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Die SPD verliert massiv an W├Ąhlerstimmen, ist geschw├Ącht und von heftigen inneren Widerspr├╝chen gesch├╝ttelt ┬ľ Ph├Ąnomene, die typisch sind f├╝r eine allgemeine Rechtsentwicklung (und leider nicht f├╝r eine revolution├Ąre Situation, in der die W├Ąhlerstimmen eine viel geringere Rolle spielen w├╝rden). Die Einheitsfront der sozialdemokratischen, parteilosen und kommunistischen Arbeiter ist notwendiger denn je. Und gleichzeitig werden die Chancen daf├╝r aufgrund der Widerspr├╝che in der SPD gr├Â├čer. Das Haupthindernis f├╝r diese Einheitsfront ist zurzeit die Zersplitterung der Kommunisten. Eine Einheitsfront kann jetzt noch nicht hergestellt werden. Was aber gemacht werden kann und muss ┬ľ und selbst dann gemacht werden k├Ânnte und m├╝sste, wenn es auch nur einen einzigen Kommunisten in diesem Land g├Ąbe ┬ľ ist eine Einheitsfrontpolitik, ohne die ├╝brigens auch die Zersplitterung der Kommunisten nicht ├╝berwunden werden kann. Das bedeutet ganz praktisch: nicht nur ├╝ber die Sozialdemokratie reden, sondern mit den Mitgliedern der SPD reden. Und das nicht nur bei Diskussionen im Betrieb, in der Gewerkschaft, die wir sowieso mit SPD-​Mitgliedern f├╝hren. Sondern wir sollten sie auch explizit als Mitglieder ihrer Partei ansprechen, die antifaschistische, linksoppositionelle Seite, die es in der SPD auch gibt, st├Ąrken und unterst├╝tzen. Daf├╝r haben wir hier einen Vorschlag ausgearbeitet.

Was kann man mit diesem Vorschlag machen (au├čer nat├╝rlich ihn selber lesen, denn er enth├Ąlt auch Grunds├Ątzliches zur Frage der Einheitsfront und zur faschistischen Gefahr):

Ihr k├Ânnt diesen Artikel weitergeben, (Download unter https://www.kaz-​online.de/flugblaetter ) an Sozialdemokraten, die ihr selber kennt oder die ihr auf der Stra├če, bei Demonstrationen usw. seht, oder die ihr auf oder vor Veranstaltungen der SPD (deren es viele gibt) antrefft. Ihr k├Ânnt Argumente dieses Artikels im m├╝ndlichen Gespr├Ąch verwenden. Ihr k├Ânnt die Unterschrift (bzw. Impressum) unter dem Artikel ├Ąndern, euren Namen, eure Organisation oder was auch immer eintragen. Ihr k├Ânnt auch den Artikel ├Ąndern, Argumente streichen, hinzuf├╝gen etc. (dann allerdings unbedingt die Unterschrift ├Ąndern!).

Eigentlich ist das bei jedem unserer Artikel so (siehe Impressum der KAZ), ein Copyright haben wir nicht und wollen wir nicht. ├ťber R├╝ckmeldungen, Erfahrungsberichte etc. freuen wir uns sehr!



Sozialdemokratin, Sozialdemokrat ┬ľ auf ein Wort!

Geh├Ârt ihr auch zu den ┬älinksradikalen Kr├Ąften in der SPD, die von vorneherein dagegen waren, eine Koalition mit der CDU/CSU einzugehen┬ô (Originalton Maa├čen)? Oder zu denen, die inzwischen diesen ┬äLinksradikalen┬ô Recht geben m├╝ssen? Oder zu denen, die z├Ąhneknirschend immer noch meinen, dass die SPD ┬ľ leider ┬ľ noch in der GroKo bleiben m├╝sse?

Wie auch immer ┬ľ wir wollen mit euch ├╝ber gemeinsame antifaschistische Solidarit├Ąt reden. Mit euch, die ihr ┬ľ im Wahlkampf oder sogar einfach so ┬ľ bei Wind und Wetter Informationsst├Ąnde betreut, mit der SPD-​Fahne auf Demonstrationen und Kundgebungen gegen rechts zu sehen seid, mit eurem Ortsverein versucht, euren Beitrag f├╝r Frieden und Gerechtigkeit zu leisten.

Unter solchen Sozialdemokraten, wie ihr es seid, die im praktischen Kampf stehen, findet man Wenige, die das GroKo-​Regierungsb├╝ndnis gut und richtig finden. Aber auf die konkrete Frage ┬ľ soll die SPD diese Koalition platzen lassen ┬ľ bekommt man dennoch sehr verschiedene Antworten.

Was spricht denn f├╝r den Verbleib in dieser Regierung?


1. „Wenn die GroKo platzt, gibt es Neuwahlen, und dann wird die CDU mit der AfD koalieren.“

Also in der GroKo bleiben? Die Bef├╝rchtung, dass die CDU mit der AfD koaliert, ist nicht von der Hand zu weisen. Schon jetzt gibt es in Sachsen deutliche Anzeichen f├╝r solch ein erzreaktion├Ąres Regierungsb├╝ndnis. Ein B├╝ndnis der CDU mit der AfD w├Ąre ein Tabubruch, der den Rechtsruck in diesem Land beschleunigen und die faschistische Gefahr n├Ąher r├╝cken w├╝rde. Aber wie soll denn diese reaktion├Ąre Entwicklung ausgerechnet mit einem Verbleib in dieser Regierung verhindert werden?

Oder raus aus der GroKo? Zwischen CSU und AfD passt kein Blatt Papier, oder? Die SPD ist in einem Regierungsb├╝ndnis mit der CSU! Die CSU (als kleinste Partei) in Gestalt des Innenministers Seehofer hat monatelang diese Regierung besch├Ąftigt und erpresst ┬ľ mit Rassenwahnideen und geradezu krimineller Energie gegen Menschen, die vor Hunger und Krieg fl├╝chten. Die CSU hat den Verfassungsschutzpr├Ąsidenten Maa├čen besch├╝tzt, der genau das zum Ausdruck gebracht hat, was diese Kreise ┬ľ von AfD bis CSU ┬ľ denken und wollen: Ihr Sozialdemokraten seid Linksradikale, genauso wie Kommunisten, so wie die Linkspartei, so wie Anarchisten, Demokraten, alle Antifaschisten... Ihr wollt wom├Âglich noch dem Kapital ans Leder, den Unschuldsl├Ąmmern von der Autoindustrie, der Pharmalobby, der Immobilienwirtschaft. Vielleicht wollt ihr sogar der R├╝stungsindustrie das Gesch├Ąft mit Saudi-​Arabien versauen (Sigmar Gabriel hatte ja schon mal sowas angedeutet). Und vielleicht habt ihr Anstand und Moral im Leib. Dann seid ihr auf jeden Fall linksradikal! Das jedenfalls hat Maa├čen ┬ľ in Vertretung seines Chefs Seehofer sozusagen ┬ľ zum Ausdruck bringen wollen: Ihr seid unsichere Kantonisten, mit euch ist kein Staat zu machen, in dem Ruhe im Karton und ┬äDeutschland ├╝ber alles┬ô auf dem Vormarsch ist. Es ist hirnrissig und geisteskrank, so hirnrissig und geisteskrank, wie wir es schon einmal erlebt haben, als die Hitlerfaschisten ├╝ber zig-​Millionen Opfern versuchten, die Weltherrschaft Deutschlands zu erlangen. Das Kapital hat aus diesem Wahnsinn m├Ąrchenhafte Gewinne gezogen. Da war es doch v├Âllig egal, wie peinlich die braune Bande war...

Die CSU hat eure Partei in der GroKo schon l├Ąngst an den Katzentisch verwiesen ┬ľ schon bevor diese Bundesregierung ├╝berhaupt zustande gekommen ist! Das war im Herbst letzten Jahres, als der damalige Landwirtschaftsminister Schmidt (CSU) in der Europ├Ąischen Kommission f├╝r ein Ja der Bundesregierung zur Verwendung des Gifts Glyphosat sorgte, obwohl aufgrund des Einspruchs der SPD eine Enthaltung vorgeschrieben war. Die alte Gro├če Koalition war damals noch ├╝bergangsweise, als ┬ägesch├Ąftsf├╝hrende Regierung┬ô im Amt, die ┬äJamaika┬ô-​Verhandlungen waren erst ein paar Tage zuvor gescheitert. Was hat die SPD damals daran gehindert, nach dieser Provokation die Entlassung von Schmidt zu verlangen, andernfalls diese gesch├Ąftsf├╝hrende Regierung zu verlassen? Und warum wurde nur zwei Wochen sp├Ąter von Martin Schulz verk├╝ndet, dass der SPD-​Vorstand entgegen allen Wahlversprechungen Sondierungsgespr├Ąche mit CDU und CSU plant, ohne wenigsten da zur Bedingung zu machen, dass Schmidt abgestraft und entlassen wird? Der Plan der CSU ist gegl├╝ckt. Denn es ging damals viel weniger um Glyphosat als um ein anderes Gift, es ging um den Test, wie viele Dem├╝tigungen eure Partei noch bereit ist, in Kauf zu nehmen. Das selbst auferlegte Martyrium der SPD hat sich nicht gelohnt, sondern den Rechtsruck bef├Ârdert. Dem reaktion├Ąren W├╝ten Seehofers und seiner CSU hat sich die CDU ┬ľ wieder mal ┬ľ gebeugt, und die SPD-​Regierungsmannschaft/Parlamentsfraktion durfte, konnte, wollte (?) schon gar nicht mehr mitreden.

Bedenkt, dass die SPD nicht die einzige ist, die die GroKo platzen lassen kann. Die Mini-​Partei CSU kann das auch. Was meint ihr, was dann kommt?

Das w├Ąre ein starkes Signal nach rechts, und k├Ânnte wom├Âglich eine akute Gef├Ąhrdung der Demokratie, der b├╝rgerlichen Freiheiten bedeuten.

Wenn aber die SPD die Koalition platzten l├Ąsst, und wenn das weniger durch Kraftspr├╝che (┬äJetzt gibt┬ĺs auf die Fresse┬ô) sondern durch antifaschistische Taten (z.B. Demonstrationen) besiegelt wird ┬ľ dann gibt es Hoffnung f├╝r euch und Auftrieb f├╝r alle, die gegen Rassismus, gegen die Gefahr von rechts k├Ąmpfen wollen.


2. „Wir wollen soziale Reformen voranbringen.“

Also in der GroKo bleiben? Das Kabinett hat im September ein Kita-​Gesetz auf den Weg gebracht, die Betreuung der Kinder in Kindertagesst├Ątten soll ab n├Ąchstes Jahr verbessert werden. Und es klingt ja auch ganz sch├Ân, was da auf dem ┬äDebattencamp┬ô der SPD herausgekommen ist. Hartz 4 soll weg ┬ľ das ist doch eine wirklich frohe Botschaft. Keine Sanktionen mehr gegen Erwerbslose!

Und f├╝r all das soll ausgerechnet diese Bundesregierung ein geeignetes Instrument sein?

Oder raus aus der GroKo? Wir wollen uns jetzt nicht dabei aufhalten, mit euch ├╝ber das Kita-​Gesetz zu streiten, auch wenn es von vielen Linken als v├Âllig unzureichend kritisiert wird. Sondern was wir euch sagen wollen, ist: Der Preis f├╝r dieses Kita-​Gesetz ist zu hoch, wie gut oder nicht gut es auch immer sein mag. Der Preis ist ein rasender Chauvinismus dieser Bundesregierung, der einen asylsuchenden Willy Brandt das Leben gekostet h├Ątte, und f├╝r die eure Partei die Mitverantwortung tr├Ągt.

Hartz 4 ├╝berwinden? Sehr gut. Aber wie? Mit Leuten wie einem CSU-​Innenminister Seehofer, der seinen 69. Geburtstag mit 69 Abschiebungen in die H├Âlle Afghanistans feiert, soll mehr Menschlichkeit durchgesetzt werden? Eure Partei ist doch in den letzten Monate nur noch vorgef├╝hrt worden: Man hat ja in der Koalition gar nicht mehr mit der SPD gesprochen, der Clinch zwischen CSU und CDU war wichtig, die unglaubliche reaktion├Ąre Hetze gegen die Fl├╝chtlinge war wichtig. Die SPD forderte: Zur├╝ck zur Sacharbeit! Aber w├Ąre nicht der Schutz der asylsuchenden Menschen die dringendste Sacharbeit gewesen? Diese GroKo gef├Ąhrden oder tausende fl├╝chtende Menschen gef├Ąhrden, so stand und steht die Entscheidung! Und dabei muss man sich dar├╝ber im Klaren sein, dass Seehofer kein vereinzelter, verr├╝ckt gewordener Hooligan ist ┬ľ er ist typisch f├╝r diese CSU, die von Bayern aus den Rechtsruck forciert, er ist eine der Kreaturen von F.J. Strau├č, der einst demokratische Schriftsteller zu Ratten und Schmei├čfliegen erkl├Ąrte.



Wirkliche Errungenschaften k├Ânnen nicht an der Seite dieser Bande erk├Ąmpft werden. Die meisten positiven sozialen Reformen waren Errungenschaften der Arbeiterbewegung. Brecht mit dieser unertr├Ąglichen GroKo, wendet euch an die Arbeiter ┬ľ es gibt immer noch genug Gewerkschaftsfunktion├Ąre in eurer Partei (ja, da gibt es wohl auch Probleme, so den DGB-​Vorsitzenden Hoffmann, Mitglied der SPD, der Andrea Nahles bez├╝glich Hartz 4 in den R├╝cken gefallen ist. Aber solche Zerfallserscheinungen werden ja eher gef├Ârdert, wenn eure Partei in der Regierung unter der Knute der CSU und CDU steht). Nun wird gro├č ┬ä100 Jahre Sozialpartnerschaft┬ô gefeiert. Wir Kommunisten halten diese Partnerschaft mit dem Kapital f├╝r verh├Ąngnisvoll. Aber trotzdem mal ein Wort dazu. Jeder wei├č, dass zu einer Partnerschaft immer zwei geh├Âren. Was aber, wenn der andere Partner, das Kapital, auf die SPD verzichten kann? Nur der Respekt und die Furcht vor einer k├Ąmpfenden Arbeiterklasse bewegen doch die Kapitalisten, sich zu einer ┬äPartnerschaft┬ô mit Sozialdemokratie und Gewerkschaften herabzulassen. Und wenn die Arbeiter genug kleingekocht und eingesch├╝chtert sind und die braune Sammlungsbewegung sich zum Schutz von Kapital, von Vaterland etabliert hat, dann wird der Prolet als Sozialpartner nicht mehr gebraucht. Deshalb ist der Slogan ┬ä100 Jahre Sozialpartnerschaft┬ô schon rein sachlich fehlerhaft. Es sind h├Âchstens 88 Jahre gewesen ┬ľ 1933 hat die Sozialdemokratie einen kr├Ąftigen Tritt bekommen, den viele Sozialdemokraten mit dem Leben bezahlt haben, bevor sie in Gef├Ąngnissen und KZs ihren kommunistischen Klassen-​ und nun Leidensgenossen begegnet sind. Der Ruf der KPD und einiger hoher SPD-​Funktion├Ąre nach einem Generalstreik zur Verhinderung der Nazi-​Diktatur hatte zu keinem Ergebnis gef├╝hrt. Wilhelm Hoegner, ein zeitweise sehr popul├Ąrer, aber gewiss nicht linker Funktion├Ąr der SPD, schrieb ├╝ber dieses Scheitern im Januar 1933: ┬ä... der ,Vorw├Ąrts┬ĺ schrieb, heute Generalstreik machen, hie├če die Munition der Arbeiterklasse in die leere Luft zu verschie├čen. Er dachte offenbar nicht daran, dass sie durch allzu lange Lagerung auch unbrauchbar werden k├Ânnte.┬ô

Genau hier liegt das Problem. Die Munition, die F├Ąhigkeit der Arbeiter zu streiken, ist schon durch lange Lagerung besch├Ądigt worden, die Kampferfahrung fehlt. Das ist vielen Kollegen sogar schon bei den noch gar nicht so heftigen 24-​Stunden-Streiks in der Metallindustrie aufgefallen. Streiken ┬ľ wie macht man das? Notdienste wurden von den Chefs festgelegt statt von der Gewerkschaft ┬ľ solche Schnitzer hatte es vor einigen Jahrzehnten kaum gegeben. Wir sind Gegner der ┬äSozialpartnerschaft┬ô und dennoch eint uns jetzt eine gemeinsame Aufgabe: Wenn ihr Sozialpartner bleiben wollt, dann helft mit, dass die Gewerkschaften ihre Waffen sch├Ąrfen k├Ânnen! Als ┬älinksradikal┬ô seid ihr sowieso schon verschrien ┬ľ was soll euch daran hindern?


3. „Neuwahlen würde die SPD nicht überleben.“

Diese Einsch├Ątzung kommt vor allem sehr massiv von au├čerhalb der SPD, die Spatzen pfeifen sie sozusagen von den D├Ąchern.

Also in der GroKo bleiben? Wenn Selbstmord die beste L├Âsung gegen Angst vor dem Tod ist, dann ja. Aber w├Ąre es f├╝r eure Partei nicht viel besser, mal zuzuh├Âren, warum es etliche Demokraten und Antifaschisten gibt ┬ľ keine Mitglieder oder Sympathisanten eurer Partei ┬ľ, die den Untergang der SPD f├╝rchten. Und das gerade, weil die SPD immer noch keine Anstalten macht, diese Bundesregierung platzen zu lassen!

Oder raus aus der GroKo? Die Frage ist, ob die SPD die H├Âllenfahrt der Koalition ├╝berlebt. Was kann denn geschehen, solange die SPD in dieser Regierung bleibt?

Wenn diese Regierung tats├Ąchlich die n├Ąchsten 3 Jahre ├╝berlebt, dann w├Ąre es ein Wunder, wenn noch signifikante Teile der SPD aktionsf├Ąhig w├Ąren. Es ist kein Grund zu sehen, warum dann bei der Bundestagswahl die Ergebnisse der SPD nicht total in den Keller gehen sollten.

Wenn die CSU oder auch die CDU oder beide das Regierungsb├╝ndnis aufk├╝ndigen, dann wird wahrscheinlich niemand mehr einen Heller auf die SPD wetten.

In beiden F├Ąllen w├Ąre es f├╝r die ├Ąu├čerste Reaktion sehr viel leichter, die Weichen in Richtung Faschismus zu stellen.

Was aber, wenn die SPD die GroKo platzen l├Ąsst? Es gibt eine Alternative zum Bibbern vor Neuwahlen. Wir schlagen vor: Eine gro├če Demonstration gegen Rassenwahn und Reaktion, ein gro├čes k├Ąmpferisches Fest, ein Freudenfeuer zur Beerdigung dieses Trauerspiels. Die Reihen schlie├čen und in dem Bewusstsein handeln, dass die Massen die Geschichte machen! Diese Vorgehensweise ist die einzige ├ťberlebenschance f├╝r die SPD in dieser Situation.

Warum interessiert es uns ├╝berhaupt, ob die SPD untergeht? Unsere Differenzen, die Differenzen zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten, sind nicht gering. Wir sind mit diesem Staat nicht einverstanden. Und wir sind mit dem Privateigentum an den Produktionsmitteln nicht einverstanden. Da unterscheiden wir uns von euch, und der praktische Kampf um diese Positionen ist hart.

Aber wenn einer von uns von rechts angegriffen wird, und wenn wir dann nicht zusammenhalten, wenn wir nicht gemeinsam feststellen, dass der Feind rechts steht ┬ľ dann werden wir alle Schaden nehmen. Das Verbleiben der SPD in der GroKo ist gef├Ąhrlich f├╝r uns alle, ist eine Gefahr f├╝r diese b├╝rgerliche Demokratie, eine Gefahr f├╝r unsere Rechte und Freiheiten. Denn wenn eure Partei meint, in dieser aktuellen Situation mit den Erzreaktion├Ąren und Faschisten von der CSU Reformen backen zu k├Ânnen, dann werden Freund und Feind verwechselt. Dann sondert ihr euch ab von den Hunderttausenden, die in den letzten Monaten gegen Rassismus, gegen Entrechtung demonstriert haben. Eure Partei steht mit dem Verbleib in dieser Regierung an der Seite des Feindes dieser vielen emp├Ârten Gewerkschafter, Demokraten, Antifaschisten. Diese Regierung, deren Mitglied die SPD ist, mordet durch Abschiebungen, durch Beg├╝nstigung der Erdogan-​Diktatur zum Zweck der Fl├╝chtlingsabwehr, durch Drangsalierung und Behinderung der Seenotrettung, durch Bestechung afrikanischer Regierungen, um Fl├╝chtlinge aufzuhalten und in der Sahara verdursten zu lassen. Erg├Ąnzt wird das jetzt noch durch ein Einwanderungsgesetz, das Fl├╝chtlinge und Einwanderer in unmenschlichster Weise in n├╝tzlich oder nicht n├╝tzlich f├╝r das Kapital selektiert. Und gleichzeitig wird in diesem Kampf die SPD letztlich das Opfer sein, wenn sie nicht zur Umkehr bereit ist.

Noch ein (bitterer) Scherz zum Schluss. Die CSU-​Oberen bedauern es auch sehr, dass die SPD bei den Landtagswahlen auf Talfahrt ist. Vor der Fernsehkamera zeigten sie traurige Gesichter und redeten so piet├Ątvoll, als sei die SPD bereits verstorben. Sie ziehen schon die Handschuhe an, um den Sarg zu tragen und lecken sich die Lippen, wenn sie an den Leichenschmaus denken.

Liebe Freunde und Genossen in der SPD, statt auf solche Beileidsbekundungen gebt lieber was auf diese Worte von Erich K├Ąstner:

„Was auch immer geschieht:
Nie d├╝rft ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man euch zieht,
auch noch zu trinken!“


Bis bald, wir sehen uns ┬ľ im gemeinsamen Kampf, den wir alle uns nicht ausgesucht haben, der aber gef├╝hrt werden muss!



KAZ-​Fraktion ┬äF├╝r Dialektik in Organisationsfragen┬ô

 
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  Kommentar zum Artikel von RevLeft:
Montag, 07.01.2019 - 11:07

Um ausschlie├â┬člich Zahlen zur aktuellen St├â┬Ąrke/Schw├â┬Ąche der SPD zu sammeln habe ich aus Gr├â┬╝nden der ├â┬ťbersicht ein neues Thema aufgemacht: Link ...jetzt anmelden!


  Kommentar zum Artikel von mmp1994:
Samstag, 05.01.2019 - 12:45

Ich finde so ein Vorgehen auch gut und Erikas Bericht interessant. Kann selbst diesbez├â┬╝glich nur auf Internetdiskussionen verweisen, mit ├â┬Ąhnlichen Erfahrungen. Ehemalige Sympathisanten gehen auf Distanz zur SPD, aber mir bekannte Mitglieder sind immer noch Mitglied. Eine signifikante Austrittswelle soll es allerdings nach Andrea Nahles missgl├â┬╝ckter Bef├â┬Ârderung von Hans Georg Maa├â┬čen gegeben haben (hab ich in der jungen Welt gelesen meine ich).


 E Kommentar zum Artikel von Erika:
Samstag, 05.01.2019 - 12:26

Ich finde das von FPeregrin Gesagte richtig, und halte es unter dieser Ma├â┬čgabe f├â┬╝r einen guten Vorschlag von retmarut, hier zu dieser Sache Erfahrungen auszutauschen. Ich habe (einmal zusammen mit einer Genossin, einmal allein) in Berlin den Brief als Flugblatt verteilt. Einmal bei der Weihnachtsfeier der ASF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen), einmal vor einer Veranstaltung mit Kevin K├â┬╝hnert (Juso-Vorsitzender). Direkte R├â┬╝ckmeldungen habe ich nicht. Das Flugblatt wurde freundlich und interessiert genommen (nur bei der zweiten Veranstaltungen 2 Ablehnungen, weil es von Kommunisten kommt). Bei so einer kleinen praktischen Aktion w├â┬Ąchst das Interesse an dem bearbeiteten Objekt, so dass ich mir die SPD-Informationen zu Berlin mal angeschaut habe. Abgesehen davon, dass nach wie vor die Mitgliederzahl in Ostberlin viel geringer ist als in Westberlin, ist mir aufgefallen, dass der sprunghafte Mitgliederzuwachs durch den "Schulz-Zug" immer noch sichtbar ist, es gab - zumindest in Berlin - keine signifikante Austrittsbewegung nach dem Abdriften von Schulz. Damit punktet die SPD-F├â┬╝hrung auch (jedenfalls in Berlin), und das erkl├â┬Ąrt f├â┬╝r mich auch, weshalb ihnen das "Debatten-Camp" im vorigen Jahr mit 1000 jungen Leuten so gut gegl├â┬╝ckt ist und sie dort alles verkleistern konnten. Ich wage mal die Hypothese, dass die SPD noch nicht wirklich auf dem Sterbebett liegt (vielmehr steht sie am Abgrund, den sie nicht sieht), und dass sinkende Wahlergebnisse nicht unbedingt auf die Entwicklung der Mitgliedschaft in der SPD schlie├â┬čen lassen. Im Januar wollen wir wieder 2 Veranstaltungen der SPD ├â┬╝berfallen.


  Kommentar zum Artikel von FPeregrin:
Freitag, 04.01.2019 - 03:08

auch @ retmarut: Man wird hier hoffentlich nicht irgendwie "sozialwissenschaftlich" valide Ergebnisse erwarten. Der Text ist ja erkl├â┬Ąrt als multipel verwendbarer Vorschlag gedacht, nicht als Standardgr├â┬Â├â┬če, d.h. dienlich auch als einfache Argumentationshilfe im direkten Gespr├â┬Ąch. Die positiven oder negativen Ergebnisse wird man also nicht einfach - "gut" positivistisch - "messen" k├â┬Ânnen. Es kommt also sehr darauf an, in welchen konkreten Konstellation man mit den Anh├â┬Ąngern der SPD kommunizieren wird. Man wird ihnen kaum immer diesen Text als Flugi vor den Latz knallen k├â┬Ânnen. Mir fallen gleich ganz viele Situationen ein, in denen das - methodisch, nicht inhaltlich! - nach hinten losgehen w├â┬╝rde. Bei mir w├â┬Ąre eine solche Standardsituation das direkte Gespr├â┬Ąch in kleiner Gruppe z.B. im proletarisch-verhafteten Fu├â┬čballverein. Da bin ich f├â┬╝r die Sozis haupts├â┬Ąchlich Fan desselben Vereins, dann ein lokaler Vertreter der PdL, und erst zuletzt Kommunist. Damit fallen ein paar Argumentationslinien weg, ein paar kommen dazu; andere Vorurteile m├â┬╝ssen ausger├â┬Ąumt werden etc. pp. So verstehe ich die Anwendung diese Textes auch! Das taktische Ziel kann nur sein, den linken und allgemeinen "kleinen" Sozialdemokarten in den Ortsvereinen, Sekund├â┬Ąrvereinen etc. das offenen Auftreten gegen die GroKo - und alles, was damit verbunden ist - zu erleichtern. Wenn sie die GroKo sprengen, ist das taktische Ziel erreicht, sonst nicht! Eine gro├â┬če Nummer f├â┬╝r wenige - schlimmer: unterorganisierte! - Leute, ich wei├â┬č. Aber eine irgendwie geartete harte Trennung von Empirie und Praxis kann es f├â┬╝r Marxisten nicht geben!


  Kommentar zum Artikel von mischa:
Donnerstag, 03.01.2019 - 20:01

@Erika Klar, Heiko Maas (nicht Maa├â┬čen) - da hat sich im meinem Kopf phonetisch vermischt, was inhaltlich nicht zusammengeh├â┬Ârt. @FPeregrin & Co: Legt los! Meine klitzekleine Kritik wird niemanden davon abhalten, den Text an SPDlerInnen zu verteilen. Vielleicht m├â┬Âgt ihr ja tats├â┬Ąchlich ein Feedback, wie von retmarut vorgeschlagen, hier im Forum posten.


 E Kommentar zum Artikel von Erika:
Mittwoch, 02.01.2019 - 23:38

"Wenn der von mir kritisierte Artikel angesichts von hunderten Brandanschl├â┬Ągen, einer sich etablierenden AfD, 'nem Viertel offen rassistischer DGB-Mitlieder etc als einzige antifaschistische Tat die Demonstration benennt - dann ist meine Ironie doch freundlich gewesen. Denn das Geforderte gibt es doch schon - Heiko Maa├â┬čen demonstriert zB zusammen mit vielen SPD-Mitgliedern in Berlin bei der Gro├â┬čdemo etc." 1. Wenn man es mal genau nimmt - dann setzt sich der Artikel ziemlich ausf├â┬╝hrlich mit der Waffe des Streiks auseinander - auch als antifaschistische Tat. Einfach noch mal reinlesen. 2. Heiko Maas (nicht Maa├â┬čen - das ist doch noch ein Unterschied) hat sich gemeinsam mit Andrea Nahles in der letzten Minute noch an die Demonstration drangeh├â┬Ąngt. Ist Maas wirklich mitmarschiert? Donnerwetter. Es hat jedenfalls keine interessiert. Es waren viele SPDler da, aber sie waren trotzdem sichtlich in der Minderheit. Was in dem Artikel gefordert wird, ist der Ausstieg aus der Gro├â┬čen Koalition, eine Trennung von der CSU, die sich im Wesentlichen nicht von der AfD unterscheidet. Und statt vor den Folgen zu bibbern, lieber auf die Stra├â┬če zu gehen. Ich glaube, das letzte Mal hat die SPD (au├â┬čerhalb von Wahlen) eine gro├â┬če Demo 1972 organisiert. 3. Die gro├â┬čen Demonstrationen der letzten Zeit sollte man nicht gering sch├â┬Ątzen, genauso wie die von dir genannten antifaschistischen Aktivit├â┬Ąten nicht gering zu sch├â┬Ątzen sind - was mit diesem Artikel auch keineswegs getan wird.


  Kommentar zum Artikel von FPeregrin:
Dienstag, 01.01.2019 - 19:09

"Und ich kann dir aus meiner Lebenserfahrung versichern: Wenn man sich M├â┬╝he gibt, geht das auch mit Sozialdemokraten zusammen!" Sage ich doch! ... und umso weniger verstehe ich die Krittelei an dem Offenen Brief inkl. der "Gebrauchsanweisung" - weder im Detail noch in einer wie auch immer gearteten Sto├â┬črichtung. Und was den Def├â┬Ątismus-Vorwurf angeht: Die Unklarheit Deines Ironie-Gebrauchs legt ja eine solche Interpretation nahe - siehe auch tolpatchows Antwort. Und Def├â┬Ątismus und Selbstberuhigung sind schon ein mentales Br├â┬╝derpaar; das sage ich vor allem aus Selbsterfahrung. Und ihr dialektischer Zusammenhang ├â┬Ąhnelt dem von rechtem & "linkem" Opportunismus. Es gibt also keinen Grund, hier irgendwie schnippisch zu werden!


  Kommentar zum Artikel von retmarut:
Dienstag, 01.01.2019 - 16:41

Gibt es bereits erste Erfahrungen, wie der obige Text bei SPD-Genossen ankommt? Treffen die drei Hauptpunkte und die damit einhergehenden Argumente auf offene Ohren oder sind sie in der Sprache oder Denke zu weit weg vom linken Sozialdemokraten der SPD? - Feedback gerne hier im Forum.


  Kommentar zum Artikel von mischa:
Dienstag, 01.01.2019 - 16:29

Ach, FPeregrin, gehts nicht etwas weniger wortgewaltig als "Tats├â┬Ąchlich ├â┬Ąu├â┬čert sich hier ein Def├â┬Ątismus, der der zwingende dialektische Zwilling des "Anti-Alarmismus" ist. Am Ende l├â┬Ą├â┬čt es sich sch├â┬Ân einrichten zwischen "Wird-schon-nicht-so-schlimm-werden" und "Kann-man-eh-nichts-machen". Ist 'ne gewisse Lebenserfahrung." ? Wen bei dir Worte bem├â┬╝ht werden m├â┬╝ssen wie "zwingend", "dialektische Zwillinge" (wtf!), um deine "Lebenserfahrung" an den Mann (und die Frau) zu bringen, dann bin ich nat├â┬╝rlich beeindruckt - aber auch erm├â┬╝det. Wenn der von mir kritisierte Artikel angesichts von hunderten Brandanschl├â┬Ągen, einer sich etablierenden AfD, 'nem Viertel offen rassistischer DGB-Mitlieder etc als einzige antifaschistische Tat die Demonstration benennt - dann ist meine Ironie doch freundlich gewesen. Denn das Geforderte gibt es doch schon - Heiko Maa├â┬čen demonstriert zB zusammen mit vielen SPD-Mitgliedern in Berlin bei der Gro├â┬čdemo etc. Mir geht es darum, da├â┬č die jahrzehntelangen Demonstrationen eher hilflos sind und weder Faschisten, noch Kapital schrecken. Anzukn├â┬╝pfen ist m.E. an die erfolgreichen Auseinandersetzungen in Betrieb und Gewerkschaft, wo KollegInnen klare Kante gegen Nazis und gegen Sozialpartnerschaft gezeigt haben, anzukn├â┬╝pfen ist an die massenhaften Aktionen des Zivilen Ungehorsams wie die Blockaden von Dresden, anzukn├â┬╝pfen ist an die eher kleineren antifaschistischen Schutz- und Selbstschutzaktivit├â┬Ąten, anzukn├â┬╝pfen ist an antifaschistische Recherche und Informationsarbeit. Und ich kann dir aus meiner Lebenserfahrung versichern: Wenn man sich M├â┬╝he gibt, geht das auch mit Sozialdemokraten zusammen! Dein Def├â┬Ątismusvorwurf in meine Richtung ist Projektion. La├â┬č den Unfug und investier doch lieber die Kapazit├â┬Ąten deines klugen Kopfes f├â┬╝r Beitr├â┬Ąge, die produktiv f├â┬╝r den Kampf gegen die von dir ja als hoch bewertet faschistische Gefahr wirken.


  Kommentar zum Artikel von FPeregrin:
Montag, 31.12.2018 - 14:55

@mischa: "Na, wenn mal mehr Sozialdemokraten demonstrieren, dann werden die faschistische Bewegung und die reaktion├â┬Ąrsten Teile des Gro├â┬čkapitals aber ordentlich Angst bekommen..." - und auch den Faden von tolpatchow aufnehmend: Tats├â┬Ąchlich ├â┬Ąu├â┬čert sich hier ein Def├â┬Ątismus, der der zwingende dialektische Zwilling des "Anti-Alarmismus" ist. Am Ende l├â┬Ą├â┬čt es sich sch├â┬Ân einrichten zwischen "Wird-schon-nicht-so-schlimm-werden" und "Kann-man-eh-nichts-machen". Ist 'ne gewisse Lebenserfahrung. ... und so sehe ich auch nicht, da├â┬č das hier nur ein "Man-m├â┬╝├â┬čte-mal"-Text ist. Wenn ich die Einleitung richtig lese, ist dieser Offene Brief gedacht als Handreichung bis T├â┬╝r├â┬Âffner f├â┬╝r die konkret (also immer lokal, zeitlich, inhaltlich bestimmt) von uns als Kommunisten anzubietende und durchzuf├â┬╝hrende Einheitsfrontpolitik, und nicht als Einkanal-Verlautbarung von Radio &#9773;, der die Sozen zu lauschen und nach der sie dann zu handeln h├â┬Ątten. Es geht hier schon um Schritte wirklicher Bewegung und nicht um ein Dutzend Programme!


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