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Wir bekommen viele Beschwerden. Manchmal sind's Lappalien, manchmal hingegen durchaus bedenkenswerte Einsprüche: zu Kategorie eins gehört zum Beispiel die Klage über die "mickrige Textgröße bei den Artikeln" - der Beschwerdeführer übersah anscheinend schlicht den ( - allerdings etwas klein geratenen - ) Zoom-In-Button, mittels dessen sich der Text notfalls auch auf zwei Wörter pro Zeile in Fettdruck vergrößern lässt. Der zweiten Kategorie zuzuschlagen wäre ein innerlinkes Dauerthema, das auch die secarts.org-Leser mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder umtreibt: das fehlende Binnen-I in unseren Texten...

"Liebe secarts.org-Redaktion!

Seit ungefähr einem Jahr gehöre ich zu den regelmäßigen LeserInnen dieser gut gemachten, informativen und immer aktuellen Webseite. Der Mix der Artikel, die glücklicherweise fehlende belehrende ideologische Unterton, die große Spannbreite der Themen und die ansprechende grafische Umsetzung und der erfrischende Ton der Artikel habt sich gut ab von vielen sonstigen linken Internetblättchen, die entweder kaum lesbar, da nur Bleiwüste sind oder arg doktrinär rüberkommen und nur im Flugblattstil schreiben. Dafür vielen Dank und ein ganz dickes Lob!

Leider scheint es aber aus mir unverständlichen Gründen zur Redaktionslinie zu gehören, konsequent nur in der männlichen Form zu schreiben und keine der längst gebräuchlichen, nicht diskriminierenden Schreibweisen wie "LehrerInen", "Lehrer(innen" oder "Lehrer/-innen" zu nutzen - und das ist in allen Artikeln so. Warum das so ist, weiß ich nicht - persönliche empfinde ich das als sehr störend, da es eigentlich innerhalb der Linken zum guten Ton gehört, beide Geschlechter gleichermaßen anzusprechen. Auch wenn mich das nun nicht so abschreckt, daß ich hier nicht mehr elsen mag, dürfte das manch anderen schon so gehen. Das wäre sehr bedauerlich, da rein inhaltlich gute Positionen, auch zur Geschlechterfrage, vertreten werden!

Nehmt die Kritik bitte konstruktiv! Und macht inhaltlich weiter so!

A."



Das war doch mal eine nette E-Mail. Fanden wir. Dass es auch anders geht, beweist folgender anonyme Schrieb, der uns jüngst via Kontaktformular scharf rüffelte und am Hauptnerv unseres politisch-gesellschaftlichen Engagements traf:

"Hier auf fortschrittlich zu machen, im Programm groß "Gleichberechtigung" aufzustellen und "keinen Unterschied zwischen Geschlechtern" machen zu wollen und gleichzeitig konsequent nur Männer anzusprechen ist absurd. Schon mal davon gehört, daß die Hälfte der Menschen aus FRAUEN besteht? Oder interessieren die euch nicht, so daß ihr sie in den Texten nicht anzusprechen braucht!? Tolle Glleichberechtigung!



Dergleichen erreichte uns schon öfter. Am Anfang schoben wir dies auf eine großangelegte Verschwörung, deren maßgebliches Ziel es sein könnte, unsere redaktionelle Tätigkeit durch gezielte Arbeitsüberlastung mittels nachträglichen Einfügens von Binnen-Is zu sabotieren. Doch anscheinend ist es manchen wirklich ernst, denn sonst käme nicht so viel zu diesem Thema in unseren elektronischen Postkasten. Also werden wir uns die Mühe machen, unsere Geschlechterignoranz vernünftig zu begründen:

Das "Binnen-I", Gender-Mainstreaming und die "political correctness".
Oder warum wir da nicht mitmachen.


Das sogenannte "Binnen-I", also die Zusammenfügung von männlicher und weiblicher Form anstelle des sog. "generischen Maskulinums" zum Beispiel in "LehrerInnen", ist ein Beitrag der Schweizer zur gemeinsamen Sprache; genaugenommen der schweizerischen feministischen Linguistik. Nach Deutschland kam es durch die Übernahme dieser (Un-)Art durch die grün-völkische "TAZ". Weder nach alter, noch nach neuer Rechtschreibung entspricht es den Regeln. Schon aus diesem Grund verzichtet diese schüler- und studentenfreundliche Seite, die sich nicht an den katastrophalen PISA-Ergebnissen mitschuldig machen möchte, auf seine Verwendung.

Das ist freilich keine erschöpfende Antwort auf das aufgeworfene Problem; gibt es doch mittlerweile auch rechtschreibkonforme Alternativen, um sich keines genderdiskriminierenden Verstoßes bezichtigen lassen zu können - zum Beispiel obig erwähnte Form "Lehrer(innen)" oder "Lehrer/-innen". Das wäre orthographisch korrekt und wird vom Duden mittlerweile auch so empfohlen, wenn man sich nicht mit dem "generischen Maskulinum" abfinden möchte.

Doch das Problem geht noch weiter: Im Satz eben müsste es auch nicht "wenn man sich...", sondern "wenn mensch sich..." heißen. Und genaugenommen müsste man dann jede Beschreibung einer Gruppe, die aus mehr als einer Person besteht und auch (potentiell!) Frauen enthalten kann, mit dem "Innen" schmücken. Das führt dann zu kaum leserlichen, lächerlich Political-Correctness-verseuchten Stilblüten wie folgendem irgendwann auf Indymedia entdeckten Textlein: "Am Sonntag demonstrierten 200 AntifaschistInnen gegen den Infotisch von 25 FaschistInnen (männliche Angehörige der Kameradschaft Nord) in Hamburg. Wie immer gingen die PolizistInnen mit großer Brutalität vor und schreckten auch nicht vor dem Einsatz von 5 scharfen und nicht mit Maulkörben versehenen Polizeihunden/hündinnen zurück..." Zu dieser Kapriole kommt es, weil man natürlich weder Männer, noch Frauen, noch gar Tiere diskriminieren möchte. Und da die Faschisten zwar in diesem Fall mal tatsächlich nur aus Männern bestanden, aber natürlich potentiell auch Frauen in ihren Reihen haben, wird selbst dann das Binnen-I benutzt, wenn keine Frau dabei war - man will ja auch keinen Nazi resp. keine Nazisse diskriminieren, die vielleicht eigentlich ganz gerne bei besagtem Infostand dabei gewesen wäre, um sich von Hündinnen beschützen zu lassen, aber nur aufgrund der teuren Fahrkarte/häuslich-weiblichen Verpflichtungen nicht mitkommen konnte...
Und die deutsche Revolution findet wieder einmal, frei nach Tucholsky, aufgrund schlechter Witterung in der Sprachwissenschaft statt. Die vereinigte Gender- und Veganfraktion hat ganze Arbeit geleistet und einen an sich wichtigen Text in Unleserlichkeit und Lächerlichkeit gezogen. Unnötig zu erwähnen, dass deswegen immer noch die Kameradinnen von den braunen Kameraden unterdrückt werden und Polizistinnen strukturell immer noch der Diskriminierung durch Polizisten ausgesetzt sind - und auch bei vielen männlichen Antifas trotz genderkonformer Schreibweise tradiertes Mackergehabe immer noch eine Rolle spielt...

Nicht lange aufhalten wollen wir uns hier mit der rein sprachlichen Komponente des Problems, denn sie ist nicht der Hintergrund, sondern lediglich die Oberfläche, auf die verschiedene Probleme projeziert werden. Im Deutschen besteht ein Unterschied zwischen Genus und Sexus; eine Gruppe im Plural im Maskulinum angesprochen schließt kein Geschlecht aus. Wenn man zum Beispiel von "den deutschen Polizisten" schreibt, wird intuitiv - weil korrekt - die Polizei mitsamt aller Angehörigen beiderlei Geschlechts verstanden. Ansonsten hieße es - zumindest bei uns - "die männlichen deutschen Polizisten", wenn ausschließlich diese gemeint sein sollten. Anders ist es in der persönlichen Anrede, zum Beispiel in einem Brief: "liebe Freundinnen und Freunde", oder erst recht im Singular: "die Genossin XYZ". Dort ist die geschlechtsspezifische Form nachvollziehbar, korrekt und vernünftig - und auch höflich.

Doch um orthographische Korrektheit geht es unseren Kritikern in dieser Frage nicht. Der mehr oder weniger ausgesprochene Vorwurf lautet: "ihr schließt Frauen aus"; "ihr diskriminiert". Und da liegt unseres Erachtens das wirkliche Problem: dass Frauen tendenziell in der antagonistischen Klassengesellschaft unterdrückt werden, liegt in der Natur der Sache: das geschlechtliche Äquivalent zur Herrschaft einer Klasse ist die Herrschaft des (männlichen) Geschlechts. Im Kapitalismus also, mithin einer patriarchalischen Gesellschaft, besteht der Nebenwiderspruch der Unterdrückung der Frau durch den Mann, und der wird sich weder durch die beliebte Geschlechterquote, noch durch das Binnen-I beseitigen lassen, sondern nur durch Abschaffung des Kapitalismus. Das heißt natürlich nicht, augenzwinkernd jede Diskriminierung in den eigenen Reihen - die ja auch aus den in dieser Gesellschaft geschaffenen Menschen bestehen und deswegen von strukturellen Ungleichheiten kaum frei sein können - hinzunehmen und auf "nach der Revolution" zu vertrösten. Wohl aber, nicht mit kaum zielführenden Lösungen die Widersprüche zuzukleistern, mit abwechselnd männlich-weiblichen Rednerlisten zum Beispiel noch den größten Blödsinn anzuhören, nur weil nach der Liste "jetzt ein Mann/eine Frau" an der Reihe ist und nicht derjenige, der wirklich was zu sagen hat. Und das heißt auch, es sich nicht schwerer zu machen als nötig - und seinen Lesern ebenfalls nicht. Texte müssen lesbar bleiben, wenn sie etwas bewirken sollen. Mit künstlich hineinkonstruierten sprachlichen Überwindungen der alltäglichen Diskriminierung wird kein Problem gelöst, dafür aber nicht lesbarer Stuß geschaffen. Und für unsere ausländischen, nicht in erster Linie deutsch sprechenden Freunde und Genossen würden wir damit die Lektüre zur Qual machen, da dies allem widerspräche, was sie sich mühsam aus der ungemein schwierigen deutschen Grammatik angeeignet haben.

Kurzum: wir bleiben beim generischen Maskulinum und verzichten auf political correctness*. Und kämpfen statt dessen lieber für die wirkliche Abschaffung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen; der Unterdrückung der Frau durch den Mann. Das ist möglicherweise heute nicht so wirklich in und passt auch schlecht zur Attitüde der Lifestyle-Prosecco-Linken. Vielleicht ist es auch dogmatisch.
Dafür aber schreibt sich's kürzer!

In diesem Sinne,
herzlichst, euer Secarts.



* Dies gilt für alle durch die secarts.org-Redaktion veröffentlichten Texte. Bei Texten externer Autoren bzw. Zweitveröffentlichung fremder Texte respektieren wir selbstverständlich das Schreibverständnis der jeweiligen Autoren und lassen - falls erwünscht - natürlich auch das Binen-I stehen! [Anm. der Redaktion]

 
Creative Commons CC BY-NC-ND 4.0
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  Kommentar zum Artikel von PiLoChun:
Donnerstag, 06.01.2011 - 19:51

Als ich folgende Worte von Hans Peter Willberg (Typograf) las:

"Ich lese, um den Sinn eines Textes oder Wortes zu verstehen. Wenn irgendein Umstand einen noch so geringen Bruchteil meiner Aufmerksamkeit - natürlich unbewusst - vom Inhalt ablenkt, ist das Lesen beeinträchtigt. Dann sprechen wir von schlechter Lesbarkeit."

musste ich an diesen Artikel hier denken. Genauso geht es mir nämlich immer mit diesen (meistens) unnötigen Einfügungen in Sätzen: Innen, _innen, -INNEN und was es sonst noch alles für Gendervarianten gibt. Sie machen den Text einfach schlechter lesbar. Ich stolpere immer wieder darüber beim Lesen und fange dann an, mich über diese Unsinnigkeiten aufzuregen (unsinnig weil: Zitat aus Secarts Artikel: "Im Deutschen besteht ein Unterschied zwischen Genus und Sexus; eine Gruppe im Plural im Maskulinum angesprochen schließt kein Geschlecht aus.") . Dabei will ich doch einfach nur den Text lesen und verstehen - stattdessen muss ich mich aus dem Text heraus immer wieder anschreien lassen (so empfinde ich es zumindest), dass man die Gleichberechtigung der Frauen dadurch erreicht, dass man sie von den Männern separiert.


 J Kommentar zum Artikel von Jaimee:
Sonntag, 18.03.2007 - 15:16

"Ist dem so? Verzetteln wir (also die Macher dieser Seite in ihren Artikeln und Aktivitäten) sich in nebensächlichen Fragen und verlieren dabei die Hauptfronten aus dem Blickfeld?"

Nein, ganz sicher nicht... Das wollte ich damit auch nicht sagen! Ganz im Gegenteil; diese Seite gehört zu den ganz, ganz wenigen, die nicht nur gut lesbar und informativ rüberkommt, ohne dabei in belehrenden Ton zu fallen, und ghleichzeitig noch viele wichtige Themen abdeckt :))

Ich meinte das eher allgemein, auf die Teile der Linken bezogen, die sich überwiegend in Genderfragen ergehen und dabei den Klassenkampf vollends aus dem Blickfeld verlieren: ihr gehört da ganz sicher NICHT dazu!

Also, nix für ungut, da hab ich mich einfach ungeschickt ausgedrückt!
Grüße, Jaimee


  Kommentar zum Artikel von secarts:
Dienstag, 13.03.2007 - 19:51

Das mag man so sehen. Ich sehe es anders. In meiner Antwort an hw wollte ich auf einen argumentativen Irrtum aufmerksam machen; keinesfall aber Binnen-I-Verwender mit irgendwelchen ideologischen Irrläufern auf eine Stufe stellen....
my point of view: Etwas nur deswegen mitzumachen, weil es 90% so machen, halte ich immer für bedenklich - umso mehr, wenn man genau weiß, dass es Quatsch ist.

Andererseits - und das muss ich sowohl bei hw als auch bei dir oder hardcore so verstehen - scheint die Sorge, wir könnten uns mit nebensächlichen Diskussionen verzetteln, doch sehr groß zu sein:
- "Wenn all die Energie, die schon in Argumentationen gegen das Binnen-I verwendet wurde, usw. usf!" (hw)
- "lieber mit dem blöden Binnen-I, und dafür mehr Energie in die wirklichen Fragen stecken!" (Jaimee)

Ist dem so? Verzetteln wir (also die Macher dieser Seite in ihren Artikeln und Aktivitäten) sich in nebensächlichen Fragen und verlieren dabei die Hauptfronten aus dem Blickfeld? Wenn ja, sind dies ehrliche und überdenkenswerte Kritikpunkte, die wir uns zu Herzen nehmen sollten.

Wenn nein, nehmen wir uns auch weiterhin die Freiheit heraus, gelegentlich etwas zu Themen, die nicht unmittelbar unsere wichtigsten Fronten (antifaschistischer Kampf, Arbeiterpolitik und Kampf dem eigenen Imperialismus) betreffen, zu schreiben - also den sog. "Nebenwidersprüchen", bürgerlich-demokratischen Themen oder Polemiken und Glossen in eigener Sache: das hält die Sache lebendig und interessant und bewahrt uns vor Engstirnigkeit, denn staubtrockene Bleiwüsten und hochtrabende Theorieorgane gibt's schließlich wie Sand am Meer.

...und die rund 800 Aufrufe und 26 Kommentare innerhalb von 2 Wochen beweisen sehr deutlich, dass doch irgendwie Interesse an dieser G'schicht bestehen könnte. Aus Wut über das völlig unwichtige und nebensächliche Thema klicken die Leute sicherlich nicht immer wieder darauf, oder?


 J Kommentar zum Artikel von Jaimee:
Dienstag, 13.03.2007 - 19:40

hi secarts,

jau, schon OK!

Ansonsten hast du ungefähr getroffen, was ich meine. Und ich glaube, du hängst diese Frage in deiner Polemik gegen HW einfach ein bißchen zu hoch: Ein Binnen-I zu verwenden ist für mich nicht unbedingt gleichbedeutend mit dem Vertreten grundfalscher positionen in politischen Elementarfragen. Es ist nur der vielleicht etwas ungeschickte Versuch, sprachlich Mißstände auszugleichen. Ob das sinnvoll ist, ist ein anderes Thema. Schaden tut es imho jedoch nicht.

Deswegen sage ich auch: lieber mit dem blöden Binnen-I, und dafür mehr Energie in die wirklichen Fragen stecken!


  Kommentar zum Artikel von secarts:
Dienstag, 13.03.2007 - 17:40

liebe Jaimee,

ich würde darum bitten, diese Metadiskussion jetzt einzustellen. hw hält die Diskussion zu diesem Thema augenscheinlich für wenig sinnvoll und wollte wohl genau darauf mit seinem letzten Post aufmerksam machen (deinem Einwand, warum er zu in seinen Augen sinnlosen Themen überhaupt postet, kann ich nichtsdestotrotz zustimmen).

Also: du hältst es ebenfalls für Kräfteverschwendung und politisch kontraproduktiv, an solchen Dingen Anstoß zu nehmen und würdest auch, um der Breitenwirkung willen, auf das Binen-I eingehen - habe ich das richtig verstanden? Wenn ja, gilt darauf meinerseits natürlich auch in diesem Fall die Antwort, die ich hw gegeben habe!

Gruß,
secarts


 J Kommentar zum Artikel von Jaimee:
Dienstag, 13.03.2007 - 13:36

Also, da ich jetzt schon die erste Beschwerde per PM bekommen habe

Ich wollte und will nicht HWs Argumentation in allen vorangegangenen Beiträgen als sinnlos darstellen - ganz im Gegenteil: ich stimme mit hardcore und HW in der Argumentation sogar zu und sehe das ganz ähnlich.

Mir ging's lediglich um den letzten Post von HW: ich halte Null-Inhalt-Posts, also Zitieren des Vorredners mit einem Smiley dahinter, für unhöflich. Jemand gibt sich Mühe, ausführlich zu antworten, und bekommt dann so ein "Bätsch!"...


 J Kommentar zum Artikel von Jaimee:
Montag, 12.03.2007 - 18:09

interessanter Artikel + interessante Diskussion!

Aber, lieber HW:

Schöner als mit diesem Troll-No-Inhalt-Post lässt sich das Scheitern der eigenen Argumentation kaum eingestehen smiley)) Auf irgendwas einzugehen, gleich hintanzuhängen, daß es dir eigentlich nur Zeitverschwendung wäre und dann auf eine Antwort nur noch einen Smiley zu posten, ist einfach Kindergarten und schadet dem Niveau. Wer nix sagen will, solls halt lassen. Sorry.


  Kommentar zum Artikel von hw:
Samstag, 10.03.2007 - 00:06

"Schönes Schlussstatement - du provozierst geradezu, dass ich sage "dann schenk's dir doch"... smiley"

...


  Kommentar zum Artikel von secarts:
Freitag, 09.03.2007 - 14:37

@hw:

"Aber eigentlich ist's mir schon wieder um die 5 min. Leid, die da jetzt getippt hab!"
Schönes Schlussstatement - du provozierst geradezu, dass ich sage "dann schenk's dir doch"... smiley

Aber das lasse ich mal. Also von der Metaebene zurück zur Sache:
Ich will keineswegs eine Anti-Binnen-I-Sprachregelung oktroieren - ich bin mir durchaus bewußt, dass es unter Umständen, bei bestimmten Kräfteverhältnissen und bei bestimmten Bündnisprojekten nötig sein kann, auf manche (m. E. fragwürdige) Traditionen Rücksicht zu nehmen. Und ich maße mir erst recht nicht an, die Situation z. B. in Österreich von meinem Standpunkt aus erschöpfend beurteilen zu können (das solltest du wissen). Ich schrieb konkret von der Situation in der BRD (alle diese Beschwerden kamen aus der BRD und nur hier habe ich einen gewissen Überblick über die Linke) und ausschließlich für diese Seite (und auch da mit Rücksichtnahme auf die Wünsche externer Autoren - wie auch bei Übernahmewünschen unserer Artikel z. B. durch die "rotcrowd", die unsere Texte selbstverfreilich mit Binnen-Is anreichern darf!). Ob diese meine Einschätzung evtl. noch mehr abdzudecken in der Lage ist... das zu beurteilen überlasse ich dem XX- oder XY-Chromosomenbesitzenden Leser.

"Abgesehen davon hat sich das Binnen-I (zumindest in Ö.) in der Linken zu 90 % durchgesetzt, insofern weise ich die Polemik mit vegan, McDonald's etc. zurück."
Ach, lieber Gen. hw: eine Polemik stellt sich nicht den Auftrag, erschöpfend alle Aspekte einer Frage zu beleuchten - und dass es sich um eine solche handelte, hast du ja selbst erkannt :)) Warum sie dennoch trifft, obwohl sicher nicht so viele Veganer oder McDo-Boykotteure herumlaufen wie Sprachantidiskriminierer? Allen drei Aspekten ist gemein, dass sie - mehr oder weniger erfolgreich - aus dem Kleinbürgertum in die Linke transportiert wurden und definitiv an den Hauptfragen meilenweit vorbeigehen (bestenfalls; schlimmstenfalls verkleistern sie die wirklich wichtigen Punkte). Aber das muss ich sicher nicht nochmal begründen.

Und die G'schicht mit den Binnen-Is ist sicher auch nicht die Einzige, welche sich "zu 90 %" in der Linken durchgesetzt hat. Ebenfalls zu bestimmt 90 % durchgesetzt hat sich die "Erkenntnis", dass die USA den Hauptfeind aller Linken weltweit darstellen; dass der "Imperialismus" zugunsten einer nebulösen "Globalisierung" abgeschafft wurde und dass "Heuschrecken" und "Spekulanten" etwas (oder eher: DAS) "böse" am Kapitalismus sind...
Ist das Erreichen von Diskurshoheit etwa ein Grund, nicht mehr gegen ideologische Degeneration zu polemisieren??


  Kommentar zum Artikel von hw:
Donnerstag, 08.03.2007 - 20:11

"Wer hart für sein Geld arbeitet und Unterdrückung und Ausbeutung jeden Tag am eigenen Leibe zu spüren bekommt, hätte für diese kosmetischen Korrekturen völlig zu Recht nur Hohn und Spott übrig."
Da hast Du Recht.
Wenn ich aber an der Uni agitiere, kann's mitunter schaden, wenn man das Binnen-I nicht verwendet.
Ich stell mich ja auch nicht vor ein Werktor und referiere über die Diktatur des Proletariats. Agitation muss adäquat sein, darum geht's!

Abgesehen davon hat sich das Binnen-I (zumindest in Ö.) in der Linken zu 90 % durchgesetzt, insofern weise ich die Polemik mit vegan, McDonald's etc. zurück.
Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich! (ich muss es ja wissen)

Aber eigentlich ist's mir schon wieder um die 5 min. Leid, die da jetzt getippt hab!



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