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Von secarts

Großbildansicht titanic-07-06-zensiert.jpg (76.5 KB)
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von mir entfernt: Kurt Beck als Problembär
Kurt Beck, der neue SPD-Chef. Gerade frisch im Amt, doch schon Umfrageliebling; das gemeine Volk hat ihn mit dem robusten Charme einer Alt-Berliner Gem√ľseh√∂kerin akzeptiert: Kodderschnauze, doch immer mit Herz. "Li-la-Launeb√§r", "Kurt das Kr√ľmelmonster", "Dick und Doof", so nur ein nicht-repr√§sentativer Querschnitt durch seine vom Mann auf der Stra√üe verliehenen Spitznamen, die bekanntlich mehr adeln als alle Ehrendoktorh√ľte zusammen.

Doch die Flitterwochen zwischen Kurt Beck und der Bev√∂lkerung k√∂nnten bereits jetzt ein allzu j√§hes Ende finden, denn zum Lachen ist dem Nachfolger auf dem Stuhle Erich Ollenhauers trotz seines in aller Einf√§ltigkeit ewigw√§hrende Gl√ľckseligkeit mimenden Gesichts gar nicht zu Mute. So legt er sich gleich pr√§ventiv mit der Medienlandschaft an, um vom ersten Tag an zu zeigen, dass der neue Wind ums Willy-Brandt-Haus nicht mehr der klebrig-feuchte Monsun seines beinahe zwanghaft kumpeligen und anbiedernden (und darob gescheiterten) Vorg√§ngers ist, sondern ein eiskalter, scharfer Novembersturm:
wegen einer "die Pers√∂nlichkeitsrechte verletzenden" Titelmontage, in der unter einem Beck-Photo "Problemb√§r au√üer Rand und Band: knallt die Bestie ab" zu lesen ist, hat der oberste Sozialdemokrat nun eine einstweilige Verf√ľgung gegen die "Titanic" erwirkt. Denn das Ganze sei "einfach nur geschmacklos", findet auch SPD-Sprecher Lars K√ľhn: "jetzt ist ein Ordnungsgeld f√§llig!". Jawoll! Melden, durchf√ľhren, verbieten!

Bisweilen l√§sst sich der Titanic-Verlag von diesem v√∂llig unerwarteten autorit√§ren Ausbruch an der Spitze der ansonsten komat√∂s dahinvegetierenden Koalitionsmacherhure SPD herzlich wenig beeindrucken und bietet das Titelbild in Gro√üansicht nach wie vor auf der Homepage an; zum raschen Kauf des Heftes wird gar noch ausdr√ľcklich geraten.
Hier im Bild zu sehen ist allerdings nur die zensierte Version, denn www.secarts.de hatte in letzter Zeit wahrhaft mehr als genug mit den Ordnungsh√ľtern zu schaffen und f√ľrchtet nun die "Satirefalle" - und au√üerdem finden wir hier derartige Hetze nat√ľrlich ebenfalls weder gut noch lustig... Schon recht, er ist ein neurotischer Problemfall. Er stiehlt H√ľhner, streift tagelang ziellos hin und her und bei√üt im Blutrausch alles nieder, was schlanker und beweglicher ist als er selbst; von ihm heimgesuchte Siedlungen leben noch Wochen danach in Angst und Schrecken. Doch alleine daf√ľr mit fragw√ľrdigen Politikern gleichgesetzt zu werden, das hat er nicht verdient, unser Bruno!

Nun - die "Titanic" wird unter Umst√§nden die Folgen zu tragen haben: Ordnungsgeld. Und durch diese Form der juristischen Satireahndung eine - v√∂llig ungerechtfertigte - neue Popularit√§t erringen. Andererseits, wie sagte schon der gro√üe Tucholsky, Stammvater des in Satire machenden Gewerbes: "Satire darf alles". Und wie wei√ü der Volksmund dazu so passend: "wer im Steinhaus sitzt, sollte nicht mit Gl√§sern werfen". Politiker ab einer gewissen medialen Pr√§senz sollten sich also gegen√ľber oftmals leider auch groben Satire ein dickes Fell wachsen lassen- und nicht gleich au√üer Rand und Band zu geraten, wenn es mal wieder geschmacklos wird.

Weiland gab es da einmal einen br√§sigen Oggersheimer, der sechzehn Jahre lang derma√üen glaubw√ľrdig den Kanzler parodierte, dass ihm zum Schlu√ü seiner Amtszeit gar ein Gro√üteil der Bev√∂lkerung die Anma√üung abnahm (und ihn abw√§hlte; eine Art negative nachtr√§gliche Best√§tigung im Amte!). Der war ebenfalls h√§ufiges Opfer der "Titanic". Auch der hat nie geklagt, obwohl die Zeitschrift wahrlich nicht freundlich mit ihm umsprang. Zu nennen w√§ren da noch Roland Koch (Titanic: "wo beginnt menschliches Leben?") und Joseph Fischer ("halt durch, Arschloch!"). Oder, ein neuerer Fall: Angela "darf DAS Kanzler werden" (Titanic √ľber A.M.) Merkel. Auch die ist wiederholt Zielscheibe des Hohnes und Spotts geworden. Und trug es ebenfalls mit stoischem Gleichmut.

Recht so! Denn wenn die Realsatire die Feuilletonsatire einholt, werden noch ganz andere Register gezogen werden.



 
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  Kommentar zum Artikel von Stephan:
Dienstag, 04.07.2006 - 15:47

Es gibt allerdings schon einen Vorläufer - ein Politiker der damals afair 40.000,- DM Schmerzensgeld aushandelte, weil er in einer Montage in einer Badewanne mit Gummientchen abgebildet wurde. Sein Name: Björn Engholm, damals SPD-Vorsitzender...




  Kommentar zum Artikel von klemens:
Dienstag, 04.07.2006 - 15:42

lol.Cooles Coverbild!