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23.04.2015, 13:06 Uhr
Nutzer / in
retmarut

• Deutschland als Krisenprofiteur Teil 1 Jaja, die Griechen, die (laut rechtem Mainstream) auf unsere Kosten leben ...

Doch die bürgerliche Regierung in Deutschland hat bereits einen großen Teil der Kredite, die an Griechenland gingen, durch Zinsgewinne wieder reingeholt.

Deutschland ist derzeit mit 190,025 Mrd. EUR am ESM beteiligt.
Wie heute durch die Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage bekannt wurde Link ...jetzt anmelden! hat die Bundesregierung zwischen 2008 und 2014 bereits 94 Mrd. EUR an Zinsgewinnen (aufgrund des geringen Zinsfusses für Kreditaufnahmen des deutschen Staates) eingefahren.

Allein damit hat Deutschland schon die Hälfte der als Kreditanteil im ESM investierten Summe wieder raus.

Auch sonst ist das deutsche Kapital Krisenprofiteur:
Aufgrund der Wirtschaftskrise in den südlichen Peripheriestaaten der EU erfährt der deutsche Arbeitsmarkt einen starken Zustrom an gut ausgebildeten Fachkräften aus diesen Krisenländern, spart damit eine Menge Ausbildungs- und Studienkosten. Also klassischer Braindrain.

Wie die deutsche Wirtschaft intern drüber denkt, kann man u.a. aus den Informationen des Deutschen Wirtschaftsrates vom Juni 2014 Link ...jetzt anmelden! zwischen den Zeilen herauslesen:

"Zur Auftaktsitzung der Bundesfachkommission [Bundesfachkommission Internationaler Kreis des Wirtschaftsrat Deutschland der CDU*] begrüßte der neue Vorsitzende, Dr. Jürgen M. Geißinger, Aufsichtsrat der MTU Aero Engines AG hochkarätige Gäste aus Politik und Wirtschaft in Berlin. [...]

Deutschland - Krisen-Profiteur?
Mit dem Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Stephan Steinlein, vertiefte die Bundesfachkommission die Debatte um den deutschen Leistungsbilanzüberschuss. Es sei wahr, so Steinlein, dass Deutschland als Exportnation gemessen an europäischen Nachbarn als Konjunkturmotor die EU-Wirtschaft stütze.
„Aber Deutschland profitiert dabei nicht von der Krise anderer, sondern wir haben vor der
Finanz- und Wirtschaftskrise unsere Hausaufgaben gemacht. Trotzdem dürfen wir uns jetzt nicht auf den Erfolgen ausruhen“, betonte Steinlein.
Zudem werde in der Debatte gerne übersehen, ergänzte Geißinger, dass Deutschland gegenüber der Eurozone einen vergleichsweise geringen Leistungsbilanzüberschuss aufweise. Die Eurozone wiederum habe gegenüber Drittländern eine ausgeglichene Handelsbilanz.
Der innereuropäische Blick verstelle oft die Sicht auf das, was jenseits der europäischen Grenzen passiere. Es gelte, auch weiterhin den Anschluss an die globale Entwicklung zu halten – sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik. Dazu gehöre auch, so Steinlein, sich weltweit noch stärker zu vernetzen, vor allem mit den Regionen, in denen Deutschland bisher noch nicht hinreichend stark vertreten sei. Innenpolitisch seien zunehmend stärkere
globalisierungskritische Tendenzen spürbar, die es zu entkräften gelte."

"Hausaufgaben gemacht": u.a. Agenda 2010 und der damit verbundene Ausbau des prekären Minijobsektors.
"nicht auf Erfolgen ausruhen": weiterhin aggressive Exportpolitik nach außen und Lohnsenkungshebel nach innen.
"Anschluss an die globale Entwicklung zu halten – sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik": die Erreichte Hegemonie in Europa reicht nicht aus, die ökonomische und politische Zielmarke geht weit darüber hinaus.
"vor allem mit den Regionen, in denen Deutschland bisher noch nicht hinreichend stark vertreten sei": aktives Eindringen in die bestehenden Claims anderer imperialistischer Mächte.

*) aus der Selbstdarstellung: "Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. ist ein bundesweit organisierter unternehmerischer Berufsverband mit derzeit rund 11.000 Mitgliedern, der 1963 gegründet wurde. Wir bieten unseren Mitgliedern eine Plattform zur Mitgestaltung der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft Ludwig Erhards. Der Wirtschaftsrat vertritt Interessen der unternehmerischen Wirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Wir finanzieren uns ausschließlich durch die Beiträge unserer Mitglieder."
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