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Von SDAJ

Am 20. Oktober tauchte Pegida zum ersten Mal in Dresden auf. Am 26. Oktober demonstrierten in K├Âln ungef├Ąhr 4.000 Faschisten unter der Losung ┬äHooligans gegen Salafisten┬ô (HoGeSa). Diese Aktion stand zwar nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit Pegida, allerdings gibt es Kontakte zwischen beiden Gruppierungen. Ob HoGeSa oder Pegida: beides muss vor dem Hintergrund einer wachsenden Islamfeindschaft und einer zunehmend aggressiveren Ablehnung, die Fl├╝chtlingen entgegenschl├Ągt, gesehen werden.

Doch wie konnte diese Bewegung, die sich in erster Linie nur in ihrer Ablehnung des sogenannten ┬äFremden┬ô einig ist, in so kurzer Zeit derart erfolgreich werden? In Zeiten einer schwachen Friedensbewegung und geringer Streikbereitschaft, also keiner au├čerparlamentarischen Bewegung, die den Herrschenden Angst macht, schafft es Pegida, Tausende Unzufriedene zu sammeln und zu mobilisieren.

Pegida, HoGeSa, Afd, NPD┬ů What the fuck?

Der Anmelder der Pegida Kundgebungen in Dresden ist Lutz Bachmann: Verurteilt wegen K├Ârperverletzung und Betrug. Die organisatorische Unterst├╝tzung bekommt die Bewegung dort von rechtsoffenen Hooligangruppen. Melanie Dittmer ist seit den neunziger Jahren in der rechten Szene bekannt: sie war Kader der NPD-Jugendorganisation ┬äJunge Nationaldemokraten┬ô und ist jetzt F├╝hrungsperson der rechtspopulistischen Splitterpartei ProNRW und der ┬äIdentit├Ąren Bewegung┬ô. In D├╝sseldorf wurde die erste Demonstration von Alexander Heumann angemeldet, Mitglied der ┬äPatriotischen Plattform┬ô der AfD.
Zu den Demonstrationen rufen Parteien wie die NPD, Die Rechte und AfD offen auf. Im Westen folgten bisher nur einige Hunderte TeilnehmerInnen, wobei es sich in der Regel um stramme Nazis handelte. Diese Tatsache f├╝hrt im Rheinland mittlerweile zu heftigen Machtk├Ąmpfen, welche Parteikader Anf├╝hrer der Demonstrationen sein d├╝rfen.

In Dresden stellt sich die Situation komplizierter dar: Die Stadt spielt eine besondere Rolle im rechten/konservativen Diskurs Deutschlands. Durch die ewig lange nicht erfolgte Aufarbeitung der alliierten Bombardierung der Stadt, was auch von Neonazi Seite lange Zeit erfolgreich aufgegriffen wurde, und einem besonders rechten Fl├╝gel der CDU in der Landesregierung besteht in Dresden ein gro├čes Potential an reaktion├Ąrem Protest. Die zuletzt 18 000 Personen waren in ihrer Mehrheit keine organisierten Nazis. Die Presse nennt sie Emp├Ârte, Wutb├╝rgerInnen, rechtsoffene Fu├čballfans, ┬äbesorgte B├╝rgerInnen┬ô┬ů

Wut, Unsicherheit und Rassismus

┬äIch f├╝hle mich fremd im eigenen Land┬ô ┬ľ so begr├╝nden die Teilnehmenden der Demonstration in Dresden ihre Sorgen. Die Springerpresse macht Stimmung, indem sie titelt: ┬äDeutsche sollen gezwungen werden an Weihnachten muslimische Lieder zu singen┬ô (Bild, 21.12.14). Und auch zahlreiche andere Zeitungen und Zeitschriften gl├Ąnzten im letzten Jahr mit eindeutig antiislamischer Hetze. Seit den Anschl├Ągen auf das World Trade Center in New York sind MuslimInnen einer verst├Ąrkten Diskriminierung ausgesetzt, seit der Zunahme von Fl├╝chtlingsbewegungen durch die Kriege im arabischen Raum wird propagiert das Deutschland ┬äverfremde┬ô. Krisenkosten werden auf die Bev├Âlkerung abgew├Ąlzt, Sozial- und Demokratieabbau, Abstiegs├Ąngste: reale Faktoren, die zu Unsicherheiten f├╝hren.

Unterschiedliche Ansichten und Motive bewegen vor allem in Dresden zur Teilnahme ┬ľ eine diffuse Wut auf die Herrschenden, und soziale Ungerechtigkeit oder die Kritik an der gleichf├Ârmige Berichterstattung vieler Medien. Eine Angst vor Fl├╝chtlingen und MuslimInnen eint die Bewegung, eine Angst die von den OrganisatorInnen der Bewegung gezielt hergestellt und als Argumentationsgrundlage genutzt wird.

Antimuslimischer Rassismus

Die Pegida Bewegung vertritt ein klassisches rechtspopulistisches Weltbild. Eine ┬ädas-wird-man-ja-noch-sagen-d├╝rfen┬ô- Rhetorik nutzend sch├╝ren sie ├ängste vor einer ├ťberfremdung Deutschlands, kriminellen Ausl├ĄnderInnen und einer Einwanderung in die Sozialsysteme. Dabei bedienen sie sich antimuslimischen Ressentiments und rassistischen Vorurteilen. Sie fordern strengere Zuwanderungsgesetze, die Fl├╝chtlinge versch├Ąrft in ┬ägut┬ô und ┬äb├Âse┬ô einteilen sollen. Gute Fl├╝chtlinge sind Fachkr├Ąfte; ┬äb├Âse┬ô Fl├╝chtlinge sind in ihren Augen SozialschmarotzerInnen, Wirtschaftsfl├╝chtlinge, radikale MuslimInnen und allgemein Menschen die ┬ähier ein besseres Leben wollen┬ô. In Dresden leben 0.2% MuslimInnen, dennoch sch├╝ren die Anh├Ąnger von Pegida ├ängste vor einer Islamisierung: Es wird versucht MigrantInnen aus dem arabischen Raum und der T├╝rkei an den Rand der Gesellschaft zu dr├Ąngen. Die Liste der Vorw├╝rfe und Vorurteile ist lang: Sie w├╝rden die Sozialsysteme belasten, sie sind verantwortlich f├╝r eine steigende Kriminalit├Ąt und predigen Hass und Frauenfeindlichkeit.

┬äPEGIDA ist F├ťR die Erhaltung und den Schutz unserer christlich ┬ľ j├╝disch gepr├Ągten Abendlandkultur┬ô, steht im Positionspapier der Bewegung. Diese Kultur wird nicht konkret beschrieben, jedeR TeilnehmerIn kann diese Phrase mit einem eigenen Anteil Kulturchauvinismus f├╝llen. Diese Phrasendrescherei macht es m├Âglich, dass sich so viele Menschen mit der Bewegung identifizieren k├Ânnen.

Pegida ist kein origin├Ąres Projekt der organisierten neofaschistischen Szene. Durch die allgemein gehaltenen Forderungen und unklaren Handlungsalternativen ist die Hemmschwelle, bei Pegida mitzumachen, ├Ąu├čerst gering. So treffen sich auf den Demos die verschiedensten Spektren der Extremen Rechten mit ┬änormalen┬ô B├╝rgerInnen, die ihrem Rassismus sonst nur im Internet oder am Stammtisch freien Lauf gelassen haben. Trotzdem darf die Masse, der bisher nicht im rechten Kontext auff├Ąlligen Personen, nicht dar├╝ber hinwegt├Ąuschen, dass alle relevanten neofaschistischen AktivistInnen in vorderster Reihe bei den Demos dabei sind (und auch organisatorisch einen wichtigen Beitrag leisten).

„Islamisierung“ als soziale Demagogie

Die Ideologie der Pegida Bewegung ist soziale Demagogie in Reinform: Reale ├ängste werden aufgegriffen und mit rechten Erkl├Ąrungsmustern beantwortet. Eine Stimmung wird erzeugt, die ┬äein Treten nach unten┬ô gesellschaftsf├Ąhig macht: Nicht die Schuldigen f├╝r Perspektivlosigkeit, Abstiegs├Ąngste und Unsicherheit werden bek├Ąmpft, sondern Minderheiten werden angegriffen und verantwortlich gemacht.
Die rassistischen Parolen haben aber auch noch eine andere Funktion: Sie sind Stichwortgeber f├╝r rassistische Politik. ┬äWir m├╝ssen die Sorgen ernstnehmen┬ô, sagt Innenminister Thomas de Maiz├Ęre. Die CSU fordert eine strengere Asylpolitik: Weniger Menschen sollen nach Deutschland kommen d├╝rfen und das angebliche Problem mit kriminellen AsylbewerberInnen soll durch schnelleres Abschieben gel├Âst werden. Die Alternative f├╝r Deutschland ist bei den Demonstrationen vorne mit dabei und gibt der Bewegung ein parteipolitisches Forum. Nazis, Rechtspopulisten und so mancher von der sogenannten konservativen Mitte ┬ľ sie alle spielen auf derselben Klaviatur rassistischer Vorurteile.

Die Vorurteile richten sich vor allem gegen ┬ädie Islamisierung┬ô: Der Salafismus, der Islamische Staat (IS) und die gesamte Religion des Islam bef├Ąnden sich in Deutschland auf einem von der etablierten Politik unterst├╝tzten Vormarsch. Dieser ┬äIslamisierung┬ô k├Ânne nur der entschlossene Widerstand aller Deutschen entgegengesetzt werden. Daf├╝r brauche es Nationalstolz und den Mut, seine Heimat und Kultur gegen die fremden Einfl├╝sse zu verteidigen. Dies m├╝sse ├╝ber partei- und weltanschauliche Grenzen hinaus geschehen, es z├Ąhle allein der Wille zum erbitterten Widerstand gegen Salafisten, MuslimInnen und die Zuwanderung insgesamt. Linke und KritikerInnen dieser Diskurse werden als Volksverr├Ąter diffamiert und neben den Salafisten als Feindbild konstruiert. Mit dieser erzeugten Angst k├Ânnen k├╝nftige Kriege legitimiert werden und deutsche Beteiligung an Auslandseins├Ątzen normalisiert werden.

Hier liegt dann auch die kapitalkonforme Funktion Pegidas. Berechtigte Angst vor sozialem Abstieg im kleinb├╝rgerlich gepr├Ągten Teilen der Mittelschichten und Teilen der Arbeiterklasse werden aufgegriffen und in f├╝r das Monopolkapital ungef├Ąhrliche Bahnen gelenkt: Nicht die Umverteilung von unten nach oben, nicht die Arbeitsplatzvernichtung der Banken und Konzerne, nicht die Privatisierung ganzer Bereiche der ├Âffentlichen Daseinsvorsorge zwecks ihrer Unterwerfung unter den Profit, nicht die gezielte Verarmung durch Hartz IV und Niedrigl├Âhne sind die Ursachen f├╝r die zunehmende Zukunftsangst, die zumindest potentiell in Widerstand umschlagen k├Ânnte, sondern ┬ädie Islamisierung┬ô. Damit werden nicht nur die Verursacher der genannten Probleme, die deutschen Banken und Konzerne sowie die Bundesregierung als Exekutor ihrer Interessen, aus dem Schussfeld genommen, sondern die Lohnabh├Ąngigen in Deutsche und MigrantInnen auseinander dividiert, was Widerstand erschwert und gleichzeitig wird mit dem Islam ein Feindbild aufgebaut, das nicht zuf├Ąllig passgenau auf die Interventionsgel├╝ste des deutschen Imperialismus im Nahen Osten zugeschnitten ist.

Notwendige antifaschistische Antworten

Angriffe auf AsylbewerberInnen-Heime haben in den letzten Monaten zugenommen. B├╝ros der Linkspartei, antirassistischer Initiativen und einer Moschee in Dormagen wurden mit Hakenkreuzen beschmiert. B├╝rgerinitiativen wurden gegr├╝ndet, um den Bau von Fl├╝chtlingsunterk├╝nften zu verhindern. In der Presse wird dar├╝ber kaum berichtet. Auch diese Entwicklung ist Ausdruck davon welchen gesellschaftlichen Einfluss die Rassisten haben.
Auch am ersten Montag des Jahres 2015 sind die Anh├Ąnger der rassistischen und von Neofaschisten begleiteten Bewegung Pegida auf die Stra├če gegangen, diesmal nicht nur in Dresden, sondern auch in M├╝nchen, Berlin und K├Âln. Dabei skandierten die Nationalisten nicht nur ihre rassistischen Parolen sondern auch wieder den Spruch ┬äWir sind das Volk┬ô. Diese verzerrte Selbstwahrnehmung haben diesen Montag AntifaschistInnen bundesweit eindrucksvoll widerlegt.

Zwar konnte ┬äPegida┬ô in Dresden erneut mehr als 18.000 Menschen mobilisieren und stand einer Gruppe von ┬änur┬ô knapp 4.000 AntifaschistInnen gegen├╝ber, im Rest des Landes aber machten die Rassisten keinen Stich. So dr├╝ckten in Hamburg ├╝ber 4.000, in Stuttgart und M├╝nster sogar jeweils ├╝ber 8.000 Menschen ihren Widerstand gegen Pegida und seine Ableger aus, in M├╝nchen, Berlin und K├Âln, wo die Rechten aufmarschieren wollten, waren sie den antifaschistischen Kr├Ąften jeweils eindeutig unterlegen. In M├╝nchen kamen die rund 60 Anh├Ąnger von ┬äM├╝gida┬ô keine hundert Meter weit, bevor sie von tausenden GegendemonstrantInnen gestoppt wurden, in Berlin hinderten die AntifaschistInnen ┬äB├Ąrgida┬ô daran, durch das Brandenburger Tor zu marschieren.

Widerstand ist m├Âglich und unbedingt n├Âtig. Es gilt der Hetze nicht auf den Leim zu gehen und ├╝berall, wo Pegida auftaucht, sich ihnen in den Weg zu stellen. Wir m├╝ssen die Demagogie entlarven undzeigen wer f├╝r die Unsicherheit in der Gesellschaft verantwortlich ist: Die Herrschenden auf Bundes- und Landesebene, die Konzerne, die f├╝r Arbeitslosigkeit und fehlende Perspektiven verantwortlich sind. Rassismus lenkt von diesen Verantwortlichen ab. MuslimInnen werden in ihrer Gesamtheit zu islamistischen Terroristen gemacht, MigrantInnen und Gefl├╝chtete werden als diejenigen pr├Ąsentiert, die f├╝r die Probleme im Land verantwortlich sind. Unsere dringende Aufgabe ist es, die Menschen dazu zu bringen, sich f├╝r ihre Interessen einzusetzen. Auf diese Weise k├Ânnen letztlich auch politisch Unerfahrene f├╝r eine fortschrittliche Politik gewonnen werden. Klassenbewusstsein und Klassenkampf sind immer noch die wirksamsten Waffen gegen Rattenf├Ąnger wie Pegida, HoGeSa oder wie auch immer sie sich nennen.

# Keinen Fu├čbreit den Faschisten
# Keine Kriminalisierung antifaschistischen Protests



 


 
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  Kommentar zum Artikel von MARFA:
Donnerstag, 15.01.2015 - 11:40

Wer Rassismus, Krieg, Sozial- und Demokratieabbau s├â┬Ąt, erntet PEGIDA
Erkl├â┬Ąrung des Sekretariat des DKP-Parteivorstandes


├â┬ťber 15.000 Menschen sind am Montag in Dresden auf die Stra├â┬če gegangen, um gegen eine angeblich drohende Islamisierung der Gesellschaft zu demonstrieren. Die rassistische Mobilisierung hat somit einen neuen traurigen H├â┬Âhepunkt in der s├â┬Ąchsischen Metropole zu verzeichnen. Auch in anderen St├â┬Ądten gr├â┬╝nden sich PEGIDA-Ableger. Wer tr├â┬Ągt die Verantwortung f├â┬╝r diese Entwicklung, die f├â┬╝r alle Demokratinnen und Demokraten alarmierend sein muss?

Unmittelbar sicherlich die Organisatoren der Demonstrationen um das sogenannte ├ó┬Ç┬×PEGIDA├ó┬Ç┬ť-Netzwerk und die Vertreter der ├ó┬Ç┬×Alternative f├â┬╝r Deutschland├ó┬Ç┬ť (AfD), die versuchen, sich zum Sprachrohr dieses Protestes aufzuschwingen. Seinen Teil der Verantwortung tr├â┬Ągt auch jeder B├â┬╝rger und jede B├â┬╝rgerin in Dresden und anderswo, die sich in die Demo eingereiht haben und somit ihren Anteil daran haben, dass die Gr├â┬Ąben zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen tiefer werden. Doch bei alledem h├â┬Ąlt es die DKP f├â┬╝r entscheidend, die Hauptverantwortlichen zu benennen: Die herrschenden Politiker. Sie tragen die Verantwortung:

F├â┬╝r die Abw├â┬Ąlzung der Krisenlasten auf breite Bev├â┬Âlkerungsteile, durch Agenda 2010 und Hartz IV. Diese und andere Sozialraubz├â┬╝ge haben dazu gef├â┬╝hrt, dass mittlerweile jeder F├â┬╝nfte in Deutschland als arm gilt. Diese Angriffe auf soziale Rechte haben berechtigte Existenz├â┬Ąngste in der Bev├â┬Âlkerung erzeugt, die jetzt ihren reaktion├â┬Ąren Ausdruck in den Dresdener Demonstrationen finden.
F├â┬╝r die Stigmatisierung von muslimischen Menschen und Fl├â┬╝chtlingen ├ó┬Ç┬ô sei es durch Kopftuchverbote im ├â┬Âffentlichen Dienst in der Vergangenheit oder die gesetzliche fixierte Diskriminierung von Fl├â┬╝chtling in Form von Arbeitsverboten, Residenzpflicht und anderen Schikanen.
F├â┬╝r die anhaltende Kriminalisierung eines antifaschistischen Widerstandes, der gerade jetzt n├â┬Âtiger denn je ist.
Das Zusammenspiel von Rassismus, Kriegshetze, Sozial- und Demokratieabbau ├ó┬Ç┬ô das ist der gesellschaftliche N├â┬Ąhrboden, den PEGIDA und andere Rassisten jetzt f├â┬╝r ihre menschenverachtende Ideologie nutzen k├â┬Ânnen. Sie fahren die Ernte ein, die Merkel & Co ges├â┬Ąt haben.
In dieser Situation ist es richtig, darauf zu verweisen, dass die Demonstrantinnen und Demonstranten in Dresden angesichts eines Anteils von 0,1 % muslimischer Menschen in Sachsen faktisch gegen ein Phantom mobilisiert werden. Die DKP vertritt jedoch die Position, dass es Aufgabe von Antifaschistinnen und Antifaschisten in dieser Situation vor allem ist, die Nutznie├â┬čer dieser reaktion├â┬Ąren Entwicklung in den Blick der ├â┬ľffentlichkeit zu r├â┬╝cken: deutsche Banken und Konzerne. Alle Sonntagsreden von Unternehmerverb├â┬Ąnden und ihren Politikern f├â┬╝r Toleranz und gegen Ausl├â┬Ąnderfeindlichkeit k├â┬Ânnen nicht dar├â┬╝ber hinwegt├â┬Ąuschen, dass es diese Teile des Kapitals sind, denen es nutzt:

Wenn die arbeitende Bev├â┬Âlkerung sich immer mehr spaltet in Deutsche und Nicht-Deutsche.
Wenn berechtigte soziale Ängste und Wut, in Bahnen gelenkt werden, die sie aus der Verantwortung nehmen für forcierte Ausbeutung, Massenerwerbslosigkeit und einen sich ausweitenden Niedriglohnbereich.
Wenn Rassismus die Bereitschaft in der Bev├â┬Âlkerung erh├â┬Âht, deutsche Waffen und deutsche Soldaten in den ├ó┬Ç┬×Kampf gegen den Terror├ó┬Ç┬ť zu schicken, w├â┬Ąhrend es in Wahrheit darum geht, dem deutschen Monopolkapital den Zugriff auf Rohstoffe, Absatzm├â┬Ąrkte und billige Arbeitskr├â┬Ąfte zu sichern.
Nicht zuletzt sind die Demonstrationen in Dresden und anderswo ein Weckruf f├â┬╝r alle antifaschistischen Kr├â┬Ąfte. Denn so wichtig die Mobilisierung gegen rassistische Aufm├â┬Ąrsche jetzt ist, so begrenzt sind die M├â┬Âglichkeiten, damit allein den rassistischen Sumpf trocken zu legen. Was dieses Land braucht, ist eine gemeinsamer Widerstand von Deutschen, Migranten und Fl├â┬╝chtlingen gegen die anhaltenden Angriffe der Herrschenden auf ihre sozialen und demokratischen Rechte. Diese Erfahrungen im gemeinsamen Widerstand werden es sein, die jede rassistische und nationalistische Agitation ins Leere laufen lassen. Die DKP h├â┬Ąlt daran fest, ihren Teil dazu beizutragen, dass sich eine solche antimonopolistische Bewegung formiert.



  Kommentar zum Artikel von Rainer:
Mittwoch, 14.01.2015 - 13:23

"ein richtig gro├â┬čes problem habe ich mit dem satz:

"Durch die ewig lange nicht erfolgte Aufarbeitung der alliierten Bombardierung der Stadt, was auch von Neonazi Seite lange Zeit erfolgreich aufgegriffen wurde, und einem besonders rechten Fl├â┬╝gel der CDU in der Landesregierung besteht in Dresden ein gro├â┬čes Potential an reaktion├â┬Ąrem Protest."

der klingt f├â┬╝r mich stark nach: weil wir linken den "alliierten bombenholocaust den rechten ├â┬╝berlassen haben". da steht zwar so nicht 100% da, aber es stinkt gewaltig danach und sollte klar gestellt werden. und hoffentlich nicht mit tr├â┬Ąnen f├â┬╝r festungsstadt dresden und hass auf die "alliierten kriegsverbrecher". das thema sollte doch schon lange durch sein."


Ich hatte das ganz anders verstanden,als Kritik an mangelnder Aufarbeitung IN DER DDR,die waren ja auch recht instrumentell mit der Kritik am "angloamerikanischen Bombenterror"...

Falls ich das in meiner Gutm├â┬╝tigkeit doch falsch verstanden haben sollte hast du nat├â┬╝rlich v├â┬Âllig recht !

Agitptopthread: sehr dafür ! Binbjetzt nicht so der Kreative und lasse andere vor. Aber vielleicht kommen janoch Ideen !


  Kommentar zum Artikel von smersch:
Mittwoch, 14.01.2015 - 01:37

hier mal ein agitprop vorschlag:

"hohenzoller, hitler, pegida" - "deutsches abendland? nie wieder!"



smarter w├â┬Ąre nat├â┬╝rlich noch "platz an der sonne" statt "deutsches abendland". aber da stellt sich nat├â┬╝rlich die frage nach avantgarde und massenbasis.

"henker und dichter am ballerman - ans deutsche abendland kommt keiner ran" (get it? multiple smart)

das macht echt spa├â┬č :D

gibt's nen diy-agitprop-thread?



  Kommentar zum Artikel von smersch:
Mittwoch, 14.01.2015 - 01:04

dann lege ich mal los, hehe, aber werde mich aus zeitgr├â┬╝nden beschr├â┬Ąnken:

(lesen die autor_innen eigentlich mit? der hit, ist der text ja nicht, aber ist ja auch ne orga und kein thinktank)

ein richtig gro├â┬čes problem habe ich mit dem satz:

"Durch die ewig lange nicht erfolgte Aufarbeitung der alliierten Bombardierung der Stadt, was auch von Neonazi Seite lange Zeit erfolgreich aufgegriffen wurde, und einem besonders rechten Fl├â┬╝gel der CDU in der Landesregierung besteht in Dresden ein gro├â┬čes Potential an reaktion├â┬Ąrem Protest."

der klingt f├â┬╝r mich stark nach: weil wir linken den "alliierten bombenholocaust den rechten ├â┬╝berlassen haben". da steht zwar so nicht 100% da, aber es stinkt gewaltig danach und sollte klar gestellt werden. und hoffentlich nicht mit tr├â┬Ąnen f├â┬╝r festungsstadt dresden und hass auf die "alliierten kriegsverbrecher". das thema sollte doch schon lange durch sein.

medium issues:

"In der Presse wird darüber kaum berichtet. Auch diese Entwicklung ist Ausdruck davon welchen gesellschaftlichen Einfluss die Rassisten haben."

steile these, mit der man aber wohl ziemlich auf die schnauze f├â┬Ąllt. ist es nicht wahrscheinlicher, they just don't care und sie buchen es wenn unter lokales ab? was aber noch lange nicht hei├â┬čt, dass es eine rassisten-verschw├â┬Ârung unter den medien gibt.

"Dabei skandierten die Nationalisten nicht nur ihre rassistischen Parolen sondern auch wieder den Spruch ├ó┬Ç┬×Wir sind das Volk├ó┬Ç┬ť. Diese verzerrte Selbstwahrnehmung haben diesen Montag AntifaschistInnen bundesweit eindrucksvoll widerlegt."

die antifas sind das volk? ist das eine referenz auf den uns├â┬Ąglichen pda-austria text? mal im ernst. wenn hier einer an selbst├â┬╝bersch├â┬Ątzung leidet, dann die verfasser_innen des textes. und das antifaschist_innen einerseits und die sdaj anderseits bei ausgerechnet der parole rufen: stimmt nicht! h├â┬Ârt auf diese spruch und das deutsch volk zu beschmutzen!: das h├â┬Ątte ich nun nicht gedacht.

redaktionales issues:
bei euch kommt gendern auch dem adeln gleich, oder? muslimInnen und migrantInnen vs. salafisten und terroristen.

ich dachte wer geflüchtetet schreibt, tut dies, weil ihm "flüchtlinge", da infantelisierenden, zu wider ist. das wird hier so ein bisschen bunt durchgemischt.

style:
m├â┬╝ssen die altbekannten phrasen eigentlich sein? findet die irgendjemand ernsthaft gut? geh├â┬Âren die zum corporate design oder sind beschlossese chiffre f├â┬╝r kampagnen? wie w├â┬Ąre es mit neuen, die sich aus der sache ergeben? f├â┬╝r nen text macht man sich ja auch m├â┬╝he. f├â┬╝r mich machen phrasen immer den ganzen zu nichte. aber vielleicht gibt's da ja noch einen schlauen von mir nicht bedachten grund.


soviel erstmal von mir

nichts zu danken ;)