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China und die Krise
  ARTIKEL[1 pic] begonnen von SeppAigner am 24.11.2009  | 1 Antwort
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NEUES THEMA24.11.2009, 16:09 Uhr
Nutzer / in
SeppAigner
SeppA
igner
• China und die Krise Nach Ausbruch der Krise im September 2008 gab es viele Spekulationen dar├╝ber, wie China davon betroffen sein w├╝rde. Der Tenor war im allgemeinen, dass das Land ├Ąhnlich zu leiden haben werde wie die westliche Wirtschaft auch. Der hohe Export-Anteil am Sozialprodukt - um die 40 % und damit nicht viel weniger als der deutsche - schien daf├╝r zu sprechen. Mittlerweile kann man die Entwicklung f├╝r das Gesamtjahr 2009 auf einer soliden Datenbasis einsch├Ątzen. Fuer die ersten neun Monaten 2009 liegen folgende Kennziffern vor:

Die Konsumg├╝terpreise fielen um 1,1 % (Das ist der erste R├╝ckgang seit 2002)
Die Herstellerpreise sanken um 6,5 %.
Die Industrieproduktion stieg um 8,7 % (im 3. Quartal um 12,4 %)
Die Pro-Kopf-Einkommen erh├Âhten sich in den st├Ądtischen Gebieten um 10,5 %, auf dem Land um 9,2 %.
Der Umsatz des Einzelhandels stieg um 15,1 %.
Das Anlageverm├Âgen wuchs um 33,4 %.
Der Export fiel um 15,2 %,
die Importe um 3,5 %.

Der Konsum trug 4 % zum Wachstum bei, Investitionen 7,3 %.

Nach einer Verbesserung der Zahlen in den letzten Monaten wird jetzt davon ausgegangen, dass die Wachstumsrate 2009 die 8 % erreichen wird. (Fr├╝here Sch├Ątzungen lagen etwas niedriger.)

China Daily News schreibt: "Gegenw├Ąrtig befindet sich die chinesische Wirtschaft in einer kritischen Periode der Stabilisierung und beschl├╝nigten Wachstums. Die Basis f├╝r eine v├Âllige Erholung muss konsolidiert werden. Die Nachfrage aus ├ťbersee ist noch schwach und es ist nach wie vor eine schwierige Aufgabe, die innere Nachfrage zu erh├Âhen und die ├Âkonomische Struktur zu adjustieren." China werde in den kommenden Monaten seine auf Kontinuit├Ąt und Stabilit├Ąt gerichtete makro├Âkonomische Politik fortsetzen, darunter eine F├Ârderung der wirtschaftlichen Belebung mittels Steuerpolitik und Foerderung des Zugangs zu Krediten. Die aggressive Politik der Ausweitung des inneren Marktes hat den R├╝ckgang des Exports weitgehend ausgleichen k├Ânnen.

In Staaten wie Deutschland wird viel dar├╝ber gesprochen, dass der Staat die Wirtschaft vor der Krise retten, wenigstens das Schlimmste verhindern etc. m├╝sse. Die westlichen Regierungen versuchen ihren B├╝rgern auch den Eindruck zu vermitteln, dass sie das k├Ânnen.
Das steht im Widerspruch zur tats├Ąchlichen Entwicklung. Trotz der Geldsch├Âpgfung aus dem Nichts und einer zus├Ątzlichen Staatsverschuldung in astronomischen H├Âhen von Tausenden Milliarden Dollar ist die Entwicklung in Produktion und Konsum weiter r├╝cklaeufig. Was sich - auf der Basis des Geldmengenwachstums ohne Gegenwert - "konsolidiert" hat, sind Aktienkurse, Renditen - Buchgewinne, die der weiter wuchernden Spekulation zu verdanken sind. Die reale Nachfrage nach Konsumg├╝tern kann auch nicht steigen, wenn die Massenkaufkraft infolge Arbeitslosigkeit, stagnierenden oder sogar sinkenden L├Âhnen und Altersrenten abnimmt.

Der Krisenverlauf bleibt daher, mit allen sozialen Folgen, im wesentlichen sich selbst ├╝berlassen. Die staatlichen Massnahmen richten sich vorrangig darauf zu verhindern, das das Finanz- und W├Ąhrungssystem kollabiert, was einen vor├╝bergehenden Stillstand der "Realwirtschaft" zur Folge h├Ątte.

Tats├Ąchlich haben die westlichen Regierungen auch nicht recht viel mehr Mittel, der Krise zu steuern, als Steuer- und Geldmengenpolitik. Und auch dies tun sie nicht in erster Linie im Interesse der B├╝rger, sondern der Banken, Versicherungen, Fonds und Konzerne, die den entscheidenden Einfluss auf die Regierungspolitik aus├╝ben. Die neoliberale Ideologie verunm├Âglicht harte Eingriffe in die Wirtschaft unter volkswirtschaftlichen oder gar am Gemeinwohl orientierten Gesichtspunkten.

Genau das ist in China anders, und deswegen kommt dieses Land trotz aller Schwierigkeiten mit der Krise besser zurecht. Die Wirtschaft wird nach wie vor ├╝ber die F├╝nfjahrpl├Ąne makrooekonomisch gesteuert, die Kapitalisten m├╝ssen in einem gewissen Mass im Rahmen von volkswirtschaftlichen Entwicklungspl├Ąnen und damit im Rahmen politischer Zielsetzungen agieren. Nicht zuletzt befindet sich nach wie vor etwa ein Drittel der Wirtschaft in Staatshand oder in der Hand anderer kollektiver Eigent├╝mer (Kommunen, Genossenschaften), darunter wirtschaftsstrategisch wichtige Schl├╝sselbetriebe und die grosse Infrastruktur - Verkehr, Energieversorgung etc. - und nicht zuletzt ein grosser Teil der Finanzunternehmen. Vielfach hat der Staat als Minderheitsteilhaber und ├╝ber vertragliche Vereinbarungen auch in den grossen privaten Konzernen das letzte Wort oder kann mindestens bedeutenden Einfluss aus├╝ben.

Das ist genau das, was in den westlichen Staaten fehlt. Und dazu kommt, dass in China eine Regierung an der Macht ist, deren Hauptsorge die Entwicklung des Landes und des Lebensstandards der Bev├Âlkerung ist. Soweit Kapitalismus herrscht, hat dieser dem zu dienen - und es ist nicht umgekehrt, wie das in den westlichen Staaten der Fall ist.

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EDIT: FPeregrin
05.02.2020, 17:20 Uhr
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FPeregrin

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#VrChina
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