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Türkei greift Nordsyrien an
  [1 pic] begonnen von juventud87 am 19.01.2018  | 63 Antworten
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19.01.2018, 17:11 Uhr
Communarde
juventud87
juven
tud87
• Türkei greift Nordsyrien anGerade bei der jungen Welt mit O-Tönen :

»Wir werden unser Land verteidigen«
Ankara verkündet Beginn der Offensive gegen Afrin. Kurdische Einheiten wollen Widerstand leisten. Von Nick Brauns und Peter Schaber
Von Nick Brauns und Peter Schaber

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19.01.2018, 22:45 Uhr
Communarde
mischa

Türkei greift Nordsyrien anaktuelle Infos Link ...jetzt anmelden!
19.01.2018, 23:39 Uhr
Communarde
mmp1994

Türkei greift Nordsyrien anAuch die Kurdistankundigen (mein ich ernst) vom lower class magazine berichten:

Die nun seit mehr als einem Jahr andauernden Gefechte zwischen der türkischen Armee und der YPG in Afrin erreichen in diesen Tagen eine neue Eskalationsstufe.

2017 erreichten uns immer wieder Nachrichten von türkischen Angriffen im Nordwesten Syriens, die vor allem in Form von Luftangriffen ausgeführt wurden. Dabei war häufig nur die Rede von „Scharmützeln“, die lediglich im Grenzgebiet stattgefunden haben. Was dabei jedoch vergessen wird, ist, dass Afrin das Schutzgebiet tausender Binnenflüchtlinge ist, die aus Aleppo und dem Großgebiet Idlib geflohen sind. Das Embargo setzt die örtlichen demokratischen Kräfte Nordsyriens vor große Herausforderungen, die direkten Luftangriffe, die sich nun häufen, scheinen dabei ein endgültiges Todesurteil zu sein, das Erdogan ausgesprochen hat.

Während die kämpferischen Auseinandersetzungen des letzten Jahres hauptsächlich in Rakka stattfanden, rückte das Thema Afrin immer mehr in den Hintergrund. Nur Kenner warnten vor den möglichen Eskalationen, die passieren könnten, sobald das Thema Rakka für die Großmächte erledigt ist. Dieser Fall scheint nun einzutreten. Die Türkei hat am Donnerstag angekündigt, das weitere militärische Vorgehen mit Russland und dem Iran absprechen zu wollen. Hier wird die Rolle Russlands von Bedeutung sein, da es in Afrin russische Militärbasen gibt, deren Existenz Moskau zwar dementiert, die aber weitgehend bestätigt werden können.


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20.01.2018, 19:46 Uhr
Communarde
mischa

Türkei greift Nordsyrien anDa werden die KurdInnen wohl geopfert:

tagesschau: " Moskau zeigte sich besorgt über die türkische Militäroffensive. Das Außenministerium rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Russland halte an seiner Position fest, die syrische Krise durch die Bewahrung der territorialen Integrität und die Respektierung der Souveränität Syriens zu lösen.

Wegen der türkischen Offensive zog Russland seine Soldaten aus der Region ab. Damit sollten "mögliche Provokationen" vermieden und eine "Bedrohung für Leben und Gesundheit der russischen Soldaten" ausgeschlossen werden, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Die Soldaten hätten sich in die Deeskalationszone um die syrische Stadt Tall Rifaat zurückgezogen."
20.01.2018, 22:41 Uhr
Communarde
Joyce133

Türkei greift Nordsyrien an"Da werden die KurdInnen wohl geopfert:"

Ja. Wie immer...
21.01.2018, 13:30 Uhr
Communarde
retmarut

Türkei greift Nordsyrien anKurznachrichten zur Lage in Nordsyrien aus kurdischer Quelle finden sich u.a. hier:
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Offenbar setzt die Türkei weiter auf Luftangriffe (Drohnen, Kampfjets, Hubschrauber). Der Vormarschversuch mit Panzern scheint nicht voranzukommen. Drei türkische Panzer wurden mittlerweile von den kurdischen Einheiten zerstört.
21.01.2018, 16:04 Uhr
EDIT: retmarut
21.01.2018, 16:08 Uhr
Communarde
retmarut

Türkei greift Nordsyrien anLink ...jetzt anmelden!

Academics and international human rights activists launched a petition calling upon world powers to act against Turkish aggression against Afrin.

Erstunterzeichner u.a. Chomsky.
21.01.2018, 16:44 Uhr
Communarde
retmarut

Türkei greift Nordsyrien anAuszug aus dem Interview des LowerClassMagazines (Peter Schaber) mit Sores Ronahi, Mitglied der Leitung der yekitiya ciwanen rojava, der Jugendunion Rojavas.

"Ich kann sagen, dass von allen Seiten Angriffe stattgefunden haben. Die türkische Luftwaffe kam zum Einsatz, sie bombardierte massiv sowohl militärische, als auch zivile Ziele. Mitten in der Stadt Afrin gingen auch Bomben nieder. Dazu kommt schwere Artillerie. Tausende Kräfte der sogenannten Freien Syrischen Armee, als auch der türkischen Streitkräfte selbst wurden mobilisiert.

Eine wichtige Sache ist: Die Anhänger des Islamischen Staats, die im Zuge der letzten Gefechte gegen Daesh in die Türkei geflohen waren, nehmen nun auch erneut am Einmarsch der Türkei teil. Sie werden jetzt recycled und tauchen unter dem Label Freie Syrische Armee wieder auf. [...]

Es ist glasklar: Sowohl Amerika wie auch Russland haben diesen Krieg akzeptiert. Ansonsten wäre dieser Angriff nicht möglich. Die Zeichen wiesen bereits vorher in diese Richtung, auch wenn die Amis und die Russen sich bemüht haben, so zu tun, als stünden sie gegen diese Operation. Dieses ganze Gerede ist nichts wert. Was in der Praxis stattfindet, ist eine stillschweigende Unterstützung dieses Angriffs.

Was zwischen Russland und der Türkei stattgefunden hat, ist folgender Deal: Genauso wie damals, als Ankara Aleppo ans Regime gegeben hat und dafür grünes Licht für den Einmarsch nach Jarablus und Bab bekommen hat, wird jetzt Idlib gegen Afrin getauscht. Für die Russen ist das übrigens eine Win-win-Situation. Sie wollen das Regime stärken und da ist es in ihrem Interesse, dass die Türkei die letzten Reste der FSA auf die kurdische Bewegung hetzt.

[...] Der einzige Staat, der offen diese Operation unterstützt, ist der deutsche Staat. Das muss man ganz klar hervorheben. In einer Situation in der zwar Daesh schon mit einem Bein im Grab steht, aber eben noch nicht völlig besiegt ist, fängt die Türkei mit Unterstützung des deutschen Staates einen Krieg gegen jene an, die den Islamischen Staat bekämpfen. All diese dreckigen Deals zwischen Berlin, Ankara, dem Regime, Russland und den USA nutzen dem Islamischen Staat. Ist das der Dank für all die Opfer, die die Bevölkerung Nordsyriens im Kampf gegen Daesh erbracht hat?

Wir haben aber auch hier keine Illusionen: Daesh war auch eine Kraft, die zur Durchsetzung imperialistischer Interessen genutzt wird. Und das von vielen Seiten. Von niemandem aber mehr als von der Türkei, die diese Verbrecher aufgerüstet, finanziert und ihnen den Rücken gestärkt hat. Dass die Türkei jetzt, wo Daesh fast geschlagen ist, einen Krieg gegen uns beginnt, ist vor diesem Hintergrund auch nicht überraschend. Unsere Aufgabe ist es jetzt, unsere Bevölkerung hier zu verteidigen. [...]

Wir sagen: Verschließt die Augen nicht! Was auch immer in eurer Macht liegt, nutzt es, um jetzt gegen diese faschistische Besatzungsmacht vorzugehen. Im Rahmen unserer Kampagne serî hilde [englisch: riseu up, deutsch: erhebt euch] rufen wir die revolutionäre, sozialistische Jugend der Welt auf: Steht auf, und kämpft wo immer ihr könnt mit allen Mitteln gegen den türkischen Staat und seine Kollaborateure!"
21.01.2018, 17:52 Uhr
Communarde
arktika

Türkei greift Nordsyrien anDazu findet sich auch was, was smersch heute in den Thread Querfront-krieg gegen Journalist Tomasz Konicz gestellt hat.
Tomasz Konicz hat heute auf telepolis einen Artikel Afrin: Erdogans Werk und Putins Beitrag veröffentlicht, den ich jetzt aber auch nur grob überflogen habe. Der Text setzt sich hauptsächlich mit den Motivationen der Akteure, darunter auch die BRD, auseinander.
Hier der Link:
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23.01.2018, 17:41 Uhr
Communarde
arktika

Türkei greift Nordsyrien anBei ANF gibt es auch einen Newsticker zu den Kämpfen:
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24.01.2018, 11:10 Uhr
Communarde
Toto

Türkei greift Nordsyrien anGanz kurz von mir...

Die YPG hat stets verstanden, taktisch korrekt zu handeln. Ein Problem für ihre Politik war dennoch zunehmend in der Entscheidungszwang zu kommen, zwischen Russland und der USA. Sie haben damit ihre taktische Flexibilität verloren. Russland und Syrien haben sehr wohl ernst ihren Angebot gemacht, dass Afrin von der Türkei zu schützen. Der Preis wäre den Einzug der syrischen Truppen in Afrin, was übrigens auch in Minbij zum Teil der Fall ist/war. Dieser Angebot wurde mit einer vermeintlichen Prinzipientreue der YPG zurückgeschlagen. Da sah sich Russland nicht mehr in der Pflicht die YPG weiter zu schützen, da die YPG nicht mehr taktischen Verhältnis zur USA stehen, sondern in ein strategischen, was russische Interessen widerspricht.

Ein dreckiger Deal zwischen Russland, Türkei und Syrien hat es nicht gegeben. Die anti-russische Hysterie der YPG resultiert daraus, dass sie nicht verstanden haben, was sich in der jüngsten Vergangenheit geändert hat. Sie gehen subjektiv immer noch von einer taktischen Verhältnis zu USA (und Russland) aus, was sich objektiv nicht mehr der Fall ist. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die YPG in der Lage mit der USA zu brechen und mindestens zu einem taktischen Verhältnis zurückzukehren, was eine Bewegung zu Russland und der syrischen Regierung zwingend bedeuten muss. Zumal die Türkei nicht mit Afrin aufhören wird und die Türkei ist nicht der IS trotz aller Heldengeschichte, die Türkei hat eine riesige Armee mit Luftwaffe und international konnte sich die Situation für die YPG dramatisch verändern, wenn sie erst richtig isoliert werden!

Darum gilt es die Tausenden Opfer der YPG zu ehren und das Richtige zu machen, sich zu bewegen, anstelle Reflexe zu folgen und den richtigen Moment für dauerhafte Sicherung ihrer Interesse zu wählen. Damit nicht diesen Opfer umsonst gefallen sind. Die Lage ist auf jeden Fall dramatisch! Afrin ist von vier Seiten umzingelt, der einziger Ausgang ist Richtung Aleppo/syrische Regierungstruppen. Es gab zwei Kräfte, die ernsthaft den IS bekämpft haben, die Syrische Armee (und Verbündete) und die YPG. Es gab kaum bewaffnete Zusammenstöße zwischen die syrische Armee und der YPG, wenn man wenige Ausnahmen außer der Betracht zieht. Ein Bündnis ist möglich, ein Bündnis ist notwendig. Das bedeutet selbstverständlich die garantierten Rechte für die Kurden in ein künftigen demokratischen und friedlichen Syrien, ohne jetzt in Detail zu gehen.

Es ist von meiner Seite ein Plädoyer für ein echten arabisch-kurdischen Bündnis. Vielleicht ist die Syrisch-Arabische Seite dazu nicht bereit, aber notwendig ist er!
24.01.2018, 11:19 Uhr
Communarde
Toto

Türkei greift Nordsyrien anZu Ergänzung mein alter Kommentar zur YPG

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24.01.2018, 16:32 Uhr
Communarde
arktika

Türkei greift Nordsyrien anKleines Schmankerl am Rande bzgl. unseres Hauptfeindes.

"fluide Lage" - ein neuer Begriff für die Phrasendreschmaschine!

Zusätzlich zur Ankündigung neuer Rüstungshilfen intensiviert Berlin ungeachtet des türkischen Überfalls auf Afrin die politische Kooperation mit Ankara. Vor wenigen Tagen haben die Regierungen beider Länder mit einem Treffen auf Staatssekretärsebene ihre regelmäßigen Konsultationen wieder aufgenommen. Man sei "in einem Prozess", der "die Beziehungen Schritt für Schritt verbessern" solle, verlautbart das Auswärtige Amt. Während Experten bestätigen, der Krieg der Türkei in Afrin, der nicht zuletzt mit deutschen Panzern geführt wird, sei ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg, spricht das Auswärtige Amt von einer "fluiden Lage"; man müsse, erklärt ein Sprecher, "legitime Sicherheitsinteressen" Ankaras berücksichtigen.

"Fluide Lage, legitime Interessen", so lautet der Text vom 24.01. auf german-foreign-policy, der die Bemühungen der BRD zur Verbesserung des Verhältnis zur Türkei analysiert.
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24.01.2018, 20:57 Uhr
Communarde
secarts

Türkei greift Nordsyrien anAus der morgigen jungen Welt:

Leoparden jagen!

Der Kampf Milan gegen Leopard ist ein unfairer. Zumindest, wenn die gleichnamige deutsche Panzerabwehrrakete auf den nach der Raubkatze benannten deutschen Kampfpanzer trifft. Beide Systeme sind BRD-»Exportschlager«, und dass Soldaten mit der einen gegen Feinde mit der anderen Waffe antreten, ist gar nicht so selten. Doch egal, wer gewinnt – Deutschland profitiert immer.

Dabei ist es dem deutschen Kapital überhaupt nicht egal, wer schließlich siegt – am besten niemand. Denn nur ein langer, verlustreicher Krieg, ein nicht enden wollendes Gemetzel ist das, was die Branche in Sektlaune bringt. Verluste müssen ersetzt, Waffen nachgerüstet werden.

Nichts anderes als den Anschlussauftrag hatte Außenminister Sigmar Gabriel im Sinn, als er die Kurden beim Tee in Goslar verschachert hat. Denn die »Leoparden«, mit denen die Türkei gerade in Nordsyrien einmarschiert, sind bislang nicht für den Kampf gegen »Freischärler«, also gegen Zivilisten in städtischen Siedlungsgebieten, die sich behelfsmäßig zur Wehr setzen, ausgerüstet. Genau dies soll nun laut übereinstimmenden Medienberichten passieren. Krauss-Maffei-Wegmann hat Hausse.

Die kurdischen »Freischärler«, bis gestern noch die anerkannt wichtigste Kraft gegen die Terroristen des »Islamischen Staates«, werden sich wehren. Dafür gibt es im Waffenhandel unter anderem die bereits erwähnten Raketen. Die hatte die BRD seinerzeit an die (kurdischen) Peschmerga geliefert, mittlerweile sind sie auf jedem Schwarzmarkt der Gegend zu haben. Sie knacken bis zu 70 Millimeter Panzerstahl.

»Ausfuhren von Rüstungsgütern, die der Kooperation mit unseren Bündnispartnern und deren Ausstattung dienen, erfolgen im sicherheitspolitischen Interesse Deutschlands«, sagte Gabriel, auf die – in seiner großen Koalition geradezu grotesk explodierten – Waffenexporte angesprochen. Sicherheitspolitik ist in Deutschland immer Wirtschaftspolitik. Und nur, weil die SPD die einzige Kraft ist, die aus ihren Liebesdiensten für die Bourgeoisie keinerlei Nutzen zu ziehen vermag, macht sie ihren Job im geschäftsführenden Ausschuss des ideellen Gesamtkapitalisten trotzdem gut.

Rüste beide Seiten aus – und lasse sie verbluten. Das Prinzip beherrschten die deutschen Rüstungsschmieden schon immer. Bei aller Aufregung über US-Amerikaner und Russen wird übersehen, dass die BRD ebenfalls Kriegspartei ist: gegen alle anderen. Denn weder ein triumphaler Sieg Erdogans, noch ein Erfolg der kurdischen YPG ist in ihrem Interesse. Deshalb werden die Waffenverkäufe an alle Seiten weitergehen. Und das Sterben ebenfalls. Das ist Imperialismus.

Dieser Krieg beginnt hier; hier muss er auch gestoppt werden. Jede Waffe, die nicht oder kaputt ankommt, verkürzt das Gemetzel. Denn so geht praktischer Antiimperialismus: Zucker in den Tank! Schrauben aus den Schienen! Panzer über Bord!


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25.01.2018, 19:46 Uhr
Communarde
mischa

Türkei greift Nordsyrien an"Ein dreckiger Deal zwischen Russland, Türkei und Syrien hat es nicht gegeben. "

Ich glaube auch, daß es keinen Deal zwischen der Türkei und Syrien gegeben hat. Zwischen Rußland und der Türkei schon. Und, um es mal sehr zugespitzt zu sagen: Wenn Rußland die Türkei aus der NATO rausbrechen könnte, würde es Syrien sofort opfern - so wie es jetzt die Anti-IS-Kräfte der YPG zugunsten der türkischen IS-Freunde geopfert hat.
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Dazu gab's auch in der jW vom 21.03. einen Artikel von Andrée Scheer Trump gegen »Petro«.»Mit dem Petro schafft sich Venezuel...mehr arktika 22.03.2018
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