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  • Samstag, 13.02.2010 - 09:00 Uhr -  Weltanschauung  
    Dank Euch Ihr Sowjetsoldaten!
    Sozialistische Romane über den Großen Vaterländischen Krieg der UdSSR
     
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    Die Zerschlagung des deutschen Faschismus und das gewaltige Anwachsen des Lagers der demokratischen Kräfte in der ganzen Welt im Gefolge des zweiten imperialistischen Weltkriegs sind große Ereignisse der Weltgeschichte. Der grausamste und schwerste aller Kriege, von denen die Menschheit heimgesucht wurde, stellt eine große Prüfung für die Völker dar. Der Sturm des Krieges reißt erbarmungslos alle Masken und Hüllen ab, die das wahre Antlitz der bürgerlichen Staaten, Parteien und Regierungen verbergen, und zeigt sie ungeschminkt in ihrer wahren Gestalt. Der Krieg hat die Millionen einfacher Menschen in aller Welt vieles gelehrt, hat sie veranlaßt, den wahren Wert der schwülstigen Phrasen und Losungen, den Wert vieler Tatsachen und Ereignisse richtig zu erkennen. So zeigen die Romane anschaulich den Heldenmut und die Opferbereitschaft der Roten Armee und seines Sowjetvolkes im Kampf gegen die deutschen Faschisten. Heute 65 Jahre nach dem militärischen Sieg der Roten Armee und ihren westlichen Alliierten, die zusammen den II. Weltkrieg beendet haben, sind die Romane wichtige historische Zeugnisse.

    Am 8. Mai 2010 (9. Mai nach sowjetischer/russischer Zeitrechnung) jährt sich zum 65. Mal die Befreiung vom deutschen Faschismus - die UdSSR trug die Hauptlast dieses Freiheitskampfes der Menschheit. Am 8. Mai 1945 kapitulierte der faschistische deutsche Imperialismus gegenüber den alliierten Siegermächten bedingungslos. www.secarts.org gedenkt dieses wichtigen Ereignisses - in Form von Veröffentlichungen zu verschiedenen Aspekten der Befreiung. Dank euch, ihr Sowjetsoldaten! Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!


    Ilja Ehrenburg „Der Sturm“

    Die Handlung dieses Romans setzt in der Vorkriegszeit ein. Der Verfasser führt uns durch die wichtigsten Etappen und Schlachten des Krieges, er zeigt das Leben in Frankreich, Deutschland, England, der Sowjetunion, in Polen, Bulgarien und Jugos-lawien. Der Krieg wird vor allem als Kampf zwischen progressiven und reaktionären Ideen geschildert. Ehrenburg deutet den Krieg als einen Kampf um die Geschicke der Menschheit. Wird der Mensch sein oder nicht sein? Gibt es in der Menschheit Kräfte, die imstande sind, der Gewalt, der blutrünstigen Bestialität des Faschismus zu widerstehen? Wer erweist sich im Sturm des Krieges als ein echter Mensch, der das Banner des Besten und Edelsten, was es in der Menschheit gibt, hochhält? Wer erniedrigt sich selbst zum Tier, wer hält den Prüfungen nicht stand und zerbricht? Wessen von Fäulnis angefressene Seele hat der Krieg unbarmherzig bloßgelegt? Vor diese Fragen sieht sich der Leser gestellt, auf sie gibt die unumstößliche künstle-rische Wahrheit des Romans eine klare Antwort.

    Alexander Fadejew „Die Junge Garde“

    Der Roman basiert auf der wirklichen Geschichte des bolschewistischen Wider-stands in der im Donez-Becken liegenden Stadt Krasnodon. Am 20. Juli 1942 be-setzten die deutschen Faschisten die Stadt und es nehmen die Greultaten ihren An-fang. Im August werden von den deutschen Henkern 58 Menschen lebendig im Stadtpark begraben. Die Stimmung, die unter der nicht mehr aus der Stadt entkom-menen Sowjetjugend herrscht, wird durch die Worte des sechzehnjährigen Komso-molzen Oleg Koschewoi charakterisiert: „Nein, das kann man nicht länger ertragen!“ Er organisiert im September 1942 die illegale Gruppe „Junge Garde“, die im Oktober schon 103 Mitglieder zählt. Vier Monate arbeitet die „Jugend Garde“. Sie tötet deut-sche Soldaten und Polizisten und sammelt Waffen, um beim Herannahen der Roten Armee einen Aufstand organisieren zu können. Im Januar 1943, nur einen Monat vor der Befreiung durch die Sowjetarmee, wird die Organisation entdeckt. Von den 103 Menschen, die ihr angehören, bleiben nur acht am Leben - ein Teil von ihnen ist dann im Kampf der Roten Armee mit den Deutschen gefallen.
    Wichtig ist auch die Tatsache, daß die Widerstandstätigkeit der „Jungen Garde“ von der bolschewistischen Illegalität angeleitet wird. „Man muß jedem einzelnen, der zu uns gehört, erklären, daß hinter dem, was wir tun, die Partei steht“, wird den Junggardisten von den erfahrenen Kommunisten gelehrt. Der Leser erfährt, wie die jungen Genossen sorgfältig erzogen werden, ihnen die richtige und wirksamste Lösung aller aktuellen Fragen der illegalen Arbeit, die bolschewistische Organisiertheit, Ausdauer und Standhaftigkeit nahe gebracht wird, um sich in den ständig wechselnden Verhältnissen der Illegalität bewähren zu können.

    Konstantin Simonow „Tage und Nächte“

    Der Roman „Tage und Nächte“ ist die erste Darstellung der Stalingrader Schlacht, des Wendepunktes des zweiten imperialistischen Weltkrieges. Hier hat der Helden-mut der Sowjetsoldaten den deutschen Faschisten das Genick gebrochen. Simonow kann den Kriegsalltag dieser Schlacht besonders fesselnd schildern, da er bereits in den ersten Tagen des Großen Vaterländischen Krieges als Kriegsberichterstatter an die vorderste Front gegangen ist und an den Kampfhandlungen aktiven Anteil ge-nommen hat.
    Die Handlung der Erzählung spielt sich fast vollständig in den drei Häusern statt, die die Mannschaft des Sowjetoffiziers Saburow den deutschen Faschisten entrissen hat. Was in diesem Kampfabschnitt gezeigt wird, gibt eine lebhafte Vorstellung von dem, was in der ganzen Schlacht um Stalingrad vor sich gegangen ist. Simonows Roman ist um so eindrucksvoller, als er bei der Beschreibung des Krieges keine äu-ßeren Effekte sucht. Er schildert wahrheitsgetreu und genau den Alltag des Krieges, die Tage und Nächte, die überaus anstrengenden Kämpfe, die Gedanken und Er-lebnisse der Menschen, die an diesen Kämpfen teilnehmen.

    Pjotr Ignatow „Partisanen“

    Die Partisanenabteilung, die den Namen der Brüder Ignatow trägt und deren Ge-schichte der Roman erzählt, ist im Großen Vaterländischen Krieg etwas ungewöhnliches gewesen. Denn diese Abteilung besteht fast ausschließlich aus Vertretern der städtischen Intelligenz. Zu ihr gehören Direktoren der höheren Lehranstalten und der großen Industrieunternehmen in Krasnodar, Partei- und wissenschaftliche Mitarbeiter; Ingenieure, Wirtschaftler sowie hochqualifizierte Arbeiter. Die Partisanenabteilung besitzt ein eigenes, scharf ausgeprägtes Pro-duktionsprofil. Sie sind Minenlegerpartisanen. Sie sprengen Brücken, Kraftwerke, Lager, bringen feindliche Güterzüge zum entgleisen; Lastwagenkolonnen mit Panzerbegleitschutz werden gesprengt und in Brand gesetzt. Die Ehre der ersten Sprengung eines deutschen Eisenbahnzuges im Kubangebiet gehört dieser Partisanenabteilung.
    Schließlich ist die Abteilung ein eigenartiges Partisanenkombinat: Sie besitzt eine eigene große Wirtschaft, eigene Werkstätten zur Herstellung von Minen, für Schmie-de- und Reparaturarbeiten. Tischler, Schuster und Schneider arbeiten nicht nur für die eigene Abteilung, sondern auch für benachbarte Abteilungen. Es gibt ein Laza-rett, das von Hunderten verwundeter Partisanen und Soldaten der Roten Armee in Anspruch genommen wird. Es gelingt ein ausgedehntes Netz von Partisanengruppen zu schaffen, das im kaukasischen Vorgebirge ebenso wie in den Kubansteppen tätig ist. Im Rücken der deutschen Faschisten, in der Einsamkeit der Berge, wird eine Mi-nenleger-Lehranstalt eröffnet, in der die besten und mutigsten Partisanen der be-nachbarten Abteilungen Theorie und Praxis des Minenlegen lernen.

    Die beschriebenen Romane sind in der DDR übersetzt und in deutscher Sprache veröffentlicht worden. Heute sind sie antiquarisch im Internet unter www.zvab.com oder www.abebooks.de zu bestellen.


    (nach: „Erläuterungen zur Sowjetliteratur“ Verlag Volk und Wissen, Berlin/DDR, 1953, S. 286-315)



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     Leser-E-Mail zu diesem Artikel von Ringo Ehlert (Corvalan) :
    [Montag, 01.03.2010 - 10:27]

    Guten Tag,

    ich möchte mehr lang als kurz meine Hand ins Feuer legen für Ehrenburgs STURM. Das Lesen dieses Jahrhundertromans veranlasste mich seinerzeit eine Buchbesprechung zu schreiben, die ich gerne den Ausführungen hier hinzufügen möchte.

    Es sei nochmals den Initiator gedankt für solch ein Rubrik, die vielleicht nicht nur zum 65. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus geführt und gepflegt werden - sondern fester Bestandteil dieser HP werden sollte. So viele ungemein wertvolle Romane der Sowjet- aber auch der DDR-Literatur schlummern in den Regalen. Nicht nur in Sachen 2. WK, gerade auch in Sachen Aufbau und Bewältigung der Mühen der Ebenen sollten wir uns das literarische Werk der Leseländer (nirgendwo wurde so viel im Allgemeinen und so viel fortschrittliche Literatur im Besonderen gelesene wie in den Warschauer Pakt - Staaten) ein wenig erschließen. Kleine Anmerkungen und Leseempfehlungen könnten da ein guter Anfang sein!



    Ilja Ehrenburg - Sturm
    ein Jahrhundertroman

    Drei Länder, drei Perspektiven die dem deutschen Faschismus und seinem Krieg nachstellen.
    Die stolze Resistance, Frankreichs Partisanen, der monumentalen Akt einer zurück schlagenen Sowjetunion und der vor Heuchelei und Hass stinkende Werdegang einiger Deutsche. Stellvertreter für den größten Teil eines Volkes, das der ganzen Welt, die Widerwertigkeit, die Armseligkeit des "3. Reiches" in Blut stolpern zur Schau stellt.

    Es gibt ein Frankreich der Verräter die meistens heimisch in der Oberschicht, Fabriken und Banken besitzen und mit dem Teufel ihre Geschäfte machen. Und ein Frankreich gibt es, ein Frankreich der Antifaschisten, die meistens an Tischen sitzen auf denen Brot und Suppe reichen muß. In den Widersprüchen eines feigen wohlhabenden Franzosen, der die Deutschen nicht mag, aber die Kommunisten noch mehr fürchtet und sich noch bei Wein und Käse gut zuspricht als die brauen Horden schon Paris stürmen, lernt ein junger Russe die beiden Seiten kennen. Er liebt Frankreich, er liebt eine Französin. Und doch verläßt er das Land, weil die Heimat ruft, die kämpfen will während der Westen zusieht. Zusieht wie die Räder schon rollen für den Sieg, zu den langen Rampen vor den Kammern.
    Er verläßt Frankreich und hinterläßt bei den Freunden und der Liebsten die Unruhe des Revolutioärs. Nun heißt sein Leben Kampf für die Union , die bestaunt von alle Welt unter roter Fahne gerade errichtet hat, was deutsche Bomber nun zerstören. Man wird nicht als Soldat geboren, und die Front ist überall auch an der Werkbank im Leningrader Panzerwerk. Die sich lieben, sich in friedlichen Sommer kennen lernen, werden sich verlieren. Helden werden kapitulieren vor dem Feind und Stille werden großes wagen. Es ist ein Volk das sich erhebt in seiner Faust ein ganzer Staat. Wohl keiner fängt dies so bewegend ein wie Ehrenburg.
    Auch den jungen Deutschen lernt man kennen, der gerne Architekt geworden wäre um wer zu sein aber in seiner Unterwürfigkeit stecken bleibt und seine Wut, seine Mittelmäßigkeit zur SS trägt, wo er endlich wer zu sein scheint. Seine Unfähigkeit die eigenen Schwächen zu leben, zu lieben, schlägt um in Hass gegen alles Schwächere und Erfolgreichere, alles Fremde, jeden Störenfried, der sich nicht einfügt in eine Volksgemeinschaft der Feiglinge und Denunzianten.
    Er wird betrachtet herausgegriffen aus einer brauenen Masse und ist doch ihr Spiegelbild nur im Kleinen. Später wird er seine SS-Unform in aller Eile verbrennen und sich hinter Frau unter Kindern verstecken, weil er vor Angst ganz krank die Roten kommen sieht. Er weiß, sollte Gleiches mit Gleichen vergolten werden, was ihn erwartet, er war dabei, mit Lust ist er Monster unter Monstern.
    Der Roman wird nicht geführt durch einen Hauptdarsteller, viele viele begegnen uns. Es gibt keine Helden, es gibt nur den Tod. Noch im letzten Kugelhagel sterben Millionen.
    Und jede der Figuren die dem Leser im Laufe der Geschichte an Herz wachsen stirbt. Manche sterben laut, wie die Widerstandskämpferin aus Deutschland, die im Todeskampf nach tagelanger SS-Folter den Schindern ins Gesicht brüllt, das sie alles ist: Russin, Spanerin, Französinn, jedoch keine Deutsche mehr! Andere sterben leise und so schnell ohne Vorwarnung, das nur Leere und Ohnmacht den Leser verschlingt. So wird einer alte Kiewer Jüdin, die man quasi nur im Vorbeigehen kennenlernt durch den ein Gewehrkolben eines Wehrmachtssoldaten der Schädel zertrümmert. In solchen Momenten wünscht man sich die Amplitude der Terrors se solchen Momenten wünscht man sich die Amplitude der Terrors sei damit erreicht und stürzt dann nur mehr in die Bodenlosigkeit, wenn Ehrenburg die Leichproduktion der deutschen Faschisten nur andeutet. Und man ertappt sich dabei gehofft zu haben das alles irgendwie doch nicht so schlimm kommt. Nicht selten geht die Beschreibung des Mordens der deutschen Horden bis an die Grenze des Erträglichen. Die 20 Millionen bekommen Gesicht und Namen.
    Doch der Krieg fraß nicht nur die Vergangenheit, er verschlingt unsagbar viel Zukunft. Ehrenburg läßt es erleben, wenn er von den zerstörte Menschen schreibt die aus der Sowjetunion, aus Jugoslawien und Frankreich, aus all den geschundenen Ländern heim kommen und vor dem Nichts stehen. Die ihre Hände in die Aschefelder der Lager krallen, und das Foto von Kind und Frau, das sie die ganzen elenden Krieg bewahrten wir ihr Augenlicht, zerreißen. Es bleiben leere Augen die die Familien suchen in den Leichengruben von Barbija. Eine Generation der Verdammten hinterläßt das deutsche Kapital auf seinem vorerst letzten Kreuzzug, zu schnell ist das vergessen.
    Dies alles, das ganz normale Wahnsinn, das was Weltkrieg ist fängt Ehrenburg ein. Unmöglich sei dies dachte ich, bis zu diesem bemerkenswerten Roman.
    Er endet nicht mit einem Happyend, mit erleuchteten befreiten Deutschen, bei den der Groschen fällt. Dies Ende hätte zur tiefgründigen Arbeit des Autor auch gar nicht gepaßt. Und es kommt nicht von ungefähr und scheint in weiser Voraussicht zu geschehen, das Ehrenburg einen Rotarmisten, sagen läßt: "...sie werden es uns nie verzeihen, das wir sie befreit haben"

    Natürlich aber haben wir es mit einem wunderbares Stück sozialistischer Literatur zu tun und da ist kein Platz für Defitismus, Neuanfänge lösten stets Trümmerfelder in Flur und Kopf ab, dabei wirds bleiben, auch das schwingt in den letzten Zeilen des Romans. Der ein Jahrhundertroman ist.

    Der Buchdeckel fällt und der Band findet Platz im Regal. Draußen: Kälte trotz März und die Äste gut gepflegter Alleebäume regen sich kahl über der Leuchtreklame einer deutschen Bank Filiale. Sturm zieht heran. Halt ihn auf und lies dieses Buch!



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