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NEUES THEMA10.08.2021, 12:07 Uhr
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FPeregrin

• Die palästinensische Linke ... ... wo sind ihre englischsprachigen Seite geblieben?

Auf meinem alten PFLP-Link finde ich seit einer Weile das:
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Bei der DFLP das:
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Ich finde das einigermaßen unbefriedigend bis bedrohlich; war es schon immer falsch, "die palästinensische Seite" einfach als Konglomerat von reaktionären religiösen Irren (Hamas) und korrupten Bürokraten (Autonomiebehörde = PL0) zu betrachten, so wird das bei der gegenwärtigen Zuspitzung der Widersprüche im Nahen Osten fatal. Dagegen hilft nur, sich bei den uns am nächsten stehenden Organisationen auf dem Laufenden zu halten. Weiß also jemand mehr über den Verbleib der englischsprachigen Seiten von PFLP und DFLP?
NEUER BEITRAG07.11.2023, 13:02 Uhr
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FPeregrin

Die palästinensische Linke ... Zur palästinensischen Linken hat die jW heute eine Schwerpunktseite. Das ist ein Wert an sich.

Im Namen der Einheit

Palästinensische marxistische Organisationen beteiligen sich am bewaffneten Kampf an der Seite der Hamas

Von Dieter Reinisch

Hintergrund: DFLP und PFLP

Die historischen Organisationen der palästinensischen Linken, die sich auf den Marxismus beziehen, sind die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) und die Demokratische Front zur Befreiung Palästinas (DFLP). Beide gingen aus der »Bewegung Arabischer Nationalisten« hervor. 1967 gründete der palästinensische Christ George Habasch die sich als »marxistisch-leninistisch« bezeichnende PFLP, die besonders unter Christen in Palästina und in der palästinensischen Diaspora in Europa, Libanon und Syrien Rückhalt genießt. Ihr Generalsekretär ist seit dem Jahr 2001 Ahmad Saadat. Der in Israel Inhaftierte wurde dort zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt.

Schon bald nach ihrer Gründung gab es erste Abspaltungen. 1968 trennte sich Ahmed Jibril und gründete die Volksfront zur Befreiung Palästinas – Generalkommando (PFLP-GC), die in Palästina nicht mehr existiert, aber Unterstützung in Flüchtlingslagern im Libanon und in Syrien besitzt. Während des syrischen Bürgerkriegs griff der dschihadistische IS/Daesch ein palästinensisches Flüchtlingslager im Süden von Damaskus an. In blutigen Kämpfen konnten die PFLP-GC-Kämpfer den IS/Daesch zurückschlagen. 1969 trennte sich die DFLP von der PFLP.

Sowohl PFLP als auch DFLP haben mit den »Märtyrer-Abu-Ali-Mustafa-Brigaden« (MAAMB) und den »Nationalen Widerstandsbrigaden« militärische Formationen. Die PFLP-nahen MAAMB wurden ursprünglich als »Roter-Adler-Gruppe« gegründet. In der Westbank sind sie in Bethlehem und Ramallah aktiv. Genauso wie die DFLP kooperieren sie in Gaza mit den Al-Kassam-Brigaden der Hamas und den »Saraya-Al-Kuds-Brigaden« des »Palästinensischen Islamischen Dschihad« (PIJ).

Wie die PFLP konnten die »Nationalen Widerstandsbrigaden« seit 2006 im Gazastreifen militärisch organisieren. Der militärische Arm der DFLP wurde in der heutigen Form 2000 mit Beginn der zweiten Intifada gegründet. Neben Gaza haben sie Mitglieder im Libanon, wo sie laut eigenen Angaben noch nicht an Kämpfen gegen den Norden Israels teilgenommen haben, sondern ihre Rolle in der Verteidigung der palästinensischen Flüchtlingslager sehen.

Geleitet werden die militärischen Aktionen in Gaza und der Westbank vom »Gemeinsamen Operationsraum«, der 2006 von Hamas und PIJ ins Leben gerufen wurde und mittlerweile alle bewaffneten Fraktionen umfasst. Bei regelmäßigen Koordinationstreffen des palästinensischen Widerstands in Beirut nehmen seit dem 7. Oktober fünf Organisationen teil: neben Hamas und PIJ auch die drei marxistischen Gruppen PFLP, DFLP und PFLP-GC. (dr)


Revolutionär, militant, weiblich: Leila Khaled war über viele Jahrzehnte ein Symbol des antiimperialistischen Kampfes. In Europa hatten Aktivisten ihr Bild in der WG hängen, und linke Verlage veröffentlichten Übersetzungen ihrer Texte.

Khaled wurde 1969 durch Flugzeugentführungen bekannt. Am 29. August war sie an der Entführung des Trans-World-Airlines-Flugs 840 von Rom nach Tel Aviv beteiligt. Das Flugzeug wurde nach Damaskus umgeleitet. Weitere ähnliche Aktionen folgten. Zwei Jahre zuvor war Khaled der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) von George Habasch beigetreten, einer sich auf den Marxismus berufenden revolutionäre Organisation. In den folgenden Jahrzehnten war die PFLP nicht nur ideeller Anziehungspunkt für viele antiimperialistische Linke im globalen Norden. Auch enge organisatorische und materielle Verbindungen wurden geknüpft. Militante deutsche Aktivisten besuchten ihre Trainingslager im Libanon und im Jemen. Mit der Organisation verbanden viele die Hoffnung auf ein gemeinsames, friedliches und sozialistisches Palästina für Araber und Juden. Die PFLP ist bis heute ein Akteur des bewaffneten Kampfes im Nahen Osten. Doch in den vergangenen beiden Jahrzehnten übernahmen religiöse und teilweise fundamentalistische Organisationen die Führung des bewaffneten Widerstands. Der bewaffneter Arm der Hamas, die Al-Kassam-Brigaden, haben Al-Aksa-Märtyrerbrigaden der säkular-nationalistischen Fatah als stärkste bewaffnete Gruppierung abgelöst.

»Al-Aksa-Flut«

Die am 7. Oktober begonnene »Operation Al-Aksa-Flut« wird medial als Hamas-Kampagne dargestellt. Deswegen – und da es nicht nur zu Angriffen auf das israelische Militär, sondern auch zu Massakern an Zivilisten kam – tun sich selbst antiimperialistische Linke heute schwer, Solidarität mit Palästina zu zeigen. Doch tatsächlich nehmen mehrere sich auf den Marxismus berufende Vereinigungen aus dem Gazastreifen an den Kämpfen teil. Bereits am 7. Oktober beteiligten sich der bewaffnete Flügel der PFLP, die »Märtyrer-Abu-Ali-Mustafa-Brigaden«, und jener der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas (DFLP), die »Nationalen Widerstandsbrigaden«, an der Angriffswelle auf Südisrael.

So attackierten DFLP-Mitglieder einen israelischen Wachposten, und eine Kommandogruppe durchbrach den Sperrzaun um Gaza. Die PFLP war für Angriffe auf israelische Stellungen in anderen Abschnitten zuständig. Beide Organisationen haben in den Kämpfen in Gaza bisher jeweils etwa zwei Dutzend Mitglieder verloren, wie jW von einem DFLP-Sprecher erfuhr. Erst am Sonnabend starben die beiden PFLP-Mitglieder Ibrahim Eid und Moatasem Iskafi bei Kämpfen gegen israelische Bodentruppen in Gaza.

Bemerkenswert ist die militärische Aktivität der DFLP, die in den letzten Jahrzehnten keine bewaffneten Aktionen innerhalb der israelischen Gebiete von 1948 durchgeführt hatte. Mit ihrer Teilnahme seit dem 7. Oktober hat sie diese Haltung aufgegeben. Am Sonntag morgen griffen die »Nationalen Widerstandsbrigaden« der DFLP israelische Militärfahrzeuge in Al-Zaytoun mit zwei Raketen im Gazastreifen an.

Im Gespräch mit der jW betont ein DFLP-Vertreter aus Beirut, dass es die »Pflicht aller Palästinenser sei, Widerstand zu leisten«. Die Dschenin-Brigade der DFLP in der Westbank veröffentlichte am Wochenende ein Video, in dem sie erklärte, dass »unsere nationale Sache nur mit Gewalt wiederhergestellt werden kann, denn was mit Gewalt genommen wird, kann nur mit Gewalt zurückgegeben werden«. Die DFLP würde mit den »übrigen nationalen und islamischen Fraktionen« zusammenarbeiten, um den »Besatzern Widerstand zu leisten«. Denn, seit dem israelischen Angriff auf Dschenin im Frühjahr 2023 und »der Aggression gegen Gaza und das Westjordanland leisten wir zusammen mit dem Rest unseres heldenhaften Volkes Widerstand auf dem Feld«. Die DFLP rief alle Araber auf, den bewaffneten Kampf zu beginnen. »Wir sagen jedem ehrenwerten und freien Menschen: Mobilisiert! An alle, die Waffen besitzen: Gehen Sie ins Feld, um diesem Besatzer zu widerstehen.« In einem am Wochenende von der PFLP veröffentlichten Propagandavideo mit Sequenzen von den Kämpfen in Gaza heißt es entsprechend: »Durch unsere Einheit werden wir siegreich sein.«

Kontakte zu Kommunisten

Trotz ihres bewaffneten Widerstands in Koordination mit der Hamas und dem »Palästinensischem Islamischen Dschihad« (PIJ) unterhalte die DFLP enge Verbindungen zu kommunistischen Parteien in der Region und der israelischen Demokratiebewegung, betont die Organisation gegenüber jW. In Beirut würden regelmäßig gemeinsame Proteste gegen den Angriff auf Gaza mit der Kommunistischen Partei des Libanon abgehalten, berichtet ein DFLP-Sprecher: Derzeit sei aber die vorrangige Aufgabe »gemeinsam und an der Seite aller Palästinenser gegen die israelische Aggression bewaffneten Widerstand zu leisten«. Denn nur durch den bewaffneten Sieg des Widerstands gegen die Besatzung könne der Grundstein für den weiteren Kampf für ein sozialistisches Palästina gelegt werden, erklärt er gegenüber jW. Der Sieg gegen das israelische Militär sei aber nur möglich durch die gemeinsame Anstrengung aller palästinensischer Fraktionen.

Trotz 17 Jahren Hamas-Herrschaft und des Versuchs der religiösen Organisationen Hamas und PIJ, das Widerstandsnarrativ zu hegemonisieren, hat die marxistische Linke in Gaza, der Westbank und im Libanon den Glauben an eine sozialistische Zukunft offenbar nicht verloren. Auch die heute 79jährige Leila Khaled ist weiterhin führendes Mitglied der PFLP.


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#PFLP
#DFLP

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NEUER BEITRAG07.11.2023, 13:05 Uhr
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FPeregrin

... und ebd.:

Linke palästinensische Gefangene in israelischer Haft

Von Dieter Reinisch

Viele der bekanntesten Vertreter der palästinensischen Linken befinden sich in israelischer Haft. So etwa der PFLP-Generalsekretär Ahmad Saadat seit 2006 und das linke Fatah-Mitglied Marwan Barghouti seit 2004. Laut palästinensischen Angaben wurden in der Westbank und in Jerusalem im Oktober 2.070 Personen vom israelischen Militär verhaftet. Darunter waren 145 Kinder und 55 Frauen. Den Daten zufolge betrug die Zahl der Gefangenen in israelischer Haft bis Ende Oktober etwa 7.000, darunter 62 weibliche Gefangene. Die Situation in den israelischen Gefängnissen hat sich für palästinensische Gefangene seit dem 7. Oktober enorm verschlechtert, berichtet der DFLP-Sprecher Fouad Baker aus Beirut der jW. Besuche von Familienangehörigen würden nicht mehr erlaubt. »Von vielen gestorbenen Gefangenen liegen seit Jahrzehnten die Leichname in den israelischen Kühlräumen«, doch Israel weigere sich, die Körper an ihre Familien zu Bestattung zurückzugeben, erzählt Baker. Einige wurden in Massengräbern in Israel verscharrt. Ihre Familien wissen nicht, wo die Leichname begraben sind, und können sie nicht besuchen.

»Palästinensische Gefangene in israelischen Gefängnissen leiden unter Folter, medizinischer Vernachlässigung, Einzelhaft und rassistischen Gesetzen der israelischen Knesset zum Entzug ihrer Staatsbürgerschaft«, berichtet Baker weiter. Die Behandlung der palästinensischen Gefangenen verstoße gegen die dritte und vierte Genfer Konvention über Kriegsgefangene, doch Israel sei die internationale Gemeinschaft gleichgültig, betont Baker, der als Menschenrechtsanwalt arbeitet: »Eines der Ziele der Operation ›Al-Aksa-Flut‹ ist die Befreiung palästinensischer Gefangener aus israelischen Gefängnissen«, erzählt er. Gelingen soll dies durch einen Gefangenenaustausch, den Israel bisher ablehnt.

Ähnliches berichtet das Gefangenenbüro der PFLP: Aufgrund von Folter sollen im Oktober einige Gefangene gestorben sein, heißt es in einer Erklärung vom 29. Oktober. Seit Anfang Oktober würden sie nicht mehr ausreichend Nahrung erhalten und nur noch rohen Thunfisch, Mais und gelegentlich ungenießbare Eier bekommen, kritisierte die PFLP. Auch in Europa befinden sich palästinensische Aktivisten in Haft. Der langjährigste Gefangene ist Georges Ibrahim Abdallah. Der Libanese ist ein ehemaliges Mitglied der PFLP. Seit 1984 sitzt er in Frankreich in Haft, obwohl er seine Strafe bereits 1999 abgesessen hatte.


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