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Bereits zum dritten Mal innerhalb eines Jahres protestierten bundesweit Sch├╝lerInnen und Studierende gegen die katastrophalen Zust├Ąnde im Bildungswesen. Im November 2008 begann der Protest mit dem "Schulstreik", an dem 125 000 Sch├╝lerInnen teilnahmen. Im Juni 2009 gingen ├╝ber 270 000 Sch├╝lerInnen, Studierende, Auszubildende und viele weitere Unterst├╝tzerInnen auf die Stra├če. Zum Auftakt des angek├╝ndigten "hei├čen Herbstes" beteiligten sich jetzt am 17. November nach Angaben der Koordinatoren 85 000 vor allem junge Menschen. In einer Erkl├Ąrung des "Bundesweiten Bildungsstreiks" hei├čt es: "Auch auf europ├Ąischer - und vereinzelt auch auf globaler Ebene - markierte der 17. November 2009 einen wichtigen Tag. Als Teil der ┬┤Global Week of Action┬┤ fanden u. a. in Italien (150 000 Menschen in ├╝ber 50 St├Ądten), in ├ľsterreich, in Frankreich (in ├╝ber 20 St├Ądten), in der Schweiz und in Polen Kundgebungen, Demonstrationen und Schulblockaden statt. ... In ├ľsterreich und Deutschland besetzen seit Wochen Studierende H├Ârs├Ąle in ihren Hochschulen, um auf die miserablen Bildungsbedingungen und einen fehlenden freien Zugang zu Bildung aufmerksam zu machen." Verbal viel Verst├Ąndnis findet die protestierende Jugend bei der deutschen Politik und in unseren Medien. Doch Aktivisten wie Timm Opitz aus Bonn klagen an: "Solange die PolitikerInnen nur hohle Absichtserkl├Ąrungen f├╝r Proteste ├╝brig haben und die Sch├╝lerInnen ignoriert werden, wird der Bundesweite Bildungsstreik weitergehen." Daf├╝r sprich auch, dass immer mehr polizeiliche R├Ąumungen von besetzten Schulen und Hochschulen gemeldet werden. Eine Kriminalisierung ist nicht ausgeschlossen, denn selten wird auf die Feststellung der Personalien verzichtet.

Daf├╝r, dass die Proteste weitergehen, spricht auch, dass die Forderungen den Rahmen b├╝rgerlicher Bildungspolitik weitgehend sprengen. Zum Forderungskatalog geh├Âren eben nicht nur kleinere Klassen und Seminare sowie mehr Lehrpersonal an Schulen und Hochschulen, sondern auch ein freier Bildungszugang f├╝r jede/n, die Abschaffung von s├Ąmtlichen Bildungsgeb├╝hren wie Studien-, Ausbildungs- und Kita-Geb├╝hren, Abschaffung von Kopfnoten und des sozial selektiven mehrgliedrigen Schulsystems; au├čerdem sollen Gro├čkonzerne und das Milit├Ąr auf Schulen und Hochschulen keinen Einfluss mehr haben.

Angesichts der Diskrepanz zwischen der neoliberalen Bildungspolitik und den Anspr├╝chen der Jugend d├╝rfte der hei├če Herbst noch einige Zeit anhalten.

 
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