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NEUÜber Die Ukraine hinaus
  [2 pics,7 files] begonnen von Dima am 20.02.2022  | 62 Antworten
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NEUER BEITRAG17.08.2022, 13:38 Uhr
Nutzer / in
arktika

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Der Gesprächspartner stellte ferner fest, es sei nicht der erste unternommene Versuch, Gefangene zu liquidieren. "Vor einem Monat beschossen die ukrainischen Streitkräfte ein Krankenhaus, in dem verwundete Kämpfer des Asow-Bataillons behandelt wurden. Man darf es also als systemisch bezeichnen. Sie möchten diese Menschen töten", sagte er.

"Bestimmt würden Selenskij und sein Gefolge am liebsten alle aus dem Weg räumen, aber das ist unmöglich. Es bestehen zudem keine Bedenken, dass die ukrainischen Streitkräfte genau wussten, dass gerade an diesem Ort die Gefangenen untergebracht waren. Das ist kein Zufall. Diejenigen, die Selenskij zuvor als Helden bezeichnete, werden nunmehr von seinem eigenen Militär ermordet", unterstrich der Abgeordnete.

"Jetzt sollte man wahrscheinlich die noch lebenden Gefangenen irgendwo weit ins Innere der DVR verlegen. Als Option könnten Haftanstalten im Hinterland in Betracht gezogen werden. Bislang gibt es jedoch keine Gewissheit, dass dies geschehen wird", sagte Berditschewski.

"Seit der Eroberung von Asow-Stahl und der Gefangennahme der Mitglieder des Asow-Bataillons hat sich in der Nähe von Jelenowka nichts geändert, weder in Bezug auf die Kampfhandlungen noch auf den militärischen Einsatz. Dabei war bekannt, dass die Haftanstalt Gefangene beherbergte. Dies gibt Anlass zu der Vermutung, dass die ukrainischen Streitkräfte das Untersuchungsgefängnis absichtlich angegriffen haben. Der Befehl kam höchstwahrscheinlich aus dem Büro des Präsidenten Selenskij", erzählte der LVR-Botschafter in Russland, Rodion Miroschnik, gegenüber der Zeitung VZGLYAD.

"Selenskij missfällt es zutiefst, dass das 'heldenhafte' Image des Asow-Bataillons durch die Aussagen der Soldaten, die sich ergeben haben, zerstört wird. Sie erzählen alle Details ihrer Gräueltaten, und das sieht überhaupt nicht heldenhaft aus", so der Gesprächspartner.

"Die Asow-Kämpfer berichten offen darüber, welche Befehle ihnen erteilt wurden und wie sie mit ausländischen Ausbildern und Sonderdiensten zusammengearbeitet haben. Durch ihre Aussagen wird die Ideologie erschüttert, die Selenskij sowohl der ukrainischen Bevölkerung als auch den ausländischen Vermittlern zu verkaufen versucht. Aus diesem Grund wurde der Befehl gegeben, auf sie zu schießen", meint er.

Zugleich ist sich Miroschnik genau wie Berditschewski nicht sicher, ob die Behörden beider Republiken nach dem Zwischenfall in Jelenowka die ukrainischen Kriegsgefangenen tief im Hintertreffen beherbergen wollen. "In der Reichweite der ukrainischen Streitkräfte sind gar nicht so viele Einrichtungen, in denen Kriegsgefangene festgehalten werden. Die meisten von ihnen sind über das gesamte Gebiet der Donbass-Republiken verstreut, und derjenige Ort, an dem die Hauptverbrecher festgehalten werden, ist nicht bekannt", so der Diplomat.

"Andererseits denke ich, dass unsere Spezialdienste bestimmte Maßnahmen ergreifen werden, um die Sicherheit der Gefangenen zu gewährleisten. Es ist besonders wichtig die Untersuchung der begangenen Verbrechen abzuschließen, um diese danach der internationalen Gemeinschaft vorzuführen, welche weiterhin im Dienste der Kiewer Regierung steht", schloss Miroschnik.


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NEUER BEITRAG20.08.2022, 11:30 Uhr
Nutzer / in
Lars

Analyse zur Kriegslage In der heutigen jungen Welt findet sich eine interessante Analyse zur aktuellen Kriegslage:
• PDF-Datei jW 20220820 Analyse Kriegslage Russlan...
2,6 MB | application/pdf
...zum Download anmelden.
NEUER BEITRAG24.08.2022, 13:15 Uhr
EDIT: FPeregrin
24.08.2022, 13:17 Uhr
Nutzer / in
FPeregrin

Vielen Dank für diesen Beitrag! Er aktualisiert in etwa das, was ich in einem anderen Thread:
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am 5. März geschrieben habe, und das ich hier wiederhole, um daran anknüpfen zu können:
"NB zeichnet sich hier auch die klassenmäßige politisch-militärische Beschränktheit beider Konfliktparteien ab. / Aufgrund der offensichtlich dominierenden nationalen Dimension des Krieges ist Rußland in dem Dilemma, den Krieg gleichzeitig schnell und durchschlagend sowie behutsam und schonend - also fast in der Art absolutistischer Kabinettskriege - führen zu müssen. Dieses Dilemma kann gegenwärtig praktisch kompromißhaft überbrückt, nicht aber gelöst werden. Überwunden werden könnte das Dilemma nur durch eine wachsende antifaschistische Dimension, die aber abhängig ist von der politischen Dynamik in der Ukraine und in Rußland selbst. Für die russische Bourgeoisie wäre sie gefährlich, da potentiell revolutionär. / Der nationale Charakter des Krieges ist für die Ukraine die Vorlage, den Krieg als Volkskrieg führen zu wollen. Volkskriege führen können aber nur revolutionäre Klassen, keine Faschisten, weil sie gleichzeitig eine terroristische Herrschaftsweise aufrecht erhalten müssen [...]. / Die Ukraine kann also den "Volkskrieg" nur als seine reaktionäre Karikatur führen, ähnlich wie das faschistische Deutschland in der Spätphase des 2. WKs ("Volkssturm", "Werwolf" u.ä.). Damit kann sie den Krieg im "günstigsten" Fall in die Länge ziehen, gewinnen kann sie ihn nicht. Auch hier wird es von der Stärke der antifaschistischen Dimension gegenüber der nationalen abhängen, wie wann und unter welchen Bedingungen dieser Krieg beendet wird."

In der Terminologie von Delbrück: Rußland verfolgt eine Ermattungs-, keine Niederwerfungsstrategie. (Inwieweit dies am Anfang des Krieges wirklich anders war, wird zukünftiges Quellenstudium erfordern; möglich sind auch immer taktische Kräftebindungsversuche außerhalb des strategischen Schwerpunkts.) Ermattungsstrategien haben als Charakteristikum einen geringeren u.a. materiellen wie personellen Kraftaufwand. Mir scheinen sie dominierend in den imperialistischen Kriegen des Nuklearzeitalters; die USA sind Meister im Anzetteln von Kriegen, die mit geringen Mitteln geführt werden, sich in der Folge selbst ernähren und nicht einmal irgendwie gewonnen werden müssen, um den gewünschten Effekt zu haben. (So etwas gab es NB auch schon einmal in der frühen und mittleren Neuzeit vor den französischen Revolutionskriegen.) Da "der Westen" diesen Krieg über einen Stellvertreter führt, der ihn mit hohem Mittelaufwand als "totalen Krieg" (Ludendorff) führt, kann er von imperialistischer Seite in der Tat wunderbar in die Länge gezogen werden; der faschistische Charakter des ukrainischen Maidan-Regimes verhindert ein frühes "Meutern" der ukrainischen Bevölkerung, die hierbei notwendig ruiniert und ausgeblutet wird.

Rußlands Chance, diesen Krieg zu gewinnen, besteht m.E. lediglich darin, daß es diesen Krieg eskaliert, bzw. seinen Kraftaufwand erhöht. Dies kann darin bestehen, daß man "den Westen" in verstärktem Maße politisch-militärisch in den Krieg hineinzieht, sei es direkt militärisch, sei es, in dem versucht wird, zwischenimperialistische Widersprüche zu verschärfen - beides schließt sich nicht aus. Dies wäre der Weg der russischen Bourgeoisie; er ist angesichts des Nuklearpotetials des Gegners nicht unriskant. Die alternative wäre, wirklich auf eine Niederschlagung der Ukraine zu orientieren, d.h. den Krieg tatsächlich als den deklarierten 'antifaschistischen' zu führen. Dies wird vermutlich nur gegen die russische Bourgeoisie möglich sein, da eine solche Rückkehr in den Massenkrieg die Gefahr des revolutionären Umschlags mitsichbringt, der antifaschistische Krieg also ein revolutionärer Krieg wird. Das ist nicht unmöglich, ich kann aber nicht einschätzen, wie wahrscheinlich.

Und P.S.: Auch ich habe das Widerstandspotential des Maidan-Regimes unterschätzt. Ich weiß allerdings nicht, ob es mich beruhigen soll, daß es anderen auch so gegangen ist. Wir haben den Faschismus unterschätzt!

Und P.S. II: Das sind alles nur Überlegungen "am Schachbrett". Delbrück schreibt: "Der Krieg ist kein Schachspiel; der Krieg ist ein Kampf sowohl physischer, als intellektueller, als moralischer Kräfte." (man füge hinzu: "in ihren klassenmäßigen Bedingungen") Das lernen wir hier gerade demutsvoll sehr gut!
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