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Woher kommt der 1. Mai?

Am 1. Mai 1886 beginnt in den USA ein mehrt√§giger Generalstreik f√ľr die Einf√ľhrung des Achtstundentages. An ihm nehmen etwa 350.000 Arbeiter in den gro√üen Industriezentren des Landes teil.
Vom 14. Bis 20. Juli 1889 findet - mit tatkr√§ftiger Hilfe von Friedrich Engels - ein internationaler Arbeiterkongre√ü in Paris statt. Hier beraten fast 500 Delegierte von sozialistischen Parteien, Gruppen und Arbeiterorganisationen aus allen europ√§ischen L√§ndern, Argentinien, Ru√üland und den USA. Sie einigen sich darauf, ab 1890 jeden 1. Mai als internationalen Kampftag der Arbeiterklasse f√ľr den Achtstundentag durchzuf√ľhren. Und das in einer Situation, in der die Arbeiter in Deutschland t√§glich 11 Stunden an sechs Tagen (von Montag bis einschlie√ülich Samstag) schuften m√ľssen.

F√ľr den Sechsstundentag und die Arbeitereinheit!

Heute hei√üt es dagegen am 1. Mai unbedingt f√ľr die gesetzliche Einf√ľhrung des Sechsstundentages streiten (macht bei einer F√ľnftagewoche die 30 Stundenwoche mit vollem Lohn- und Personalausgleich). Denn nur mit einer massiven Arbeitszeitverk√ľrzung kann der Tendenz der kapitalistischen Wirtschaft (ein Heer von Arbeitslosen zu schaffen, die industrielle Reservearmee) entgegengewirkt werden, die schon Karl Marx in seinem Werk ¬ďDas Kapital¬Ē beschrieben hat: Auf der einen Seite werden immer weniger Arbeiterinnen und Arbeiter f√ľr die Produktion gebraucht. Es gibt Rationalisierung, Entlassungen und die Arbeitslosigkeit steigt weiter an (so haben wir heute weit √ľber 8 Millionen Arbeitslose in Deutschland). W√§hrend die noch im Betrieb verbleibenden Arbeiterinnen und Arbeiter immer l√§nger arbeiten sollen (Rente mit 67, Wiedereinf√ľhrung der 40-Stundenwoche etc.). Karl Marx beschreibt das so: ¬ďDie √úberarbeit des besch√§ftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, w√§hrend umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere aus√ľbt, die sie zur √úberarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem M√ľ√üiggang durch √úberarbeit des anderen Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Ma√üstab.¬Ē1
Deswegen brauchen wir das enge Kampfb√ľndnis der gesamten Arbeiterklasse, egal ob wir als Arbeiter (noch) im Betrieb malochen oder (schon) als Arbeitslose registriert sind, besonders am 1. Mai. Eine weitere politische Forderung, die der Arbeiterklasse in ihrer Gesamtheit zugute kommt, sind die Forderungen nach einem gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 10 Euro pro Stunde und nach 500 Euro Arbeitslosengeld II plus √úbernahme der Mietkosten.

Nieder mit dem kapitalistischen Lohnsystem!

Doch auch wenn diese √∂konomischen Forderungen der Arbeiterinnen und Arbeiter, erk√§mpft werden k√∂nnen, so ist die Arbeiterklasse jedoch immer noch Opfer des kapitalistischen (Lohn-)Systems. Denn ¬ď(w)enn der Arbeitslohn f√§llt, so steigt der Profit; und wenn der Arbeitslohn steigt, so f√§llt der Profit¬Ē2 So dr√ľckt Karl Marx in seiner Schrift ¬ďLohn, Preis und Profit¬Ē den unvers√∂hnlichen Interessengegensatz von Kapitalist und Arbeiter aus.
Bereits vor 21 Jahren stellt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in einer Studie fest, da√ü in bestimmten Industriebereichen die Arbeiter in der Stunde ganze vier Minuten f√ľr ihren Lohn arbeiten m√ľssen (einschlie√ülich den sog. ¬ďLohnnebenkosten¬Ē, Sozialleistungen usw.) Den Rest malochen sie f√ľr das Kapital. Ganze drei Jahre ihres Arbeitslebens schaffen die Arbeiter f√ľr sich, die restlichen Jahrzehnte (wenn m√∂glich ca. 44 Jahre) geh√∂ren sie ihrem Ausbeuter. Die Gesellschaft wird zwar immer reicher, andererseits verarmen immer mehr Menschen.

Der Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter kann nur ein Ende gesetzt werden, wenn sie die Kapitalisten fortjagen und deren Staat zerschlagen, um ihren Staat - die Diktatur des Proletariats - zu errichten, um den Sozialismus aufbauen zu k√∂nnen. Da√ü dies m√∂glich ist und die Arbeiterklasse erfolgreich sein kann, hat die internationale Arbeiterklasse gezeigt mit der Gro√üen Sozialistischen Oktoberrevolution unter F√ľhrung der Bolschewiki vor 90 Jahren in Ru√üland, dem sozialistischen Aufbau in der Sowjetunion unter W.I. Lenin und J.W. Stalin sowie in verschiedenen anderen sozialistischen L√§ndern der Welt.

Am 1. Mai m√ľssen wir diese historischen Erfolge der Arbeiterklasse propagieren und f√ľr einen neuen Anlauf zum Sozialismus in der Arbeiterklasse und besonders in den DGB-Gewerkschaften werben. Denn: ¬ďGewerkschaften tun gute Dienste als Sammelpunkte des Widerstands gegen die Gewalttaten des Kapitals. Sie verfehlen ihren Zweck zum Teil, sobald sie von ihrer Macht einen unsachgem√§√üen Gebrauch machen. Sie verfehlen ihren Zweck g√§nzlich, sobald sie sich darauf beschr√§nken, einen Kleinkrieg gegen die Wirkungen des bestehenden Systems zu f√ľhren, statt gleichzeitig zu versuchen, es zu √§ndern, statt ihre organisierten Kr√§fte zu gebrauchen als einen Hebel zur schlie√ülichen Befreiung der Arbeiterklasse, d.h. zur endg√ľltigen Abschaffung des Lohnsystems¬Ē3

Zur Geschichte des 1. Mai4

Seit √ľber 100 Jahren ist der 1. Mai der internationale Kampftag der Arbeiterklasse. Die herrschende Klasse versuchte unz√§hlige Male diesen Tag der Arbeiterklasse zu rauben oder ihm den revolution√§ren Inhalt zu nehmen. Seitens der staatstreuen Gewerkschaftsf√ľhrungen wird immer wieder versucht, diesen Kampftag zu einem seichten Feiertag verkommen zu lassen, an welchem sie mit Bratwurst und Kapelle ihre reformistischen Forderungen verk√ľnden.

La√üt uns aus der Geschichte und den Erfahrungen der revolution√§ren Arbeiterbewegung lernen. Es liegt an uns, den 1. Mai wieder zu einem Tag zu machen, an welchem der Kampfwille der Arbeiterklasse deutlich wird, an welchem wir gemeinsam und entschlossen f√ľr unsere Forderungen und Ziele auf die Stra√üe gehen.

Die Anfänge

1. Mai 1886, mehrt√§giger Generalstreik f√ľr die Einf√ľhrung des Achtstundentages in den USA. Es kommt zu blutigen Zwischenf√§llen zwischen den Streikenden und der Polizei.

Am 4. Mai findet auf dem Haymarket in Chicago eine Protestveranstaltung statt. Als die Polizei anr√ľckt, z√ľnden Provokateure ein Bombe. Die Sch√ľsse der Polizei und die Explosion fordern 11 Todesopfer. 8 Arbeiter werden des Mordes angeklagt. 4 von ihnen ein Jahr sp√§ter hingerichtet. Diese Vorg√§nge sind der Anla√ü f√ľr den Beschlu√ü des internationalen Arbeiterkongresses von Paris, j√§hrlich am 1. Mai den internationalen Kampftag f√ľr den Achtstundentag durchzuf√ľhren.

Die Reaktion in Deutschland r√ľstet sich f√ľr den ersten 1. Mai

Der deutsche Staat, Milit√§r und Justiz sorgen vor. Das Innenministerium erlie√ü f√ľr Unternehmer und Streikbrecher polizeilichen Schutz und bereitete die Milit√§rbeh√∂rden vor. Bismarck erkl√§rte, da√ü es feige sei, dem Druck einer Demonstration nachzugeben: ¬ďZuweilen besteht das echte Wohlwollen darin, Blut zu vergie√üen: Das Blut einer aufr√ľhrerischen Minorit√§t, und zwar zur Verteidigung der ruheliebenden und dem Gesetz gehorchenden Majorit√§t.¬Ē Auch die Kapitalisten r√ľsten sich!

So lud man in Hamburg im April 1890 noch schnell zur Gr√ľndung eines Arbeitgeberverbandes ein. Innerhalb weniger Tage sammelten die Verbandsmitglieder f√ľr ihren ¬ďKampffonds¬Ē 2 Millionen Mark! Weiter wurde mit Aussperrung, Entlassungen und Lohnk√ľrzungen gedroht.

Der erste proletarische Kampfmai 1. Mai 1890

Die ¬ďerste internationale Tat der k√§mpfenden Arbeiterklasse¬Ē (Friedrich Engels). H√∂hepunkte waren Massendemonstrationen in Wien, Barcelona und in London mit 300.000 Teilnehmern. In Deutschland legten 200.000 Arbeiterinnen und Arbeiter die Arbeit nieder. Trotz der massiven Repressionen folgten weltweit gro√üe Teile der Arbeiterschaft dem Aufruf ihrer Organisationen. An vielen Orten zogen die Arbeiter schon morgens zu Tausenden ins Freie. Es war bei Strafe verboten rote Fahnen bei sich zu tragen und die Polizei st√ľrzte sich auf alles, was rot war, egal ob Regenschirm oder Taschentuch.

Am 2. Mai setzten die Fabrikanten ihre Drohungen in die Tat um und antworteten mit Aussperrung und Entlassungen. Sie verteilten ¬ďschwarze Listen¬Ē mit Namen aller ¬ďAgitatoren¬Ē und ¬ďGema√üregelten¬Ē. Die Ausgesperrten hatten nahezu keine Chance in einem anderen Betrieb unterzukommen, viele mu√üten ihre St√§dte verlassen. Die Massenaussperrungen forderten von SPD und Gewerkschaften derartige Opfer, da√ü sogar das starke sozialdemokratische Bollwerk Hamburg f√ľr l√§ngere Zeit kampfunf√§hig wurde.

1892

Der Aufstand von Lodz. Unter dem Eindruck der Maifeiern entwickelt sich in Polen ein Streik von 60.000 Arbeitern gegen die Ausbeutung und nationale Unterdr√ľckung. Zaristisches Milit√§r schl√§gt die Aktionen blutig nieder, 6 Menschen werden get√∂tet, 300 verletzt und 350 verhaftet.

1909

Brutaler Polizei√ľberfall auf die Maidemonstration in Argentinien. Dieser Anla√ü f√ľhrt zu einem Generalstreik der argentinischen Arbeiterinnen und Arbeiter. Alleine in Buenos Aires streiken mehr als 200.000. W√§hrend der Trauerfeiern f√ľr die am 1. Mai ermordeten Arbeiter kommt es zu weiteren Polizeiangriffen und Toten. Die Arbeiter lassen sich nicht einsch√ľchtern und erk√§mpfen schlie√ülich wichtige Forderungen (Freilassung aller Verhafteten, Wiederer√∂ffnung der geschlossenen Versammlungsh√§user der Arbeiter etc.)

April-Mai 1912

Blutbad am Flu√ü Lena in Sibirien. Zaristische Polizei er√∂ffnet das Feuer auf streikende Arbeiter. Der Streik gegen schlechte Arbeits- und Lebensbedingungen begann im April auf den Lenagoldfeldern, welche sich in den H√§nden britischer und russischer Kapitalisten befanden. 270 Menschen werden get√∂tet und 250 verwundet. Die Emp√∂rung √ľber das Blutbad f√ľhrt zu einem neuen Aufschwung der revolution√§ren Bewegung in Ru√üland. Es kommt zu Proteststreiks in Petersburg, Moskau und anderen St√§dten, an denen sich √ľber 500.000 Arbeiter beteiligen.

1. Mai 1916

In Berlin Kampftag gegen den Krieg und die imperialistische Regierung. Eingekreist von Polizei fordert Karl Liebknecht das Ende des Krieges und den Sturz der Regierung. Nach seiner Verhaftung dauert die Demonstration noch Stunden.

Mai 1918

In Frankreich gro√üe Streikwelle in den Industriezentren und R√ľstungsindustrie. Zunehmend werden politische Forderungen, vor allem die Beendigung des imperialistischen Weltkrieges und die Unterst√ľtzung der sowjetischen Friedensvorschl√§ge laut.

1. Mai 1918

Erste Maifeier in der sozialistischen Sowjetunion - trotz B√ľrgerkrieg und Intervention - die Rote Republik k√§mpft und wird siegreich sein!

1. Mai 1919

In Deutschland steht der grausame Schlag der Konterrevolution bevor. Die Opportunisten der SPD und der Gewerkschaften sorgen f√ľr das Abwiegeln der revolution√§ren Stimmung unter den Arbeitern. Am Vorabend des 1. Mai umzingeln wei√ügardistische Truppen die Stadt M√ľnchen. Am n√§chsten Tag werden Hunderte von Arbeitern und revolution√§re Soldaten bestialisch ermordet. Am 3. Mai wird die R√§terepublik Bayern niedergeschlagen, grausamer Sieg der Konterrevolution mit Hilfe der opportunistischen Politik der deutschen Sozialdemokratie und Ende der deutschen Novemberrevolution. Der Achtstundentag und das allgemeine Wahlrecht waren die Errungenschaften der Revolution. Der 1. Mai 1919 wurde zwar zu einem Tag des Triumphes der Konterrevolution, jedoch auch zugleich zum Fanal des Kampfes der revolution√§ren Arbeiter.

1. Mai 1921

Palästina: Aufstand gegen die britische Kolonialpolitik, Kolonialtruppen schlagen den Aufstand blutig nieder.

1. Mai 1922

Weltweite Einheitsfrontkundgebungen, welche sich gegen die Kapitaloffensive richten und die Verteidigung Sowjetrußlands sowie die Einberufung eines Arbeiterweltkongresses fordern. In vielen Ländern sabotieren Reformisten und Opportunisten die Demonstrationen.

1. Mai 1925

In China findet der 2. Allchinesische Gewerkschaftstag statt. Seit der Gr√ľndung des 1, nationalen Arbeiterkongresses 1922 w√§chst die Zahl der Maidemonstranten und Gewerkschaftsmitglieder. In Shanghai bestreiken Textilarbeiterinnen die japanischen Fabriken. Mitte Mai 1925 kommt es zu brutalen √úberf√§llen auf die Streikenden. Britische Polizisten schie√üen Ende Mai 1925 auf eine von der KP Chinas organisierte antiimperialistische Massendemonstration, zahlreiche Arbeiter werden ermordet. Die Ereignisse dieses Tages f√ľhren zum revolution√§ren Aufschwung und zur St√§rkung der Revolutionsarmee.

1. Mai 1926

Englischer Bergarbeiterstreik, der bis Ende November 1926 dauert, gr√∂√üte Aktion des Proletariats in Europa in den Jahren der relativen Stabilisierung des Kapitalismus. Es kommt zu einem Generalstreik in Gro√übritanien mit etwa vier Millionen teilnehmenden Arbeitern, welcher sich gegen Lohnk√ľrzungen und Erh√∂hung der Arbeitszeit im Bergbau richtet. Aktionsr√§te, Streikkomitees und Arbeiterselbstschutz-Einheiten gewinnen an Macht, die opportunistischen Gewerkschaftsf√ľhrer weichen erschreckt zur√ľck.

1. Mai 1929

Blutmai in Berlin, trotz Verbot folgen etwa 200.00 Arbeiter dem Aufruf der KPD. Auf Befehl des sozialdemokratischen Polizeipr√§sidenten Z√∂rgiebels √ľberf√§llt die Polizei die Demonstration. Dieser Polizeiterror fordert 33 Tote, hunderte Verletzte, √ľber 1.200 Menschen werden verhaftet. √úber Berlin wird der Belagerungszustand verh√§ngt. Am 2. Mai wird das Organ der KPD ¬ďDie Rote Fahne¬Ē verboten, einen Tag sp√§ter folgt das deutschlandweite Verbot des Roten Frontk√§mpferbundes. Es kommt zu erbitterten Abwehrreaktionen, die teilweise zu Barrikadenk√§mpfen f√ľhren. Auch in Frankreich, Gro√übritanien, den Niederlanden, der Tschechoslowakei, der UdSSR und anderen L√§ndern kommt es zu Protest- und Solidarit√§tsaktionen.

1. Mai 1933

Gewerkschaftsbonzen verraten die Arbeiterklasse. Theodor Leipart, Vorsitzender der SPD-treuen ADGB-Gewerkschaft erkl√§ren die Bereitschaft der Gewerkschaften mit den Hitlerfaschisten zusammenzuarbeiten ¬ďgleichviel, welcher Art das Staatsregime sei¬Ē. Gemeinsam mit den Nazis halten sie ihre Maidemonstrationen unter Hakenkreuzflaggen ab.

Revolution√§re Arbeiter halten parallel illegale Versammlungen ab und finden sich kurzzeitig zu Demonstrationsz√ľgen zusammen, bis diese mit Gewalt aufgel√∂st werden. Am 2. Mai werden Gewerkschaftsh√§user und B√ľros des ADGB von SA besetzt, die Vorsitzenden verhaftet und das gesamte Gewerkschaftsverm√∂gen beschlagnahmt. W√§hrend der Nazidiktatur kommt es zu illegalen und heimlichen Maiveranstaltungen bzw. Gedenken auch in den Konzentrationslagern.

1. Mai 1937

Der Tag der ersten Maifeier w√§hrend der spanischen Revolution wird √ľberschattet vom konterrevolution√§ren Putsch in Barcelona. Trotzkisten und Anarchisten versuchen die spanische Volksfront zu sprengen, der Putsch kann jedoch niedergeschlagen werden. Zwei Jahre sp√§ter wird die spanische Republik mit massiver Unterst√ľtzung von faschistischen deutschen und italienischen Interventionstruppen zerschlagen und die Franco-Diktatur errichtet.

1. Mai 1943

Streiks in den Niederlanden gegen die Mobilisierung zur Zwangsarbeit in Hitlerdeutschland. Fast eine Million Arbeiter legen die Arbeit nieder. Faschistische deutsche Okkupationstruppen schlagen die Streiks durch Massenverhaftungen und Verhängung des Ausnahmezustandes nieder. 140 Streikende werden dabei ermordet.

1. Mai 1945

Der 1. Mai 1945 stand im Zeichen des unmittelbar bevorstehenden Sieges √ľber den Faschismus. In Berlin hissen sowjetische Soldaten auf dem Reichstag die rote Fahne.
Zum ersten Mal seit 12 Jahren wehte wieder das Banner der Arbeiterklasse √ľber Berlin. F√ľr die Frauen im Konzentrationslager Ravensbr√ľck brachte der 1. Mai mit den Soldaten der Roten Armee die lang ersehnte Befreiung von der barbarischen Knechtschaft der Hitlerschergen. In den von westalliierten Truppen besetzten Teile Deutschlands lie√ü die Milit√§rregierung alle Versammlungen und Aktionen zum 1. Mai verbieten.

1. Mai 1949

Gr√ľndung eines Gewerkschaftsbundes in Kenia. Britische Kolonialbeh√∂rden unterdr√ľcken die Arbeit des Kongresses und verhaften die Leitenden. Es kommt zu einem politischen Generalstreik von Arbeitern Nairobis, welcher brutal niedergeschlagen wird und als Vorwand f√ľr massenhafte Angriffe auf die Gewerkschaftsbewegung dient.

1. Mai 1950

In Westberlin fahren britische und US-amerikanische Panzer auf, antikommunistische Hetze am Brandenburger Tor. In S√ľdafrika kommt es zu starkem Milit√§reinsatz, welchem zahlreiche Freiheitsk√§mpfer zum Opfer fallen.

Mai 1958

Machtvolle Demonstrationen in Argentinien, Bolivien, Peru, Kolumbien, Uruguay und Venezuela gegen den US-Imperialismus zwingen den US-Vizepräsidenten Nixon zum Abbruch seiner Lateinamerikareise.

Mai 1963

Metallarbeiterstreik in der BRD f√ľr Lohnerh√∂hungen. Die Unternehmer reagieren mit Aussperrung von 400.000 Arbeitern.

Mai 1968

Uruguay, massive Polizei√ľbergriffe auf die Maidemonstration. Aus Protest dagegen wird am 3. Mai mit einem Generalstreik begonnen, bis Juni wird der Ausnahmezustand verh√§ngt, trotzdem finden weitere Streiks statt.

Mai 1968

Frankreich, Studenten k√§mpfen f√ľr eine Hochschulreform und werden mit Polizeiterror drangsaliert, die Gewerkschaften organisieren daraufhin einen Generalstreik, an dem sich √ľber zehn Millionen Arbeiter beteiligen. Neben Lohnerh√∂hungen und Garantie auf Arbeitspl√§tze werden demokratische Umgestaltungen auf politischem und sozial√∂konomischen Gebiet gefordert. Regierung und die Monopole werden zu Zugest√§ndnissen gebracht.

1. Mai 1977

T√ľrkei, kurz vor der Beendigung der Kundgebung auf dem Taksim-Platz in Istanbul wird von allen Seiten das Feuer auf die ca. 300.000 Menschen er√∂ffnet, Panzer werden eingesetzt. Geheimdienst und Polizei verhaften zahlreiche Arbeiter, 38 werden ermordet.

1. Mai 1979

In Santiago/Chile kommt es zur gr√∂√üten Demonstration seit dem faschistischen Milit√§rputsch von 1973. Milit√§r und Polizei gehen gegen die √ľber 10.000 Menschen vor, Hunderte werden verhaftet.
In Nikaragua und Guatemala fordert der Militärterror das Leben von vielen Maidemonstranten (zweieinhalb Monate später werden die Somozatruppen geschlagen, im Juli ziehen die Sandinistas siegreich in Managua ein).
Demonstrationsverbot in Istanbul. 16.000 Soldaten fahren mit 100 Panzern auf und riegeln die Stadt, insbesondere den Taksim-Platz, ab. Ein Ausgangsverbot wird verh√§ngt und √ľber 1.500 Menschen werden verhaftet. In Brasilien kommt es trotz Diktatur und Verbot der politischen Bet√§tigung zu einer Versammlung von 100.000 Metallarbeitern, welche anschlie√üend einen Streik ausrufen. F√ľr die zahlreichen Genossinnen und Genossen, die in Milit√§rkn√§sten sa√üen, brachte dieser Tag die Hoffnung auf ein Ende der Diktatur.

1. Mai 1982

Portugal, Polizeiterror in Porto, etwa 100 Arbeiter werden verletzt, zwei erschossen.

1. Mai 1985

Mexiko, brutaler Polizeieinsatz gegen Demonstranten und unabhängige Gewerkschaften.

Mai 1987

Revolutionäre Maidemonstration in Berlin, Innensenator Kewenig läßt ein massives Polizeiaufgebot auffahren, brutale Übergriffe auf die Demonstranten, Kreuzberg wird abgeriegelt, die U-Bahnen fahren nicht mehr in dem Bezirk. Personenkontrollen rund um Kreuzberg, hinein kommt man nur mit einer dortigen polizeilichen Anmeldung.

Mai 1995

Bolivien, √ľber das gesamte Land wird Ende April der Ausnahmezustand verh√§ngt, zahlreiche Gewerkschaftsf√ľhrer werden verhaftet. Damit wird versucht die Streik- und Protestwellen der letzten Wochen abzuw√ľrgen. Ab sofort sind politische und gewerkschaftliche Versammlungen verboten.
In Brasilien bestreiken seit Anfang Mai 40.000 Arbeiter die staatliche √Ėlraffinerie Petrobas und sorgen f√ľr den Ausstand von 9 der 11 Raffinerien Brasiliens. Die √Ėlarbeiter k√§mpfen gegen die elenden Lebensbedingungen in Brasilien und gegen die geplante Privatisierung der Petrobaswerke. Drei Wochen sp√§ter wird die Armee gegen die Streikenden eingesetzt. Die Raffinerien werden von Soldaten besetzt und Petrobas privatisiert.


Der 1. Mai ist immer auch ein Gradmesser der St√§rke der internationalen revolution√§ren Arbeiterbewegung. Diese hier nur wenigen aufgef√ľhrten Beispiele der internationalen Maiereignisse sind blutige Zeugnisse des Terrors der herrschenden Klassen, sind Zeugnisse ihrer zahlreichen Versuche diesen Kampftag der Arbeiterinnen und Arbeiter zu verhindern, den revolution√§ren Kampf im Keim zu ersticken und bittere Zeugnisse der blutigen Schl√§ge gegen das k√§mpfende Proletariat. Der 1. Mai ist aber in all diesen Jahren auch immer ein Tag gewesen, an dem weltweit Arbeiterinnen und Arbeiter mutig und kampfentschlossen unter dem roten Banner der Arbeiterklasse zusammen auf die Stra√üe zogen und gegen ihre Unterdr√ľckung k√§mpften. Trotz brutalster Repression blieben sie an vielen Orten der Welt standhaft und k√§mpften weiter, wichtige Forderungen konnten durchgesetzt werden. Viele Maidemonstrationen waren der Anfang eines engeren Zusammenschlie√üen der Arbeiterinnen und Arbeiter und der St√§rkung der Bewegung.

Der Kampfeswille, der an all diesen Tagen zum Ausdruck kam, gibt uns Kraft f√ľr unsere K√§mpfe.




die www.secarts.org-Redaktion w√ľnscht allen Freunden, Genossen, Lesern und Nutzern dieser Seite einen erfolgreichen und k√§mpferischen ersten Mai!




Anmerkungen:
1 MEW 23, S. 665-666
2 MEW 16, S. 140
3 Karl Marx, Lohn, Preis und Profit. In: MEW 16, S. 152
4 aus Trotz Alledem, Zeitung f√ľr den Aufbau der Bolschewistischen Partei Deutschlands, Nr. 1/Mai 1996



 
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