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  • Neues vom Hauptfeind
    Analysen zum deutschen Imperialismus. [edition ost 2012]
    ISBN: 978-3-360-01836-6
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    Montag, 28.11.2011 - 07:30 Uhr -  Antifaschismus  
    Der Kampf um die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte geht weiter
    In der Sache um die Thälmann-Gedenkstätte ist ein wichtiger Sieg errungen worden!
     
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    Bei Thälmann sehen die Herrschenden rot. Die Angriffe gegen Ernst Thälmann reißen nicht ab. Thälmann, der für das Selbstbewusstsein seiner Klasse steht, die um ihre Befreiung kämpft und nicht auf gnädige Geschenke der Herrschenden hofft; Thälmann, der in der ganzen Welt zum Symbol des internationalen antifaschistischen Kampfes wurde und für ein besseres, ein sozialistisches Deutschland steht; Thälmann, der aus der Arbeiterklasse kommend, an die Spitze der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung gewählt wurde – dieser Thälmann ist und bleibt den Herrschenden ein Dorn im Auge. In seinem eigenen Land wird er nicht geehrt, sondern verfemt, er wird nicht als mutiges Vorbild im Kampf gegen die braune Brut gesehen, sondern sein Andenken wird beschmutzt, lächerlich gemacht, bis zur Unkenntlichkeit entstellt, umbenannt, abgerissen. Die Gleichsetzung von links und rechts, unter der Flagge der Totalitarismus-Theorie, ist dabei eine der wichtigsten Waffen unserer Gegner, um letztlich das Zustandekommen von Aktionseinheit von Kommunisten mit anderen gesellschaftlichen Kräften zu erschweren und zu verhindern.

    Der Freundeskreis sucht Räume für die Original-Ausstellung

    Der Freundeskreis hat sein Inventar zurück. Er will mit der Ausstellung zurück auf den authentischen Ort. Dieses Vorhaben wird aber noch dauern – der Freundeskreis rechnet damit, dass sich bis 2012 entscheiden könnte, wie es mit dem Grundstück weitergeht. Bis dahin will er seiner Verpflichtung nachkommen und die Ausstellung in oder um Berlin – als Zwischenlösung – für ca. ein Jahr zeigen.

    Dazu werden gesucht: Ausstellungsfläche von mind. 15 – 20 qm, die gut erreichbar sein sollen und ausstellungsgeeignet. Die Miete sollte gering sein. Über Vorschläge und Ideen freuen sich die Ziegenhalser-Thälmann-Freunde: vorstand@etg-ziegenhals.de, oder www.etg-ziegenhals.de
    Ein aktuelles Beispiel für die andauernden Angriffe ist die sog. Thälmann-„Biographie“ von Armin Fuhrer. Dieser Typ ist ein echter Springer-Schreiberling: Nach seinem Politik- und Geschichtsstudium, besuchte er die Axel-Springer-Journalisten-Schule, danach arbeitete er für „Die Welt“ und war Redakteur beim „Focus“. Zuletzt veröffentlichte er „Thälmann – Soldat des Proletariats“. Dieses Buch wurde am 18. August 2011 vorgestellt, also am 67. Jahrestag der Ermordung Ernst Thälmanns, in der Berliner „Topografie des Terrors“. Mit dabei der Leiter der Topografie Andreas Nachama, zusammen mit Armin Fuhrer und Hubertus Knabe, dem Leiter des DDR-Schreckens- und Gruselkabinetts, auch bekannt unter „Gedenkstätte Hohenschönhausen“. Die armseligen Versuche, wie die Wittdorf-Affäre u.a., etwas Gewichtiges gegen Ernst Thälmann vorzubringen, endeten auch an diesem Abend darin, dass gnadenlos gelogen wurde. Als Armin Fuhrer sogar noch behauptete, es sei der Tag der Ermordung Thälmanns nicht zweifelsfrei erwiesen, wurde es sogar einem gewissen Herrn Sassning (selbst bekannt durch zahlreiche Verdrehungen und Entstellungen in Bezug auf Thälmann) zu dicke – er äußerte sich hierzu in einer Wortmeldung, wobei er die anderen Behauptungen und Lügen stehen ließ.

    Ziel dieser Veranstaltung war es, Ernst Thälmann, stellvertretend für die deutschen Kommunisten und die KPD, als fremdgesteuerten, dummen Arbeiter zu diffamieren, der sich letztlich in nichts von den Faschisten unterschied und mehr noch, direkten Anteil an dem Aufstieg der Faschisten hatte. Diese Buchvorstellung an Thälmanns Todestag hatte zudem den Zweck, das Andenken an Ernst Thälmann anzugreifen. Es ging, nach eigenen Aussagen von Knabe und Fuhrer, gegen die vielen Straßennamen, die nach Thälmann und nach Genossinnen und Genossen der Arbeiterbewegung benannt sind und explizit gegen das Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin.

    Die Veranstaltung gipfelte in dem hohnvollen, nicht enden wollenden Gelächter eines Hubertus Knabe als er zwei echte oder erfundene Versprecher Thälmanns „im O-Ton“ zitierte und als Armin Fuhrer Ernst Thälmann den Status „Opfer des Faschismus“ aberkannte, weil er selbst Mitschuld daran hatte, dass die Hitler-Faschisten an die Macht kamen. Ein Glück ist diese öffentliche Veranstaltung, die im Übrigen nicht störungsfrei verlief, audio- und videomässig dokumentiert worden. Eine kommentierte Veröffentlichung tut Not!

    Ein weiteres jüngstes Beispiel für die Versuche, die Erinnerung an Ernst Thälmann zu verhindern, ist der Vorstoß der Partei Die Grünen in Leipzig, die den „Ernst-Thälmann-Platz“, auf dem er 1932 als roter Reichspräsidentschaftskandidat sprach, wieder in „Volkmarsdorfer Platz“ umzubenennen. Wobei anzunehmen ist, dass sie damit nicht durchkommen werden. Zumindest wurde ihr Antrag jetzt im September 2011 an die Ausschüsse verwiesen.

    KAZ #336
    KAZ #336 (© by Gruppe KAZ)
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    Angesichts dieser Angriffe ist es um so wichtiger, dass es Menschen gibt, die Thälmann verteidigen, seine Wirkungsstätten in Erinnerung halten und entschlossen, ohne wenn und aber, für Ernst Thälmann kämpfen und streiten. Seit dem 2. Mai 1990 führt in Ziegenhals den Kampf um die Würde und das Andenken an Ernst Thälmann und seine Kampfgenossinnen und -genossen der Freundeskreis „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“ e. V. Ziegenhals.

    Und der Freundeskreis konnte nun ein wichtiges Etappenziel erreichen! Er bekam sein Eigentum, alle Exponate der ETG, mitsamt dem Boot „Charlotte“ wieder zurück.

    Dieser Erfolg war nur möglich durch den langen Atem der Thälmann-Freunde und seiner zahlreichen Sympathisanten und Unterstützer aus dem In- und Ausland. Der große Unterstützerkreis, die drei jährlich durchgeführten Veranstaltungen im Jahr (die dort in Ziegenhals seit knapp 60 Jahren, seit dem 7. Februar 1953, stattfinden) mit mehreren hundert Teilnehmern, der Kampf gegen Gedenkstätten-Schließung 2002, den Inventar-Diebstahl 2009 und den Abriss der ETG 2010, mit Demonstrationen, Veranstaltungen, Unterschriftensammlungen, Protestzügen, zahlreichen Flugblättern und Publikationen, mit juristischen Mitteln, mit Protestschreiben und seit einem Jahr mit der Wanderausstellung der ETG – all das hat diesen Sieg möglich gemacht. Jetzt will sich der Freundeskreis auf die Zurückgewinnung des authentisch-historischen Ortes konzentrieren, damit die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte, heute aktueller denn je, wieder der Öffentlichkeit gezeigt werden kann – dort, wo sie hingehört, in Ziegenhals. Für die Zwischenzeit braucht der Freundeskreis eine Ausstellungsmöglichkeit in oder um Berlin (siehe auch Kasten).

    Seit neun Jahren ist die Ausstellung unter Verschluss. Im Jahr 2002 ersteigerte Gerd Gröger, der Ministerialbeamte aus dem brandenburgischen Bauministerium, die Gedenkstätte mitsamt fast 5.000 qm großen Grundstück beim Auktionshaus „Karhausen“ – die Treuhand veranlasste diese Auktion und Gröger bekam dieses Schnäppchen für 86.000 EUR. Er dankte dies später dem Auktionshaus, denn immerhin wurde er einige Jahre später Gesellschafter der Karhausen Auktionen AG. Seit November 2002, seit dieser Versteigerung, ist die Ausstellung weggeschlossen. Dann einigte sich Gerd Gröger mit dem Königs Wusterhausener Bürgermeister Stefan Ludwig (Die LINKE) darauf, dass Gröger von der Stadt eine Spendenquittung in Höhe von 60.000 EUR erhalten sollte und sich dafür die Stadt die komplette Ausstellung mitsamt dem Boot Charlotte aneignet. All das geschah ohne den Freundeskreis zu informieren. Hinter seinem Rücken hat sich dieser Bürgermeister, der sich noch vorher „ganz stark“ für die Gedenkstätte einsetzen wollte, mit dessen Feind verbündet, um „das Inventar zu sichern“. Fragt sich eigentlich nur vor wem zu sichern? Und es wird deutlich: Vor dem Freundeskreis. Denn auch Stefan Ludwig ließ das Inventar nur in Stadträumen vergammeln – zwei Jahre lang. Und auch eines steht heute fest: Die Ausräumung der Gedenkstätte, also der Klau des Inventars und des Bootes „Charlotte“ haben die Gedenkstätte erst sturm- bzw. abrissreif gemacht, diese Ausräumung war konkrete Abrissvorbereitung. Und diese Mitschuld wird sich nicht wegreden lassen. Der Freundeskreis will jedenfalls aufklären, wie es überhaupt zu dem Abriss kommen konnte und warum mehrere denkmalgeschützte Teile (wie der Bootsunterstand von „Charlotte“, die Originaldielen im Tagungsraum und eine Originalsäule der alten Sportgaststätte) abgerissen wurde. Da sich der Freundeskreis vorgenommen hat, alle Verantwortlichen für diesen Abriss zur Rechenschaft zu ziehen, kann man gespannt sein, wer dann alles auf der Anklagebank sitzen wird.

    Dieser Sieg ist ein Ansporn für das Ringen um Ziegenhals. Es ist aber auch ein Sieg, wenn man bedenkt, wie viele Rückschläge es gab, wie viele andere Denkmäler und Gedenkstätten mehr oder weniger kampflos gefallen sind. Der Kampf um Ziegenhals ist noch nicht zu Ende. Unterstützt diesen Kampf, macht ihn bekannt.

    D.B. Phu



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