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NEUES THEMA30.01.2023, 01:41 Uhr
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arktika

• Ende der Dollardominanz in Sicht? Sollte die weltweite Dominanz des US-Dollar endlich seinem Ende entgegengehen? Eine neue Idee, die f√ľr mich als LaiIn erstmal verlockend u. zukunftstr√§chtig klingt, soll es m√∂glich machen k√∂nnen. Ich stelle das Konzept "Rohstoffgedeckte W√§hrungen" hier mal rein. Wer sich in √Ėkonomie besser auskennt als gerade ich, soll gerne mal seine/ihre Meinung dazu √§u√üern.

Am 29.01. auf RTdeutsch von Pepe Escobar:

Globaler S√ľden: Rohstoffgedeckte W√§hrungen sollen US-Dollar ersetzen

Die Einf√ľhrung von rohstoffgedeckten W√§hrungen durch den Globalen S√ľden k√∂nnte die Dominanz des US-Dollars kippen und die Wettbewerbsbedingungen im internationalen Handel ausgleichen.

Beginnen wir mit drei miteinander verbundenen, multipolar bedingten Fakten.

Erstens: Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus dem jährlichen Budenzauber des Weltwirtschaftsforums in Davos ergab sich, nachdem der saudische Finanzminister Mohammed Al-Jadaan bei einem Forum zum Thema "Saudi-Arabiens Transformation" klarstellte, dass Riad "den Handel in anderen Währungen als nur mit dem US-Dollar in Betracht ziehen wird."

Ist der Petroyuan also endlich da? M√∂glich. Aber Al-Jadaan entschied sich klugerweise f√ľr eine sorgf√§ltige Formulierung: "Wir unterhalten eine sehr strategische Beziehung zu China und wir genie√üen dieselbe strategische Beziehung zu anderen Nationen, einschlie√ülich den USA, und wir wollen diese mit Europa und mit anderen L√§ndern ausbauen."

Zweitens: Die Zentralbanken Irans und jene Russlands pr√ľfen die Einf√ľhrung einer "stabilen M√ľnze" f√ľr die Abwicklung des Au√üenhandels, die den US-Dollar, den Rubel und den Rial ersetzten soll. Die Krypto-Blase ist bereits in Aufruhr und gr√ľbelt √ľber die Vor- und Nachteile einer goldgedeckten digitalen Zentralbankw√§hrung (CBDC) f√ľr den Handel, die tats√§chlich unempfindlich gegen den zur Waffe gemachten US-Dollar sein wird.

Eine durch Gold gedeckte digitale Währung

Das wirklich Interessante dabei ist, dass diese goldgedeckte digitale W√§hrung in der Sonderwirtschaftszone von Astrachan am Kaspischen Meer besonders effektiv w√§re. Astrachan ist der wichtigste russische Hafen, der am Internationalen Nord-S√ľd-Transportkorridor (INSTC) liegt. Russland fertigt dort Fracht ab, die zuerst von Schiffen nach Iran und anschlie√üend durch Iran bis nach Westasien, Afrika, an den Indischen Ozean und nach S√ľdasien transportiert wird.

Der Erfolg des INSTC ‚Äď der zunehmend an eine goldgedeckte CBDC gebunden ist ‚Äď wird weitgehend davon abh√§ngen, ob sich gen√ľgend asiatische, westasiatische und afrikanische Nationen weigern, sich den von den USA diktierten Sanktionen sowohl gegen Russland als auch gegen Iran anzuschlie√üen.

Derzeit werden haupts√§chlich Energietr√§ger und landwirtschaftliche Produkte exportiert. Iranische Unternehmen sind der drittgr√∂√üte Importeur von russischem Getreide, gefolgt von Turbinen, Polymeren, medizinischen Ger√§ten und Bestandteilen f√ľr den Automobilbau. Allein das russisch-iranische Segment des INSTC repr√§sentiert ein Handelsvolumen von 25 Milliarden US-Dollar. Und dann ist da noch der entscheidende Aspekt bei den Energietr√§gern beim INSTC ‚Äď dessen Hauptakteure Russland, Iran und Indien sind.

Indiens Aufk√§ufe von russischem Roh√∂l sind um den satten Faktor 33 gestiegen und haben Indien zum drittgr√∂√üten √Ėlimporteur der Welt gemacht. Allein im vergangenen Dezember bezog Indien 1,2 Millionen Barrel Roh√∂l aus Russland, das sich seither noch vor dem Irak und Saudi-Arabien als Top-Lieferant f√ľr Delhi positionieren konnte.

Ein gerechteres Zahlungssystem

Drittens: S√ľdafrika hat in diesem Jahr die BRICS-Pr√§sidentschaft inne. Zugleich markiert das Jahr 2023 den Beginn einer Expansion innerhalb der BRICS+ mit Kandidaten, die von Algerien, Iran und Argentinien bis hin zur T√ľrkei, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten reichen. Der s√ľdafrikanische Au√üenminister Naledi Pandor hat eben erst best√§tigt, dass BRICS einen Weg finden will, den US-Dollar zu umgehen und damit "ein gerechteres Zahlungssystem zu schaffen, das nicht auf wohlhabendere L√§nder ausgerichtet ist".

Jaroslaw Lissowolik, der Leiter der analytischen Abteilung des Unternehmens- und Anlagegesch√§fts bei der russischen Sberbank, ist seit Jahren ein Bef√ľrworter einer engeren BRICS-Integration und der Einf√ľhrung einer BRICS-Reservew√§hrung. Lissowolik erinnerte daran, dass der erste Vorschlag zur Schaffung einer neuen Reservew√§hrung auf der Grundlage eines Korbs von W√§hrungen der BRICS-Staaten bereits 2018 vom Waldai-Club formuliert wurde.

Bereit f√ľr den R5?

Bei der urspr√ľnglichen Idee drehte es sich um einen W√§hrungskorb ‚Äď √§hnlich dem Modell des Sonderziehungsrechts (SZR) des IWF ‚Äď, zusammengesetzt aus den nationalen W√§hrungen der BRICS-Staaten und sp√§ter dann aus den W√§hrungen der erweiterten BRICS+. Lissowolik erkl√§rte, dass die Wahl der nationalen W√§hrungen der BRICS-Staaten sinnvoll war, weil "diese zu den liquidesten W√§hrungen innerhalb der Schwellenl√§nder geh√∂ren. Die Namenswahl f√ľr die neue Reservew√§hrung ‚Äď 'R5' oder 'R5+' ‚Äď basiert auf den Anfangsbuchstaben der BRICS-W√§hrungen, die alle mit dem Buchstaben R beginnen ‚Äď Real, Rubel, Rupie, Renminbi und Rand."

Die BRICS haben also bereits eine Plattform f√ľr ihre konkreten √úberlegungen f√ľr das Jahr 2023. Lissowolik merkt dazu an: "Langfristig k√∂nnte die BRICS-W√§hrung 'R5' damit beginnen, eine Rolle bei der Abwicklung von Zahlungen sowie als Reserve f√ľr W√§hrungen der Zentralbanken von Schwellenl√§ndern zu √ľbernehmen." Dabei ist nahezu sicher, dass der chinesische Yuan von Anfang an eine prominente Stellung einnehmen und seinen "bereits fortgeschrittenen Status als Reservew√§hrung" ausnutzen wird. Zu den potenziellen Kandidaten, die Teil des R5+-W√§hrungskorbs werden k√∂nnten, geh√∂ren auch der Singapur-Dollar und der Dirham der Vereinigten Arabischen Emirate.

Eher diplomatisch formulierte Lissowolik, dass "das R5-Projekt somit zu einem der wichtigsten Beitr√§ge der Schwellenl√§nder zum Aufbau eines sichereren internationalen Finanzsystems werden kann". Das R5- oder R5+-Projekt √ľberschneidet sich mit dem, was in der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) unter der Leitung des Makrowirtschaftsministers der Eurasischen Wirtschaftskommission, Sergei Glasjew, entworfen wurde.


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NEUER BEITRAG30.01.2023, 01:46 Uhr
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arktika

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Ein neuer Goldstandard

In seinem j√ľngsten Artikel "Der goldene Rubel 3.0" bezieht sich Glasjew direkt auf zwei inzwischen ber√ľchtigte Berichte des Credit-Suisse-Strategen Zoltan Pozsar, ehemals beim IWF, dem US-Finanzministerium und der New Yorker Federal Reserve besch√§ftigt: "War and Commodity Encumbrance" (Die B√ľrde von Krieg und Rohstoffen, 27. Dezember 2022) und "War and Currency Statecraft" (Krieg und monet√§re Staatskunst, 29. Dezember 2022).

Pozsar ist √ľberzeugter Bef√ľrworter eines Bretton Woods 3.0 ‚Äď eine Idee, die in der Blase, die der US-Zentralbank skeptisch gegen√ľbersteht, enormen Anklang findet. Faszinierend ist, dass der US-B√ľrger Pozsar den Russen Glasjew zitiert und umgekehrt ‚Äď was wiederum eine faszinierende Konvergenz ihrer Ideen impliziert.

Beginnen wir mit Glasjews Betonung der Bedeutung von Gold. Er weist auf die gegenw√§rtige Anh√§ufung von Barguthaben in H√∂he von mehreren Milliarden Dollar auf den Konten russischer Exporteure in "weichen" W√§hrungen bei den Banken der wichtigsten ausl√§ndischen Wirtschaftspartner Russlands hin: den EAWU-Staaten, China, Indien, Iran, T√ľrkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Anschlie√üend erkl√§rt er, wie Gold als einzigartiges Instrument zur Bek√§mpfung westlicher Sanktionen dienen kann, wenn die Preise f√ľr √Ėl und Gas, Lebensmittel und D√ľngemittel, Metalle und feste Mineralien neu berechnet werden:

"Die Bindung des √Ėlpreises in Gold auf dem Niveau von zwei Barrel pro Gramm Gold wird zu einem weiteren Anstieg des Goldpreises in Dollar f√ľhren, berechnete der Stratege der Credit Suisse, Zoltan Pozsar. Dies w√§re eine ad√§quate Antwort auf die vom Westen eingef√ľhrten 'Preisobergrenzen' ‚Äď eine Art 'Boden', ein solides Fundament. Und Indien und China k√∂nnten den Platz globaler Rohstoffh√§ndler anstelle von Glencore oder Trafigura einnehmen."

Hier sehen wir, wie Glasjew und Pozsar einhellig argumentieren und nicht wenige gro√üe Player in New York kamen dar√ľber ins Staunen.

Glasjew legt dann den Weg in Richtung Gold-Rubel 3.0 fest. Der erste Goldstandard wurde im 19. Jahrhundert von den Rothschilds eingef√ľhrt, was "ihnen die M√∂glichkeit gab, Kontinentaleuropa durch Goldkredite dem britischen Finanzsystem unterzuordnen". Der Goldene Rubel 1.0, so schreibt Glasjew, "erm√∂glichte den Prozess der kapitalistischen Akkumulation".

Der Goldene Rubel 2.0, nach Bretton Woods, "gew√§hrleistete eine rasche wirtschaftliche Erholung nach dem Weltkrieg". Dann jedoch hob der "Reformer Chruschtschow die Bindung des Rubels an Gold auf, indem er 1961 eine W√§hrungsreform durchf√ľhrte, mit der er eine tats√§chliche Abwertung des Rubels um das 2,5-Fache einleitete und damit die Bedingungen f√ľr die sp√§tere Umwandlung Russlands in ein 'Rohstoffanh√§ngsel' des westlichen Finanzsystems schuf".

Glasjew schl√§gt nun daraufhin vor, dass Russland die Gewinnung von Gold auf bis zu drei Prozent des BIP ankurbelt. Diese b√∂te die Grundlage f√ľr ein schnelles Wachstum des gesamten Rohstoffsektors, der 30 Prozent des russischen BIP ausmacht. Da Russland weltweit f√ľhrend in der Goldproduktion ist, bek√§me es in der Folge "einen starken Rubel, ein starkes Budget und eine starke Wirtschaft".

Alle Eier des Globalen S√ľdens in einem Korb

Inmitten der Diskussionen, innerhalb der EAWU eine neue W√§hrung zu entwerfen, scheint sich Glasjew auf eine W√§hrung zu konzentrieren, die sich nicht nur auf Gold, sondern teilweise auch auf die √Ėl- und Erdgasreserven der teilnehmenden L√§nder st√ľtzt. Pozsar hingegen betrachtet dies als potenziell inflation√§r: "M√∂glicherweise w√ľrde dies zu Exzessen f√ľhren, wenn man bedenkt, dass die neue W√§hrung an eine derma√üen breite Basis gebunden w√§re."

Inoffiziell geben Quellen in New Yorker Banken zu, dass der US-Dollar "ausgel√∂scht w√ľrde, da er eine nicht an reale Werte gebundene W√§hrung ist, sollte sich die Idee von Sergei Glasjew durchsetzen, diese neue W√§hrung an Gold zu koppeln. Der Grund ist, dass das System von Bretton Woods keine auf Gold basierende Deckung mehr hat und auch sonst keinen inneren Wert, wie die Kryptow√§hrung FTX gezeigt hat. Der Plan von Glasjew, die W√§hrung auch an √Ėl und Erdgas zu koppeln, scheint aufzugehen."

Tats√§chlich k√∂nnte Glasjew also die gesamte W√§hrungsstruktur f√ľr das schaffen, was Pozsar halb im Scherz die "G7 des Ostens" nannte: die aktuellen f√ľnf BRICS-Staaten plus die n√§chsten zwei neuen Mitglieder der BRICS+.

Sowohl Glasjew als auch Pozsar wissen besser als alle anderen, dass die USA bei der Gr√ľndung von Bretton Woods den gr√∂√üten Teil des Goldes der Zentralbanken besa√üen und die H√§lfte des weltweiten BIP kontrollierten. Dies war die Grundlage f√ľr die USA, um das gesamte globale Finanzsystem zu √ľbernehmen.

Jetzt widmen weite Teile der nicht-westlichen Welt Glasjew und dem Streben nach einer neuen Nicht-US-Dollar-W√§hrung mit einem neuen Goldstandard, der mit der Zeit den US-Dollar vollst√§ndig ersetzen w√ľrde, gro√üe Aufmerksamkeit. Pozsar verstand daher vollkommen, dass Glasjew die Formel eines W√§hrungskorbs so verfolgt, wie Lissowolik es vorgeschlagen hatte, genauso wie er auch den bahnbrechenden Drang zum Petroyuan verstanden hat. Er beschrieb die industriellen Auswirkungen folgenderma√üen:

"Da Russland, Iran und Venezuela, wie wir gerade erw√§hnt haben, √ľber etwa 40 Prozent der nachgewiesenen √Ėlreserven der Welt verf√ľgen und diese drei L√§nder derzeit √Ėl in Renminbi zu einem hohen Preisnachlass an China verkaufen, war die Entscheidung von BASF, die Aktivit√§ten in seinem Hauptwerk in Ludwigshafen dauerhaft abzubauen und stattdessen nach China zu verlagern, motiviert durch die Tatsache, dass China Energie zu Rabattpreisen sichern kann ‚Äď und nicht mit Preisaufschl√§gen wie in Europa."


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NEUER BEITRAG30.01.2023, 01:51 Uhr
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arktika

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Das Rennen um die Ablösung des Dollars

Eine wichtige Erkenntnis ist, dass energieintensive Gro√üindustrien nach China abwandern werden. Peking ist zu einem gro√üen Exporteur von russischem verfl√ľssigtem Erdgas (LNG) nach Europa geworden, w√§hrend Indien zu einem gro√üen Exporteur von russischem √Ėl und raffinierten Produkten wie Diesel geworden ist ‚Äď auch nach Europa. Sowohl China als auch Indien ‚Äď beides BRICS-Staaten ‚Äď kaufen unter dem Marktpreis vom BRICS-Staat Russland und verkaufen es mit einem satten Gewinn nach Europa weiter. Sanktionen? Welche Sanktionen?

Unterdessen ist der Wettlauf um die Bildung des neuen W√§hrungskorbs f√ľr eine neue W√§hrungseinheit im Gange. Der Ferndialog zwischen Glasjew und Pozsar wird noch faszinierender, da Glasjew versuchen wird, eine L√∂sung f√ľr das zu finden, wovor Pozsar gewarnt hat: "Die Erschlie√üung nat√ľrlicher Ressourcen f√ľr die Schaffung der neuen W√§hrung k√∂nnte zu einer Inflation f√ľhren, wenn die Geldmenge zu schnell zunimmt."

All dies geschieht, w√§hrend die Ukraine ‚Äď ein riesiger Abgrund an einem kritischen Knotenpunkt der Neuen Seidenstra√üe, durch den Europa von Russland und China getrennt wird ‚Äď langsam aber sicher in einem schwarzen Loch verschwindet. Das Imperium mag Europa vorerst verschlungen haben, aber was geo√∂konomisch wirklich z√§hlt, ist, ob sich die Mehrheit des Globalen S√ľdens dazu entschlie√üen kann, sich dem von Russland und China gef√ľhrten Block anzuschlie√üen.

Die wirtschaftliche Dominanz von BRICS+ ist m√∂glicherweise keine sieben Jahre mehr entfernt ‚Äď ganz gleich, welche Gemeinheiten auch immer sich der gro√üe, dysfunktionale nukleare Schurkenstaat auf der anderen Seite des Atlantiks ausdenken mag. Aber lasst uns zuerst diese neue W√§hrung zum Laufen bringen.


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#USA
#Dollar
#RohstoffgedeckteWaehrungen
#Trikont
#GlobalerSueden
NEUER BEITRAG31.01.2023, 00:08 Uhr
EDIT: Dima
31.01.2023, 00:26 Uhr
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Dima

Danke Arktika! Sehr interessant!

(sorry, too tired to write in German).. there are in the western Media a lot of debates whether such countries ("backwarded") can even operate such system WITHOUT the leadership of the west... They see that we are too stupid to do it ..it would be an earthquake for the west so it will take time and might push the west to initiate an atom war.. so steps will be done very carefully.. The disruptive capacity of the West is still huge..

for some countries whose currencies are so weak (and whole economy is almost collapsed) the direct exchange of goods is suggested.. and that is great chance to survive and stand again..



NEUER BEITRAG26.05.2023, 18:31 Uhr
EDIT: arktika
26.05.2023, 18:43 Uhr
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arktika

Ende der Dollardominanz in Sicht? Am 18. M√§rz (der originalsprachliche Text datiert vom 26.03.2023) hat amerika21 gleich f√ľnf Projekte vorgestellt, "die die Hegemonie des US-Dollars bedrohen". Eine "Bedrohung", die in sicherlich sehr vielen L√§ndern von der Masse der Menschen anders empfunden wird. smiley

F√ľnf Projekte, die die Hegemonie des US-Dollars bedrohen
Im Globalen S√ľden w√§chst das Interesse, der Vormachtstellung des Dollars auf dem Finanzmarkt entgegenzuwirken. Die Aussicht auf eine beschleunigte Entdollarisierung w√§chst


Von Misión Verdad
√úbersetzung: Susanne Schartz-Laux

Die Dominanz des US-Dollars im Welthandel begann mit der Schaffung des Bretton-Woods-Systems nach dem Zweiten Weltkrieg, das feste Wechselkurse gegen√ľber dem Dollar und einen unver√§nderlichen Dollarpreis in Gold festlegte. Selbst die Abkehr von den festen Wechselkursen in den 1970er-Jahren gef√§hrdete die Vormachtstellung des Dollars nicht. Heute jedoch w√§chst aufgrund der wachsenden Rivalit√§t zwischen den USA und Westeuropa einerseits und China, Russland und dem Iran andererseits sowie dem Aufkommen digitaler W√§hrungen die Aussicht auf eine beschleunigte Entdollarisierung.

Im Folgenden stellen wir f√ľnf Projekte vor, die gleichzeitig in Asien, dem Nahen Osten und Lateinamerika entwickelt werden und die Hegemonie des Dollars bedrohen.

Die Sur-Währung

Im Januar 2023 k√ľndigten die Staatsoberh√§upter Argentiniens und Brasiliens die Schaffung einer regionalen W√§hrung f√ľr den gegenseitigen Zahlungsverkehr namens "Sur" an. Am Vorabend des 7. Gipfeltreffens der Gemeinschaft lateinamerikanischer und karibischer Staaten (Celac) traten die beiden Pr√§sidenten Alberto Fern√°ndez und Lula da Silva auf, um die Initiative vorzustellen. Sie luden andere L√§nder der Region ein, sich dem Projekt anzuschlie√üen; Lula da Silva erkl√§rte seinerseits, dass die Initiative auf Brics 1 und Mercosur2 ausgeweitet werden sollte.

In S√ľdamerika wird schon seit einigen Jahren √ľber eine m√∂gliche W√§hrungseinheit gesprochen. Im Jahr 2007 schlug [der damalige venezolanische] Pr√§sident Hugo Ch√°vez die Schaffung einer gemeinsamen lateinamerikanischen W√§hrung (Sucre) vor, um der Hegemonie des Dollars auf dem globalen Finanzmarkt und vor allem in der lateinamerikanisch-karibischen Region entgegenzuwirken. Damals wurde die Idee verworfen. Seitdem haben sich einige Dinge ge√§ndert. Zum Beispiel der Stellvertreter-Krieg der USA und der Nato in der Ukraine gegen Russland und die beispiellosen illegalen Sanktionen.

All dies hat dazu gef√ľhrt, dass Staats- und Wirtschaftsf√ľhrer sich fragen, inwieweit der Dollar neutral ist und ob er politisch glaubw√ľrdig sein kann. So begann die Suche nach Alternativen, nach W√§hrungen, die im internationalen Handel ohne das Risiko der einseitigen Zwangsma√ünahmen verwendet werden k√∂nnen.

Im Falle Lateinamerikas w√ľrde eine W√§hrungsunion nach Sch√§tzungen der Financial Times etwa f√ľnf Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts ausmachen. Auf die gr√∂√üte W√§hrungsunion der Welt, den Euro in der Eurozone, entfallen in Dollar gerechnet etwa 14 Prozent des weltweiten BIP.

Es geht nicht nur um ein hohes BIP, sondern auch um die Kontrolle √ľber entscheidend wichtige Ressourcen. Allein Brasilien und Argentinien geh√∂ren zu den gr√∂√üten Nahrungsmittelexporteuren der Welt: Ihre Gebiete sind riesig und weisen im Verh√§ltnis zur Bev√∂lkerung einen √úberschuss an landwirtschaftlicher Nutzfl√§che auf. Argentinien ist eine der gr√∂√üten Lithiumquellen der Welt, das sich zum "neuen √Ėl" f√ľr gr√ľne Energie entwickelt; Brasilien ist reich an √Ėl und vielen anderen Ressourcen, von Metallen bis zu S√ľ√üwasser..

Die W√§hrung w√§re ein gro√üer Vorteil f√ľr den regionalen Block, wenn bestimmte Elemente integriert werden k√∂nnen, um sie tragf√§hig zu machen.

Russland, Iran und die Schaffung eines Stablecoin

Die iranische Zentralbank pr√ľft die M√∂glichkeit, gemeinsam mit Russland einen goldgedeckten Stablecoin zu schaffen, der als Zahlungsmittel im Au√üenhandel anstelle von Dollar, Rubel und iranischem Rial akzeptiert werden k√∂nnte. Alexander Brazhnikov, Exekutivdirektor der Russischen Vereinigung der Kryptoindustrie und Blockchain [Russian Association of Cryptoindustry and Blockchain, Racib], informierte die russischen Medien dar√ľber.

Stablecoin ist die Bezeichnung f√ľr Kryptow√§hrungen, deren Wert an Fiatw√§hrungen ("klassisches", von staatlichen Zentralbanken ausgegebenes Geld) oder Edelmetalle gebunden ist. Stablecoins werden in der Regel nicht als Anlagestrategie genutzt, um am Wachstum eines Verm√∂genswertes zu verdienen, sondern zur digitalen Abrechnung.

Die russisch-iranischen Beziehungen haben sich f√ľr beide L√§nder positiv entwickelt: Ab 2023 nimmt eine Sonderwirtschaftszone in Astrachan (eine russische Region, die als Fenster zum Nahen Osten dient), Lieferungen aus dem Iran an. Es wird davon ausgegangen, dass auch der Stablecoin dort seine Funktion aufnehmen k√∂nnte, hei√üt es in einem von Forbes zitierten Artikel der russischen Tageszeitung Vedomosti. Zu den langfristigen Pl√§nen des Irans geh√∂rt auch die R√ľckkehr zu einem globalen Goldstandard, einem W√§hrungssystem, bei dem der Wert der W√§hrungen in einer bestimmten garantierten Menge Gold ausgedr√ľckt wird.

Obwohl die russische Zentralbank die Verwendung von Kryptow√§hrungen als Zahlungsmittel innerhalb des eurasischen Landes ablehnt, unterst√ľtzt sie deren Einsatz bei Import- und Exporttransaktionen. Die Regulierungsbeh√∂rde plant, die Verwendung von Kryptow√§hrungen f√ľr internationale Abrechnungen als Teil eines experimentellen rechtlichen Systems zu testen, wie die Erste Stellvertretende Vorsitzende der Zentralbank, Olga Skorobogatova, im vergangenen Dezember erkl√§rte.

Es besteht die M√∂glichkeit, dass die Verwendung von Stablecoins in k√ľnftige illegale Sanktionspakete aufgenommen wird, aber es ist schwieriger, solche Abrechnungen zu verbieten, wenn sie nicht in die Eurozone oder den Dollarkreislauf gelangen oder wenn keine EU- oder US-Intermedi√§re an den Transaktionen beteiligt sind. Der Stablecoin ist ein Instrument, das unter anderem bestimmte Probleme im Zusammenhang mit √úberweisungsbeschr√§nkungen im Swift-Zahlungssystem l√∂sen k√∂nnte.


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NEUER BEITRAG26.05.2023, 18:37 Uhr
EDIT: arktika
26.05.2023, 18:40 Uhr
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arktika

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Die Vereinigten Arabische Emirate und Indien er√∂rtern Nicht-√Ėl-Handel in Landesw√§hrungen

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Indien er√∂rtern M√∂glichkeiten zur Ankurbelung des Nicht-√Ėlhandels in Rupien und Dirham. Dies gab der Au√üenhandelsminister der Emirate, Thani Al Seyudi, bekannt.

"Wir befinden uns noch in einem fr√ľhen Stadium der Gespr√§che mit Indien √ľber den Handel in Dirham und Rupien (...) Wir sprechen nur √ľber den Nicht-√Ėl-Handel". Da es sich bei einem der beteiligten Akteure um den drittgr√∂√üten Opec-Produzenten handelt, hat dies wichtige Auswirkungen auf die schrittweise Abkehr der L√§nder vom Dollar. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben lange Zeit eine W√§hrungsanbindung an den Dollar unterst√ľtzt, und der Gro√üteil des Handels in der Golfregion wird in US-W√§hrung abgewickelt.

Der gesamte bilaterale Handel zwischen den Emiraten und Indien belief sich im Jahr 2022 auf √ľber 88 Milliarden Dollar. Mit dem Handelsabkommen verfolgen beide L√§nder das Ziel, den Nicht-√Ėl-Handel in den n√§chsten f√ľnf Jahren auf den Gegenwert von zehn Milliarden Dollar in Rupien zu steigern.

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen ihren Handel mit wichtigen Partnern ausbauen und haben bereits mehrere Wirtschaftspakte mit L√§ndern wie Indien, Indonesien, der T√ľrkei, Israel und dem Vereinigten K√∂nigreich unterzeichnet.

Der Petroyuan steht kurz bevor

China hat in letzter Zeit eine Reihe von Schritten unternommen, die von seiner Entschlossenheit zeugen, mit der Weltordnung zu brechen, die die US-amerikanische Hegemonie sichert. Pr√§sident Xi Jinping hat die Brics zusammengebracht, indem er seine Sch√ľtzlinge aus Asien und Lateinamerika einlud, und er hat die Monarchen am Persischen Golf besucht.

Der chinesische Staatschef hielt sich vom 7. bis 9. Dezember 2022 in Saudi-Arabien auf, wo er mit sechs √Ėl- und Gasmonarchien des Persischen Golfs zusammentraf: Saudi-Arabien, Bahrain, Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait, Oman und Katar. Ziel des Treffens war es, die Umstellung des √Ėlhandels auf den Yuan in die Wege zu leiten.

"Gegen Ende des letzten Jahres begann Peking, Rohöl mit hohen Preisnachlässen von Moskau zu kaufen und diese Käufe in Yuan statt in Dollar abzuwickeln, wodurch der sogenannte Petroyuan entstand", heißt es in einem Artikel von Business Insider.

Der Yuan wird zur Ankurbelung des √Ėlhandels eingesetzt werden. Xi Jinping hat erkl√§rt, dass China seine √Ėlimporte aus dem Iran in den n√§chsten drei bis f√ľnf Jahren erh√∂hen wird. Aber es wird auch an einer umfassenden Energiekooperation mit anderen L√§ndern in der Region arbeiten. Das k√∂nnte Investitionen in die Petrochemie, die Kunststoffindustrie und gemeinsame Explorationen im S√ľdchinesischen Meer einschlie√üen. Peking plant, all dies bereits ab 2025 in Yuan an der Shanghaier √Ėl- und Erdgasb√∂rse (Sosgex) zu bezahlen.

Brics auf dem Weg zu einer gemeinsamen Währung

Die aggressive US-Politik gegen√ľber Russland in Form der Blockierung von Devisenreserven hat andere L√§nder dazu gezwungen, nicht nur √ľber die Entdollarisierung zu reden und verschiedene "Fahrpl√§ne" zu erstellen, sondern realistisch zu handeln. Derzeit erw√§gt der Brics-Wirtschaftsblock die Schaffung eines Brics-basierten W√§hrungskorbs.

Pr√§sident Wladimir Putin k√ľndigte dies Ende Juni 2022 an, und Ende Januar 2023 informierte Russlands Au√üenminister Sergej Lawrow, dass die Idee auf dem Gipfeltreffen im August in S√ľdafrika diskutiert werden wird.

Die 2006 als Zusammenschluss von vier L√§ndern gegr√ľndete Gruppe nahm 2010 S√ľdafrika als Mitglied auf, und in den letzten Monaten haben sechs L√§nder ihren Beitritt beantragt oder ihre Absicht bekundet: Iran, Argentinien, √Ągypten, die T√ľrkei, Saudi-Arabien und Algerien3. Die Brics stellen inzwischen fast die H√§lfte der Weltbev√∂lkerung, ein Viertel des globalen BIP und die H√§lfte des BIP der G7, wenn man den Nennwert zugrunde legt.

Die Ablehnung des Dollars durch zumindest einige dieser Länder könnte sich besonders auf die USA auswirken, die Waren in aller Welt ausschließlich mit ihrer Währung kaufen.

Was den Brics-Vorschlag vor allem anziehend macht, ist, dass es keine Abhängigkeit von den USA und der Europäischen Union mehr gibt. Der Einsatz der Wirtschaft als politisches Druckmittel hat das Ansehen dieser beiden Akteure als verlässliche Partner im internationalen Handel untergraben.

Eine Brics-W√§hrung k√∂nnte in den kommenden Jahren zum wahrscheinlichsten Konkurrenten des Dollars werden, allerdings muss der Prozess zun√§chst die Tatsache √ľberwinden, dass diese L√§nder noch keinen integrierten Verbund mit engen wirtschaftlichen Beziehungen bilden.

Die Einf√ľhrung einer Brics-Gemeinschaftsw√§hrung h√§ngt in hohem Ma√üe vom politischen Willen und der Zustimmung der Mitgliedsl√§nder ab, einen solchen Mechanismus als Teil der Umsetzung der W√§hrungspolitik zu nutzen. Als Reserve- oder Zahlungsinstrument in der Au√üenwirtschaft und im Au√üenhandel ist sie f√ľr die Brics-L√§nder selbst von Vorteil, da sie die Stabilit√§t ihrer Finanzsysteme erh√∂hen und ihre Souver√§nit√§t st√§rken w√ľrde.


1. Der Brics-Gruppe geh√∂ren derzeit Brasilien, Russland, Indien,China und S√ľdafrika an
2.Das Regionalb√ľndnis "Gemeinsamer Markt des S√ľdens" (Mercosur) besteht aus Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay. Venezuela wurde 2017 aus politischen Gr√ľnden ausgeschlossen
3.Laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow sind auch Mexiko, Indonesien und eine Reihe afrikanischer Länder an einer Brics-Mitgliedschaft interessiert


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NEUER BEITRAG26.05.2023, 19:03 Uhr
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arktika

Ende der Dollardominanz in Sicht? Folgerichtig findet sich dann auch am 10. Mai ein Artikel auf amerika21, der sich mit der Frage der M√∂glichkeit einer Entdollarisierung Lateinamerikas befa√üt und dabei warnt, da√ü unter rechten Regierungen der Ausstieg aus der Dollarisierung auf Kosten der Mehrheit der Bev√∂lkerung erfolgen w√ľrde. Der Artikel liefert dabei einen ausf√ľhrlichen historischen Hintergrund der Dollarisierung, die eigentliche Fragestellung laut √úberschrift wird dabei m. E. zu wenig beantwortet. Ist aber wegen der Historie lohnend.

Von Juan J. Paz y Mi√Īo Cepeda:

Ist die Entdollarisierung Lateinamerikas möglich?
Unter rechten Regierungen w√ľrde der Ausstieg aus der Dollarisierung auf Kosten der Mehrheit der Bev√∂lkerung erfolgen


Das Ende des Zweiten Weltkriegs war ein hoffnungsvoller Moment f√ľr die Menschheit. Die Organisation der Vereinten Nationen, die kurz zuvor (am 25. April 1945) als Ersatz f√ľr den V√∂lkerbund (1919) gegr√ľndet worden war, verabschiedete am 25. Juni die UN-Charta, die zun√§chst von 51 L√§ndern unterzeichnet wurde.

Sie hatte folgende Ziele: Förderung und Erhaltung des Friedens in der Welt, Pflege freundschaftlicher Beziehungen zur Beilegung von Konflikten, Schutz der Menschenrechte, wirtschaftliche Entwicklung und Achtung der vereinbarten internationalen Normen.

Im Jahr 1948 verk√ľndete die UNO die Allgemeine Erkl√§rung der Menschenrechte und neue Staaten traten der Organisation bei, die heute 193 Mitglieder hat.

Fast parallel dazu bildete die Konferenz von Bretton Woods (1944) den Ausgangspunkt f√ľr den Versuch einer wirtschaftlichen Globalisierung, wenn auch unter amerikanischer Hegemonie.

Dort wurden der Internationale W√§hrungsfonds (IWF) und die Internationale Bank f√ľr Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD, bekannt als Weltbank) ins Leben gerufen, die die Aussicht auf eine Koordinierung in zwei Bereichen konkretisierten: im monet√§r-finanziellen und im Entwicklungsbereich.

Im Bereich des Handels war es schwieriger, eine Einigung zu erzielen, obwohl 1948 das GATT (General Agreement on Tariffs and Trade) in Kraft trat, das de facto fast ein halbes Jahrhundert lang, wenn auch auf provisorischer Basis und ausschließlich den Warenhandel betreffend, zwischen den Vertragsparteien funktionierte.

Das unregelm√§√üige Funktionieren des GATT f√ľhrte zur Uruguay-Runde (1986 bis 1994), aus der die Welthandelsorganisation (WTO, 1995) hervorging, die einen f√ľr alle Mitglieder rechtsverbindlich geregelten Weltmarkt nicht nur f√ľr den Warenhandel, sondern auch f√ľr den Handel mit Dienstleistungen und dar√ľber hinaus f√ľr das geistige Eigentum konsolidierte. Bis 1997 waren 132 L√§nder der WTO beigetreten, darunter praktisch alle lateinamerikanischen L√§nder einschlie√ülich Kuba.

Andererseits wurde im Zuge der Vereinbarungen von Bretton Woods der US-Dollar als internationale Tausch- und Reservew√§hrung eingef√ľhrt. Es handelte sich um die Konsolidierung eines Systems, das praktisch schon seit Jahren eingef√ľhrt war, als die L√§nder den "Goldstandard" aufgaben, weil es ausreichte, den Dollar als Referenz zu nehmen, da die Federal Reserve (FR) die Golddeckung beibehielt (Gold Exchange Standard). 1971 gaben die USA unter Richard Nixon ihren Goldstandard auf. Dies √§nderte jedoch nichts an der Vorherrschaft des Dollars im internationalen Handel und in den Finanzbeziehungen.

Lange vor der Gr√ľndung der UNO und den Bretton-Woods-Abkommen, auf dem H√∂hepunkt der US-amerikanischen Expansion, wurden die L√§nder Lateinamerikas zum Ersten Panamerikanischen Finanzkongress eingeladen, der im Mai 1915 in Washington stattfand. Eine gro√üe Gruppe nordamerikanischer Bankiers und drei Vertreter aus jedem der 18 L√§nder nahmen daran teil: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Kuba, Dominikanische Republik, Ecuador, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, El Salvador, Uruguay und Venezuela.

Zur Delegation der Republik Ecuador, die damals von dem liberalen F√ľhrer Leonidas Plaza Guti√©rrez (1912-1916) pr√§sidiert wurde, geh√∂rten Dr. Juan Cueva Garc√≠a, Dr. Vicente Gonzales B. und Dr. Enrique Gallardo.

Die Ziele dieses Kongresses waren unter anderem, "engere und zufriedenstellendere Finanzbeziehungen herzustellen", die vom Krieg beeinträchtigten europäischen Kredite "durch Kredite aus den USA zu ersetzen", in allen Ländern Zweigstellen oder Agenturen der Federal Reserve einzurichten und eine "einheitliche Gesetzgebung" zur Durchsetzung des "Goldstandards" zu erreichen.

Diese monroistischen Ziele wurden jedoch nicht verwirklicht. So trat Lateinamerika erst nach dem Zweiten Weltkrieg dem System der Vereinten Nationen bei, indem es deren Charta und die Erklärung der Menschenrechte unterzeichnete. Die Staaten Lateinamerikas schlossen sich auch den durch die Bretton-Woods-Abkommen geschaffenen Institutionen an. In diesem Rahmen war die Hegemonie des Dollars unbestreitbar.

Panama verwendet den Dollar seit seiner Abspaltung von Kolumbien (1903), Argentinien hatte zeitweise die "Konvertibilit√§t" seiner W√§hrung mit dem Dollar eingef√ľhrt (1991), Ecuador hat seine Wirtschaft im Jahr 2000 auf den Dollar umgestellt, und andere L√§nder der Region haben eine De-facto-Dollarisierung ihrer Wirtschaft.


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NEUER BEITRAG26.05.2023, 19:06 Uhr
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arktika

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Der Krieg in der Ukraine hat die internationalen Verhältnisse des 21. Jahrhunderts auf unerwartete Weise verändert.

Der Institutionalismus der UN und eine "regelbasierte Welt" haben den ungerechtfertigten Interventionismus der Großmächte in verschiedenen Ländern nicht aufgehalten. Es gibt eine lange Geschichte von Auferlegungen, Interventionen, Drohungen und Sanktionen der USA gegen lateinamerikanische Länder.

Nachdem der Dollar als politisches und wirtschaftliches Instrument eingesetzt wurde, um sich auf dem Kontinent durchzusetzen, hat die Konfiguration einer neuen multipolaren Welt im 21. Jahrhundert, in der der Aufstieg Chinas, Russlands, der Brics und anderer Regionen hervorsticht, auch begonnen, das zu verändern, was bis vor dem Krieg in der Ukraine als unschlagbare Hegemonie des Dollars und des Swift-Systems galt.

Dies wurde in mindestens zwei einschlägigen Artikeln festgestellt: dem von Renaud Girard in Le Figaro und einem weiteren von Peter C. Earle vom American Institute for Economic Research (AIER)

Es ist klar, dass bilaterale Handelsabkommen zur Verwendung nationaler W√§hrungen zunehmen (Indien, Iran, Dubai, Malaysia, Pakistan, Saudi-Arabien), w√§hrend Russland und China ihre eigenen Zahlungssysteme geschaffen haben; die Brics-Staaten entfernen sich ebenfalls vom Dollar und planen eine gemeinsame Fiat-W√§hrung; Brasilien und China haben sich darauf geeinigt, in ihren eigenen W√§hrungen zu handeln; Brasilien und Argentinien diskutieren √ľber eine gemeinsame Fiat-W√§hrung; und eine Reihe afrikanischer L√§nder planen den Handel mit Wertpapieren, die mit seltenen Erden oder Metallen unterlegt sind.

In den USA herrschte daher nicht nur Unmut, sondern Alarm. Denn während ein massiver Ausstieg aus dem Dollar kurzfristig nicht in Sicht ist, wird die Abkehr vom Dollar doch langfristig erwartet und ist nach Ansicht des AIER ein unaufhaltsamer Trend. Ist das möglich?

Lateinamerika wird diese ungewisse wirtschaftliche Zukunft, die sich auf den Dollar auswirkt, bewerten m√ľssen, insbesondere in L√§ndern, die informell oder vollst√§ndig "dollarisiert" sind.

In Ecuador haben Sprecher der politischen Rechten den Ausstieg aus der Dollarisierung bereits in Folge der Pandemie als unvermeidlich bezeichnet. Ihre Sorge ist offen unternehmerischer Natur.

Und genau darin liegt das Problem, denn wenn das gleiche wirtschaftsneoliberale und oligarchische Modell, das 2017 [Pr√§sidentschaft Len√≠n Morenos] wiederhergestellt und ab 2021 [Pr√§sidentschaft Guillermo Lassos] konsolidiert wurde, auch in Zukunft fortgesetzt wird, w√ľrde eine "Entdollarisierung" in den H√§nden rechter Regierungen in dem Glauben erfolgen, dass die Wirtschaftseliten dadurch nicht verlieren. Die "Entdollarisierung" w√ľrde auf Kosten der Mehrheit der Bev√∂lkerung erfolgen.

Das Land hat bereits genug Erfahrung mit dieser Art von wirtschaftlichen "Lösungen", mit der Sucretisierung (1983) und der Resucretisierung (1987)1 der in US-Dollar aufgenommenen privaten Auslandsschulden, den millionenschweren Bankenrettungen und der Bankenschließung (1999/2000) sowie der Dollarisierung selbst, die aufgrund einer Reihe von vorteilhaften Ergebnissen zumindest bis jetzt aufrechterhalten wurde.

Vor diesem Hintergrund w√ľrde die "Entdollarisierung", die in Lateinamerika Anlass zur Sorge bereiten k√∂nnte, unter Kontrolle einer Regierung der Unternehmen mit Sicherheit zu einer Verschlechterung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bev√∂lkerung f√ľhren.


1. Durch diese umstrittene Ma√ünahme w√§hrend der Amtszeit der neoliberalen Regierung Oswaldo Hurtados (1983) wurden 1,63 Milliarden in Dollar aufgenommene Schulden des Privatsektors durch die Zentralbank √ľbernommen. Diese verpflichtete die betroffenen Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen zur R√ľckzahlung der Schulden in Sucre. Die Ma√ünahme wirkte durch die starke Abwertung des Sucre als massive Subventionierung der Eliten durch den Staat. Die 1987 durch die rechtsgerichtete Regierung Febres-Corderos beschlossene Resucretisierung f√ľhrte zu weiteren Vorteilen f√ľr die betroffenen Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen. Link ...jetzt anmelden! S. 177-178

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NEUER BEITRAG26.05.2023, 20:22 Uhr
EDIT: arktika
26.05.2023, 20:41 Uhr
Nutzer / in
arktika

Ende der Dollardominanz in Sicht? Sollte der Yuan das Rennen machen? Zumindest f√ľr S√ľdamerika scheint derzeit einiges daf√ľr zu sprechen. Gleich mehrere L√§nder interessieren sich daf√ľr als Alternative zum Dollar, so z. B. Brasilien:

Brasilien und China einigen sich auf Handel in ihren Landeswährungen

Beijing. Die staatliche brasilianische Agentur f√ľr Export- und Investitionsf√∂rderung (Apex) hat den Beginn des bilateralen Handels zwischen China und Brasilien in ihren lokalen W√§hrungen Yuan und Real bekannt gegeben. Der US-Dollar ist damit als Zahlungsmittel ausgeschlossen.

W√§hrend des brasilianisch-chinesischen Wirtschaftsseminars in Chinas Hauptstadt wurden in Anwesenheit von Regierungsvertretern beider L√§nder und rund 500 Gesch√§ftsleuten zwei erste Vereinbarungen zur Umsetzung des Mechanismus unterzeichnet. Brasiliens Pr√§sident Luiz In√°cio Lula da Silva, der bei dem Seminar sprechen wollte, musste seinen f√ľr 27. bis 31. M√§rz geplanten Staatsbesuch in China aus Gesundheitsgr√ľnden absagen.

Das erste Abkommen sieht vor, dass die brasilianische Bank BBM mit Sitz in Salvador, die seit 2015 von der chinesischen Bank of Communications (Bocom) kontrolliert wird, dem China Interbank Payment System (CIPS) beitritt, der Alternative des Landes zu Swift.

[...]

Das zweite in Beijing geschlossene Abkommen sieht die Einrichtung einer Verrechnungsstelle vor, die als Bank den Abschluss von Geschäften und Krediten ohne den Dollar ermöglicht.

[...]


Am 2. April von Telesur auf amerika21 unter Link ...jetzt anmelden!


Am 01.05.2023 folgt ein Text von Christian Betov zu einem Abkommen zwischen Argentinien und China:

Argentinien bezahlt Importe aus China in Yuan

Buenos Aires. Die argentinische Zentralbank erm√∂glicht Unternehmen jetzt Zahlungen von Importen aus der Volksrepublik China in der chinesischen Landesw√§hrung Yuan. Dies soll die Notwendigkeit von Ank√§ufen von US-Dollar verhindern, die dann wiederum in Yuan umgewandelt w√ľrden, was die Kosten importierter Waren erh√∂ht.

Die direkte Zahlung in Yuan hat den zus√§tzlichen Vorteil, dass Erlaubnisse von Importen aus China anstelle der √ľblichen 180 Tage nur noch 90 Tage ben√∂tigen werden.

Außerdem werden so die bereits geringen Dollar-Reserven der argentinischen Zentralbank geschont, [...]

Der Entscheidung geht ein Abkommen zwischen Argentinien und China voraus, ein sogenannter Währungs-Swap, wonach beide Länder ihre jeweiligen Währungen im Gesamtwert von 130 Milliarden Yuan (etwa 19,2 Milliarden Dollar) zu einem abgemachten Wechselkurs austauschen und somit Fremdwährungsreserven im jeweils anderen Land entstehen. [...] Die Bitte um direkte Zahlungen in Yuan kam letztes Jahr von Seiten der argentinischen Regierung.

[...]

Die chinesische Zentralbank erm√∂glicht solche Zahlungsvereinbarungen als Teil einer Langzeitstrategie, mit der das Gewicht des US-Dollars im weltweiten Handel gesenkt werden soll. Darum bem√ľhen sich verst√§rkt auch die √ľbrigen L√§nder der Brics-Gruppe ‚Äí Brasilien, Russland, Indien und S√ľdafrika ‚Äí sowie zahlreiche L√§nder des Globalen S√ľdens.


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Auch Bolivien soll planen, den Yuan f√ľr Finanztransaktionen im Au√üenhandel zu nutzen. Grund: Liquidit√§tsprobleme beim US-Dollar.
Hierzu schreibt Lia Helguero Kandt am 18.05. auf amerika21

Wegen sinkender Dollarreserven pr√ľft Bolivien die Verwendung von Yuan f√ľr den Au√üenhandel

La Paz. Die Regierung von Luis Arce in Bolivien will den chinesischen Yuan f√ľr Finanztransaktionen im Au√üenhandel nutzen. Grund sind Liquidit√§tsprobleme beim US-Dollar. [...]

[...]

Besonders positiv hervorzuheben sei, dass nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) Bolivien mit 2,2 Prozent im September 2022 das Land mit der niedrigsten Nahrungsmittelinflation in Lateinamerika ist. Die höchsten Raten sind derweil mit 110,4 Prozent in Venezuela und mit 86,6 Prozent in Argentinien zu verzeichnen.

[...]

Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist zudem von 2021 auf 2022 um 7,4 Prozent auf 3.691 US-Dollar gestiegen und die Arbeitslosenquote von elf Prozent im Jahr 2020 auf vier Prozent im Jahr 2022 gesunken. Die extreme Armut habe sich von 13,7 Prozent im Jahr 2020 auf 11,1 Prozent im Jahr 2021 verringert.

[...]


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#Yuan
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