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NEUES THEMA18.04.2020, 15:06 Uhr
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CaptKyrbis
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yrbis
• Angebliche Vertuschung in China Je deutlicher sich die Unfähigkeit Europas und der USA im Umgang mit der Corona-Krise, umso lauter wird die antichinesische Propaganda. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf - daß China sehr viel smarter agiert hat als EU, UK, USA -, müssen die (vermeintlich) niedrigen chinesischen Opferzahlen angezweifelt werden. Es werde vieles von der chinesischen Führung vertuscht, die tatsächlichen Opferzahlen seien sehr viel höher, manche Propagandisten versteigen sich zu der Behauptung, allein in Wuhan habe es "Millionen Tote" gegeben.

Die Beweislage ist allerdings äußerst dürftig; dankbar werden angebliche Berichte in den antisozialen Medien aufgegriffen, wonach die Krematorien in Wuhan im Dauerbetrieb liefen, ergo die Opferzahlen 'gefühlt' sehr viel höher seien (in New York City kommt man mit dem Einäschern nicht mehr hinterher; Tote werden in Kühlwagen zwischengelagert und sollen, mangels Kapazitäten, demnächst in Parks provisorisch bestattet werden). Ein anderes Gerücht: in Wuhan seien seit Ausbruch der Epidemie zwei Milllionen Handyverträge nicht verlängert worden. Qu.elle? Bedeutsamkeit? - Fehlanzeige.

Nun endlich glaubt die Propaganda, ein handfestes Indiz zu haben: China hat für Wuhan eine vierstellige Anzahl von Todesfällen nachgemeldet; Donald Trump überschlägt sich vor Freude:

China has just announced a doubling in the number of their deaths from the Invisible Enemy. It is far higher than that and far higher than the U.S., not even close! Link ...jetzt anmelden!

Fakt ist: China hat 1.290 Todesfälle nachgemeldet. Damit stieg die Anzahl der Fälle in Wuhan von etwa 2.600 auf 3.900, also ganz klar keine Verdoppelung der Fälle, sondern ein Anstieg um 50% in Wuhan.

Nach mehreren Berichten handelt es sich vor allem um Einwohner, die nach Ende des Lockdowns tot in ihren Wohungen aufgefunden wurden, was den Meldezeitpunkt m.E. hinreichend erklärt.

Was die zunächst irritierende Höhe der Zahl von Nachmeldungen angeht, so wird dies plausibel, wenn man den neueren Befund eines schweizer Pathologen einbezieht, wonach viele Erkrankte an einer Lungeembolie versterben:

„Das erste Mal habe ich gestutzt, als wir erfahren mussten, dass von den über 1200 Todesfällen in der Schweiz bei acht Millionen Einwohnern, die überwiegende Mehrheit, vermutlich 75 Prozent, nicht im Krankenhaus, sondern zuhause stirbt [...] In New York sterben zwar auch in den Kliniken viele Covid-19-Patienten, aber die meisten Toten werden wohl von zu Hause abgeholt.“

Offenbar kämen viele dann gar nicht mehr dazu, den Notruf auszulösen
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M.a.W., die nachgemeldeten Zahlen sind durchaus plausibel und sprechen deutlich gegen eine Vertuschung durch die chinesische Führung, denn: würde in China in großem Umfang vertuscht, so wäre es wohl kein großer Umstand gewesen, 1.300 weitere Leichen "verschwinden" zu lassen.

Der Punkt geht also an China, mal wieder.
NEUER BEITRAG19.04.2020, 12:21 Uhr
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CaptKyrbis
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yrbis
Angebliche Vertuschung in China Pressekonferenz im Weißen Haus gestern: die Leiterin des Corona-Krisenstabs, Dr. Deborah Birx, tritt an in der Disziplin "Leute verarschen mit Zahlen".

Die chinesischen Zahlen könnten nicht stimmen, erklärt Dr. Birx, weil die Mortalitätsrate unrealistisch niedrig sei. Zum Beweis führt sie die Mortalitätsraten ausgewählter(!) Länder an: Belgien 45%, USA 11%, China 0,33%.

Generell liege die Mortalität in Ländern mit einem hochentwickelten Gesundheitssystem - das sind laut Dr. Birx die USA, UK, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien - zwischen 20 und 45%, ergo können die chinesischen Zahlen nicht stimmen.

Man merkt, das Weiße Haus gibt sich Mühe - das eigene Versagen zu vertuschen, denn:

die Mortalität ist die Anzahl aller Todesfälle an der Gesamtbervölkerung, und sie wird nicht in Prozent angegeben (wenn die Hälfte aller Belgier gestorben wäre, hätten wir das vielleicht mitgekriegt), sondern in Todesfällen pro Hunderttausend Einwohner.

Korrigiert man das entsprechend, stimmen die Zahlen. Ergänzend seien einige weiter Mortalitätsraten genannt: BRD und Österreich jeweils 5, Südkorea gar nur 0,45, also die selbe "unrealistische" Größenordnung wie China.

Weiterhin wäre zu bedenken, daß der Ausbruch in China im wesentlichen auf Wuhan begrenzt war; Wuhan hat etwa 10 Millionen Einwohner und ca 3.600 Tote, was eine Mortalität von 36 ergibt, also durchaus nicht niedrig.

Vergleichbar wären Wuhan und New York - 11 Millionen Einwohner, 13.000 Tote, entsprechend einer Mortalität von 120, ein deutlicher Indikator für das Versagen des amerikanischen Krisenmanagements. Wirklich vergleichbar sind New York und Wuhan allerdings auch nicht, denn Wuhan würde völlig überraschend getroffen, Informationen über den Erreger waren spärlich, Tests gab es noch nicht; New York dagegen hätte mehrere Wochen Zeit gehabt, sich vorzubereiten.

Fazit: plausible Daten aus China, fake news aus dem Weißen Haus.
• Hier gibt's was extra: mehr Debatten aus den www.secarts.org-Foren
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