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unofficial world wide web avantgarde
NEUER BEITRAG12.03.2015, 16:57 Uhr
EDIT: arktika
12.03.2015, 17:00 Uhr
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arktika

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (2) Derweil wird wieder in Kiew "konstruktive" Politik gemacht.
Justizminister Petrenko will einen Gesetzentwurf verabschieden lassen, der u. a. "das Verbot der kommunistischen Ideologie in der Ukraine beinhaltet", wie die ukrain. KP in einem Brief vom 11. März an den Europäischen Rat schreibt. Der englischsprachige Text erschien gestern auf solidnet, die - gekürzte - deutsche Fassung auf der DKP-Seite unter dem Titel Kommunistenverfolgung in der Ukraine.

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Der englische Text:
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NEUER BEITRAG13.03.2015, 11:27 Uhr
EDIT: arktika
13.03.2015, 11:33 Uhr
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arktika

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (2) Während das ukrain. Regime Probleme hat, neue freiwillige SoldatInnen zu finden bzw. die alten bei der Truppe zu halten, scheint die Lage in den neurussischen Volksrepubliken anders auszusehen. Donezk: Volkswehr bekommt täglich bis zu 200 Freiwillige lautet der kurze Artikel von heute auf Sputnik, der genau das besagt.

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Die Ukraine fordert hingegen weiterhin Waffenlieferungen, wenn nicht von den Yankees, dann eben von der EU: Nach US-Absage: Kiew fordert tödliche Waffen von Europäern. Gleiche Seite, gleiches Datum.

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NEUER BEITRAG14.03.2015, 15:13 Uhr
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arktika

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (2) Lauffeuer: Neuer Film über Odessa. Unter diesem Titel steht seit heute ein Kommentar des Sakers zu dem Film Lauffeuer auf dessen Seite im Netz. Der Film ist in der Bewertung sehr vorsichtig und erspart den Betrachtern auch die vielfach zu findenden schrecklichen Bilder. Er ist das, was im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt werden müsste, wenn dieses Medium seiner angeblichen Aufgabe, die Bevölkerung neutral zu informieren, nachkommen würde. ...
Unter seinem Kommentar gelangt man zum Film selbst!

Das Ganze unter:

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NEUER BEITRAG15.03.2015, 13:24 Uhr
EDIT: arktika
15.03.2015, 13:41 Uhr
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arktika

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (2) Wieder mal die Überlegenheit der Nato zu bewundern

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Und die Welt hetzt gegen Freiwillige, die sich den KämpferInnen Novorossijas angeschlossen haben. Hundert Deutsche kämpfen auf der Seite ostukrainischer Volkswehr - Presse heißt der Artikel auf Sputnik am 15.03. dazu. Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer fordert deren strafrechtliche Verfolgung in der BRD: "Wenn Deutsche an Kampfhandlungen teilnehmen, sollte eine Strafbarkeit wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung erwogen werden".

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Der betreffende Welt am Sonntag-Artikel unter
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NEUER BEITRAG20.03.2015, 12:01 Uhr
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arktika

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (2) Am 19. März 2015 wurde auf Beschluß des Petscherski Gerichtes der Stadt Kiew der Abgeordnete der Obersten Rada der Ukraine Alexander Bondartschuk verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Er ist der Chefredakteur der Zeitung „Arbeiterklasse“ und Leiter der marxistisch-leninistischen Arbeiterpartei der Ukraine. Es wurde ein Strafverfahren nach Art. 110 Punkt 1 durchgeführt, wo Bondartschuk beschuldigt wurde „vorsätzliche Handlungen, zur Veränderung der Grenzen des Territoriums oder der Staatsgrenze der Ukraine“ unternommen zu haben, „gegen die Ordnung und die Verfassung der Ukraine“ verstoßen zu haben, sowie „öffentliche Aufrufe oder den Vertrieb der Materialien mit den Aufrufen zu solchen Handlungen“ begangen zu haben..
Ein Artikel dazu unter dem Titel FREIHEIT FÜR ALEXANDER BONDARTSCHUK ! auf kommunisten-online.

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NEUER BEITRAG23.03.2015, 13:51 Uhr
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mischa

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (2) Ein Oligarch spaltet die Ukraine
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NEUER BEITRAG26.03.2015, 16:21 Uhr
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IvanDrago

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (2) Interview mit einem Spanischen Freiwilligen in der Donezker Volksmiliz:

Interview mit spanischen Antifaschisten, die in Donbass als Freiwillige dienen

(Beachtet auch dazu den Bericht darunter!)

Viele Freiwillige von überall in Europa, haben auf den Ruf, sich der Widerstandsbewegung gegen den Staatsstreich des Poroshenko-Régimes anzuschließen reagiert, und sind nach Donbass gekommen, um Novorossiya zu verteidigen. Unter ihnen ist eine Gruppe von Freiwilligen aus Castile und Katalonien, die sich der „Prizrak“ – Brigade angeschlossen haben, um unter A. Mozgovoy zu dienen. Nach einem kurzen Aufenthalt in einigen anderen Brigaden und Brigadebereichen, haben sich die spanischen Antifaschisten, anderen jungen Revolutionären beim Roten Trupp 404, einer freiwiligen kommunistischen Einheit innerhalb der „Prizrak“ – Brigade angeschlossen.

Wir haben Sergio, Héctor, Miguel und Oriol getroffen, um über ihr Leben mit den 404ern und über ihre Rolle im Widerstand von Novorossiya mehr zu erfahren.

Zuallererst: Warum kamen Sie nach Donbass, um gegen die Regierung von Poroshenko zu kämpfen?

Wir alle geben zu, dass das Massaker von Odessa der Wendepunkt für uns war. Aber es gibt viele Gründe, warum wir uns dem Kampf hier angeschlossen haben: Zu helfen, einen sozialistischen Staat in Europa zu bauen, zu helfen, die Leute von Donbass vor der Kiewer Armee zu verteidigen. Das ist ein Kampf gegen den Faschismus, und wir sind es denjenigen schuldig, die sich den Internationalen Brigaden in Spanien 1936 angeschlossen haben, um gegen den Staatsstreich zu kämpfen.

Ihr habt euer Leben, eure Freunde und eure Familien hinter euch gelassen, um herzukommen, für einen Kampf in einem Krieg, in dem ihr sterben könntet. Das kann nicht leicht gewesen sein. Ist Novorossiya solche Gefahren wert?

Wir sind uns der Gefahren vollkommen bewusst, die mit der Entscheidung kommen in den Krieg zu gehen, und wir wissen, was wir in Spanien zurückgelassen haben, aber die Ursache der Gefahr ist es wert. Wir müßen hier gegen den Faschismus kämpfen. Zum ersten Mal, in einer sehr langen Zeit, gibt es eine echte Chance zu helfen, einen sozialistischen Staat in Europa aufzubauen. Als Kommunisten konnten wir diese Gelegenheit nicht an uns vorbei ziehen lassen.

Sie definieren sich als Kommunisten. Was bedeutet es für Sie, für Novorossiya zu kämpfen? Was sind Ihre politischen und militärischen Absichten?

Unsere militärische Hauptaufgabe ist, den zukünftigen Staat Novorossiya vom faschistischen Abschaum zu befreien. Sie, die Faschisten, sind diejenigen, die diesen Krieg verursacht haben. Und unsere politische Hauptaufgabe ist es, zu helfen, den sozialistischen Staat Novorossiya aufzubauen, indem wir ein Teil der revolutionären Einheiten der Streitkräfte, zusammen mit anderen Kommunisten sind, die hier kämpfen. Die rote Fahne wird in Europa wieder empor steigen.

Anders als in Kurdistan oder Palästina, basiert der Widerstand von Donbass auf populärer Unterstützung und ist politisch verschieden, so kommt es vor, dass einer der Hauptführer der Miliz von Lugansk, Vitaly Victorovich ein bekannter Kommunist ist (Anmerkung TLL: gemeint ist W.W. Kiseljow, stellvertretender Oberbefehlshaber der Volksmiliz der Volksrepublik Lugansk).

Wie ist die reale Öffentlichkeit und der Einfluss von Kommunisten im populären Widerstand?

Kommunisten haben eine sehr prominente Öffentlichkeit im Widerstand. Es gibt zwei Einheiten, die exklusiv aus Kommunisten bestehen: die eine ist das „Vostok“ Bataillon und eine andere ist die hier, in der „Prizrak“ Brigade. Es gibt auch Kommunisten in anderen Einheiten. Es gibt eine große sowjetische Sehnsucht bei den Freiwilligen, die in der Miliz kämpfen. Alles hat sich hier verschlechtert seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, das kann jeder hier sehen. Wir konnten nicht genau sagen, wie viele Kommunisten im Widerstand sind, aber es ist die vorherrschende Ideologie in der Miliz.

Die Kommunistische Ideologie ist auch auf der politischen Arena da. Igor Plotnitski, der Vorsitzende der Volksrepublik Lugansk, hat eine kommunistische Ideologie. Kommunisten sind sowohl in Lugansk, als auch in den Milizen von Donezk einflussreich. Viele der Kommandanten kämpfen um Novorossiya, damit es von Faschisten und Oligarchen frei ist.

Nach einem kurzen Aufenthalt in anderen Einheiten und Bataillonen, haben Sie sich gerade dem Roten Trupp angeschlossen. Warum wechselten Sie hier her? Erzählen Sie uns über Ihr neues Leben in dieser Einheit.

Unser Leben in dieser Einheit ist dem ähnlich, was es in anderen Einheiten war: dieselbe Disziplin, dieselben Abläufe usw.. Was sich wirklich geändert hat, ist die Hierarchie. Alles ist hier mehr verteilter, es gibt keine Kommandanten. Es gibt einen politischen Kommissar, der für die Disziplin und Moral der Soldaten die Verantwortung trägt. Und wir haben zwei Anführer: Einen, der für die militärische Ausbildung im Hauptquartier verantwortlich ist, und einen der dafür verantwortlich ist, die Genossen im Kampf zu führen.

Wir haben die Entscheidung getroffen, die Einheit aus politischen Gründen zu wechseln, wenn es auch immer kommunistische Kommandanten in unseren Einheiten gegeben hat. Politische Unterschiede haben uns immer davon abgehalten, uns wirklich so wohl zu fühlen, wie wir das gern gehabt hätten. Jetzt, mit unseren neuen Kameraden, hier in der Einheit, fühlen wir uns pudelwohl.

Auch wenn Nationalisten eine Minderheit in der Miliz sind, hat ein Teil der Linken (Spanier) ihre Anwesenheit als Entschuldigung benutzt, Kiews Verbrechen und die der NATO gegen die Zivilbevölkerung zu rechtfertigen. Einige sind sogar so weit gegangen, dass sie den ganzen Widerstand Nazis nennen. Was soll man zu sowas sagen?

(Anmerkung TLL: Diese hirnlose Entwicklung, die hier angesprochen wird, gibt es auch in Deutschland innerhalb der sogenannten „Linken“. Allen voran sind da mal wieder unsere „libertären“ „Genossen“ ganz vorne mit dabei. Die Konsequenz daraus ist, dass krude Figuren sämtlicher Sparten, diesen Widerstand vereinnahmen, der mit ihnnen nicht das Geringste zu tun hat, und sie ihm einen Stempel verpassen, der eine Beleidigung für die ist, die dort kämpfen.)

Jemand der bereit dazu ist, Faschisten zu rechtfertigen, die Bürger töten, sollte nochmals überdenken, was seine wahre Ideologie ist. Einige haben uns Nazis genannt, was bei uns, wo die Hälfte dunkelhäutig ist, urkomisch ist. Diejenigen, die hier gewesen sind, sind die einzigen, die das beurteilen können. Jeder andere ist gerade dreitausend Kilometer weit weg. Und ich [Sergio] will verständlich machen, dass ich röter bin als das Blut, das durch meine Adern fließt. Und das ist nicht vor habe mich zu ändern, egal was andere sagen.

Was denken Sie, ist der Hauptcharakter des Widerstands von Novorossiya: Klassenkampf, der Kampf gegen den Faschismus oder die nationale Befreiung?

Novorossiya ist ein Kampf gegen den Faschismus, gegen die Regierung der Oligarchen und einer nationalen Befreiungsbewegung. Wir kämpfen gegen die Kiewer Faschisten und die Oligarchen, die die postsowjetische Ukraine erbeutet haben. Und es ist auch eine nationale Befreiungsbewegung, da sie ihre Kultur, ihre Sprache und ihre Leute verteidigen.

Wir wollen über den Krieg sprechen, den ich hier sehen konnte. Wie ist das Leben an den Frontlinien? Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie im Kampf sind?

das Leben hier ist rau. Sie frieren, sind hungrig und erschöpft, aber nichts dergleichen ist von Bedeutung, wenn Sie begreifen, dass Sie die richtige Sache machen.

Eine Million Dinge gehen einem durch den Kopf, Adrenalinstöße, aber manchmal hat man auch einfach Angst vor dem Sterben. Manchmal fragt man sich, was man hier eigentlich macht.

Welche militärischen Aufgaben haben Sie bis jetzt ausgeführt, und wie ist Ihre Aufgabe an der Frontlinie?

Darauf können wir nicht antworten, das ist eine Frage der Sicherheitsgründe, aber was wir sagen können ist, dass unsere Einheit Aufgaben der Infiltration, Sabotage und andere speziellen Operationen ausführt.

Sie sind Freiwillige, die um Novorossiya kämpfen. Wissen sie von den Westsöldnern, die für Kiew kämpfen?

Ja, wir sind Freiwillige, die um ihrer eigen Willen kämpfen, nicht für Geld. Aber wir wissen von Söldnern, die für Kiew kämpfen, das von der NATO und der Europäischen Union finanziert wird, und dass es diejenigen sind (NATO/EU), die dafür verantwortlich zu machen sind, was in der Ukraine geschieht.

Was wird das Ergebnis dieses Krieges sein?

Wir werden gewinnen! Der Wille der Leute ist unaufhaltsam.
NEUER BEITRAG26.03.2015, 17:52 Uhr
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arktika

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (2) Danke für das reingestellte Interview. Es ist wirklich sehr aussagekräftig - und eben mal was von "innen", von KämpferInnen selbst, die sehr deutlich über ihre Motive sprechen, und nicht nur eine Betrachtung oder Analyse von Außenstehenden. Klar, daß etliche PolitikerInnen und mainstream-Medien der BRD in bezug auf deutsche KämpferInnen Gift und Galle sprühen und diese am liebsten alle einknasten würden. Gelernt ist dann schließlich gelernt - und KommunistInnen, die mit Waffen umgehen können und auch schon mal unter Beschuß gelegen haben, sind einfach in Hinblick auf Kommendes für gewisse Kreise äußerst unerwünscht.
Nur eine Frage noch: Kannst Du noch die Quelle angeben?
NEUER BEITRAG26.03.2015, 19:04 Uhr
Nutzer / in
IvanDrago

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (2) Quelle: Link ...jetzt anmelden!

Sind einige ganz interessante Berichte aus dem Inneren der Volksrepubliken, wüsste gerne wo die/der seine/ihre Informationen her bekommt...
NEUER BEITRAG26.03.2015, 19:15 Uhr
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retmarut

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (2) Vielleicht noch als Anmerkung:
1. Die Bundesregierung hat z.B. weiterhin "keine Erkenntnisse" darüber, dass deutsche Neonazis in Einheiten der ukrainischen Armee (hier u.a. die neofaschistische Asow-Einheit) als Freiwillige kämpfen (und - falls sie dort nicht verrecken - mit Waffenkenntnis und vermutlich auch Waffen nach Deutschland zurückkehren). - Diese Seite wird also bewusst ausgeblendet.
2. Die Freiwilligen hingegen, die auf Seiten der Unabhängigkeitsbewegung im Dombass kämpfen geraten zunehmend ins Visier der Repressionbehörden ihrer Heimatländer. So sind in Spanien derzeit gegen acht spanische Staatsbürger Strafverfahren anhängig, weil sie in den Einheiten des Dombass gekämpft haben sollen.
3. Man darf die Kampfziele dort auch nicht überhöhen. Einen sozialistischen Staat wird da niemand ausrufen, es geht da auch nicht um Sozialismus, sondern um eine demokratische Bewegung gegen Faschismus und ukrainische Oligarchie. Dass viele auch mit Erinnerungen an die UdSSR (resp. an den Spanischen Bürgerkrieg) in die Kämpfe gehen, mag für die Kampfmoral wichtig sein, aber hat meiner Ansicht nach keinen objektiven Hintergrund.
Ein Fakt, den ich auch an den Rojava-Freiwilligen kritisieren würde: Die Überhöhung des dortigen Kampfes als Aufbau (oder gar Verteidigung) des Sozialismus. Mit Sozialismus hat das wenig zu tun, aber viel mit dem Aufbau demokratischer Strukturen und dem Durchsetzen fundamentaler bürgerlicher Rechte gegen einen Gegner der schwärzesten Reaktion.
NEUER BEITRAG27.03.2015, 18:36 Uhr
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mischa

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (2) Kann irgendwer diese Angaben im Interview überprüfen? Mir ist zB nicht klar, ob diese Brigaden wirklich so links oder gar kommunistisch sind - oder ihr Anführer?

Auf Link ...jetzt anmelden! wird diese Brigade kein linkes Symbol sondern eine Heiligenfahne vorangetragen.

Und wenn das das stimmt
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würde ich zumindest Zweifel an der politischen Orientierung des Kommandeurs hegen.

Zur politischen Einschätzung des Charakters der Kämpfe schließe ich mich retmarut an.



NEUER BEITRAG28.03.2015, 16:48 Uhr
EDIT: retmarut
28.03.2015, 17:04 Uhr
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retmarut

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (2) Bzgl. des verlinkten Youtube-Videos würde ich auch sehr in Frage stellen, dass es sich bei Prizrak um eine linke, gar kommunistische Einheit handelt.
Die schwarz-gelb-weiße Fahne mit Heiligenbild ist übrgens die Romanow-Fahne, also die des großrussischen Zarismus. Vor der zu salutieren ist nicht unbedingt ein Zeichen von sozialistischer Haltung.

Ich vermute, in der Einheit herrscht der postsowjetische Ideologie-Mischmasch vor, den wir auch in Russland immer wieder finden: Sowohl positiver Bezug auf den Zarismus und auf die Sowjetunion. Für Außenstehende durchaus etwas abstrus, aber erklärbar: Historische Versatzstücke, um die jetzige Rolle Russlands ideologisch zu füllen.

Auf anderen Youtube-Videos, z.B. hier:
Link ...jetzt anmelden!
sieht man allerorts den russischen Doppeladler, ebenfalls Symbol des Zarenreichs. (Seit 1993 auch wieder im postsowjetischen Russland offiziell wieder im Gebrauch.)
NEUER BEITRAG29.03.2015, 14:42 Uhr
EDIT: FPeregrin
29.03.2015, 15:06 Uhr
Nutzer / in
FPeregrin

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (2) Klitschko (& Reinhard Lauterbach!) in Osnabrück.
Sputnik Deutschland:
Link ...jetzt anmelden! ,
Telepolis:
Link ...jetzt anmelden! ,
die NOZ:
Link ...jetzt anmelden!
und das DKP-Nachrichtenportal:
Link ...jetzt anmelden! .
NEUER BEITRAG29.03.2015, 15:17 Uhr
EDIT: FPeregrin
29.03.2015, 20:39 Uhr
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FPeregrin

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (2) Eine Stimme der deutschen Bourgeoisie in merklicher Distanz zum Maidan-Regime: Konrad Schuller u.d.T. Der gestürzte Oligarch und der Rechte Sektor / Die Akte Kolomojskij in der FAZ vom 26. März:

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2015, Nr. 72, S. 5

Der gestürzte Oligarch und der Rechte Sektor

Die Akte Kolomojskij / Von Konrad Schuller

WARSCHAU, 25. März. Ginge es allein nach den offiziellen Videos, sähe der Sturz eines ukrainischen Oligarchen ein wenig so aus wie die Verabschiedung eines verdienten Prokuristen durch den gestrengen Chef eines Familienunternehmens: Der Verabschiedete nimmt Platz, nickt, fingert an seiner Nickelbrille. Der Chef spricht warme Worte, unterzeichnet die Papiere, dann ist es auch schon vorbei. "Danke." - "Ich bin es, der zu danken hat."

So also sah die Entmachtung des ukrainischen Oligarchen Ihor Kolomojskij in der Nacht zum Mittwoch nach außen hin aus - zwar bleibt er reich und mächtig, doch aus dem Amt des Gouverneurs in der ukrainischen Raumfahrt- und Technologieregion Dnipropetrowsk wurde er von Präsident Petro Poroschenko entlassen. Sein Sturz beendet zumindest die politische Laufbahn eines Oligarchen, der von seinen eigenen Helfern als der brutalste unter seinesgleichen gerühmt wurde - der aber nach der "anti-oligarchischen" Revolution von 2014 dennoch überleben konnte, weil er mit seinem Milliardenvermögen half, jene Freiwilligenbataillone aufzustellen, mit denen die neue prowestliche Macht in Kiew der russischen Intervention im Osten entgegentritt.

Das Arrangement der Revolution mit Kolomojskij ist vergangene Woche allerdings zerbrochen, als das Parlament ein Gesetz beschloss, das dessen jahrelange informelle Herrschaft über das staatseigene Erdölunternehmen Ukranafta beendete. Bewaffnete unter seiner persönlichen Anleitung besetzten darauf die Zentrale des Konzerns. Der Konflikt drohte sich zur Staatskrise auszuwachsen, als Kolomojskijs Stellvertreter als Gouverneur, Hennadij Korban, sich anschickte, in dessen Hochburg Dnipropetrowsk Demonstrationen zu organisieren. In Kiew gingen spätestens an diesem Punkt die Warnlampen an, denn mit solchen Demonstrationen hatte vor einem Jahr auch die russische Intervention im ostukrainischen Industriegebiet Donbass begonnen. Präsident Poroschenko, der selbst zu den reichsten Männern des Landes gehört, blieb nichts anderes übrig, als sich Kolomojskij entgegenzustellen.

Die Entlassung in der Nacht zum Mittwoch folgte, und die Inszenierung im Präsidentenpalast erweckte den Schein besten Einvernehmens. Dankesworte gingen hin und her, die Demonstration in Dnipropetrowsk wurde verschoben. Zumindest nach außen hin sollte nichts darauf hindeuten, dass der Präsident und der Mäzen der Freiwilligenbataillone gerade einen Machtkampf ausgetragen hatten, der für das Land im Kriegszustand zur existentiellen Gefahr hätte werden können.

Dass dabei trotz des schönen Scheins mit härtester Bandage gekämpft wurde, hatte allerdings eine Äußerung erkennen lassen, mit der Valentyn Naliwajtschenko, der Chef des ukrainischen Geheimdienstes SBU, schon am Montag an die Öffentlichkeit getreten war. Auf dem Höhepunkt des Ringens um die ehemals von Kolomojskij kontrollierten Staatsbetriebe erwähnte der Geheimdienstchef Ermittlungen gegen eine "Bande", die im ostukrainischen Kriegsgebiet eines Mordes verdächtigt werde und die sich "hinter einigen der Freiwilligenbataillone versteckt", welche dort im Einsatz seien. "Unterstützung" erhalte diese Gruppe von "hochgestellten Mitgliedern der Staatsverwaltung in Dnipropetrowsk".

So weit die öffentlichen Aussagen des Geheimdienstchefs. Wen und was Naliwajtschenko damit gemeint hat, geht aus internen Papieren des SBU hervor, die dieser Zeitung vorliegen. Nach Darstellung des Geheimdienstes standen enge Mitarbeiter Kolomojskijs mit Hilfe einiger bekannter Bataillonskommandeure (unter anderem solcher von der nationalistischen Organisation "Rechter Sektor") im Begriff, im ostukrainischen Kampfgebiet ein Netz von Erpressung und Gewalt zu errichten, das auch vor Entführungen und Raub nicht zurückgeschreckt sein soll. Im Zentrum soll dabei immer wieder ein Mann mit Namen K. gestanden haben, ein prominenter und enger Mitarbeiter Kolomojskijs. K. (alle Namen sind in dem Geheimdienstpapier in Klarform enthalten) soll durch "psychologischen Druck", "physischen Zwang" "Einschüchterung" und "Entführungen" seinen Einfluss ausgebaut haben und dabei mit einem Abgeordneten namens D. sowie einem Führer des Freiwilligenkorps (DUK) vom "Rechten Sektor" namens M. zusammengearbeitet haben. Dabei habe die Gruppe auf Kämpfer verschiedener von Kolomojskij finanzierter Bataillone zurückgegriffen. Sie habe Entführungen durchgeführt, Amtspersonen mit vorgehaltener Waffe bedroht und öffentliche Unternehmen gekapert. Einmal habe sie in einem Agrarunternehmen vier Mähdrescher der Marke "John Deere" geraubt.

Wesentlich brisanter aber ist, dass der SBU vermutet, diese Seilschaft aus Kolomojskisj Dnipropetrowsker Verwaltung habe nichts Geringeres im Schilde geführt als einen koordinierten Angriff auf einen anderen ukrainischen Großoligarchen, den Donezker Gruben- und Hüttenbaron Rinat Achmetow, der im Augenblick wegen des Krieges in seiner Stammregion geschwächt erscheint. Der SBU schreibt, Kolomojskijs Mitarbeiter K. habe geplant, Kämpfer des "Rechten Sektors" einzusetzen, um Betriebe aus Achmetows Energiekonzern DTEK zu besetzen. Damit wäre Kolomojskij endgültig zur Nummer eins unter den Oligarchen des Landes aufgestiegen.

Für diese Zwecke wurde offenbar (immer noch nach Darstellung des SBU) schon eine militärische Kommandostruktur geschaffen, an der mehrere prominente Bataillonsführer beteiligt gewesen sein sollen, unter anderem ein Mann namens S. vom Bataillon "Donbass", das als eines der erfahrensten und stärksten gilt. Mit Hilfe dieser Männer hätten Mitarbeiter Kolomojskijs den "Vereinigten Stab der Freiwilligeneinheiten der Ukraine" bereits "faktisch unter Kontrolle" genommen, heißt es in dem Dokument. Dieser "Stab", ein informeller Zusammenschluss von Bataillonsführern ohne gesetzliche Grundlage, war mit der Begründung geschaffen worden, nur so könnten die vorgeblichen Schwächen der offiziellen Armeeführung ausgeglichen werden.

Was von diesen Darstellungen des SBU wahr ist und was Drohkulisse, sei dahingestellt. In Kiew heißt es allerdings, erst mit diesen Vorwürfen sei es gelungen, Kolomojskij zum Rücktritt zu zwingen. Das "Danke" und "Bitte", das die Öffentlichkeit zu sehen bekam, war die freundliche Fassade eines gnadenlosen Kampfes.


NEUER BEITRAG29.03.2015, 17:42 Uhr
EDIT: FPeregrin
29.03.2015, 20:38 Uhr
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FPeregrin

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (2) @ retmarut: "[...] würde ich auch sehr in Frage stellen, dass es sich bei Prizrak um eine linke, gar kommunistische Einheit handelt".

So sehr ich dem zustimmen kann: Im Einleitungskopf der Interviews auf totgesagtelebenlaenger heißt es: "Nach einem kurzen Aufenthalt in einigen anderen Brigaden und Brigadebereichen, haben sich die spanischen Antifaschisten, anderen jungen Revolutionären beim Roten Trupp 404, einer freiwiligen kommunistischen Einheit innerhalb der „Prizrak“ – Brigade angeschlossen." - Also, bei Prizrak kämpfen auch Kommunisten, und zwar in speziellen Einheiten.

Ohne hier eine irgendwie geartete Gleichsetzung vornehmen zu wollen, kenne wir dieses auch von Linken bei der Einschätzung des Maidan. D.h. der strategische wie taktische Sinn kommunistischer Beteiligung will jeweils bestimmt sein. Bezüglich des Maidans war die Hoffnung, hier könne eine fortschrittliche Option möglich sein, von vornherein strategischer wie taktischer Blödsinn. Bezüglich einer kommunistischen Beteiligung an den bewaffnten Verbänden im Donbass ist der taktische (defensiv-antifaschistische, auch objektiv antiimperislistische) Sinn wohl unbestritten. Der strategische...??? Wir haben noch viel vor uns!
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