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China und der § 301 US-Handelsgesetz
  begonnen von FPeregrin am 14.08.2017
14.08.2017, 17:56 Uhr
Communarde
FPeregrin
Zur Unterzeichnung eines Exekutivmemorandums, das US-Handelsvertreter zur Beurteilung ermächtigt, ob die chinesischen Urheberrechts- und Handelspraktiken zu untersuchen sind, auf der Basis des § 301 des US-Handelsgesetzes, der den US-Präsidenten ggfs. ermächtig, Sanktionen gegen Länder zu verhängen, von denen festgestellt wird, dass sie gegen Handelsabkommen verstoßen oder unlautere Handelspraktiken betreiben, heute german.china: US-Handelsgesetz wird Chinas Fortschritt nicht behindern

"Nach und nach hat sich China zum größten Exporteur von Fertigwaren und zum größten Importeur von Primärprodukten entwickelt. Im vergangenen Jahr exportierte es etwa Waren in einem Gesamtwert von rund 2,09 Billionen Dollar. Das ist etwa zehn Mal mehr als noch im Jahr 1989. / Doch China hat nicht nur eine ausgewogene Import-Export-Struktur und Handelsbilanz, dem Land ist es auch gelungen, in der internationalen Wertschöpfungskette hochzuklettern von einem Anteil am Weltmarkt von nur 0,9 Prozent im Jahr 1948 auf 14,2 Prozent im Jahr 2015. Das ist etwas das Doppelte der USA. / Dass China diese Erfolge erzielen konnte, obwohl die USA wiederholt den Paragrafen 301 anwendeten, zeigt, dass diese Untersuchungen nur eine begrenzte Auswirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung Chinas hatten. Die Volksrepublik ist die weltweit größte Produktionswirtschaft und der größte Exporteur geworden und verfügt zudem über die weltweit größten Devisenreserven. Daher ist zu erwarten, dass sich Paragraf 301 auch in Zukunft kaum auf Chinas Weg zu einer starken wirtschaftlichen Entwicklung und zu einer besseren Zukunft auswirkt."

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15.08.2017, 00:55 Uhr
China und der § 301 US-Handelsgesetz

Communarde
retmarut
Auch im Hause Trump wird nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Genausowenig wie Mexico US-amerikanische Grenzanlagen finanzieren wird, wird die VR China Trumps utopische 255 Mrd. USD durch neue Zölle "zahlen". Es kann gut sein, dass die US-Regierung - ähnlich der BRD momentan (siehe deutsche Strafzölle auf chinesischen Stahl) - in bestimmten populistisch nutzbaren Bereichen Handelsbarrieren hochziehen wird. Letztlich schneidet man sich damit aber ins eigene Fleisch, weil man die eigenen lumpigen, nicht mehr konkurrenzfähigen Industriebereiche via solcher Quasi-Subventionen künstlich am Leben erhält, statt auf zukunftsweisendere Technologien zu setzen.

Wenn die USA in bestimmten Bereichen die Schotten dichtmachen sollten, wird China halt woanders hin exportieren. Die New Silk-Road und die verstärkten Handelsbeziehungen nach Afrika werden vermutlich dafür sorgen, dass solche Handelsverluste zumindest teilweise aufgefangen werden.

Hier kann man sich ansehen, was die USA so aus der VR China importieren
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und in die VR China exportieren
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Letzteres sind v.a. us-amerikanische Erzeugnisse wie Sojabohnen und Zivilflugzeuge. Letztere kann man alternativ zu ähnlichen Bedingungen auch von Airbus erhalten. Und Sojabohnen kann man mittelfristig andernorts sicher auch zu akzeptablen Preisen einkaufen, z.B. in Brasilien oder Argentinien, die Nummer 2 und 3 beim Soja-Export (siehe Link ...jetzt anmelden! ).

Ob die USA im Gegenzug in kurzer Zeit eine konkurrenzfähige Computer-, Telefon-, Spielzeug- und Textilindustrie aus dem Boden stampfen können, wage ich stark zu bezweifeln; das wäre vermutlich ein tiefes Subventionsgrab. Es ist schlicht ein Irrtum zu glauben, dass man im jetzigen Stadium des Kapitalismus durch das Auffahren von vielen neuen Zollschranken (was anderes ist auch der §301 nicht) die eigene US-Exportwirtschaft empowern könnte.

Wie gesagt: Auf der Bühne poltert der Trump, hinter den Kulissen geht es dann doch deutlich rationaler zu, wenn es ums Eingemachte geht.


Politisch interessant wird es aus meiner Sicht erst, falls die USA den (nicht nur verbalen) Mehrfrontenhandelskrieg beginnen sollten, also sowohl gegen Deutschland als auch gegen die VR China deutliche Handelsbarrieren errichten sollten. Dann wird sich das deutsche Kapital tatsächlich entscheiden müssen (und das wird sicher ein wesentlich unruhigerer innerkapitalistischer Fraktionskampf werden, als vormals bei den Russlandsanktionen!), ob es sich mehrheitlich auf transatlantischen Handel zu US-Bedingungen einlässt oder in dieser Sache gemeinsam mit der VR China eine Eindämmung der "Amerika-First"-Ökonomie betreibt.
15.08.2017, 08:30 Uhr
China und der § 301 US-Handelsgesetz

Communarde
secarts
Englischsprachiger Kommentar aus China Daily (KPCh-Organ) zu Handelsstreit und Koreapolitik der USA:

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