¬Ö)

Der FDGB war als In­ter­es­sen­ver­tre­ter, als Mas­sen­or­ga­ni­sa­tor und ak­ti­ver Mit­ge­stal­ter Teil des So­zia­lis­mus­ver­su­ches. Die Or­ga­ni­sa­ti­on ging un­ter wie das Land. Die Chan­ce des Zu­sam­men­ge­hens mit dem DGB (...) gab es of­fen­sicht­lich nicht. Es blieb nur der An­schluss bzw. die Mit­glied­schaft in ei­ner Ein­zel­ge­werk­schaft.

Es war das Ziel der herr­schen­den Kräfte in der BRD, so zu ver­fah­ren.

(¬Ö) Da wa¬≠ren ¬āRechts¬≠ex¬≠per¬≠ten¬í im wahrs¬≠ten Sin¬≠ne des Wor¬≠tes t√§tig. Nicht ei¬≠ner war je¬≠mals als Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ter t√§tig ge¬≠we¬≠sen oder hat¬≠te Ver¬≠fah¬≠ren in Sa¬≠chen Ar¬≠beits¬≠recht be¬≠ar¬≠bei¬≠tet. Des¬≠halb ist bei dem in der Welt¬≠ge¬≠schich¬≠te ein¬≠ma¬≠li¬≠gen Vor¬≠gang kein biss¬≠chen Herz f√ľr die Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten zu sp√ľren.

(¬Ö) Die¬≠se Rechts¬≠ex¬≠per¬≠ten be¬≠stimm¬≠ten auch: Der FDGB und sei¬≠ne IG/​Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten hat¬≠ten kei¬≠ne Rech¬≠te, ohne zur Kennt¬≠nis zu neh¬≠men, dass in der DDR Ent¬≠schei¬≠dun¬≠gen, die die Ar¬≠beits- und Le¬≠bens¬≠be¬≠din¬≠gun¬≠gen der Werkt√§ti¬≠gen be¬≠tra¬≠fen, nicht ohne Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten ge¬≠trof¬≠fen wer¬≠den konn¬≠ten. Unz√§hli¬≠ge DGB-Funk¬≠ti¬≠on√§re lob¬≠ten die Rech¬≠te der Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten der DDR auch √∂ffent¬≠lich ¬Ė als es die DDR noch gab.

In den Be¬≠zie¬≠hun¬≠gen der bei¬≠den Ge¬≠werk¬≠schaftsb√ľnde wa¬≠ren die Fol¬≠gen des Kal¬≠ten Krie¬≠ges am wei¬≠tes¬≠ten √ľber¬≠wun¬≠den. Man konn¬≠te sich schon vor¬≠stel¬≠len, was f√ľr star¬≠ke Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten ent¬≠stan¬≠den w√§ren, wenn DGB und FDGB sich de¬≠mo¬≠kra¬≠tisch ver¬≠ei¬≠nigt h√§tten¬ď (Ha¬≠rald B√ľhl: √úber den Um¬≠gang mit dem Verm√∂gen des FDGB, in: Bed¬≠nareck, B√ľhl, Koch: Der Freie Deut¬≠sche Ge¬≠werk¬≠schafts¬≠bund, Ber¬≠lin 2006, S. 357 f.)

Statt­des­sen san­ken die Mit­glie­der­zah­len der Ge­werk­schaf­ten in den fol­gen­den Jah­ren ra­pi­de.

Chris¬≠ta Luft schrieb zu den Aus¬≠wir¬≠kun¬≠gen der Aufl√∂sung des FDGB: ¬ĄDas muss der Treu¬≠hand wie ein un¬≠er¬≠war¬≠te¬≠tes Ge¬≠schenk vor¬≠ge¬≠kom¬≠men sein, denn so ent¬≠stand 1990/​1991 in den neu¬≠en L√§ndern ein ge¬≠werk¬≠schafts¬≠frei¬≠er Raum, der ihr das ri¬≠go¬≠ro¬≠se Agie¬≠ren er¬≠leich¬≠ter¬≠te.¬ď (Chris¬≠ta Luft: Da muss auch mal ge¬≠stor¬≠ben wer¬≠den? www.ag-frie¬≠dens¬≠for¬≠schung.de/​re¬≠gio¬≠nen/​Deutsch¬≠land/​treu¬≠hand.html)

Det¬≠lef Hen¬≠sche, Ge¬≠werk¬≠schaftsf√ľhrer der IG Druck und Pa¬≠pier, dann der IG Me¬≠di¬≠en im DGB, kam zu der Einsch√§tzung, dass die DGB-Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten an der √úber¬≠tra¬≠gung des ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ti¬≠schen Sys¬≠tems auf Ost¬≠deutsch¬≠land ak¬≠tiv mit¬≠ge¬≠wirkt ha¬≠ben (sie¬≠he Bei¬≠trag von Chris¬≠ta Luft).

Was auch in der Ge¬≠schichts¬≠schrei¬≠bung in der me¬≠tall¬≠zei¬≠tung fehlt, sind die Umst√§nde der Nie¬≠der¬≠la¬≠ge des Kamp¬≠fes um die 35-Stun¬≠den-Wo¬≠che 2003 in der ein¬≠ver¬≠leib¬≠ten DDR. Der Kampf wur¬≠de von Ge¬≠werk¬≠schaftsf√ľhrern und Be¬≠triebs¬≠ratsf√ľrs¬≠ten in den West¬≠be¬≠zir¬≠ken hin¬≠ter¬≠trie¬≠ben ¬Ė es wur¬≠de f√ľr eine un¬≠so¬≠li¬≠da¬≠ri¬≠sche Stim¬≠mung ge¬≠sorgt, man maul¬≠te lie¬≠ber √ľber die Pro¬≠duk¬≠ti¬≠ons¬≠stopps in den West¬≠wer¬≠ken, weil von den be¬≠streik¬≠ten Ost¬≠wer¬≠ken kei¬≠ne Zu¬≠lie¬≠fe¬≠run¬≠gen mehr ka¬≠men. Und es ist auch ein of¬≠fe¬≠nes Ge¬≠heim¬≠nis, dass auf dem R√ľcken der Me¬≠tal¬≠ler im Os¬≠ten In¬≠tri¬≠gen um Vor¬≠stands¬≠pos¬≠ten ge¬≠spon¬≠nen wur¬≠den (sie¬≠he Of¬≠fe¬≠ner Brief an Klaus Zwi¬≠ckel, ar¬≠chiv.la¬≠bour¬≠net.de/​dis¬≠kus¬≠si¬≠on/​ge¬≠werk¬≠schaft/​ta¬≠rif03/​igm/​jahn.html). Den¬≠noch ka¬≠men Mit¬≠glie¬≠der der IG Me¬≠tall aus West¬≠be¬≠trie¬≠ben, um ihre Kol¬≠le¬≠gen im Os¬≠ten zu un¬≠terst√ľtzen. Das reich¬≠te aber bei den St√∂rman√∂vern aus den obe¬≠ren Eta¬≠gen nicht aus.
In o. g. me¬≠tall¬≠zei¬≠tung er¬≠fah¬≠ren die IGM-Mit¬≠glie¬≠der dazu auf Sei¬≠te 7: ¬Ą1890 lau¬≠fen die So¬≠zia¬≠lis¬≠ten¬≠ge¬≠set¬≠ze aus, ...¬ď
Und das ist al¬≠les? Mit ein Er¬≠folg die¬≠ses durch den Kampf der Ar¬≠bei¬≠ter¬≠klas¬≠se er¬≠zwun¬≠ge¬≠nen ¬ĄAus¬≠lau¬≠fens¬ď war der Aus¬≠gang der Reichs¬≠tags¬≠wah¬≠len am 20. Fe¬≠bru¬≠ar 1890. Die da¬≠mals re¬≠vo¬≠lu¬≠ti¬≠on√§re SPD wur¬≠de mit 1.427.298 Stim¬≠men ¬Ė das wa¬≠ren 19,7 Pro¬≠zent al¬≠ler W√§hler ¬Ė st√§rks¬≠te Par¬≠tei in Deutsch¬≠land. Da¬≠bei ist es der Ar¬≠bei¬≠ter¬≠klas¬≠se mit ih¬≠ren K√§mp¬≠fen und Streiks nicht nur ge¬≠lun¬≠gen, den Reichs¬≠tag zu zwin¬≠gen, das So¬≠zia¬≠lis¬≠ten¬≠ge¬≠setz, das ¬ĄGe¬≠setz ge¬≠gen die ge¬≠mein¬≠gef√§hr¬≠li¬≠chen Be¬≠stre¬≠bun¬≠gen der So¬≠zi¬≠al¬≠de¬≠mo¬≠kra¬≠tie¬ď, zur√ľck¬≠zu¬≠neh¬≠men, son¬≠dern eben¬≠so den Plan des da¬≠ma¬≠li¬≠gen Reichs¬≠kanz¬≠lers Bis¬≠marck zu durch¬≠kreu¬≠zen. Er hat¬≠te ge√§u√üert, die ¬ĄAr¬≠bei¬≠ter¬≠fra¬≠ge¬ď durch Staats¬≠streich und Blut¬≠bad mi¬≠lit√§risch ¬Ąaus der Welt¬ď zu schaf¬≠fen. Der ¬ĄEi¬≠ser¬≠ne Kanz¬≠ler¬ď, wie Bis¬≠marck als Haupt¬≠ver¬≠ant¬≠wort¬≠li¬≠cher f√ľr die ge¬≠walt¬≠sa¬≠me Un¬≠ter¬≠dr√ľckung der Ar¬≠bei¬≠ter¬≠be¬≠we¬≠gung be¬≠zeich¬≠net wur¬≠de, muss¬≠te im M√§rz 1890 von al¬≠len √Ąmtern, die er jahr¬≠zehn¬≠te¬≠lang be¬≠klei¬≠det hat¬≠te, zur√ľck¬≠tre¬≠ten. Da¬≠mit hat¬≠te die deut¬≠sche So¬≠zi¬≠al¬≠de¬≠mo¬≠kra¬≠tie und die deut¬≠sche Ar¬≠bei¬≠ter¬≠klas¬≠se in ih¬≠rem 12-j√§hri¬≠gen Kampf ge¬≠gen das So¬≠zia¬≠lis¬≠ten¬≠ge¬≠setz der da¬≠mals herr¬≠schen¬≠den und mit un¬≠ge¬≠heu¬≠ren Macht¬≠mit¬≠teln aus¬≠ge¬≠stat¬≠te¬≠ten preu√üisch-deut¬≠schen Mi¬≠lit√§rmacht eine emp¬≠find¬≠li¬≠che Nie¬≠der¬≠la¬≠ge ver¬≠passt.

Es ist nicht da¬≠von aus¬≠zu¬≠ge¬≠hen, dass Fest¬≠red¬≠ner Lam¬≠mert die Ab¬≠sicht hat¬≠te, √ľber die¬≠sen Teil der deut¬≠schen Ar¬≠bei¬≠ter¬≠ge¬≠schich¬≠te zu be¬≠rich¬≠ten. Wo¬≠bei es den beim Fest¬≠akt an¬≠we¬≠sen¬≠den Me¬≠tal¬≠le¬≠rin¬≠nen und Me¬≠tal¬≠lern si¬≠cher nicht ge¬≠scha¬≠det h√§tte, et¬≠was mehr √ľber die¬≠se K√§mpfe zu er¬≠fah¬≠ren, um dar¬≠aus f√ľr heu¬≠te zu ler¬≠nen, dass k√§mp¬≠fen und strei¬≠ken not¬≠wen¬≠dig ist, um ge¬≠sell¬≠schaft¬≠li¬≠chen Fort¬≠schritt ¬Ė z. B. ge¬≠setz¬≠li¬≠che Ar¬≠beits¬≠zeit¬≠verk√ľrzung f√ľr alle Lohn¬≠abh√§ngi¬≠gen ¬Ė durch¬≠zu¬≠set¬≠zen. Da¬≠bei geht es auch 127 Jah¬≠re nach dem So¬≠zia¬≠lis¬≠ten¬≠kon¬≠gress in Pa¬≠ris in den Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten noch im¬≠mer dar¬≠um, √ľber die Ab¬≠schaf¬≠fung des ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ti¬≠schen Lohn- und Aus¬≠beu¬≠tungs¬≠sys¬≠tems ins¬≠be¬≠son¬≠de¬≠re als Ur¬≠sa¬≠che f√ľr Fa¬≠schis¬≠mus und Krieg nach¬≠zu¬≠den¬≠ken und zu dis¬≠ku¬≠tie¬≠ren. Das ist die Not¬≠wen¬≠dig¬≠keit und Vor¬≠aus¬≠set¬≠zung daf√ľr, um auch nur an¬≠satz¬≠wei¬≠se zu er¬≠rei¬≠chen, was der IGM-Vor¬≠sit¬≠zen¬≠de Mit¬≠glie¬≠dern und Be¬≠leg¬≠schaf¬≠ten in den Be¬≠trie¬≠ben in der me¬≠tall¬≠zei¬≠tung mit der Aus¬≠sa¬≠ge verk√ľndet: ¬ĄSelbst¬≠be¬≠stimmt zu ar¬≠bei¬≠ten, das be¬≠deu¬≠tet der frei¬≠en Verf√ľgbar¬≠keit der Ar¬≠beits¬≠kraft Gren¬≠zen zu set¬≠zen.¬ď

Hetze gegen die DDR statt internationaler Solidarität

Im An¬≠ge¬≠sicht der in der BRD ge¬≠gen die Kriegs¬≠fl√ľcht¬≠lin¬≠ge lau¬≠fen¬≠den Het¬≠ze, bren¬≠nen¬≠der Asyl¬≠be¬≠wer¬≠ber-H√§user-Hei¬≠me und sons¬≠ti¬≠ger Un¬≠terk√ľnfte, der ge¬≠gen sie ge¬≠rich¬≠te¬≠ten Schlie√üung der Gren¬≠zen und der uns√§gli¬≠chen so¬≠ge¬≠nann¬≠ten In¬≠te¬≠gra¬≠ti¬≠ons¬≠ge¬≠set¬≠ze und sons¬≠ti¬≠gen An¬≠grif¬≠fe f√§llt der IGM-F√ľhrung nichts Bes¬≠se¬≠res ein, als im Rah¬≠men ih¬≠rer ge¬≠schicht¬≠li¬≠chen R√ľck¬≠bli¬≠cke zum 125-j√§hri¬≠gen Be¬≠ste¬≠hen mit dem nach¬≠fol¬≠gen¬≠den Ar¬≠ti¬≠kel √ľber die DDR her¬≠zu¬≠fal¬≠len.

¬Ą1966 ¬Ė Vertragsarbeiter in der DDR

In den 1960er-Jah¬≠ren schlie√üt die DDR An¬≠wer¬≠be¬≠ab¬≠kom¬≠men mit den so¬≠zia¬≠lis¬≠ti¬≠schen Bru¬≠der¬≠staa¬≠ten Al¬≠ge¬≠ri¬≠en, Kuba, Mo¬≠sam¬≠bik, Un¬≠garn, Po¬≠len und Viet¬≠nam. Of¬≠fi¬≠zi¬≠ell hei√üt es, die so¬≠ge¬≠nann¬≠ten Ver¬≠trags¬≠ar¬≠bei¬≠ter kom¬≠men, um sich in den Be¬≠trie¬≠ben qua¬≠li¬≠fi¬≠zie¬≠ren zu las¬≠sen. In Wahr¬≠heit m√ľssen die jun¬≠gen und le¬≠di¬≠gen Frau¬≠en und M√§nner k√∂rper¬≠lich schwer ar¬≠bei¬≠ten, meist im Schicht¬≠dienst. Ihr Auf¬≠ent¬≠halt ist auf ma¬≠xi¬≠mal zwei Jah¬≠re be¬≠grenzt und an ei¬≠nen be¬≠stimm¬≠ten Be¬≠trieb ge¬≠bun¬≠den und das K√ľndi¬≠gungs¬≠schutz¬≠recht stark ein¬≠ge¬≠schr√§nkt. Wer sei¬≠ne Ar¬≠beits¬≠nor¬≠men nicht erf√ľllt oder ge¬≠gen die so¬≠zia¬≠lis¬≠ti¬≠sche Ar¬≠beits¬≠dis¬≠zi¬≠plin verst√∂√üt, muss vor¬≠zei¬≠tig zur√ľck in sein Hei¬≠mat¬≠land. Ei¬≠ge¬≠ne In¬≠ter¬≠es¬≠sen¬≠ver¬≠tre¬≠tun¬≠gen f√ľr ausl√§ndi¬≠sche Ar¬≠beits¬≠kr√§fte exis¬≠tie¬≠ren nicht. Ende 1989 leb¬≠ten noch rund 94.000 Ver¬≠trags¬≠ar¬≠bei¬≠ter in der DDR, zwei Drit¬≠tel wa¬≠ren viet¬≠na¬≠me¬≠si¬≠scher Her¬≠kunft. Vie¬≠le ver¬≠lie√üen Deutsch¬≠land nach der Wie¬≠der¬≠ver¬≠ei¬≠ni¬≠gung.¬ď

Kol­le­gin Dag­mar Ja­co­by hat dar­auf mit nach­ste­hen­den Le­ser­brief in der me­tall­zei­tung Au­gust ge­ant­wor­tet:

¬ĄIch war mehr als 30 Jah¬≠re als In¬≠ge¬≠nieu¬≠rin in ei¬≠nem Gro√übe¬≠trieb mit 4.000 Besch√§ftig¬≠ten t√§tig und habe dort √ľber Jah¬≠re pol¬≠ni¬≠sche und viet¬≠na¬≠me¬≠si¬≠sche Werkt√§tige be¬≠treut. Vor al¬≠lem f√ľr viet¬≠na¬≠me¬≠si¬≠sche Werkt√§tige gab es ein um¬≠fang¬≠rei¬≠ches Aus¬≠bil¬≠dungs¬≠pro¬≠gramm in der be¬≠triebs¬≠ei¬≠ge¬≠nen Be¬≠rufs¬≠schu¬≠le, Deutsch¬≠un¬≠ter¬≠richt ein¬≠ge¬≠schlos¬≠sen. Sie wur¬≠den ar¬≠beitsm√§√üig in die Bri¬≠ga¬≠den und Kol¬≠lek¬≠ti¬≠ve √ľber¬≠nom¬≠men und er¬≠hiel¬≠ten dort auch fach¬≠li¬≠che Be¬≠treu¬≠er. Die Ver¬≠trags¬≠ar¬≠bei¬≠ter wohn¬≠ten in be¬≠triebs¬≠ei¬≠ge¬≠nen Wohn¬≠hei¬≠men und wur¬≠den dort durch ei¬≠ge¬≠ne und deut¬≠sche Be¬≠treu¬≠er in¬≠ter¬≠es¬≠senm√§√üig ver¬≠tre¬≠ten. In die¬≠se Hei¬≠me wur¬≠den auch √∂fter deut¬≠sche Ar¬≠beits¬≠kol¬≠le¬≠gen ein¬≠ge¬≠la¬≠den. Bei ei¬≠ner der letz¬≠ten Ver¬≠ab¬≠schie¬≠dun¬≠gen ha¬≠ben wir eine gro√üe Sam¬≠mel¬≠ak¬≠ti¬≠on im Be¬≠trieb ver¬≠an¬≠stal¬≠tet, so¬≠dass je¬≠der Viet¬≠na¬≠me¬≠se mit ei¬≠nem Fahr¬≠rad oder ei¬≠ner N√§hma¬≠schi¬≠ne aus¬≠ge¬≠stat¬≠tet wur¬≠de. √úber vor¬≠zei¬≠ti¬≠ges Zur√ľck¬≠schi¬≠cken ist mir kein ein¬≠zi¬≠ger Fall be¬≠kannt. Vie¬≠le w√§ren gern in Deutsch¬≠land ge¬≠blie¬≠ben, ha¬≠ben nach der Wie¬≠der¬≠ver¬≠ei¬≠ni¬≠gung aber kei¬≠ne Zu¬≠kunft mehr f√ľr sich ge¬≠se¬≠hen, da sie ¬Ė wie vie¬≠le von uns auch ¬Ė ihre Ar¬≠beit ver¬≠lo¬≠ren ha¬≠ben.¬ď

Dag­mar Ja­co­by, per E-Mail
Wie das aus¬≠se¬≠hen kann, dar√ľber be¬≠rich¬≠tet der Kol¬≠le¬≠ge Klaus Sie¬≠be¬≠n¬≠eich¬≠ner im nach¬≠ste¬≠hen¬≠den Le¬≠ser¬≠brief an die me¬≠tall¬≠zei¬≠tung: ¬ĄIn der Juli-Aus¬≠ga¬≠be habt ihr ei¬≠nen aus¬≠ge¬≠zeich¬≠ne¬≠ten ge¬≠schicht¬≠li¬≠chen R√ľck¬≠blick ge¬≠stal¬≠tet. Ich wer¬≠de mir die Zei¬≠tung auf¬≠he¬≠ben. Die Me¬≠tal¬≠ler aus der ehe¬≠ma¬≠li¬≠gen DDR fin¬≠den sich lei¬≠der nur we¬≠nig wie¬≠der. Ihr ver¬≠schweigt wich¬≠ti¬≠ge Fra¬≠gen. So ha¬≠ben die Ge¬≠werk¬≠schafts¬≠ver¬≠trau¬≠ens¬≠leu¬≠te in den Be¬≠trie¬≠ben in ei¬≠ner Ver¬≠trau¬≠ens¬≠leute¬≠voll¬≠ver¬≠samm¬≠lung √ľber den Be¬≠triebs¬≠plan ab¬≠ge¬≠stimmt. Dar¬≠in stand nicht nur, was und wie viel zu pro¬≠du¬≠zie¬≠ren ist, son¬≠dern auch, was der Be¬≠trieb an so¬≠zia¬≠len Pro¬≠jek¬≠ten fi¬≠nan¬≠ziert.¬ď

Wo¬≠von Kol¬≠le¬≠ge Sie¬≠be¬≠n¬≠eich¬≠ner be¬≠rich¬≠tet, sind die Volks¬≠ei¬≠ge¬≠nen Be¬≠trie¬≠be, die VEBs in der DDR, wo die Ar¬≠bei¬≠ter¬≠klas¬≠se die For¬≠de¬≠rung der 2. In¬≠ter¬≠na¬≠tio¬≠na¬≠le ¬ĄPo¬≠li¬≠ti¬≠sche und wirt¬≠schaft¬≠li¬≠che Ent¬≠eig¬≠nung der Ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ten¬≠klas¬≠se, Ver¬≠ge¬≠sell¬≠schaf¬≠tung der Pro¬≠duk¬≠ti¬≠ons¬≠mit¬≠tel¬ď um¬≠ge¬≠setzt, die Lohn¬≠ar¬≠beit ab¬≠ge¬≠schafft und der ¬Ąfrei¬≠en Verf√ľgbar¬≠keit der Ar¬≠beits¬≠kraft¬ď f√ľr die Ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ten Gren¬≠zen ge¬≠setzt hat ¬Ė so¬≠lan¬≠ge es die DDR gab ¬Ė um ¬Ąselbst¬≠be¬≠stimmt zu ar¬≠bei¬≠ten¬ď.

Aber da¬≠von, von der Ab¬≠schaf¬≠fung des ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ti¬≠schen Aus¬≠beu¬≠tungs¬≠sys¬≠tems oder gar von der DDR als Bei¬≠spiel daf√ľr, will we¬≠der die IGM-F√ľhrung noch die Mehr¬≠heit der op¬≠por¬≠tu¬≠nis¬≠ti¬≠schen Ge¬≠werk¬≠schaftsf√ľhrer et¬≠was wis¬≠sen. Schlie√ülich ha¬≠ben sie jah¬≠re¬≠lang mit Re¬≠gie¬≠rung und Ka¬≠pi¬≠tal im Chor ge¬≠gen ihre Exis¬≠tenz und bis heu¬≠te ge¬≠gen den SED-, ¬ĄSta¬≠si-¬ď und an¬≠geb¬≠li¬≠chen ¬ĄUn¬≠rechts¬≠staat¬ď ge¬≠hetzt. Das ¬ĄVer¬≠schwei¬≠gen wich¬≠ti¬≠ger Fra¬≠gen¬ď be¬≠trifft hier¬≠bei nicht nur die DDR, son¬≠dern eben¬≠so ei¬≠ni¬≠ge der in der me¬≠tall¬≠zei¬≠tung an¬≠gef√ľhr¬≠ten Ge¬≠schichts¬≠bei¬≠spie¬≠le (sie¬≠he die Ar¬≠ti¬≠kel zu 1933 und 1990/​2003) so¬≠wie der Tat¬≠sa¬≠che, dass die Na¬≠men von Marx, En¬≠gels, Be¬≠bel, Wil¬≠helm und Karl Lieb¬≠knecht, Rosa Lu¬≠xem¬≠burg u. a., die die Ge¬≠schich¬≠te der Ar¬≠bei¬≠ter¬≠be¬≠we¬≠gung we¬≠sent¬≠lich be¬≠ein¬≠flusst und gepr√§gt ha¬≠ben, nicht auf¬≠tau¬≠chen. Die¬≠se Ge¬≠schichts¬≠schrei¬≠bung ist der Angst vor der ge¬≠schicht¬≠li¬≠chen Wahr¬≠heit ge¬≠schul¬≠det, bei der ge¬≠ra¬≠de vie¬≠le der rech¬≠ten so¬≠zi¬≠al¬≠de¬≠mo¬≠kra¬≠ti¬≠schen Ge¬≠werk¬≠schaftsf√ľhrer, was die Ver¬≠tre¬≠tung der Klas¬≠sen¬≠in¬≠ter¬≠es¬≠sen der Lohn¬≠abh√§ngi¬≠gen an¬≠geht ¬Ė scho¬≠nend aus¬≠ge¬≠dr√ľckt ¬Ė , nicht gut weg¬≠kom¬≠men. Wie es mit die¬≠ser Ver¬≠tre¬≠tung aus Sicht der IGM-F√ľhrung wei¬≠ter¬≠ge¬≠hen soll, lie√ü sie durch ihre 2. Vor¬≠sit¬≠zen¬≠de, die Kol¬≠le¬≠gin Chris¬≠tia¬≠ne Ben¬≠ner, wie folgt erkl√§ren: ¬ĄWir wol¬≠len auch in den n√§chs¬≠ten 125 Jah¬≠ren un¬≠se¬≠ren Bei¬≠trag f√ľr eine Ge¬≠sell¬≠schaft leis¬≠ten, in der gute Ar¬≠beit, so¬≠zia¬≠le Ge¬≠rech¬≠tig¬≠keit und de¬≠mo¬≠kra¬≠ti¬≠sche Teil¬≠ha¬≠be f√ľr alle ge¬≠si¬≠chert sind. F√ľr eine Ge¬≠sell¬≠schaft, in der So¬≠li¬≠da¬≠rit√§t und Mensch¬≠lich¬≠keit wei¬≠ter¬≠hin Wer¬≠te sind, die un¬≠ser Zu¬≠sam¬≠men¬≠le¬≠ben pr√§gen¬ď.

Nieder mit dem Lohnsystem!

Gleich¬≠zei¬≠tig, und ganz un¬≠abh√§ngig von der all¬≠ge¬≠mei¬≠nen Fron, die das Lohn¬≠sys¬≠tem ein¬≠sch¬≠lie√üt, soll¬≠te die Ar¬≠bei¬≠ter¬≠klas¬≠se die endg√ľlti¬≠ge Wirk¬≠sam¬≠keit die¬≠ser tagt√§gli¬≠chen K√§mpfe nicht √ľbersch√§tzen. Sie soll¬≠te nicht ver¬≠ges¬≠sen, dass sie ge¬≠gen Wir¬≠kun¬≠gen k√§mpft, nicht aber ge¬≠gen die Ur¬≠sa¬≠chen die¬≠ser Wir¬≠kun¬≠gen; dass sie zwar die Abw√§rts¬≠be¬≠we¬≠gung ver¬≠lang¬≠samt, nicht aber ihre Rich¬≠tung √§ndert; dass sie Pal¬≠lia¬≠tiv¬≠mit¬≠tel an¬≠wen¬≠det, die das √úbel nicht ku¬≠rie¬≠ren. Sie soll¬≠te da¬≠her nicht aus¬≠sch¬≠lie√ülich in die¬≠sem un¬≠ver¬≠meid¬≠li¬≠chen Klein¬≠krieg auf¬≠ge¬≠hen, der aus den nie en¬≠den wol¬≠len¬≠den Ge¬≠walt¬≠ta¬≠ten des Ka¬≠pi¬≠tals oder aus den Markt¬≠schwan¬≠kun¬≠gen un¬≠aufh√∂rlich her¬≠vor¬≠geht. Sie soll¬≠te be¬≠grei¬≠fen, dass das ge¬≠genw√§rti¬≠ge Sys¬≠tem bei all dem Elend, das es √ľber sie verh√§ngt, zu¬≠gleich schwan¬≠ger geht mit den ma¬≠te¬≠ri¬≠el¬≠len Be¬≠din¬≠gun¬≠gen und den ge¬≠sell¬≠schaft¬≠li¬≠chen For¬≠men, die f√ľr eine √∂ko¬≠no¬≠mi¬≠sche Um¬≠ge¬≠stal¬≠tung der Ge¬≠sell¬≠schaft not¬≠wen¬≠dig sind. Statt des kon¬≠ser¬≠va¬≠ti¬≠ven Mot¬≠tos: ¬ĄEin ge¬≠rech¬≠ter Ta¬≠ge¬≠lohn f√ľr ein ge¬≠rech¬≠tes Ta¬≠ge¬≠werk!¬ď, soll¬≠te sie auf ihr Ban¬≠ner die re¬≠vo¬≠lu¬≠ti¬≠on√§re Lo¬≠sung schrei¬≠ben: ¬ĄNie¬≠der mit dem Lohn¬≠sys¬≠tem!¬ď (Karl Marx, Lohn, Preis und Pro¬≠fit, MEAW in 2 B√§nden, Bd. 1, S. 417)
Was das in der Pra¬≠xis hei√üt, hat IGM-Vor¬≠sit¬≠zen¬≠der Hoff¬≠mann im In¬≠ter¬≠view mit der me¬≠tall¬≠zei¬≠tung klar ge¬≠macht. Als Her¬≠aus¬≠for¬≠de¬≠rung f√ľr die IGM in den n√§chs¬≠ten 125 Jah¬≠ren sieht er die Fra¬≠gen: ¬ĄWie sieht Ar¬≠beit 4.0, wie sieht ein So¬≠zi¬≠al¬≠staat 4.0 aus? An wel¬≠chen Stel¬≠len be¬≠darf es ei¬≠ner Wei¬≠ter¬≠ent¬≠wick¬≠lung des Ar¬≠beits¬≠ver¬≠trags¬≠verh√§lt¬≠nis¬≠ses ¬Ė der Ba¬≠sis ei¬≠nes auf Er¬≠werbs¬≠ar¬≠beit bau¬≠en¬≠den So¬≠zi¬≠al¬≠staats?¬ď

Dar¬≠auf musst du auch erst¬≠mal kom¬≠men, den Lohn¬≠abh√§ngi¬≠gen das ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ti¬≠sche Aus¬≠beu¬≠tungs¬≠sys¬≠tem, die Lohn¬≠ar¬≠beit f√ľrs Ka¬≠pi¬≠tal als ¬ĄBa¬≠sis ei¬≠nes auf Er¬≠werbs¬≠ar¬≠beit bau¬≠en¬≠den So¬≠zi¬≠al¬≠staats¬ď mit dem Ziel zu ver¬≠kau¬≠fen, um es den Ka¬≠pi¬≠ta¬≠lis¬≠ten f√ľr die Zu¬≠kunft min¬≠des¬≠tens noch 125 Jah¬≠re zu er¬≠hal¬≠ten und zu si¬≠chern. Da¬≠bei wird es dann wei¬≠ter¬≠ge¬≠hen mit der Phra¬≠sendre¬≠sche¬≠rei von ¬ĄGu¬≠ter und fai¬≠rer Ar¬≠beit ¬ď, ¬ĄGu¬≠tem Le¬≠ben¬ď, ¬Ąso¬≠li¬≠da¬≠ri¬≠scher Ge¬≠sell¬≠schaft¬ď usw. usw., wo¬≠mit spe¬≠zi¬≠ell die IGM-F√ľhrung Mit¬≠glie¬≠dern und Be¬≠leg¬≠schaf¬≠ten die K√∂pfe ver¬≠ne¬≠belt und zu¬≠kle¬≠is¬≠tert.

In der me¬≠tall¬≠zei¬≠tung vom Au¬≠gust hei√üt es auf der Ti¬≠tel¬≠sei¬≠te un¬≠ter der √úber¬≠schrift ¬ĄMein Le¬≠ben ¬Ė Mei¬≠ne Zeit: Ar¬≠beit neu den¬≠ken!¬ď Eine Ge¬≠le¬≠gen¬≠heit f√ľr fort¬≠schritt¬≠li¬≠che und klas¬≠sen¬≠be¬≠wuss¬≠te¬≠re Kol¬≠le¬≠gin¬≠nen und Kol¬≠le¬≠gen das auf¬≠zu¬≠grei¬≠fen und die Ab¬≠schaf¬≠fung der Lohn¬≠ar¬≠beit f√ľrs Ka¬≠pi¬≠tal in Be¬≠trie¬≠ben und Ge¬≠werk¬≠schaf¬≠ten neu zu den¬≠ken, um in die¬≠sem Sin¬≠ne zu ver¬≠su¬≠chen, eine an¬≠de¬≠re Ge¬≠werk¬≠schafts¬≠po¬≠li¬≠tik ge¬≠gen die op¬≠por¬≠tu¬≠nis¬≠ti¬≠sche F√ľhrung durch¬≠zu¬≠set¬≠zen.

Lud­wig Jost


 
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