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Türkei: Putsch gegen Erdogan?
  begonnen von secarts am 15.07.2016  | 19 Antworten
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NEUER BEITRAG17.07.2016, 12:54 Uhr
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MARFA

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Erdogan greift durch und setzt Massenverhaftungen in Gang, rund 10.000 Menschen solllen bereits in Haft sein, Todesstrafe soll wohl wieder eingeführt werden.

Es hat den Anschein als ob die USA für den Putsch verantwortlich gemacht würden: aus der FAZ:

Erdogan verlangt von Obama Auslieferung Gülens

Erdogan machte die Bewegung des im amerikanischen Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich und kündigte Vergeltung an: „Sie werden einen sehr hohen Preis für diesen Verrat zahlen.“ Gülen, nach einem schweren Zerwürfnis 2013 einer von Erdogans Erzfeinden, lebt in Amerika und bestritt die Vorwürfe. Er verurteilte die Aktionen in einer Mitteilung scharf.

Erdogan verlangte von den Vereinigten Staaten die Auslieferung oder Festnahme von Gülen. Wenn Amerika und die Türkei tatsächlich strategische Partner seien, müsse Obama handeln. Die Vereinigten Staaten würden Außenminister John Kerry zufolge einen türkischen Antrag auf Auslieferung Gülens prüfen.

Kerry wies in einem Telefonat mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu Behauptungen über eine Verwicklung der USA in den gescheiterten Putschversuch energisch zurück. Diese seien „völlig falsch und schädlich für unsere bilateralen Beziehungen“, hieß es in einer Erklärung des US-Außenministeriums.

Präsident Barack Obama rief alle Parteien in der Türkei zu „gesetzmäßigem Handeln“ auf. Nach Angaben des Weißen Hauses habe er in einer Telefonkonferenz mit Beratern zudem auf die gemeinsamen Herausforderungen mit der Türkei verwiesen - etwa der Kampf gegen den Terrorismus.

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NEUER BEITRAG18.07.2016, 15:46 Uhr
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tolpatchow

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Chinesische Erklärung zum Putschversuch in der Türkei:


Der vereitelte Putsch wird Analysten zufolge Konsequenzen für die Terrorismusbekämpfung im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang im Westen Chinas haben. Während unter Erdogan die gesellschaftliche Islamisierung zunahm, verstärkte sich auch die Kooperation mit China.

„Wir haben uns für die notwendigen Maßnahmen entschieden. Wir sind in Kontrolle. Es gibt keinen Grund zur Sorge“, so der türkische Vize-Regierungschef Mehmet Simsek in einer Twitter-Mitteilung vom Sonntag, nachdem der Putsch als gescheitert gemeldet wurde.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vom Sonntag wurden 6.000 Menschen in der Türkei festgenommen, die in Verbindung mit dem Putschversuch stehen sollen. Weitere Festnahmen werden erwartet, wie Justizminister Bekir Bozdag am Sonntag bekanntgab. „Die Verfahren werden fortgeführt“, zitierte das Staatsfernsehen den Minister.

Die türkischen Behörden haben einen General der Luftwaffe und ein Dutzend andere Verdächtiger beschuldigt, den Putsch von einem wichtigen Luftwaffenstützpunkt aus unterstützt zu haben, wie ein Staatsbeamter am Sonntag berichtete. Der Stützpunkt wird derzeit von US-amerikanischen Streitkräften für Kampfeinsätze in Syrien genutzt.

Ali Yazici, der Militärberater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, wurde bereits am Sonntag mit dem Putsch in Verbindung gebracht und festgenommen.

Angaben des türkischen Außenministeriums zufolge wurden mindestens 290 Menschen getötet und 1.400 verwundet.

Unter den Toten seien mehr als 100 Teilnehmer des Putschversuchs und es gebe starke Hinweise darauf, dass der Putsch vom Prediger Fethullah Gülen angestiftet wurde, der sich derzeit in den USA aufhält, wie Reuters berichtete. Gülen hat sich selbst von einer Beteiligung am Umsturz der Regierung distanziert und dies als ein Angriff auf die Demokratie verurteilt.

„Die USA beobachten das Geschehen in der Türkei mit höchster Besorgnis“, sagte US-Außenminister John Kerry am Freitag. Er betonte Washingtons „absolute Unterstützung“ für die demokratisch gewählte Regierung der Türkei während eines Telefongesprächs mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu.

Der gescheiterte Putschversuch werde den Kampf der USA gegen den Islamischen Staat nicht beeinträchtigen und die Türkei werde ihren Incirlik-Luftwaffenstützpunkt wieder für US-Flugzeuge des Verteidigungsbündnisses öffnen, ließ das Pentagon am Sonntag verlauten.

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lu Kang, sagte am Samstag, dass China hoffe, dass die Türkei so schnell wie möglich wieder Stabilität und Ordnung herstellen könne. „China schenkt der Lage in der Türkei große Aufmerksamkeit“, wie Lu der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge auf einer Pressekonferenz mitteilte.

Zwiespältige Haltung zum Terrorismus

„Die Türkei besitzt eine historische Verbindung mit dem Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang. Jedoch ist die Haltung der Türkei gegenüber der Region gemäßigt, da sie hauptsächlich von den chinesisch-türkischen Beziehungen geleitet ist“, erklärte Li Weijian, Professor für Westasiatische und Afrikanische Studien am Shanghaier Institut für Internationale Studien am Sonntag gegenüber Global Times.

„Erdogan vertritt gegenüber dem Terrorismus eine Doppelmoral. Einerseits hat die Türkei ihren Willen ausgedrückt, den Islamischen Staat zu bekämpfen, hat aber aber andererseits auch Chinas Bemühungen zur Terrorbekämpfung in Xinjiang kritisiert und mit uigurischen Terroristen sympathisiert“, so Zhu Weilie, Nahost-Experte an der Universität für Internationale Studien Shanghai gegenüber Global Times am Sonntag. Die Terrorismusbekämpfung sollte ihm zufolge eine wichtige Rolle in den chinesisch-türkischen Beziehungen spielen.

„Die Türkei hat ihr Verhältnis zu China und seinen Nachbarstaaten verbessert und ist um mehr Zusammenarbeit und Freunde bemüht“, äußerte sich Zan Tao, ein Experte für türkische Angelegenheiten und außerordentlicher Professor an der Peking-Universität, gegenüber Global Times.

Li zufolge muss die Türkei stabil bleiben und ihre Wirtschaft richten, da dies eine wichtige Beziehung mit China darstellt. Selbst wenn der Putschversuch kurzfristig Unsicherheiten schüren könnte, würden die generellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern davon nicht beeinflusst.

Während Erdogans Besuch in Beijing im August 2015 betonte er, dass seine Regierung sich entschlossen gegen jedwede Aktivität in der Türkei stelle, die Chinas Hoheitsrechten und territorialer Integrität schaden könnte.

Analysten zufolge hat Erdogans Versuch, die Verfassung des Landes zu ändern und die Islamisierung voranzutreiben, die Interessen des Militärs beeinträchtigt. „Zugleich nimmt der Einfluss der Türkei in der Region ab, was einige Parteien im Land besorgt“, erklärt Li.

„Unter Erdogan hat die Türkei ein Wirtschaftswachstum genossen, was ihm breite öffentliche Unterstützung beschert hat“, erklärt Zan.

„Jedoch muss sich die Türkei wieder dem weltweiten Maßstab angleichen“, so Zhu, „Erdogan wird gemäß den internationalen Normen Anti-Terror-Maßnahmen ergreifen, was eine gute Nachricht für den Nahen Osten darstellt.“

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NEUER BEITRAG18.07.2016, 15:47 Uhr
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tolpatchow

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Kerry droht Türkei mit Rausschmiss aus der NATO... Ob das mal ernst zu nehmen ist?

Der amerikanische Außenminister John Kerry hat die Türkei indirekt vor einem Verlust ihrer Nato-Mitgliedschaft gewarnt, sollte sich die Regierung nach dem gescheiterten Putschversuch nicht an die demokratischen Prinzipien und die geltenden Gesetze halten.

„Die Nato-Mitgliedschaft setzt den Respekt vor demokratischen Prinzipien voraus“, sagte Kerry am Montag in Brüssel zu Journalisten, wie die „Washington Post“ berichtet. Ein Sprecher Kerrys wollte das später aber nicht als Warnung vor einem Verlust der Nato-Mitgliedschaft verstanden wissen. „Es sei zu früh“, davon zu sprechen, dass die Mitgliedschaft in dem Militärbündnis bedroht sei. Zuvor hatte schon die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini die Türkei davor gewarnt, die Verantwortlichen für den Putschversuch hinzurichten und betont, Länder, in denen die Todesstrafe gelte, könnten kein Mitglied der Europäischen Union werden.

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NEUER BEITRAG18.07.2016, 16:41 Uhr
Nutzer / in
Lars

Türkei: Putsch gegen Erdogan? Nach der heutigen FAZ galt die Abriegelung des Luftwaffenstützpunktes auch für die Bundeswehrsoldaten.
Gleichwohl ist deutlich wie selten, dass die Türkei gegenüber den USA in dieser Situation völlig andere Poltik fährt (und umgekehrt) als mit Deutschland.
Leider wird es weiterhin etliche nicht davon abhalten die NATO als monolitischen Block zu betrachten und auf Dialektik in Theorie und Praxis zu verzichten...
NEUER BEITRAG18.07.2016, 20:52 Uhr
Nutzer / in
Rainer

Türkei: Putsch gegen Erdogan? So sieht das aus !

Selbst SPON kommt die deutsche Zurückhaltung mittlerweile komisch vor,und das mag was heißen :

Nichts hören, nicht sehen, bloß nicht einmischen - dieses Motto galt übers Wochenende auch für die Bundeswehr in der Türkei. Dort war die Luftwaffe auf dem Stützpunkt Incirlik Augenzeuge von Ausläufern des Aufstands. Mehrmals stiegen bis zum frühen Samstagmorgen F16-Kampfjets der Türken auf. Dann wurde der türkische Basiskommandeur unter Putschverdacht festgenommen.

Die Truppe aber will von nichts etwas mitbekommen haben, so jedenfalls stellt es das Verteidigungsressort dar. Ein Sprecher teilt nur mit, den Deutschen gehe es gut. Vom Putsch hätten die Soldaten "indirekt" erfahren: Dabei betreibt die Luftwaffe auf dem Stützpunkt einen mobilen Gefechtsstand mit Radar und reichlich anderer Aufklärungstechnik
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